Abtötungs-Anordnung durch den Amtstierarzt - Erfahrungsberichte von AFB-Bekämpfungen im Winter gesucht!

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    Liebe Forenimker und -imkerinnen,

    gesundes neues Jahr für Euch und alle Bienen!!


    Inzwischen haben 573 Unterstützer die Petition unter https://www.openpetition.de/pe…n-in-berlin#petition-main gezeichnet und mich haben ein paar üble Falleschichten über analoge Vorgehensweisen aus dem ganzen Bundesgebiet erreicht.


    Lieber würde ich aber "Good-practice"-Beispiele sammeln: Wo und wie hat das Zusammenspiel zwischen Amtstierarzt, BSSV und betroffenen Imkern und Imkerinnen besonders gut funktioniert? Was war dafür ausschlaggebend?

    Insbesonderes "Winterfunde" würden uns natürlich brennend interessieren - wie wurde andernorts mit Ständen verfahren, an denen einzelnde Völker im Winter positiv für AFB befundet wurden?

    Bekommen da die Bienen eine Chance auf Sanierung im Frühjahr?

    Wie wird mit der ja eigentlich umgehend erforderlichen Beprobung der Völker im Sperrbezirk verfahren?


    Berichte - gerne auch als PN - würden mich sehr interessiert; wäre schön, wenn man diese (gerne auch anonymisiert) veröffentlichen dürfte... sei es als Muster- als auch abschreckendes Beispiel.


    Es dankt und grüßt

    Melanie




  • Schade, dass das nur auf Berlin eingegrenzt ist, denn es wird genügend Imker im Grenzbereich zu Brandenburg geben. Bundesweit gibt es sogar viele "Dreiländerecks". Da die Durchführungsverordnungen zur BienSeuchVO oft sogar innerhalb der Kreise (wohl ähnlich den Berliner Bezirken) unterschiedlich gehandhabt werden multipliziert sich das Thema. Meine Bienen befliegen auch die Zuständigkeitsbereiche dreier unterschiedlicher Amtsveterinäre. DAS wäre mal ein Thema für den D.I.B. : ein einheitliches Vorgehen und vielleicht auch eine einheitliche Meldung bundesweit zu erreichen.


  • Ist das der AFB-Sperrbezirk?

    Hammer!

    Und ja, mittlerweile hab ich das Thema hier im Forum auch gefunden.

    Was die AmtsVets da geritten hat.

    Bei uns in Stormarn wird wenigstens mit dem Zirkel gearbeitet, auch wenn ich jetzt drin bin und mein Kollege, 200m weiter nach Osten, im gleichen OT, nicht mehr.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • in Rendsburg-Eckernförde gab es bei Rumohr kurz vor dem Winter gerade einen recht schwere Fall, da war das vorgehen eindeutig, alles in Kat. 2 wurde abgeschwefelt, alle kat. 1 saniert. Die unebefallenen wurden auch mit saniert. Da bin ich aber nicht sicher ob das dir Anordnung war. Jedenfalls hat die Veterinärin, dafür extra Rücksprache mit einem Institut gehalten. Aber es wurden Völker eindeutig als einzelne Einheiten nicht der ganze Stand als eins behandelt.


    Warten bis zum Frühjahr ist so eine Sache, würde ich als Veterinär auch nicht zulassen. Das Vorgehen die befallenen Völker abzuschwefeln und die gesunden im Frühjahr zu testen, ist da schon besser.

  • Guten Morgen,

    kleines Update: Inzwischen haben wir über 800 Unterzeichner und haben wohl viel Wirbel verursacht. So gab es heftige Debatten mit dem Amtstierarzt auf der "Grünen Woche": Wir sollten wir das Unterschriftensammeln dort unterlassen da es ein "schlechtes Licht" auf den dortigen Veterinär werfen würde. Allerdings blieb der Verbandsvorsitzende hart; schließlich richtet sich die Petition ja keinesfalls gegen dieoder einzelne Amtstierärzte, sondern wünscht nur einen transparenten und vereinheitlichen Umgang miteinander auf Basis aktuellen Wissens und offizieller Leitlinien.


