Überwinterungssituation 2018 / 2019

  • Ich habe hier in der Nähe 2 Stände von einem neuen Imker, da waren die Kisten schon im November leer.

    Nur zur Sicherheit: Wie weit weg ist denn "in der Nähe"?

    Ich habe nicht einmal ansatzweise einen echten Überblick, wieviele Imker/Völker es hier in 3km Umkreis gibt. Allein wegen vieler Gärten etc., wo man einfach nicht sieht, ob da jemand zwei Völker hinterm Haus hat.

    VG

  • Alles möglich ... aber ist es auch wahrscheinlich?

    Es sind ja auch nur hilflose Erklärungsversuche meinerseits.


    Einen möglichen Grund habe ich noch vergessen: Ich habe die TBE schon am 25.6. gemacht. Das war vielleicht etwas früh, und so kam nach der Entnahme der Brut noch mehr als ein ganzer Brutzyklus dazu, welchen die Varroen nutzen konnten, im Vergleich zu einer Entnahme Ende Juli.


    Aber vermutlich ist es eine Summe aus unterschiedlichen Unzulänglichkeiten oder äußeren Umständen.

    Jedenfalls hat seitdem meine Begeisterung für die TBE etwas gelitten, zumal die AS-behandelten Kandidaten alle milbentechnisch zur Winterbehandlung besser dastanden, als die TBE Völker.


    Wie gesagt: Ist alles nicht ganz einfach.

  • Bei ausschließlicher OXS Behandlung ist absolute Brutfreiheit entscheidend. Hat man eine Fangwabe mit fortgeschrittener Brut, schlüpfen daraus Bienen und Milben, z. B. schon im Juni ( rall0r ). Die vermehren sich prächtig im neu gebildeten BN und sind dann im Sept. massenhaft präsent.


    Die Milben des Nachbarimkers sind mir zu misteriös, auch wenn dessen Völker zusammenbrechen. Flugbienenbefall ist eine Möglichkeit des Entkommens. Immer wieder beobachte ich, dass direkt nebeneinander stehende Völker höchst unterschiedlichen Befall nach (!) TBE entwickeln. Meine Hypothese: genetisch bedingtes Verhalten und Restmilben auf den Flugbienen.


    Das wird gestützt durch Milbenbefall von Sammelbrutablegern aus TBE, die hier üblicherweise im Juli/August einer Blockbehandlung unterzogen wurden. Da fliegt erst einmal nichts bzw. ganz wenig. Resultat - milbenarm bis zur Winterbehandlung, wo deren Milbenfall im unteren Drittel des Standdurchschnitts liegen; keine Einzelfälle - beobachte ich jedes Jahr.

  • Das ist im Moment auch mein Erklärungsansatz. ( Irgendeinen Grund MUSS es ja haben:)). Ich hatte nämlich auch schon am 18.6 mit der TBE begonnen, weil manche ja sagen , dass die Bienen besser bauen, so lange noch Tracht herrscht. Hier hört das recht früh auf.

    Daher werde ich es nächstes Jahr später machen. Die TUB hatte ich die 2 Jahre vorher immer erst Mitte Juli gemacht und bin besser damit gefahren.

    Ich werde auf keinen Fall mehr ein AS Freund werden, zumal zwei meiner Freunde stärker befallene Völker im Sommer mit AS behandelt jetzt im Winter verloren haben trotz korrekter Therapie. Und ich ja auch 2015...

    Meine Völker sind (trotz wirklich starkem Varroabefall im Herbst mit Blockbehandlung bis Ende Oktober ) noch stark ( ich hatte sehr bewusst auf starke Völker bei Einwinterung geachtet) und ich hoffe!, sie kommen gut in die neue Saison.

    Liebig/Aumeier halten Reinvasion für unwahrscheinlich.

    Fangwabe ist sicher auch ein wichtiges Kriterium, da auch ich keine reine Wabe mit ausschließlich Stiften gefunden hatte und erst jetzt durch Kleingartendrohn wieder daran erinnert wurde , eine LW /oder schon einmal bebrütete Wabe zwischen die MW zu hängen.

    Allerdings habe ich die Spender auch noch mit OXS nachbehandelt 3 Tage nach TBE.

    rase : aber ist es nicht so, dass wir eine brutfreie Zeit im Winter anstreben sollten? Dass das witterungs -oder sonst wie bedingt längst nicht immer der Fall ist, ist schon klar.

    Aber wäre das denn nicht ein Selektionskriterium? Oder sehe ich das falsch?

