Abtötungs-Anordnung durch den Amtstierarzt - Erfahrungsberichte von AFB-Bekämpfungen im Winter gesucht!

  • Ja, genau den meine ich. Die BSV-Schulung sah ungefähr so aus:
    10% Bienenkrankheiten

    20% AFB und die Bekämpfung
    30% Lobgesänge auf die Afrikanisierte Biene und weshalb es schade ist das wir sie hier nicht haben ("Das ist die gesündeste Biene der Welt, da sie Dauernd abschwärmt, die Brut zurückläst und sich so aller Varroen entledigt. Die Verkürzte Brutzeit hat keinen Einfluss auf die Varroen, da entwickeln sich die Varroen einfach schneller").


    20% Schimpfen und Verunglimpfen auf die Amerikanische Art der Imkerei und Zeigen von 20 Jahre alten Filmen über den kleinen Beutenkäfer und welche Probleme es Anfangs mit ihnen gab, die Kommentare dazu waren einfach nur Peinlich und Überheblich. Ist der Beutenkäfer erst einmal etabliert ist eine Bekämpfung nicht möglich und die Fallen funktionieren nicht.



    20% Vorstellung seiner Vorstellung seiner Betriebsweise mit massiv negativen Äußerungen über jede andere Betriebsweise. Tenor wer etwas anderes als Segeberger DN nutzt macht alles falsch und kann nicht Imkern. V.a. DD und DN 1.5 sowie Flachzargen sind Zeugnisse von Fehlerhafter Imkerei, genauso wie die Benutzung von zwei Bruträumen.

    Sry, aber ich habe ja kein Problem damit wenn jemand sagt, deine Betriebsweise ist nicht meins oder ich denke das geht anders besser.
    Aber wenn man eine Schulung zur Vorbereitung zum BSV macht, sollte man sich damit zumindest Wissenschaftlich richtig und auf Basis von Fakten in einem Sprachlich normalen Rahmen bewegen und beim Thema bleiben. Wer keine vorbildung hatte, hat aus dem Vortrag nichts mitgenommen und wer eine Vorbildung hatte, ein paar kleine Punkte.

  • in der Regel ist der Aufwand zur Sanierung, wenn man die Arbeitskräfte bezahlen muß, wesentlich höher als die Ersatzsummen für die Völker. Es sind also freiwillige Helfer notwendig, wenn man keine Berufsimkerei mit Familie oder Angestellten und entsprechender Technik vorhanden ist oder irgend jemand die Sanierungskosten bezahlt.

    Spätestens wenn man Sanierungen wie in Neubrandenburg wegen versteckten, "selbstsanierten" Völkern wiederholen muß, und das Sperrgebiet länger als 1 Jahr aufrechterhalten werden wird, wird die Stimmung bei den freiwilligen Helfern aus den Vereinen kippen. Hut ab, was die Dresdner Imker letztes Jahr geleistet haben.


    Vielleicht können die Mitglieder aus den von AFB betroffenen Berliner Vereinen, bei der BSV-Schulung ab 1.3. mal die Sanierungen/Abtötungen in Berlin mit Völkerzahlen und Ersatzsummen der letzten Jahre füttern.

    Auch wer die Summen bezahlt hat, TSK oder Vet.amt? Beitrag der Berliner TSK 10ct/Volk&Jahr - 12 Völker*0,10€ =1,20€ .


    In MV bezahlen wir 1€/Volk, die TSK bezahlt einen Bienenberater und zugelassene Medikamente werden bezuschusst und über Sammelbestellungen in den Vereinen auch für Völker nichtorganisierter Imker, wenn sie bei der TSK gemeldet sind.


    Mal sehen wie hoch die Winterverluste dies Jahr werden, wer redet dann noch über 8 sinnlos getötete Völker, wenn die Imker unfähig sind die Winterverluste unter 10% halten können.

    Übrigens stellten einige Vereine und der Imkerverband Berlin mehr Geld für Faulbrutproben zur Verfügung als die letztes Jahr abgerufen wurde! Da hätte man Werbung machen sollen!

    Für Weiselzüchter und Bienen-Verkäufer eine Selbstverständlichkeit- "every year the same procedure, James!".

    Positiv , das in einigen Vereinen für die Nutzung der vereinseigenen Technik ein Laborbefund der Futterkranzprobe Pflicht ist. Und diese vom Verein bezahlt wird- bei uns je Mitglied- 1Probe/6 Völker. Mein Gesundheitszeugnis bezahle ich selbst.

  • Moin, moin,


    ich habe an die Schulung von Guido Eich durchaus andere und bessere Erinnerungen. Und insbesondere hat er nicht davon gesprochen, wieviel es da gibt oder gebe, sondern allenfalls, wie hoch der Schaden sei, den der Imker im Abtötungsfall erleide.

    Und dass er die afrikanische Biene gelobt hätte, erinnere ich gar nicht. Er hat sie geschildert.

    Ich hätte nicht einmal zu sagen gewußt, in was für Beuten er imkert, da er davon nicht gesprochen hat...


    Gruß Clas



    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Jup, so habe ich das vorher auch gehört, kann natürlich sein, das es nur an seiner an dem Tag auch extrem schlechtne Laune gelegen hat und es machte auch den Eindruck das er wenig motiviert war, da die Imkerschule auf die Idee gekommen war, die sonst dreitägige Schulung auf einen Tag zu komprimieren.

  • Letzes Jahr im Sommer hat er erzählt, er imkert gar nicht mehr selbst.

    Ansonsten reibt er jedem ungefragt seine bevorzugte Beuten und Betriebsweise immer wieder unter die Nase, als einzig glückseelig machendes.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Abgesehen davon setzt das Tiergesundheitsgesetz eh eine Obergrenze für ein Bienenvolk - glaube 200 €.


    Aber für die Völker in Pankow gab es noch keinen Cent! Die Tierseuchenkasse hat den Imker an das VetAmt verwiesen und das wieder zurück an die TSK.... Berlin Du Bist So Wunderbar...


    M.

    Der Betrag könnte etwas über den 200€ liegen.

    „Die bei der Verwertung oder Tötung des Tieres unmittelbar entstehenden Kosten zählen nicht zur Entschädigung, sie sind zusätzlich zu erstatten.“


    „In den Fällen des § 15 Nummer 1 entfällt der Anspruch auf Entschädigung auch, wenn ein vollständiger Antrag auf Zahlung der Entschädigung nicht spätestens 30 Tage nach der Tötung des Tieres, im Falle der Tötung eines Bestandes nach der Tötung des letzten Tieres des Bestandes bei der nach Landesrecht zuständigen Stelle eingegangen ist.“


    Wer auch immer die nach Landesrecht in Berlin zuständige Stelle ist.


    Aber, es gibt in diesem Gesetz (TierGesG), für mich als Laien, auch noch vieles anderes uneindeutiges.

    „Der Anspruch auf Entschädigung entfällt, wenn der Tierhalter oder sein Vertreter im Zusammenhang mit dem die Entschädigung auslösenden Fall

    1.schuldhaft ...

    e)eine Maßnahme, die ... angeordnet worden ist,
    nicht, nicht ordnungsgemäß oder nicht vollständig befolgt oder nicht befolgt hat, ...“


    Ich vermute, wenn man hier auf das Gesetz vertraut, wird es noch einige Abweichungen vom Pfad der Vernunft geben.


    Quelle für alle kursiven Textpassagen


    4 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Vielleicht können die Mitglieder aus den von AFB betroffenen Berliner Vereinen, bei der BSV-Schulung ab 1.3. mal die Sanierungen/Abtötungen in Berlin mit Völkerzahlen und Ersatzsummen der letzten Jahre füttern.

    Auch wer die Summen bezahlt hat, TSK oder Vet.amt? Beitrag der Berliner TSK 10ct/Volk&Jahr - 12 Völker*0,10€ =1,20€ .


    Also zunächst mal: Es zahlen nur Mitglieder des Imkerverband Berlin e.V. (des DIB-Landesverbandes) in eine Seuchenkasse ein. Das ist aber eben *nicht* die beim LaGeSo geführte Tierseuchenkasse Berlins, sondern eine rein verbands-eigene.

    Es gibt aktuell keine Beitragspflicht der Berliner Imkerschaft in diese Tierseuchenkasse; wohl aber einen Anspruch auf Erstattung im Schadensfall. Leider geben die sich da sehr zugeknöpft; keine Ahnung, wann wem was daraus gezahlt wurde. Laut TSIS gab es seit 2000 für ganz Berlin 64 bekannte Ausbrüche aber selbst da ist nicht klar, ob das stimmt und alle Fälle gemeldet wurden.


    Mal sehen wie hoch die Winterverluste dies Jahr werden, wer redet dann noch über 8 sinnlos getötete Völker, wenn die Imker unfähig sind die Winterverluste unter 10% halten können.

    Was hat das denn miteinander zu tun?

    Zum einen gibt es weder eine halbwegs verlässliche Statistik wie hoch die Berliner Winterverluste sind und zum anderen sind das zwei paar Schuhe - in Sachen Winterverlusten mag imkerliche Schulung notwendig sein aber klinisch und diagnostisch gesunde Völker im Winter zu keulen, weil sie neben zwei kranken standen und das ohne vorher mal zu prüfen, ob und wo ev. weitere Fälle im Sperrgebiet stehen, ist fachlicher Unfug. Und da ist es nun mal egal ob es eins, acht oder achthundert sind! Jeder unnötigerweise verordnete Tiermord untergräbt die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Vets und genau das ist kontraproduktiv in der Seuchenbekämpfung!


    Wenn die das nun noch zum "Pankower Modell" stilisieren und als Empfehlung an die Berliner Vets tragen, werden die Folgen alle zu spüren bekommen... da kooperiert dann nämlich niemand mehr, noch mehr Geheimniskrämerei und noch weniger Seuchenbekämpfung.

    Übrigens stellten einige Vereine und der Imkerverband Berlin mehr Geld für Faulbrutproben zur Verfügung als die letztes Jahr abgerufen wurde! Da hätte man Werbung machen sollen!

    Für Weiselzüchter und Bienen-Verkäufer eine Selbstverständlichkeit- "every year the same procedure, James!".

    Positiv , das in einigen Vereinen für die Nutzung der vereinseigenen Technik ein Laborbefund der Futterkranzprobe Pflicht ist. Und diese vom Verein bezahlt wird- bei uns je Mitglied- 1Probe/6 Völker. Mein Gesundheitszeugnis bezahle ich selbst.

    Das ist mir nicht bekannt, dass der Imkerverband noch für AFB-Proben Geld bereit stellt. Das war mal so aber ist schon lange nicht mehr der Fall - keine Ahnung, wer die reduzierten 50 Proben (für ganz Berlin!) aktuell bekommt aber wir bekommen schon lange keine mehr! Diese reduzierten Proben stellt das LiB zur Verfügung; nicht der Imkerverband.


    Und Vereinsproben werden natürlich auch nur für die Vereinsmitglieder angeboten; die haben diese mit ihren Beiträgen schließlich bezahlt! Solche Angebote werden dann natürlich auch nur vereinsintern beworben.


    Bei den aktuellen Preisen für die FKPs und dem Umstand, dass die meisten unter 5 Völkern haben, ist das aber auch ein teures Investment für Proben, die bis 6 Völker geeignet wären. Zudem nehmen oft immer dieselben Personen an der Probenabgabe teil aber den Großteil, der weder an Vereinsabenden noch Mitgliedsversammlungen teilnimmt, bezieht man nicht mit ein - auch nicht so klasse. Nur wer fährt schon rum und beprobt die Völker dieser inaktiven Mitglieder und motiviert sie zum Mitmachen?