    Von Walter Haefeker vom DBIB kam der Tipp, sich mal mit der Situation in Neuseeland zu beschäftigen:

    Dort hat man das Thema kurzerhand komplett auf die Imker übertragen hat und die das selber konzeptioniert haben mit dem Ziel, die AFB komplett von der Insel zu eliminieren. Habe die Essentials des Vortrags, der vor geraumer Zeit in Graz gehalten wurde, mal im Blog zusammen gefasst:

    https://www.openpetition.de/pe…-bienenvoelkern-in-berlin


    Die haben da auch eine tolle Website zu dem Thema, analysieren rein auf Sicht ohne Futterkranzproben und senken sehr erfolgreich die Befallszahlen... rein durch Abtöten klinisch kranker Völker. Alle anderen dürfen einfach weiter leben; da gibt es kein standweites, vorbeugendes Sanieren. Und zudem haben sie auch die Entwicklung der Krankheit an Völkern und nicht an einzelnen Larven untersucht....1/3 der Völker heilen von selber auch nach anfänglicher Zunahme auffälliger Zellen.


    Übrigens sind auch die Vets zu dem ganzen Thema sehr gespalten und ambivalent... da sieht man wohl durchaus kritisch auf manche Kollegen...


    M.


  • Hallo Melanie,

    ich hatte aufgrund deiner Berichterstattung mal unsere Vereinsvorsitzende angespitzt, und die wird jetzt den Kontakt zu unserem zuständigen AmtsVet suchen, damit wir die ganze Thematik mal besprechen können - auch um ggf. Bewusstsein zu schaffen.

    Danke für dein Engagement!

    Viele Grüße

    Ralf

  • Hallöchen Hymenoptera ,

    Ich habe mich erst vor kurzem mit einem unserer Dienstältesten Imker aus dem Verein über die AFB unterhalten, der eine, für mich, sehr überraschende Meinung dazu hatte.

    "Früher", (ich musste nachhaken) also noch vor der Varroa, hat man um die AFB keinen solchen Wirbel veranstaltet, meinte er. Das war im Imkerhand und war genau so unter Kontrolle wie heute.

    Er hat das Gewese darum mehr oder weniger als einzige Daseinsberechtigung für all diejenigen beschrieben, die von Bienenseuchen leben. Zuerst war ich ziemlich erschrocken, aber der Bericht aus Neuseeland scheint das zu bestätigen.

    Sehr interessant!


    Liebe Grüße

    Marie

    "Das will nicht sagen, daß die Imker eine Versammlung von irgendwie seelisch "angeknackten" Menschen wären. Aber wer das ist oder wer das verhüten will, dem kann ich mit gutem Gewissen raten: Schaff Dir Bienen an!"

    Edmund Herold in "Neue Imkerschule", 1965

  • Wenn man die Frösche fragt.... - die Institute werden gutachterlich feststellen, daß man das keinesfalls den Imkern selbst überlassen darf und der AmtsVet selbstverständlich in der Pflicht bleiben muß! Und sie sich weiterhin um Proben kümmern müssen, weil die Beschau viel zu unsicher ist ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallöchen rase ,

    genau das sagte der Kollege auch!

    Verrückte Welt.


    Liebe Grüße

    Marie

    "Das will nicht sagen, daß die Imker eine Versammlung von irgendwie seelisch "angeknackten" Menschen wären. Aber wer das ist oder wer das verhüten will, dem kann ich mit gutem Gewissen raten: Schaff Dir Bienen an!"

    Edmund Herold in "Neue Imkerschule", 1965

  • Naja, es macht durchaus Sinn nicht nur durch eine reine Beschau zu bewerten. Gibt ja auch z.B. die Schnelltests, zusammen mit einer Beschau auf eine Möglichkeit.

    Vorteil der Futterkranzprobe ist aber ganz eindeutig die empfindlichkeit und das es für mehrere Völker auf einmal funktioniert.


    Das Problem heute ist hier aber schon angesprochen worden, es fehlt nach wie vor eine eindeutige Handlungsempfehlung nach aktuellem wissenschaftlichen Stand, an welche auch die Veterinärämter gebunden sind.

    Warum nicht eine Vorgabe XXX die von einem der Institute betreut wird.


    Der nächste Veterinär kommt noch auf die Idee Antibiotika zu verabreichen, weil er gelesen hat das die in anderen Regionen erfolgreich eingesetzt werden (zwar nur zur Symtomunterdrückung, nicht zur Heilung).

  • "Damals" waren Imker vielleicht noch etwas (vereins-)obrigkeitsfolgsam, heutzutage dürfte es die Imkerhand schwer haben, nötige Maßnahmen durchzusetzen.

    Das war im Imkerhand und war genau so unter Kontrolle wie heute.

    Denn solche Imker hören nicht auf andere Imker, die sind sicher überzeugt, ihre Völker fachlich richtig zu versorgen, starke Bienen zu haben die die Außenfütterung gegen Fremdbienen verteidigen.

    Schließlich haben sie das so gelernt und machen das schon immer so.

    Da braucht es die Macht der pösen Obrigkeit mit ihren Verfügungen. Und drumherum Futterkranzproben.
    (Bilder habe ich 2017 aufgenommen, da wurde Supermarkt-Honig aus nicht-EU-Ländern verfüttert. Im letzten Herbst gab es eine Fütterung per nicht abgedeckter Futterzarge zu bewundern)

  • Die haben da auch eine tolle Website zu dem Thema, analysieren rein auf Sicht ohne Futterkranzproben und senken sehr erfolgreich die Befallszahlen... rein durch Abtöten klinisch kranker Völker. Alle anderen dürfen einfach weiter leben; da gibt es kein standweites, vorbeugendes Sanieren. Und zudem haben sie auch die Entwicklung der Krankheit an Völkern und nicht an einzelnen Larven untersucht....1/3 der Völker heilen von selber auch nach anfänglicher Zunahme auffälliger Zellen.

    Ist übrigens hier im Nachbarland auch so. Keine Futterkranzproben. Lediglich Beschauen auf klinische Symptome. Sind sie da, wird keine Futterkranzprobe entnommen, sondern eine Brutprobe von verdächtigter Stelle. Dafür wird bei positivem Befund, jedes Volk mit klinischen Symptomen abgeschwefelt. Schwächlinge am Stand werden, unabhängig der Symptome, ebenfalls abgeschwefelt. Sollten mehr 50% der Völker mit klinischen Symptomen betroffen sein, wird der ganze Stand abgeschwefelt, aber ansonsten dürfen die gesunden Völker weiterleben. Danach kommt die Reinigung/Desinfektion/Verbrennung des Materials.

    Zuständig dafür sind in den seltensten Fällen die Kantonstierärzte, weil man weiss, dass dort das Know-How um Bienen meist nicht gross ist. Stattdessen stellen die Imkervereine Bieneninspektoren, welche in Absprache mit den Kantonstierärzten handeln. Technische Weisungen gibts auch, zu unterst auf dieser Seite.


    Dort, wo wir Schweizer im Vergleich kompromissloser umgehen, ist die EFB. Das ist ein anderes Pflaster hier. Da wir immer der gesamte Stand saniert, egal wie viele Völker klinische Symptome zeigen. Also da müssen auch gesunde Völker zwingenderweise verkunstschwarmt werden, so einem der Bieneninspektor eine Sanierung zutraut.


    mfg Vivajohn

  • hier wurde auch jetzt -im Winter -die Faulbrut entdeckt.. Mich wundert der Sperrbezirk, wenn es keinen Bienenflug gibt.

    https://www.aachener-nachricht…cbPm73p6F-EviaN2z7oPzHxaE

    Liebe Grüße

    Claudia

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    Wien - Niederösterreich, Bienen seit 2012, derzeit 19 Stöcke

    Zander ganz im BR, Zander flach im HR, Naturwabenbau mit Anfangsstreifen,