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • rase : aber ist es nicht so, dass wir eine brutfreie Zeit im Winter anstreben sollten? Dass das witterungs -oder sonst wie bedingt längst nicht immer der Fall ist, ist schon klar.

    Aber wäre das denn nicht ein Selektionskriterium? Oder sehe ich das falsch?

    Das siehst Du absolut richtig! Brut Anfang Januar ist kontraproduktiv, aber ein bisserl Brut auf zwei Waben kann natürlich schonmal vorkommen. Aber zwei volle Brutwaben Anfang Januar ist ziemlich unwahrscheinlich und gibt's sowieso nur in zwei Fällen, entweder eine völlig unbrauchbare Biene, oder Varroa bis zur Halskrause. Beides jetzt kein Garant für volle Honigtöpfe 2019....

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich habe zwar noch nicht besonders viel an Erfahrungswerten, sehe das aber genauso wie beemax .

    Durch die frühe TBE und das anschließende dünne(1:1) auffüttern meiner Völker, haben diese im September wieder ordentlich große BN und dementsprechend natürlich auf wieder viel an Varroa.


    Wäre es denn eine Möglichkeit im September nochmal mit Thymol zu behandeln und so dem enormen Anstieg entgegenzuwirken? Und ja ich weiß, viel hilft nicht immer viel!

  • Aber wäre das denn nicht ein Selektionskriterium? Oder sehe ich das falsch?

    Vollkommen richtig.


    Bei gg. Varroabefall anbrüteneden Völkern und solchen milden Temperaturen wie aktuell fallen die "Brüter" aus dem gewünschten Rahmen mit entspr. Folgen.


    Ich habe zwei bis drei Kandidaten, die schon im August eine Brutpause hatten (Reduktion des BN auf einen kleinen Bereich bzw. völliges Fehlen dessen; warum auch immer ?!), dann aber wieder verstärkt loslegten.

    Die sind bei der Winterbehandlung durch Milbenarmut aufgefallen und stark.

  • Ein Imker hat mal erzählt, er drückt Anfang September die Völker mit einer großen Futtergabe aus der Brut.

    Er wollte nicht, dass die im Juli/August erbrüteten Winterbienen sich an der Brutpflege abarbeiten. Aber auch aus dem Gesichtspunkt Varroa mag das vielleicht ein sinnvoller Ansatz sein...

    Kann ich aber nicht beurteilen.

  • Per Zufall entdeckt: Man kann, wenn man gut aufpasst, auch umgekehrt vorgehen. Das mit der Brutreduktion mittels starkem Füttern ist eine Gratwanderung. Fütterst nicht ein und hast keine nennenswerte Spättracht mehr, gehen sie mangels Nahrung auch aus der Brut. Dann behandeln und dann sofort (Sept.) füttern.


    Habe ich d. J. bei einem (starken) Volk gemacht, die so stark gezehrt hatten, dass alles leer war. Da muss man aber sehr hinterher sein - sie sollen ja nicht verhungern.

  • Per Zufall entdeckt: Man kann, wenn man gut aufpasst, auch umgekehrt vorgehen. Das mit der Brutreduktion mittels starkem Füttern ist eine Gratwanderung. Fütterst nicht ein und hast keine nennenswerte Spättracht mehr, gehen sie mangels Nahrung auch aus der Brut. Dann behandeln und dann sofort (Sept.) füttern.


    Habe ich d. J. bei einem (starken) Volk gemacht, die so stark gezehrt hatten, dass alles leer war. Da muss man aber sehr hinterher sein - sie sollen ja nicht verhungern.

    Hm, Völker so zu führen, dass sie wegen Futtermangel aus der Brut gehen, erscheint mir wenig attraktiv ... wo wir ansonsten doch immer Mantra-artig beten: das Gute entsteht am besten im Überfluss.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Hm, Völker so zu führen, dass sie wegen Futtermangel aus der Brut gehen, erscheint mir wenig attraktiv ... wo wir ansonsten doch immer Mantra-artig beten: das Gute entsteht am besten im Überfluss.

    Ja, Jörg, das erschien mir auch immer so - habe nur eine Beobachtung geschildert; es war eher unabsichtlich wegen der starken Zehrung...


    Das Mantra jedoch, muss man differenziert betrachten: Das Gute erwächst selten im Überfluss, der zu bestimmten Zeiten förderlich sein kann (Königinnenzucht), jedoch nicht generell.


    Beste Grüße