Nosema/Ruhr? Eure Hilfe ist gefragt

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    Natürlich sterben jedes Jahr Völker an der Varroa, auch bei erfahrenen Imkern. Aber notwendig ist das nicht. Im Gegensatz zu weniger erfahrenen Imkern wissen diese aber in der Regel, woran es gelegen hat und können das abstellen. Die ganzen Neuen rudern herum und belegen mit etwas Glück einen Kurs, wenn grad irgendwo zufällig was frei war und Zeit und Interesse genug vorhanden sind. Selbstverständlich ist das nicht. Und was vermittelt so'n Kurs? Zum zweiten frag ich mich, warum muß überhaupt jeder Bienen halten? Wenn die Voraussetzungen nicht stimmen, hülfe man den Bienen oftmals mehr, wenn man keine hätte. Aber das denk ich mir bei Kindern auch oft, wenn der Kleine an Muttis Hose zubbelt, die aber den Blick nicht vom Smartphone heben kann, weil sie vermutlich grade schreiben muß, wie erfüllend es ist Mutter zu sein. Meine Prognose: wenn der Imkerboom durch ist sortiert sich das und die Sterblichkeit sinkt wieder.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Meine Prognose: wenn der Imkerboom durch ist sortiert sich das und die Sterblichkeit sinkt wieder.

    Gerade was die Varroa anbelangt, haben auch alte Imker vielfach ein Problem - ich meine die wirklich alten, also die, die das Handwerk noch vor der Verbreitung der Varroa erlernt haben.

    Mir berichtete gerade ein Imker aus seinem Verein. Da kommt es immer wieder zu Totalausfällen. Der hat da alte Imker, die nicht mal wissen, wie eine Milbe aussieht.

    Die jüngere Generation hat - wenn sie überhaupt was gelernt hat - die Milbe doch im Blick.

    Der Kollege hat das so formuliert: Es gibt eine biologische Lösung für das Varroaproblem - wenn die alten Imker wegsterben.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Schon klar, aber 'erfahren' meinte nicht = alt. Alt kann auch sein 'haben wir immer schon so gemacht'. Die Bereitschaft was zu lernen muss schon da sein. Die Ansprüche solange zu senken, bis jeder das Abitur schafft funktioniert in der Politik, aber nicht mit der Milbe. Klar erzeugt das Reibung.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo WFLP, wenn Du alte Imker kennst, die nicht wissen wie eine Milbe aussieht aber schon 50 Jahre Bienen halten, dann können und wissen die mehr als alle anderen. Im Übrigen muss ich die Milben nicht ständig zählen, wenn ich die üblichen Maßnahmen das Jahr über mache, insbesondere im Juni/Juli TBE und im Winter träufele dann komme ich auch ohne Brille zurecht. VG vom einem Alten😎

  • Die Teilnahme an Behandlungsstudien bessert oft den Outcome.

    Das Konzept war sehr erfolgreich, soweit ich mich erinnern konnte. Die Frauen haben dabei besser abgeschnitten als die Männer. Laut v.d.Ohe, weil sie sich strenger an die Vorgaben gehalten haben.

    Vielleicht hat jemand den Vortrag und kann den hier teilen.

    Die Artikel zu BiV wurden im DBJ veröffentlicht, der gesuchte im DBJ 10/2017; ich finde ihn online nur zweigeteilt: Seite 62 und 63.

  • Ah, cool, Ralf!

    Ist zwar "nur" eine Übersicht und nicht der gesamte Vortrag, zeigt aber das grundlegende Konzept auf.

    Und ich muss mich korrigieren: Nicht v.d.Ohe hat den Vortrag gehalten, sondern Dr. Boecking;-)

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Georgie

    Du bist einer, der wenigen, die noch ohne Milbe angefangen haben. Wie sahen starke Völker vor der Milbe aus und wie jetzt?


    Meine Frage bezieht sich darauf, dass ein Hund mit einem Floh sich ab und an kratzt, er kann sich auch ohne Flohe mal kratzen, aber seltener. Also löst der Floh durch den Biss eine Reaktion, eine Verhaltensänderung leicht hervor. je mehr Flöhe, desto häufiger verändert sich das Verhalten, bis es problematisch mit Kratzern und Rötungen endet, die sich superinfizieren....etc.

    Gab es beim ersten Mal, als du die Milbe wahrgenommen hast, offensichtliche Veränderungen im Vorfeld? Es gibt keine milbenfreien Völker mehr und daher gibt es keinen Vergleich. .. Aber interessant finde ich, das persönliche Erleben dieser Sutuation. Bei uns wurde von einem plötzlichen Sterben berichtet, ohne vorherige Vermutung, dass dort die Milbe war.

  • Danke für den Link, der ist sehr interessant.

    Einer meiner Imkerkollegen im Nachbardorf, arbeitet mit der Methode des Entnehmens von Brutwaben und er kommt damit gut zurecht. Ist aber der Meinung, das die Betriebsweise 2 Bruträume DNM braucht. Mir wäre das zuviel Arbeit, andererseits funktioniert das nicht so richtig mit 1,5 DNM, hat er probiert.

    Mit meinen 1,5 DNM in Segebergern, habe ich vergangenes Jahr schon geschrieben, das ich nach der Honigernte OS verdampfe und dann OS träufle und das hätte ich mir dieses Jahr sparen können. Das System muss sich aber erst noch bewähren.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Deswegen riet ich in #12 zur generellen Überarbeitung des bisherigen Varroakonzeptes. Das Jahr 3 ist - bei varroaarmem Start im Jahr 1 - das Jahr der ersten Wahrheiten. Das Jahr 2 überstehen die Bienen in der Regel noch, starten aber im Jahr 3 mit deutlich erhöhter Varroalast und knicken dann spätestens im Herbst ein.

    ribes

    Zufällig habe ich gerade die passende Veranschaulichung Deiner Aussage gefunden, auf Seite 6

    des Dokumentes

    https://deutscherimkerbund.de/…mkertag_2017/Boecking.pdf

  • Hallo Night Shadow,

    ein starkes Volk belagerte 12 Waben NM im Brutraum und Honigraum (in der HB). Wir haben Carnica in verschiedenen Linien nach Sanftmut und Ertrag gezüchtet. Da waren die Stärksten nicht immer die Besten. Es gab sogenannte “Hüngler“ die kamen nicht über 8 BW (mit dicken Honigkränzen) aber guten bis sehr guten Erträgen und kamen nie in Schwarmstimmung. Das waren mir die liebsten, weil sie auch Läppertrachten optimal nutzen. Zur Vermehrung braucht man deshalb aber auch „Fleischvölker“. Wir haben die Völker im Herbst auf 10 NM eingeengt, aufgefüttert und warm verpackt. Wäre nie auf die Idee gekommen im Winter ein Volk „aufzureißen“. Es war schon ein viel entspannteres Imkern, bis Ende der 70er plötzlich die Varo da war. Ab da wurde intensiv der Baurahmen ausgeschnitten, mit selbst hergestellten Räucherstreifen mit was weiß ich experimentiert bis sich dann die Ameisensäure als probates Mittel durchgesetzt hat. Heute ist die Restentmilbung im Dezember eine der wirksamsten Maßnahme. Junge Kollegen behaupten aber auch ganz ohne Einsatz von organischen Säuren Erfolg mit TBE und Fangwabenentnahme die Varoa im Griff zu haben. Ich traue der Sache nicht ganz. Hatte das ganze Jahr so gut wie keinen natürlichen Milbenfall auch bei der Puderzuckerprobe und bei der Restentmilbung dann doch bis zu 150 innerhalb der ersten Woche. Wenn Du mich fragst, haben wir in den letzten Jahrzehnten sehr leistungsfähige Bienen gezüchtet, sei es Carnika oder Buckfast, die meisten haben heute eine Mischung von beiden. Ich kenne noch Bastarde aus der Dunklen Biene und der Ligusta. Da gab es Mischungen die konntest Du nicht ohne Handschuhe und Schleier bearbeiten. Haben gestochen wie die Berserker. Honig haben die kaum gebracht. Die hatten wir selber nicht, seit den 30er Jahren immer nur Carnika.