Nosema/Ruhr? Eure Hilfe ist gefragt

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    Hallo liebe Imkerfreunde,


    Bin noch relativ neu hier.

    Hatte bisher keinen Ausfall in meiner zweijährigen Imkerkarriere - bis jetzt.

    Anbei ein paar Fotos von meinem Ableger den ich heute ausgeräumt habe...

    Hatte ihn noch 2-3 Wochen vor Weihnachten mit Oxalsäure behandelt (beträufelt).

    Dabei waren 4-5 Waben besetzt (im nachhinein betrachtet wohl eher weniger).


    Mir ist bei der Reinigung aufgefallen, dass die Rähmchen recht große Kotflecken auf den Oberträgern haben.

    Futter war genug vorhanden. Varroa praktisch nicht vorhanden - in der Windel sowohl auch nachher bei der Durchsicht des Totenfalls.

    Habe eine Wabe am Rand des kleinen Brutfelds gefunden mit ein paar wenigen Bienen drauf (der rest lag tot auf dem Gitter). Interessant hierbei die Konsistenz des Honigs. Kristalisiert und sehr körnig. Hab mir eingebildet so etwas schonmal gesehen zu haben mit dem Hinweis auf Efau-Honig der offenbar Ruhr oder Nosema fördert.


    Die ersten 4 Waben habe ich bereits vorsichtshalber verbrannt.. keine Ahnung ob das zu viel des guten war.. aber wollte auf Nummer sicher gehen :)

    Wäre aber vorteilhaft zu wissen ob ich die verbleibenden 3 Waben Honig an schwächere Völker verfüttern könnte - oder ob ich diese auch besser entsorgen sollte bzw. einschmelzen.


    Was sagt das Forum dazu? bzw. kann man hier von etwas ableiten?

    Grüße,

    Tobi

  • Wenn das die ganzen Kotspuren sind, ist das keine Nosema oder Amöbenruhr.

    Für Nosema wäre Punktkettenkot typisch, für Amöbenruhr schwefelgelbe Kotflecken. Diese Kotflecken sind unspezifisch.

    Ich würde erstmal einige Brutzellen öffnen und den Inhalt untersuchen (Brutkrankheiten). Außerdem eine Auswaschprobe an den toten Bienen (Der erste Verdacht ist immer Varroa).


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Sind das denn viele Bienen im Gitterboden - habe ich z.T. auch in lebenden Volkern? Das Volk liegt aus meiner Sicht nicht tot in der Beute, sondern hat sich kahl geflogen, was dann den Varroa-Verdacht unterstützen würde.

    Gruß

    Markus

  • erstmal danke für die Hinweise.

    Varroa kann ich fast ausschließen. Das Volk hatte kaum Befall.

    Hab stichprobenartig die Bienen untersucht und keine Varroa gefunden..hab dann auch nochmal alle zusammen überm Gitter geschüttelt bis ein paar vereinzelt herunter gefallen sind..auch bei Öffnung der Brutzellen hab ich nichts gesehen.


    Ganz so viele Bienen sind es nicht. Hab eher das Gefühl sie waren durch eine Krankheit geschwächt und die Behandlung hat ihnen den rest gegeben.

  • Varroaopfer mit OS-Finale.


    Sommerbehandlung zu spät, Milben tot, aber trotzdem keine vitalen Winterbienen mehr geschafft. Es gemerkt, dagegen angebrütet, dann ging der Deckel auf und es kam OS Plörre. Verkühlt. Im Stock abgekotet. Abgeflogen/-gestürzt.


    Finito.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • und was macht man mit solchen Völkern? Keine OS draufkippen, laufen lassen, im Frühjahr in ordentliche Ableger aufteilen, in der Brutpause sorgsam endmilben, feinfühlig füttern, im kommenden Jahr freuen.


    Das als zartfühlende Ergänzung zu der schwebenden Frage "aber was mache ich, wenn..."


    Grüße

    Holger

  • Diese Form der Völkerverluste gab es vor der Varo so gut wie nicht. Habe damals Völker die sich in der Heide abgeflogen hatten ab dem 20 September aufgefüttert, auf 8-10 Waben DNM eingeengt, verpackt und zu 95 v.H. Überwintert. Nosema zeigt sich meistens erst im Frühjahr. VG Jörg

  • Ok. Danke!

    Die Erklärung von rase ergibt Sinn und ist schlüssig..

    Weil zuletzt auch kaum Milben gefallen sind..

    ich war tatsächlich hier etwas spät mit der as Behandlung dran.

    dadurch geschwächt und dann zuletzt der finale Stoß von mir..

    Werde wohl nächstes Mal frühzeitig die Völker vereinen um das verhindern.


    die finale Überprüfung des totenfalls mit spüli habe ich übrigens versäumt - da ich die Bienen bereits gestern verbrannt habe.

  • Werde wohl nächstes Mal frühzeitig die Völker vereinen um das verhindern.

    Das wäre nur Schadensbegrenzung, aber keine Umstellung, um die Ursache abzustellen.

    Erste Voraussetzung für genügend gesunde und langlebige Winterbienen ist eine geringe Varroabelastung

    des Volkes bereits im Juli - s. dazu rases erster Satz in #7.

  • Für kleine Völkchen, die keinen Jungbienennachschub haben, durch Varroa oder weil sie die Brutnesttemperatur nicht halten konnten, ist die Träufelung der Todesstoß.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo so wie ich die Sache besehe, hat die zu geringe Bienenmenge, versucht mit aller Kraft die Brut zu wärmen, und ist schlicht und einfach, bei dem völlig unzureichenden Zustand des Winterfutters verhungert, und von den Waben gefallen,

    die Angstkotspuren stammen von den paar Überlebenden.


    Gruß Jürgen