Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern

  • Und dem Bauernverband geht der A... auf Grundeis. Lt SZ haben sie eine Statistik veröffentlicht, die die positive Bestandsentwicklung der Bienenvölker der letzte 10 Jahre zeigt - ein Plus von 218 944 Völkern. Mit dem Tenor - es gibt ja wieder mehr Bienen. Dass seit den 1990er Jahren (Beginn der Statistik des DIB) die Bestandzahlen von knapp 1,2 Mio auf zwischenzeitlich 670 000 fast halbiert hat, wird geflissentlich verschwiegen.


    So geht Lobbyarbeit ...


    Die Initiatoren bitten weiterhin um rege Beteiligung - je deutlicher das Quorum überschritten wird umso besser die Verhandlungspostion für den schon angekündigten Gegenentwurf der Regierung. Das Volksbegehren wird ja so nicht einfach im Landtag angenommen werden, sondern mit einem alternativen Vorschlag der Regierung als Volksentscheid an der Urne abgestimmt.


    Also wer noch nicht war ... ab ins Rathaus!


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • beenutzerin schrieb:

    haben sie eine Statistik veröffentlicht, die die positive Bestandsentwicklung der Bienenvölker der letzte 10 Jahre zeigt - ein Plus von 218 944 Völkern. Mit dem Tenor - es gibt ja wieder mehr Bienen. Dass seit den 1990er Jahren (Beginn der Statistik des DIB) die Bestandzahlen von knapp 1,2 Mio auf zwischenzeitlich 670 000 fast halbiert hat, wird geflissentlich verschwiegen.


    Diese ständige Fokussierung aller Akteure auf die Honigbiene halte ich für völlig verkehrt und gefährlich. Grund: Das kann zum Bumerang werden. Denn gerade die Honigbiene ist das Insekt, das dank imkerlicher Hilfe noch am besten mit den Veränderungen in unserer Landschaft zurecht kommt und nun wirklich überhaupt nicht gefährdet ist!


    Wenn den Leuten klar wird, dass hier Panik ausgerechnet mit dem am wenigsten gefährdeten Insekt geschürt wird, geht das womöglich nach hinten los. Erst recht, wenn dadurch die eigentlichen und viel schlimmeren Probleme zu sehr in den Hintergrund treten.


    Das einzige, was im Zusammenhang mit der Honigbiene gefährdet ist, sind eventuell die Honigerträge der Imker - die können regional durchaus niedrig ausfallen, wenn nach dem Raps regional nichts mehr kommt. Aber das ist doch hoffentlich nicht das Hauptproblem, um das es wirklich gehen soll, oder?


    Und das Geschacher mit Bienenvolkszahlen ist sowieso daneben. Die Völker vor 40 Jahren waren doch viel kleiner, die Leistungsfähigkeit und damit der Ertrag pro Volk viel niedriger, obwohl gleichzeitig die Landschaft durchweg mehr Insekten und Bienen ernähren konnte, einfach weil sie noch nicht so monoton war.

    Die Vergleiche hinken also wieder mal. Bienen haben wir heute längst wieder genug. Was tatsächlich fehlt, ist die Natur für alle anderen Insekten und das ist für uns alle gefährlich, nicht aber, wenn es nur ein paar lange Gesichter unter Imkern gibt, obwohl das natürlich auch ein Symptom des Problems ist.


    Klar ist es wichtig, ein sympathisches Zugpferd zu benutzen, das jeder kennt. Doch die wahre Bedeutung hinter der notwendigen Veränderung unseres Handelns fällt meiner Meinung nach bei dieser allgemeinen Aufregung einfach zu weit hinten runter, es wird viel zu viel auf die Bienen ab- und damit am Thema vorbei gezielt.

    Für das Volksbegehren mag das noch ok gewesen sein, doch jetzt, wo es vielleicht bald um die reale Arbeit geht, hoffe ich, dass das anders wird.

  • Aber das ist doch hoffentlich nicht das Hauptproblem, um das es wirklich gehen soll, oder?

    Denk mal an die Pollenarmut danach........ Zucker ist nicht alles

    es wird viel zu viel auf die Bienen ab- und damit am Thema vorbei gezielt.

    naja, ist UNS halt wichtig. Und das ist nicht falsch.

    Ich denke aber auch an das Zeug was kreucht und fleucht, Rebhühner, Lerche, Hasen, Hamster, Rohrweihen....... zb. Wenn die nicht schon auf der Roten Liste stehen kommen die bald drauf, wenn das so weiter geht.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • ja, ja, natürlich habe ich nichts dagegen, wenn uns Imkern geholfen und die Pollenproblematik gelindert wird.

    Aber objektiv gesehen ist Imkern halt nicht alles, es gibt wichtigere Probleme. Und die leiden darunter, wenn sich fast alles nur noch um einen Nebenaspekt dreht.


    Beispiel sind diese unsäglich albernen Blühstreifen, auf die alle so stolz sind, vom Bauernverband bis zum Imkerverband.


    Dabei muss doch jedem denkenden Menschen sofort klar sein, dass die bisherigen Blühstreifen den Bienen so viel helfen wie Faltencreme gegen Falten - reine Kosmetik und Bauernalibi, was maximal das Biogasimage poliert und einigen Imkern ein paar Pfund Einfütterungszucker sparen hilft, wenn überhaupt.


    Und den anderen Insekten helfen sie schon gleich gar nicht - sie bieten keinen ernst zu nehmenden Lebensraum, sind nur wenige Wochen im Jahr vorhanden und bestehen nur aus den immer gleichen 08/15-Pflanzen. Da fliegen vielleicht ein paar häufige Insektenarten rein zum Naschen, aber sich vermehren und überleben tut deswegen nicht eine einzige Art, schon gleich gar keine der wirklich wertvollen Arten. Für echte Reparaturen braucht es mehr als nur bunt.


    Aber alle freuen sich und klopfen sich auf die Schulter, sagen "wir haben doch schon so viel getan" und denken "daher brauchen wir jetzt nicht wirklich mehr was tun".

    Auch so ein Beispiel für gut gemeint, schlecht gemacht und letztlich also ein Bumerang, der ernsthaftes Tun nur ausbremst.


    Genau davon ist im Volksbegehren teilweise nun etwas zu lesen und ich hoffe einfach, dass nicht durch eine romantisch-einseitige Fokussierung auf die Bienenproblematik davon abgelenkt wird.

  • Das ist Politik! Mit dem Bienenhype als Überzeuger sind die Stimmen gefangen worden, dafür kann man losgehen.

    Hätte etwa die Jägerschaft um Mitleid fürs Niederwild geworben wäre das doch nix geworden.

    Und doch wird Hase und co. im Nebenefekt dankbar sein!

    JETZT gilt es das Beste daraus zu machen, keinen MM zurückweichen sonst wird alles nur zerredet und verpuft darauf wieder nur in Vertärkter Anlage von Blühstreifen

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

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    W. Churchill

  • Die Blühstreifen sind verarsche. Die werden nur entlang der befahrenen Straßen angelegt, eine Sämaschine breit und dahinter grün. Entweder Mais, oder Mais, oder totgespritztes Getreide, oder 5 - 6 mal gemähte Wiese.

    Sieht man von oben super.


    Gruß

    Werner

    der sich über das Ergebnis freut.

  • Beispiel sind diese unsäglich albernen Blühstreifen, auf die alle so stolz sind, vom Bauernverband bis zum Imkerverband.

    Hi,

    jetzt hast du mich aber ertappt! Auf meiner Imkerseite hab ich genau diese blühenden Wiesen als Empfehlung für Landwirte genannt, die den Insekten helfen möchten. War das jetzt falsch? Wenn du mir Gründe nennst, dann werde ich das gern auf der Seite erwähnen. Was für bessere Alternativen würdest du dem Landwirten empfehlen (abgesehen von Dünger und PSM)?


    Lg Miriam

  • Was wäre denn so schlecht/verkehrt an blühenden Wiesen?

    Sicher sind viele Imker auf die so ertragreichen „Einmalblüher“ fixiert 🤗, dass sie mitmöchtest in diese Richtung denken können.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • jetzt muss man erstmal zwischen Blühstreifen und Blühwiesen unterscheiden.


    Im Idealfall bietet eine Fläche Nahrung für vielerlei Getier und Nistraum für vielerlei Getier.

    Bodenbrüter (Vögel) legen ab März ihre Eier. Der (einjährige) Blühstreifen existiert da aber noch nicht.

    Bodenbrütende Insekten schlüpfen allermeist nach einem Jahr, da existiert der Blühstreifen aber auch schon längst nicht mehr und die Larven sind Matsch.


    Oligolektische und Monolektische Arten brauchen Pollen von ganz bestimmten Pflanzengattungen und/oder -familien.

    Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber m.W. gibt es eine Wildbienenart, die auf den Pollen des Gilbweiderich angewiesen ist, eine andere Art ist auf den Pollen des Gefleckten Gilbweiderich angewiesen.

    Wenn die Blühfläche aber überwiegend nur aus billigen Neophyten besteht, haben gerade diese gefährdeten Wildbienen gar nichts davon.

    Wildbienen fliegen nur wenigen hundert Meter. Ein Blühstreifen in 1km ist nutzlos.

  • Das Ding ist durch! In den Köpfen der Leute!

    Des Volkes Wille also.

    Ich bin mal gespannt was die Großkopferten daraus machen werden.

    Ich fürchte die Macht des Bauernverbandes, die haben bisher immer gewusst wie die ihre Pfründe zu schützen haben. Ein Pflästerchen hier und ein Pflästerchen da, den Schein waren und letztendlich so weitermachen wie gewohnt.

    Die Wortgewaltigen Lobyisten sind sicher schon lange in Position gebracht, das was die Leute wollen wird als POPULISMUS angeprangert, die Politiker bekommen eine Honigumsmaulsalbung verpassst und so verunsichert das die nicxht wissen wo hinten und vorne ist. Im Ergebnis wird beschloßen was die Bauernklientel haben will.....

    Alles wie gehabt.....

    Oder?

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    W. Churchill

  • So ist es.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo, doch Miriam sprach von Blühwiesen!

    Blühstreifen als einjährige Ansaat hat ökologisch eine sehr begrenzte Wirkung.

    Wie soll sich in einem kurzlebigen Pflanzenbestand ein stabiles System entwickeln? Oft ist das auch nur ein Klee-Grasgemisch.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?