Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern

  • Werbung

    Hallo,


    gestern habe ich meinen Imkereinsvorstand angesprochen, ob er ein Rundschreiben rausgeben will.

    Seine Antwort:

    Die Mitglieder sind mit watsapp (somit bin ich raus) vernetzt. In der Presse ist es auch präsent und er will es sich nicht mit den Bauern verscherzen. Von ihm geht nichts raus.


    Seine Argumente sind nachvollziehbar in einer noch landwirtschaftlich geprägten Umgebung wo man als Imker auch auf die Landwirte angewiesen ist.


    Für mich heißt es trotzdem, Dienstag ist Zeichnungstag. (Weil Rathaus offen und ich und meine Frau haben Zeit) und ich habe alle möglichen Personen angesprochen.


    Gruß

    Werner

  • Das noch traurigere an der Aussage ist, dass es unvermeidlich Leute gibt, die sowas lesen, und das Volksbegehren deswegen dann nicht unterschreiben.

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Bei den Diskussionen heute auf den Straßen ums Rathaus herum kam sowas auch immer mal wieder. Wir hätten eh zuviel Biomilch, die kleinen Landwirte würden bedroht, ... mit am gruseligsten: die Hälfte aller älteren Frauen die abwiegelten, taten das mit der Begründung "da muss ich erst meinen Mann fragen".


    Hier sind auch einige Imker skeptisch, oft hört man "es geht ja gar nicht um die Honigbiene, die wurde nur als Zugpferd vereinnahmt."


    Aber der hiesige Aktionskreis trifft sich im Bienenhof Aham und das Volksbegehren wird bei den aktuellen Kursen und Schulungen angesprochen (und hoffentlich nicht verteufelt...)!


    Für die Überzeugten und Engagierten - macht eine Schneeballschlacht, passend zum Wetter:

    10 Leute, auf einen Zettel schreiben, ansprechen, anrufen, whatsappen, whatever - abhaken. Und die sollen auch wiederum 10 Leute auffordern ...


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Noch bedenklicher - nein kein Bauern-Bashing - finde ich, wenn ein Präsident eines Bauernverbandes in der Öffentlichkeit sagt:


    "Auf wiederholte Nachfragen von Moderator Werner Bader bezeichnete Bauernpräsident Heidl gemeinsame Aktionen von Landwirten und Naturschützern als "Horrorszenario". Er bezweifelt das Ausmaß des Artensterbens und forderte fundierte Zahlen........."


    So geschehen auf dem Imkertreffen in Starnberg!


    https://www.sueddeutsche.de/mu…7nQ5aHLEVpiQUnUg4Lzrdtte4



    Ich sag ja auch immer, das Artensterben ist doch von den Chinesen erfunden!!!!


    "Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen." (Karl Valentin)

  • So langsam kommen wir in eine Richtung, in der die Sache an sich in Zweifel gezogen wird und es plötzlich nicht genug fundierte Daten für ein Arten- Bienen- oder Vogelsterben gibt.

    Wir Imker tun uns keinen Gefallen, wenn wir uns da noch auseinanderdividieren lassen, wie schon häufiger beobachtet.

    Da treibt es plötzlich seltsame Blüten, wenn ein SchreibtischBauer mit eigener Filterblasenhomepage als bezahlter Vortragender zu einer Honigprämierung eingeladen wird, jegliche Diskussion weinerlich im Keim erstickt und knapp zwei Monate später auf seinem sehr einseitigen Kanal, die Bestäubungsleistung der Bienen/Wildbienen derart dilettantisch und falsch runterrechnet, dass es wehtut.

    Als Imkergemeinschaft wäre das eigene Selbstverständnis mal gehörig zu hinterfragen und eher mal gemeinsam aufzutreten, als sich ständig in Klein-Klein Diskussionen zu ergehen.


    Meine Bekannten in Bayern haben alle unterschrieben und ich bin froh, dass es hier verlinkt wurde.

  • So langsam kommen wir in eine Richtung, in der die Sache an sich in Zweifel gezogen wird und es plötzlich nicht genug fundierte Daten für ein Arten- Bienen- oder Vogelsterben gibt.

    nicht genug fundierte Daten

    Das ist "die Taktik" die von Seiten des Bauenverbandes übrigens auch von der Industrie immer mit Erfolg angewand wird.

    Dann folgt: teile und hersche


    Es klappt auch diesmal, wie sehe!

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Das Problem wird bleiben. Da nicht die Ursache des Problems behoben wird. Die Ursache sitzt im Auto, geht einkaufen und will immer Frischwaren. Wenn man alle nicht lebensnotwendigen Transporte verbieten würde, würde es mehr bringen. als die 2 % Bauern, als Schuldige hinzustellen.

    Unsere Konsumgesellschaft hat da massiven Anteil Schuld, doch das wollen wir nicht hören. Wir kaufen beim Amazon und Co., die liefern ja. Erdbeeren um diese Zeit sind doch normal für uns..... Doch das genau dieser Umgang mit der Natur schlecht sein soll?


    Das kann man auch gut auf uns Imker übertragen. Wer hat sich schon eine Schleuder besorgt.... natürlich günstig von weit, weit weg. Da steht vielleicht Edelstahl drauf, aber wissen wir, welche Entfettungschemikalien verwendet wurden, und wie diese entsorgt wurden?

    Günstige Beuten aus frischem unbehandeltem Holz enthalten Terpene. Das riecht gut, aber ist auch krebserzeugend.

    Bienenschwärme günstig zu verkaufen, natürlich aus "Deutschitalien". Königinnen aus Schweden.... alles wird transportiert. Da muss nicht mal eine Erkrankung mittransportiert werden um die Umweltbilanz schlecht aussehen zu lassen.


    Wir nehmen den Verkehr nicht mehr wahr, doch ist dies ein sehr großer Faktor für die Umwelt.


    Biotope werden durchschnitten, Flächen trocken gelegt.... etc. nur damit wir schnell alles immer und überall bekommen können.


    Fahrradfahren machen doch Spaß.... früher bekam man noch mal eine Fliege ins Auge. Da besteht heute weniger die Gefahr.

  • Das Problem wird bleiben. Da nicht die Ursache des Problems behoben wird. Die Ursache sitzt im Auto, geht einkaufen und will immer Frischwaren. Wenn man alle nicht lebensnotwendigen Transporte verbieten würde, würde es mehr bringen. als die 2 % Bauern, als Schuldige hinzustellen.

    und genau deswegen muss man die Bedingungen ändern, weil die Freiwilligkeit für die Produktion bisher an der Wirtschaftlichkeit scheitert, solange jemand im Laden auf diese Weise nicht wenigstens den Aufwand und die miese Ökobilanz zahlen muss. Das alles ist noch keine Lösung, aber zumindest schon mal ein Anfang.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Nachtrag:

    Aber ein Problem nicht anzugehen, nur weil das andere dann nicht gelöst ist oder weil jemand anderes anfangen soll, ist die Taktik, die uns doch genau dahin gebracht hat, wo wir heute sind.

    Der Bauer ist auch nicht schuld, aber der bewirtschaftet nun mal das Feld zunehmend in einer Weise, die man besser ändern sollte, wenn man auch in 20 Jahren noch etwas Natur haben will. Der Bauernverband schafft es aber gerade die Landwirte als arme Opfer hinzustellen, die wir vor den Folgen des Artenschutzes schützen müssen.

    Komischerweise sehen sich die Landwirte aber auch als Opfer des bisherigen Systems und wollen eigentlich die Natur und ihre Felder schützen, werden aber bisher daran vom Zwang des Marktes gehindert. Sie wollen sich halt nicht in die Arbeit reinreden lassen, keine Vorschriften beachten müssen und möglichst viel Geld damit verdienen. Ich würde so meine Arbeit auch lieber so machen, bin aber durchaus sehr glücklich darüber, dass andere so eine Arbeit wie meine nicht ganz ohne Vorschriften machen können.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • in ganz Bayern sind es etwas unter 10 Millionen Wahlberechtigte bei ca. 13. Millionen Einwohnern. Auf dem Land wird die Quote etwas höher sein als 10/13, da die Nicht-EU-Bürger oder EU-Bürger ohne Antrag auf Kommunalwahlrecht vermutlich in Städten einen größeren Anteil haben.

    Ich schätze also etwa 2800 Wahlberechtigte bei 3600 Einwohnern. Da liegt ihr dann ähnlich wie andere Kommunen bereits jetzt bei ca. 5%


    Wie gemein, mir meine schönen Rechnungen mit Fakten stören ;) Danke für den Link

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)