Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern

  • Nach reiflicher hin und her Überlegung kam ich zu dem Entschluss zu unterschreiben und hab das am Donnerstag auch gleich gemacht.

    Meine Beweggründe, inhaltlich finde ich einige Dinge im Volksbegehren wie diese Reglementierungen immer noch sehr bedenklich, andere Dinge wie die Vernetzung der Biotope finde ich sehr gut.

    Ich hab unterzeichnet weil es ein Volksbegehren ist und dadurch der Landtag gezwungen wird sich diesem Thema anzunehmen und der Landtag in Form des Volksentscheids sinnige Lösungen präsentieren kann.

    Ich hab also unterzeichnet weil ich möchte, dass sich der Bayerische Landtag dem Thema annimmt.

    *************************************
    2 Buckfast Völker auf 12er Dadant
    im heimischen Garten (Landkreis Rosenheim) :)

  • Hallo,

    gestern auf B3 "Unser Land": Es wurden Positionen und Bedenken der Bauern aufgezeigt.

    Am Montag auf B3 "Unkraut": Das Thema aus Sicht von Umweltschützern.

    Die Forderungen sind sehr angreifbar weil wieder nur auf die landwirtschaftlichen Flächen reflktiert wird. Was ist mit den ganzen anderen von Bürgern bewirtschafteten Flächen? Warum sind die Akteure nicht auch darauf gekommen?

    Wie groß wären denn die privaten Flächen, die nicht lw. genutzt werden?

    Welche "Leitplanken " sind denn angedacht, um die vorgesehenen BIO-Produkte zu vermarkten, ohne dass sie unter Preisdruck geraten?

  • Nichts ist ohne Kritikpunkte, auch das Volksbegehren nicht.

    Aber irgendwo muss man halt anfangen und die Landwirtschaft ist nunmal prinzipbedingt der allergrößte Landverbraucher und -nutzer.


    Wenn das Volksbegehren durchkommt, wird ja noch lange nicht alles 1:1 umgesetzt. Das wichtigste ist doch, dass mal was gemacht wird, dass überhaupt mal darüber nachgedacht wird und wie michaelL richtig schreibt, dass die Politik dazu GEZWUNGEN wird, sich endlich mal mit den wirklich wichtigen Fragen zu beschäftigen.


    In Bayern ist definitiv zu viel auf Freiwilligkeit gesetzt worden, das FUNKTIONIERT aber einfach nicht, wenn es um finanzielle Interessen geht.


    Zum Wohle der Gesamtheit bedarf es einfach gewisser Zwangs-Leitplanken, das ist doch in allen anderen Bereichen auch so. Tempolimits sind auch nicht freiwillig, weil es so niemals funktieren würde.


    Ich appelliere daher an alle, die noch zögern: Macht mit! Es wird doch noch gar nichts entschieden, außer, dass siche die Politik damit beschäftigen MUSS.

    Dafür ist sie doch da!


    Das Volksbegehren macht doch erst mal nichts anderes, als die unwilligen Hunde zum Jagen zu tragen...schlimm genug, dass sowas überhaupt notwendig ist.


    Gruß

    hornet

  • Wenn das Volksbegehren durchkommt, wird ja noch lange nicht alles 1:1 umgesetzt. Das wichtigste ist doch, dass mal was gemacht wird, dass überhaupt mal darüber nachgedacht wird und wie michaelL richtig schreibt, dass die Politik dazu GEZWUNGEN wird, sich endlich mal mit den wirklich wichtigen Fragen zu beschäftigen.

    So sehe ich das auch, es geht nicht darum jetzt konkrete Maßnahmen durchzuführen, sondern es ist ein Zeichen für die Politik endlich was zu tun.


    Wenn ich schon die Aussage von Söder höre, er würde bei einem Erfolg des Volksbegehrens einen noch viel größeren und umfassenderen Gegenentwurf vorlegen, frage ich mich, wieso die CSU in den letzten 70 Jahre getan hat.


    Anders als mit einem Tritt in den Hintern geht es anscheinend nicht damit da mal was voran geht.

