Überwinterungssituation 2018 / 2019

  • Hm, Völker so zu führen, dass sie wegen Futtermangel aus der Brut gehen, erscheint mir wenig attraktiv ...

    Da würde ich eine TBE vorziehen. Das ist einfacher zu handeln und hat den gleichen Effekt oder sogar einen besseren.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Es gibt mehrere Untersuchungen zur `Reinvasion`,die ich aber nicht mehr im Kopf hatte. Nach kurzer Googelei diese Studie aus Hohenheim, die vom Eintrag von mehreren Tausen Milben spricht:


    https://www.uni-hohenheim.de/fileadmin/einrichtungen/.../2001_jahresbericht_lab.pdf


    ``....Der Eintrag von Milben („Reinvasion“) ist vom Befallsgrad der benachbarten Völker abhängig. Die Entfernung dieser Völker (wir haben Abstände zwischen 1m und 800m untersucht) spielt dagegen eine geringere Rolle. Vor allem beim Ausräubern von zusammenbrechenden Völkern können in kurzer Zeit mehrere Tausend Milben eingetragen werden. • Beim Vergleich der Befallsentwicklung von Einzel- und Gruppenvölkern zeigen sich klare Tendenzen, dass es zu einem „Milbenausgleich“ zwischen den Völkern eines Standes kommt. Stark befallene Völker verlieren u.U. Milben an schwächer befallene, die dadurch wiederum einen rascheren Befallsanstieg aufweisen als Einzelvölker....``

  • Danke JCD,

    Du sprichst mir aus der Seele.

    Reinvasion gibt es im massiven Umfang. Ich würde das aber auch eher auf zusammenbrechende Völker reduzieren. Wie in meinem Fall an anderer Stelle.

    Ansonsten hätte ich bei bis zu acht Nachbarimkern im Umkreis von 3km nur noch Milben in den Völkern

    Ob das durch die räubernden eigenen Völker oder durch den Ausflug der zusammenbrechenden Völker passiert, möchten ich nicht diskutieren.

    Es wäre zudem zu einfach auf den bösen Nachbarimker zu zeigen.

    Auch ohne TBE haben sich die Milben bei mir zwischen den Behandlungen ja vermehrt. Das ist wie beschrieben aber von Volk zu Volk unterschiedlich.

    Das mit dem Durchbrüten im Winter muss auch nicht immer was mit Varroa oder Schwächlingen zu tun haben. Generell ist da aber vorsicht geboten.

    Es kann aber auch an den sehr moderaten Temperaturen hier am Niederrhein liegen.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Bei mir zeigte sich Reinvasion bisher immer derart, dass einzelne Völker plötzlich einen starken Milbenbefall aufwiesen. Das geschah aber bisher niemals bei allen Völkern des Standes. Bei den nicht betroffenen Völkern blieb der Varroabefall kontinuierlich.

    Meine Erklärung dafür ist, dass die betroffenen Völker irgendwo an einem stark befallenen Volk geräubert hatten. Da nicht alle Völker des Standes diese Quelle entdeckten, blieb es bei den Einzelerscheinungen.

    Reinvasion durch intakte aber befallene dicht benachbarte Völker (z.B. Brutsammler) dagegen habe ich kaum bemerkt.

    Gruß Ralph

  • Bei mir zeigte sich Reinvasion bisher immer derart, dass einzelne Völker plötzlich einen starken Milbenbefall aufwiesen. Das geschah aber bisher niemals bei allen Völkern des Standes. Bei den nicht betroffenen Völkern blieb der Varroabefall kontinuierlich.

    Meine Erklärung dafür ist, dass die betroffenen Völker irgendwo an einem stark befallenen Volk geräubert hatten. Da nicht alle Völker des Standes diese Quelle entdeckten, blieb es bei den Einzelerscheinungen.

    Reinvasion durch intakte aber befallene dicht benachbarte Völker (z.B. Brutsammler) dagegen habe ich kaum bemerkt.

    Gruß Ralph

    Eine andere plausibele Erklärung ist, dass ein sich auflösendes, stark varroabelastetes Volk sich mehr oder weniger gesammelt in dein Volk eingebettelt hat.