    Und das mit den vereinsfinanzierten Proben wird spätestens dann ein Problem wenn der Verein gemeinnützig ist - da muss man schon sehr vorsichtig sein, da die Mitglieder ihre Beiträge auch nicht indirekt zurück bekommen dürfen. Dazu bräuchte es vermutlich ein jährlich wechselnd vergebenes Probenkontingent und eine fachliche Begleitung um das als vereinsinternes Monitoring auch ggü. dem Finanzamt zu rechtfertigen. Da macht sich leider auch kaum jemand die Arbeit...


    Also alles gar nicht so einfach - daher soll ja nun mit der Bienenstrategie ein Berlin-weites, freiwilliges Monitoring kommen. Aber dafür werden noch viele Bretter zu bohren sein und wenn sich das "Pankower Modell" durchsetzen sollte, wird es mangels Beteiligung zumindest ein sehr günstiges für die Landeskasse....


    M.

  • Kann es sein, dass bei einem anderen Stand des gleichen Imkers, der Auslöser für die Kontroverse in Berlin war, am 28.2. erneut AFB nachgewiesen wurde?


    Wenn ja, was ist da bitte los?

    Definitiv nicht. Es handelt sich um einen anderen Bienenstand, der im Sperrgebiet lag und beprobt wurde. Damit stellt sich noch eher die Frage ob das eben nicht sogar getrennte Ausbrüche sind.

    Würden die zuständigen Behörden endlich die Möglichkeiten der Genotypisierung nutzen, könnte man sehr gut feststellen, ob die ganzen Ausbrüche in Zusammenhang stehen. Aber so genau will man das ja gar nicht wissen; es ist einfacher, dem Kollegen grobe Verfehlungen vorzuwerfen und sich eine passende Hypothese zurecht zu legen.


    An einer ernsthaften Bekämpfung und ordentlicher Epidemiologie ist man behördlicherseits nämlich nicht interessiert. An Schadenersatz auch nicht - keiner der Betroffenen aus den Ausbrüchen in Reinickendorf oder Pankow hat bisher Geld von der TSK bekommen...


    M.

  • ...

    Würden die zuständigen Behörden endlich die Möglichkeiten der Genotypisierung nutzen, könnte man sehr gut feststellen, ob die ganzen Ausbrüche in Zusammenhang stehen. Aber so genau will man das ja gar nicht wissen; es ist einfacher, dem Kollegen grobe Verfehlungen vorzuwerfen und sich eine passende Hypothese zurecht zu legen.


    An einer ernsthaften Bekämpfung und ordentlicher Epidemiologie ist man behördlicherseits nämlich nicht interessiert. ...

    8|

    Mit jedem neu geäußertem Vorwurf (ob berechtigt oder nicht) entfernt man sich immer weiter von einer Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt.

    Ohne die Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt, wird es aber nichts, auch nicht in Berlin.

    Das wird für viele Imker in Berlin eine lange Reise. Je länger die Reise wird, um so mehr werden aussteigen. Entweder gar nicht mehr imkern, in Brandenburg imkern oder möglichst unsichtbar.

    4 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • 8|

    Mit jedem neu geäußertem Vorwurf (ob berechtigt oder nicht) entfernt man sich immer weiter von einer Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt.

    Transparenz ist Grundvoraussetzung für Zusammenarbeit (neben einem gewissen Maß an Sachkenntnis). Da muß jeder erst einmal bei sich anfangen. Bei bestimmten VetÄ mangelt es da ganz erheblich. Wenn sich diese Mängel mit scheinbar grenzenloser Machtausübung paaren, sieht es für die strukturell von vornherein unterlegene Imkerseite trotz aller imkerlich angebotenenen Transparenz schlecht aus mit Zusammenarbeit.

    Engstirnigkeit und Starrsinn sind manchmal nur mit einem gewissen, zuweilen auch schmerzhaften Druck auflösbar. Das ist da nicht anders als in der Physiotherapie. Charmeoffensiven und Entgegenkommen wird von Starrsinnigen oft falsch verstanden und bestärkt sie auf ihrem weiteren Weg in die Sackgasse.