  • So sehe ich das auch - das Volksbegehren kann man an manchn Stellen sicherlich kritsieren - aber ein besseres haben wir grad nicht.


    Und es wird diskutiert, das Thema bekommt Gewicht!


    Daher engagiere ich mich und versuche als Rathauslotsin Leute zu überzeugen. Also ... rn andie Rathäuser, eintragen!


    Gruß

    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Ich hab unterzeichnet weil es ein Volksbegehren ist und dadurch der Landtag gezwungen wird sich diesem Thema anzunehmen und der Landtag in Form des Volksentscheids sinnige Lösungen präsentieren kann.

    Ich hab also unterzeichnet weil ich möchte, dass sich der Bayerische Landtag dem Thema annimmt.

    Wenn das Volksbegehren durchkommt, wird ja noch lange nicht alles 1:1 umgesetzt. Das wichtigste ist doch, dass mal was gemacht wird, dass überhaupt mal darüber nachgedacht wird

    Wenn ich schon die Aussage von Söder höre, er würde bei einem Erfolg des Volksbegehrens einen noch viel größeren und umfassenderen Gegenentwurf vorlegen, frage ich mich, wieso die CSU in den letzten 70 Jahre getan hat.

    Diese 3 Zitate fassen genau das zusammen, was LVBI, BBV, BIV, IBI, DIB-Chef ( :huh: ) in einer Abschlussdiskussion des jährlichen Veitshöchheimer Imkerforums genannt haben.

    Also: Unterschreiben!

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Die dahergelaufenen Preißn haben einen Teil der Forderungen ja auch schon durchgesetzt...:P, wenn ich recht informiert bin.

    Gut erkannt - so ist es.


    Vor allem haben viele andere Bundesländer keine getrennten Ministerien für Umwelt und für Landwirtschaft mehr, damit in diesem Bereich etwas vorangeht.


    Die Bayern dagegen lassen sich den Stillstand von 17 Ministern verwalten, wobei man das Landwirtschaftsministerium besser als "Agentur des Bauernverbandes" bezeichnen sollte.


    kelte

  • Liebe Imkerkollegen/innen,

    ein Volksbegehren unterliegt gewissen Beschränkungen:


    1. es muss sich "im Rahmen der Zuständigkeit des Landesgesetzgebers halten", d.h. es darf sich nur auf bayerische Gesetze beziehen (also können zum Beispiel keine Pestizide verboten werden, da diese der EU-Gesetzgebung unterliegen). Es kann aber der Ökolandbau gefördert werden (so wie in Österreich, die schon jetzt 27% Ökolandwirtschaft haben).


    2. "alle Vorlagen mit nicht nur unwesentlicher Haushaltsrelevanz sind ausgeschlossen", d.h. die vorgeschlagenen Maßnahmen dürfen nicht direkt mit Geldforderungen verbunden werden. Deshalb war es nicht möglich vorzugeben, dass die Bauern z.B. für die 10% Blühwiesen eine Kompensation erhalten. Das liegt im Rahmen der Umsetzung des neuen Naturschutzgesetzes im Handlungsbereich der Staatsregierung. Natürlich wird die Regierung dann Prämien für die Bauern bereitstellen, die ihre Wiesen für entsprechende Maßnahmen bereitstellen.


    3. Es gibt ein Kopplungsverbot, d.h. es muss um die Änderung eines "einfachen Landesgesetzes" gehen. Man kann die Änderung des Naturschutzgesetzes, die jetzt geplant ist, nicht mit Änderungen eines anderen Gesetzes koppeln.


    Aktuell sterben pro Jahr 2% der Landwirtsschaftsbetriebe. Es wird Zeit, dass dieses System des "Wachse oder Weiche" zugunsten eines Systems geändert wird, in dem die Bauern für Umweltmaßnahmen belohnt werden und nicht (hauptsächlich) für die Anzahl der Hektar, die sie bewirtschaften. Bitte erklärt den Bauern, dass das Volksbegehren nicht gegen sie gerichtet ist, sondern gerade den mittleren und kleinen Betrieben wieder eine Zukunft geben soll.

    Viele Grüße

    Rolf