  • Nach meiner Beobachtung lösen sich Völker nicht auf, wenn sie an Varroa zusammenbrechen, sie versuchen bis zum Ende, möglichst viel Brut zu pflegen und dann sind kaum noch Bienen da, die sich irgendwo einbetteln könnten. Die Königin bleibt mit einer handvoll Bienen bis zuletzt. Dass Bienen das sinkende Schiff verlassen, halte ich für unlogisch, höchstens vielleicht die Drohnen, aber von denen gibts Ende des Sommers kaum noch welche.

    Dieser Beitrag wurde bereits 4 Mal editiert, zuletzt von JCD ()

  • Ich habe jetzt etwa 15 Beiträge hinter einander gelesen, da raucht einem der Kopf.

    Hier ein paar Gedanken zum Nachdenken.


    Zur TBE möchte ich anmerken, das das nicht die optimale Lösung ist, weil diesem Volk immer der gleichmäßige Nachschub an Jungbienen fehlt.


    Zur Reinvasion möchte ich aufmerksam machen, das sie dort vermehrt auftritt, wo die Königin voll in Brut ist, also wo ideale Bedingungen für die Milbenvermehrung herrschen. Hat vielleicht mit einem Hormon zu tun, das nicht nur die Bienen, sondern auch die Milben mitbekommen.


    Die Brutscheune, ist meiner Meinung nach, auf dem gleichen Stand, die größte Milbenschleuder die es geben kann. Ich bin auch überzeugt das, wenn auch nur durch wenige Bienen, der Kontakt zum Muttervolk erhalten bleibt.


    Das sind Gedanken eines Imkers der immer weniger in seinen Völkern rumrührt.;)

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Moin Moin,


    krankheisbedingt und witterungstechnisch ( letzten Tage immer um die 9 Grad und Flugwetter ) heute erst die Restentmilbung vorgenommen und fast alle Völker sind gut dabei. Sprich bis dato keine Verluste, 2 Kanditaten sind ein bisschen schwach, kommen aber wahrscheinlich auch gut rüber ins Frühjahr. Futtertechnisch ist alles im grünen Bereich.


    Hatte doch arge Bauchschmerzen, da die Sommerbehandlung + Auffüttern durch einen schweren und langfristigen Krankheitsfall in engeren Familienkreis böse gelitten hatte ( einmal Schockbehandelt + einmaliges Futteraufsetzen von 14 kg je Volk ) und ich schon mit dem schlimmsten gerechnet habe. Aber dafür stehen die echt gut da im Moment, mit dem Futter haben die es selbst gerichtet - laut Waagen haben die noch Im Schnitt mindestens 8 kg selbst gesammelt, da laut Berechnung über 20 kg Futter je Volk drin sind......... Mal abwarten wie es weitergeht.


    LG Northlight

  • Das menschliche Gehirn ist nicht dafür ausgelegt exponentielles Wachstum zu begreifen.

    Wir kennen nur linear ;-)


    Jeder kennt doch die Geschichte mit dem Josefspfennig:


    Josef legt im Jahre 0 bei der Sparkasse Jerusalem den Betrag von 1 Euro-Cent (0,01 €) auf einem Sparbuch an. Die Verzinsung beträgt jährlich 5 %.

    Wären jährlich die Zinsen abgehoben worden, würde sich der Sparbetrag im Jahre 2000 auf 1€ belaufen.


    Was wäre wenn die Zinsen wiederangelegt worden wären ? (Zinseszinseffekt = exponentielles Wachstum)


    Im Jahr 2000 wäre das Vermögen:


    23.911.022.046.136.200.000.000.000.000.000.000.000.000 € oder ca. 400 Milliarden Erden aus purem Gold :)


    1 € zu 23.911.022.046.136.200.000.000.000.000.000.000.000.000 € ist der Unterschied zwischen linear und exponentiell.


    Varroa vermehrt sich exponentiell....

  • Hä, wenn er €0,01 anlegt und jedes Jahr seine Zinsen abhebt, dann hat er doch 2000 Jahre später immer noch €0,01, oder? :/:S

  • Varroa vermehrt sich schnell. :thumbup:


    Dirk Müller zu bemühen ist allerdings der Imkerei gegenüber etwas respektlos. :thumbdown: