Abtötungs-Anordnung durch den Amtstierarzt - Erfahrungsberichte von AFB-Bekämpfungen im Winter gesucht!

  • Es wird doch grundsätzlich der gesamte Stand saniert sowie die umliegenden der Nachbarimker oder hab ich das falsch in Erinnerung?

    6 Faulbrut Ausbrüche in diesem Jahr sprechen doch für sich.

    Hi,


    richtig, der komplette Stand wird saniert. Wobei bei Völkern, bei denen durch eine Beprobung


    keine Sporen festgestellt werden, kein Handlungsbedarf besteht. Im Maximalfall werden diese


    Völker verkunstschwarmt, aber auf keinen Fall abgetötet. Wichtig ist in einem solchen Fall eine


    gemeinsamt, koordinierte Vorgehensweise.


    6 "Faulbrut Ausbrüche" können auch durchaus 6 Imker sein, welche aus einem


    Sperrgebiet geflohen sind, um der Willkür eines Veterinärs zu entkommen.


    Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen, aber einfach sinnlos Völker


    abzutöten bringt niemanden weiter.


    Bei uns werden die Futterkranzproben im September/Oktober genommen.


    Eine eventuelle Sanierung würde im Frühjahr stattfinden. Das ist alles zwischen


    den Imkern und dem Veterinär abgesprochen, man hat Vertrauen zueinander und kann


    so auch gemeinsam vorgehen.


    Gruss Joachim

  • Moin, moin,

    Es wird doch grundsätzlich der gesamte Stand saniert sowie die umliegenden der Nachbarimker oder hab ich das falsch in Erinnerung?


    Die gesamte Imkerei wird saniert, die Umliegenden Stände der Nachbarimker nur dann, wenn da positive Futterkranzproben sind, oder kranke Völker, in deren Imkereien. Es hängt natürlich auch vom Herren des Verfahrens ab, und was der von dem versteht, was er da tut und anordnet.

    6 Faulbrut Ausbrüche in diesem Jahr sprechen doch für sich.


    Und sie sprechen gegen die Art, wie in Berlin seitens der Veterinärverwaltung damit umgegangen wird. Zumindest 2 davon, wenn da bis jetzt der Sperrbezirk noch nicht beprobt ist.


    Um da sinnvoll vorgehen zu können, muss unbedingt die Quelle der Infektion gesucht und gefunden und getilgt werden. Der Befund zeigt deutlich, dass da mindestens eine sein muss, an der sich die Bienen den Krankheitsstatus abgeholt haben.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Kleines Update: Nachdem nun auch die taz (>> nachzulesen hier) berichtet hat und nun zunehmend ganze Listen eintrudeln weil die info langsam bis in die Vereine durchgesickert ist, haben wir die Laufzeit der Unterschriftensammlung verlängert.


    Also: Ihr könnt noch Unterschriften sammeln, Listen hochladen oder mir schicken - inzwischen sammeln schon die ersten Imkereibedarfsläden Unterschriften durch Auslage an der Kasse....finde ich eine tolle Idee und gerne übernehme ich die Arbeit des Hochladens, entziffern von Email-Adressen für Abonennten und Recherchieren mancher fehlender Postleitzahlen...


    Danke fürs Mitmachen!!!

  • Hymenoptera : Höchste Anerkennung, Melanie!

    Der kapitale Fehler im TAZ-Beiartikel/letzter Absatz sollte aber richtiggestellt werden: AFB wird von Bienen nicht exportiert, sondern importiert. Es wäre sehr interessant zu hören, von wem die TAZ diese Falschinformation bekam?!

  • So ne andere Frage, was ich bisher meistens mitbekommen habe, werden AFB Völker nicht von der Seuchenkasse ersetzt und die Imker bleiben eher auf den kosten Sitzen.

    Vor ein paar Wochen hatte ich den BSV kurs bei Guido Eich, dor hat er behauptet das alleine das Volk mit 450€ Vergütet werden würde.

    Was von beidem ist richtig, v.a. letzteres kann ich mir nicht vorstellen, dann hätten wir ja überall AFB fälle.

  • Die Kunstschwarmsanierung eines Volkes wird hier nicht von der TSK bezuschußt. Im Falle der amtlich angeordneten Tötung gibt es Entschädigung fürs Volk (Schätzung durch VetA bzw. in dessen Auftrag BSV), bei angeordneter Vernichtung der Beute auch dafür. Die Entschädigungsregelungen sind offenbar je nach TSK/Land unterschiedlich.

  • Die Kunstschwarmsanierung eines Volkes wird hier nicht von der TSK bezuschußt. Im Falle der amtlich angeordneten Tötung gibt es Entschädigung fürs Volk (Schätzung durch VetA bzw. in dessen Auftrag BSV), bei angeordneter Vernichtung der Beute auch dafür. Die Entschädigungsregelungen sind offenbar je nach TSK/Land unterschiedlich.

    Ja, deutlich! Gerade einen Artikel aus Hessen gelesen; da gab es auch für sanierte Völker etwas (meine 46 €) aber der Autor berechnete die Verluste für ein saniertes Volk auf fast 300 € (neue Rähmchen, Mittelwände, Einfütterung) zzgl. Arbeitsaufwand.


    Abgesehen davon setzt das Tiergesundheitsgesetz eh eine Obergrenze für ein Bienenvolk - glaube 200 €.


    Aber für die Völker in Pankow gab es noch keinen Cent! Die Tierseuchenkasse hat den Imker an das VetAmt verwiesen und das wieder zurück an die TSK.... Berlin Du Bist So Wunderbar...


    M.

  • Moin, moin,


    also hier gab es für angeordnet getötete, vorher klinische Völker je 40 Euro und die verbrannten Beuten und die Rähmchen waren Problem des Imkers.

    Als Geschäftsidee also nix wert.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Gut, also ist es genauso wie fast der gesammte Rest des Vortrages einfach nur Quatsch gewesen.

    Meinst Du den oben von Dir zitierten Vortrag von Guido Eich?

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk