Vermarktung von Bienenprodukten

  • Guten Abend,

    ich spiele mit dem Gedanken dieses Jahr vielleicht auf Märkte/Weihnachtsmärkte zu fahren. Dort würde ich dann neben diversen Honigen auch andere Bienenprodukte von meinen Bienen verkaufen, wie zum Beispiel Met, Pollen, Kerzen Propolis oder Cremes. Alles von meinen eigenen Bienen. Außer halt das Fett für die Cremes, Wasser für den Met etc....

    Ich bin noch unter der Steuerrelevanten grenze von 30 Völkern.

    Wisst ihr ob das so geht ? Oder muss dann ein Gewerbe angemeldet werden, Steuern gezahlt etc. ?

    Für Tipps bin ich sehr dankbar.

    Viele Grüße

    Joschua

  • Hallo Joschua,


    ich bin mir nicht ganz sicher, meine aber letztens noch folgendes gelesen zu haben:


    Steuerbefreit ist man nur, wenn man Honig, Pollen und nicht weiterverarbeitetes (!) Wachs verkauft. Sobald du Waren dazukaufst und sie weiterverkaufst, oder auch selbsthergestellte Kerzen verkaufst bist du für das Finanzamt interessant, unabhängig davon ob du weniger als 30 Völker hast oder nicht.


    Viele Grüße

    Manuel

    Carnica auf DNM 1,5 mit Schied (Segeberger) im schönen Hochsauerland an der Grenze zum Märkischen Kreis

  • Hier gelten unterschiedliche rechtliche Vorgaben:

    1. Ein Gewerbe i.S. der Gewerbeordnung setzt Nachhaltigheit und Gewinnerzielung voraus. Wenn Du aus Nebenprodukten nur ein paar Hundert Euro umsetzt, ist eine Gewerbeanmeldung regelmäßig nicht erforderlich.

    2. Bei der Umsatzsteuer gilt wie für Honig und andere Produkte der 1. Verarbeitungsstufe die Durchschnittsatzbesteuerung, wenn der Umsatz nicht höher als 4.000 Euro im Jahr ist.

    3. Bei der Einkommensteuer unterliegen auch die Einkünfte aus den nicht landwirtschaftlichen Produkten der Gewinnpauschalierung, wenn

    der Umsatz damit nicht über einem Drittel des Gesamtumsatzes und nicht nachhaltig über 51.500 EUR pro Jahr liegt. Hier erfolgt aber eine gesonderte Pauschalierung (Gewinn = 40% des Umsatzes).


    Fazit: Steuerliche Folgen hat das also vor allem bei der Einkommensteuer, weil es hier keine Freigrenze gibt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich würde neben Honig auch gerne aus Eigenwachs selbst erzeugte Kerzen, Rohwachs, Pollen sowie Honigseife verkaufen wollen. Völkerzahl ist einstellig und der Zusatzumsatz daraus sollte die 10% Hürde des Gesamtumsatzes nicht überschreiten.


    Rohwachs und Pollen sehe ich hier wie Honig als Urproduktion an. Kerzen sollten meiner Meinung nach noch als 1. Verarbeitungsstufe gelten.

    Kann mir jemand sagen sagen ob Seife noch 1. Verarbeitungsstufe ist oder bereits 2.? Kommt es darauf an, ob man ein einfaches Rezept benutzt, wie Glycerinseife + Honig mischen oder ob man die Seife komplett selber herstellt? Jemand ne Ahnung wie das ganze rechtlich zu betrachten ist?