Abtötungs-Anordnung durch den Amtstierarzt - Erfahrungsberichte von AFB-Bekämpfungen im Winter gesucht!

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    Guten Morgen,

    wenn der Rechtsweg ausgeschöpft ist, empfiehlt sich als durchaus wirksames Mittel ein Petition an den Senat (Petitionsausschuss) und Briefe an die Abgeordneten des

    Wahlkreises (Bezirk, Stadt und Bundestag) sowie an Leseranwalt der lokalen Presse. Dann muss der AmtsVet jede Menge Berichte schreiben die dann auch der Vorgesetzte liest.

    VG

  • Die Dienstaufsichtsbeschwerde. Formlos - Fristlos - Fruchtlos

    Heutzutage gilt das wohl nicht mehr so uneingeschänkt. Es kommt dabei auf verschiedene Faktoren an, z.B.:

    - Öffentlichkeitswirkung von Dienstverstößen - v.a. wenn mehrere Betroffene ihre Erlebnisse zusammenstellen, ergibt sich ein Gesamtbild, das der Dienstherr nicht ignorieren kann

    - Häufung von Beschwerden in Bezug auf bestimmte Mitarbeiter/Bezug zu deren beruflicher Vorgeschichte

    - Grundeinstellung des Vorgesetzten und dessen Entscheidungsspielraum

    Du nennst als ersten Punkt die Öffentlichkeitswirkung. Ich sehe das genauso:


    Dienstaufsichtsbeschwerde + Öffentlichkeitswirkung = hohe Wirkung


    Dienstaufsichtsbeschwerde ohne Öffentlichkeitswirkung = keine Wirkung


    Öffentlichkeitswirkung ohne Dienstaufsichtsbeschwerde = hohe Wirkung


    Vielleicht etwas zu vereinfacht, aber ich denke meine Richtung ist klar, oder?


    Die politische Einflussnahme sollte auch nicht unterschätzt werden (Spielen über Bande).


    Grüße vom Apidät

  • Ich dachte der R. Gummi hat 7 Stände und dadurch mehrere Sperrbezirke ausgelöst. Bei so einer Dimension musste man doch irgendwo anfangen. Berlin hat ständig Probleme, da muss man auch irgendwann mal die Reißleine ziehen und konsequent vorgehen.

    Das ist traurig aber man sollte anstelle dagegen zu wettern eher dafür sorgen, dass er seine Entschädigung bekommt und eine Schulung zur Ausbreitungsverhinderung.

  • ...Berlin hat ständig Probleme, da muss man auch irgendwann mal die Reißleine ziehen und konsequent vorgehen.

    Eben. Aber man muß die richtige Reißleine erwischen. Das war hier nicht der Fall.


    1. Bis heute wurde offenbar nirgends erforscht, woher sich die beiden erkrankten Völker die Infektion importiert haben. Warum keine Untersuchungen der anderen Bienenstände im Sperrbezirk? Suche nach dem AFB-Herd ist gesetzliche Pflicht des VetA - Konsequenz sieht fachlich anders aus.


    2. Epidemiologisch ist Berlin schon immer der AFB-Schwerpunkt bundesweit. Dr. Koithan hat bereits 2002 den Nachweis in seiner Dissertation zusammengestellt und die Ursachen benannt: v.a. mangelnde Kenntnis des epidemiologischen Ist-Zustandes und fehlende flächendeckende Bekämpfungskoordination = Nichterfüllung von Kernaufgaben der Veterinärverwaltung!


    http://geb.uni-giessen.de/geb/…hanFrithjof-2002-12-04.pd


    AFB-Monitoring ist ein erster Schritt, diese perkäre epidemiologische Problematik anzugehen. Die AFB-Infektion ist im hier diskutierten Fall vom Imker selbst durch seine freiwillige Beteiligung am Monitoring aufgedeckt worden, keineswegs durch den AVet. Wenn nun dieses freiwillige Engagement durch völlig sachwidrige Abtötung sogar nachweislich kerngesunder Bienenvölker dieses Imkers angegriffen und seine fachkundigen Einwürfe als Uneinsichtigkeit, gar Verletzung der Mitwirkungspflicht mißdeutet werden, zerstört der AVet ebendieses freiwillige imkerliche Engagement zur Erhöhung der epidemiologischen Sicherheit und zwar flächendeckend, denn das abschreckende Beispiel verbreitet sich wie ein Lauffeuer in Imkerkreisen. Das AFB-Monitoring in Berlin ist jedenfalls im Augenblick undenkbar - der Aufruf von Hymenoptera zeigt eine Perspektive. Der AVet verfolgt die Initiatorin mit abstrusen Ordnungswidrigkeitsvorwürfen, statt den wegweisenden Ansatz zu unterstützen. Wieder die falsche Reißleine! Fallschirmspringer könnten sich das nicht leisten...

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  • Ich dachte der R. Gummi hat 7 Stände und dadurch mehrere Sperrbezirke ausgelöst. Bei so einer Dimension musste man doch irgendwo anfangen. Berlin hat ständig Probleme, da muss man auch irgendwann mal die Reißleine ziehen und konsequent vorgehen.

    Das ist traurig aber man sollte anstelle dagegen zu wettern eher dafür sorgen, dass er seine Entschädigung bekommt und eine Schulung zur Ausbreitungsverhinderung.

    Also 8 gesunde Völker zu killen ist kein "konsequentes Vorgehen", sondern Irrsinn wenn man noch nicht mal das Sperrgebiet untersucht hat. Mit dem Konzept wäre es konsequent gewesen, jedes Volk im Flugbereich der kranken Völker abzutöten.

    Und insgesamt wurden nur 2 Sperrgebiete in zwei Bezirken eingerichtet - die Stände in zwei anderen Bezirken waren alle sauber. Die Übertragung - wenn es überhaupt eine war - konnte nicht geklärt werden. Nichtmal die Honigräume passten zueinander; da ist es einfach, was von "mangelnder Hygiene" zu krekeelen wenn man nicht mal weiß, wie das passiert sein soll...


    Daher "wettern" wir nur gegen das Abtöten nachweislich gesunder Völker denn wenn das Schule macht, ist Essig mit jeder Idee eines Monitorings in der Stadt. Und Essig mit dem Teilen eines Stellplatzes mit einem Kollegen, Freund, Nachbarimker. Und Essig mit dem Befolgen der Meldepflicht - das ist jetzt schon schwer, die Meldung der Bienenhaltung durchzusetzen. Und Essig mit dem Vertrauen in teuer bezahlte Futterkranzproben denn der Vet stellt sich ja hier auf den Standpunkt, dass diese Ergebnisse (tw. zweifach negativ) aufgrund der Jahreszeit anzuzweifeln seien.


    Daher wollen wir einfach nur ein Konzept - gemeinsam erarbeitet, auf Basis aktueller Erkenntnisse und offizieller Leitlinien, von Vets und Imkern gleichermaßen getragen. Alles andere ist zum Scheitern verurteilt.


    M.

  • Moin, moin,


    Ich dachte der R. Gummi hat 7 Stände und dadurch mehrere Sperrbezirke ausgelöst. Bei so einer Dimension musste man doch irgendwo anfangen. Berlin hat ständig Probleme, da muss man auch irgendwann mal die Reißleine ziehen und konsequent vorgehen.

    Das ist traurig aber man sollte anstelle dagegen zu wettern eher dafür sorgen, dass er seine Entschädigung bekommt und eine Schulung zur Ausbreitungsverhinderung.

    Aua.


    Anfangen? Womit?


    Die Schulung bräuchte vor allem der Amtsveterinär. Der hat offenbar von Faulbrut kaum Ahnung.


    Sonst würde er in einem solchen Falle zunächst das erste Sperrgebiet und die anderen Stände der Imker darin beproben. Daraus ergibt sich möglicherweise bereits die Quelle und das Ausmaß des Ausbruches. Dann kann er Maßnahmen planen und umsetzen.

    Was, bitte, ist konsequent daran, gesunde Völker zu schwefeln? Konsequent dumm ist es, weil es die Zusammenarbeitsbereitschaft untergräbt.


    Möglicherweise ist es überdies bösartig, weil da Macht missbräuchlich ausgespielt wird.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • ribes da fehlt ein "f" am Ende deines links, dann geht er.


    Hymenoptera hast du eine Ahnung warum er sich nicht um eine Sanierung gekümmert hat als es noch möglich war und erst abgewartet hatte? bzw. wann kam das Ergebnis, ich hab gehört das andere im August ihren Befund des Monitorings hatten.


  • Die Schulung bräuchte vor allem der Amtsveterinär. Der hat offenbar von Faulbrut kaum Ahnung.


    ...

    Möglicherweise ist es überdies bösartig, weil da Macht missbräuchlich ausgespielt wird.

    Fachkunde hat der AVet genügend angeboten bekommen, vom Imker, von einer engagierten und promovierten Spezialistin und Praktikerin, in Gestalt von ausgewiesenen Fachleuten u.a. einem Landes-Fachberater usw. Die hat er ausgeschlagen.

    Daraus ist abzuleiten, daß er sich selbst für fachkundiger als alle Anderen hält, im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht wurde das ja deutlich.

    Seine Handlungsmotive müssen also woanders liegen. Man kann es nicht anders verstehen: Ihm geht es um Friedhofsruhe. Monitoring schafft aber Unruhe, hilft gar, epidemiologische Probleme in seinem Amtsbereich aufzudecken. Das muß aufhören, denkt der. Nicht etwa durch Lösung dieser Probleme (die verursacht Mehrarbeit), sondern durch Ausschaltung der Unruhestifter (das geht schneller). Und seine Ausschaltemaßnahmen tarnt er mit vorgetäuschter besonderer dienstlicher Leistungsbereitschaft durch besonders "konsequente" Fehlentscheidungen/Tötungsanordnung nachweislich kerngesunder Völker. Da liegt m.E. des Pudels Kern. Augenwischerei nützt da nix.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von ribes ()

  • ribes da fehlt ein "f" am Ende deines links, dann geht er.


    Hymenoptera hast du eine Ahnung warum er sich nicht um eine Sanierung gekümmert hat als es noch möglich war und erst abgewartet hatte? bzw. wann kam das Ergebnis, ich hab gehört das andere im August ihren Befund des Monitorings hatten.

    Hi,


    erkläre mir doch bitte mal wie man gesunde Völker sanieren soll.


    Wenn das Ergebnis im August bekannt war, hätte der Veterinär genügend Zeit gehabt


    ein Sanierungskonzept zu erstellen und den kompletten Bereich da zu integrieren und


    vorher zu erfassen. Wenn man dieses dann noch mit allen Imkern bespricht, dann entsteht


    eine gemeinsame Akzeptanz und die Lösung wird von allen mitgetragen.


    Damit kann man die Faulbrut besiegen und noch die Zusammenarbeit von Imkern


    und Veterinären fördern.


    Gruss Joachim

  • Es wird doch grundsätzlich der gesamte Stand saniert sowie die umliegenden der Nachbarimker oder hab ich das falsch in Erinnerung?

    6 Faulbrut Ausbrüche in diesem Jahr sprechen doch für sich.

  • ribes da fehlt ein "f" am Ende deines links, dann geht er.


    Hymenoptera hast du eine Ahnung warum er sich nicht um eine Sanierung gekümmert hat als es noch möglich war und erst abgewartet hatte? bzw. wann kam das Ergebnis, ich hab gehört das andere im August ihren Befund des Monitorings hatten.

    Er hat nicht abgewartet - da die Probe im Oktober im Rahmen des normalen Debimo-Monitorings untersucht wurde und erst nach Wiederholung des positiven Befundes an das Amt gemeldet wurde, kam die Meldung erst, also es arg spät war. Zu spät für eine Sanierung.


    Allerdings darf man sich fragen, warum denn eigentlich diagnostisch gesunde Völker saniert werden sollten und warum das nicht bis in den März hätte warten können.

    Diagnostisch gesunde Völker übertragen keinen Erreger. Sind also keine Gefahr.


    Prof. Genersch hatte gerade auf dem Imkertag betont, dass gesunde Völker eben *keine* Sporen aufweisen und labordiagnostisch negativ sind - umgekehrt können jedoch die Sporen oft eher nachgewiesen werden als fadenziehende Masse.


    Daher hat das VetAmt bereits jetzt einen enormen Schaden durch eine klare Fehlentscheidung verursacht.


    M.

  • Abgesehen von der Entscheidung, liegt dann nicht schon der Fehler bei der viel zu späten Probe? Bei uns in Brandenburg gab es wie gesagt schon im August Ergebnisse.

    Darauf hatte er keinen Einfluss - das ist ein Debimo-Stand und damit gibt der Betreuer in Hohen Neuendorf wohl vor, wann die Proben genommen werden. Wir sammeln im Verein im Juni/Juli ein damit so ein Handlungsspielraum noch besteht.


    M.