Wirksamkeit Varroabehandlung

  • Es bräuchte sehr komplexe, gut trainierte Modelle, bevor man hier irgendetwas simulieren könnte. Und dann stehen da oben so Fantasiezahlen von Wirksamkeiten, und es wird nicht klar, in welchem Kontext die entstanden sind,

    Oder unter welchen Bedingungen.


    Im Grunde bringt so etwas niemanden etwas, und bei Neulingen, die das lesen, führt das womöglich zu falschen Schlüssen.

  • Es bräuchte sehr komplexe, gut trainierte Modelle, bevor man hier irgendetwas simulieren könnte. Und dann stehen da oben so Fantasiezahlen von Wirksamkeiten, und es wird nicht klar, in welchem Kontext die entstanden sind,

    Oder unter welchen Bedingungen.


    Im Grunde bringt so etwas niemanden etwas, und bei Neulingen, die das lesen, führt das womöglich zu falschen Schlüssen.

    Ja stimmt!


    Aber wenn du diese Goldwaage auch für alle anderen Beiträge in diesem Forum nimmst, dann dürfte hier keiner mehr etwas Inhaltliches posten.


    Von daher bin ich dankbar über jeden Beitrag mit Inhalt und hier sogar mit einer ungefähren Quelle. Wenn man meint die Werte sind quatsch kann man das gerne schreiben.

    Wenn man aber meint das Vergleichbarkeit oder gar Schlüsse aus diesen Zahlen falsch sind, dann sollte man diese erst mal beschreiben. Denn in dem Posting der Zahlen stehen keine Schlüsse.


    Soapp beschreibt sogar wofür er die Zahlen nutzen möchte. Randy's Varroasimulator ist ein Excel-File da musst du einen Zahl eintragen, sonst geht es dort nicht weiter.

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Hallo Soapp,


    schöne Sammlung. Aber die Kritikpunkte, die hier gebracht werden, sind durchaus relevant. Kannst du die Quellen angeben, aus denen du die Zahlen hast? In den meisten Fällen, wird sicherlich auch eine Streuung der Wirksamkeit angegeben sein. Je nach Umfang und Art der Erhebung, sind sicherlich auch nicht alle Zahlen, gleich sicher zu bewerten.


    Wenn du Randy Ollivers Simulator einsetzt, findest du übrigens irgendwo in den Untiefen der Tabelle, auch eine Übersicht mit einigen Behandlungsmethoden. Es gibt einen Grund, dass Randy Olliver diese Wirksamkeiten nur sehr grob klassifiziert.


    rall0r  Randy Ollivers Simulator braucht kein Training, das ist kein KI Netz.


    Gruß

    Ludger

  • Hallo Soapp,


    vielen Dank, dass du dir so eine Mühe gemacht hast. Wenn du noch die Quelle mit dazugeschrieben hättest wäre es noch besser gewesen. Bei solchen Auflistungen aus verschiedenen Quellen besteht ja immer die Gefahr, dass Äpfel mit Birnen oder Johannisbeeren verglichen werden.


    Viele Grüße aus Oberbayern


    Philipp

  • Ein Konzept zur Behandlung und dessen Einhaltung ist m.E. wichtiger als der Vergleich unterschiedlicher Methoden. Alle kann man mit Wirksamkeit zw. 80 und 95 % einordnen; mehr geht nicht in der Biologie.


    Ich habe jahrelang mit AS 60%/Schwammtuch gearbeitet - geht bestens. Ob der Nassenheider bzw. N. prof. so viel mehr bewirkt, ist schon hinfällig, wenn's während der Behandlung länger kühl und regnerisch ist oder zu heiß und trocken.


    Entscheidend ist, dass man die Situation richtig einschätzt und zum richtigen Zeitpunkt wirksam und zuverlässig behandelt.


    Meine Meinung


    Rainer

  • ich finde, man sieht für den verschiedenen Behandlungsmethoden recht hohe Durchschnittswerte. Sie liegen alle sehr nah bei einander. Die Streuung wird sicher für jede Art der Behandlung unterschiedlich sein und von Unterschiedlichen Faktoren abhängen (z.B. Anwendungsfehler, AS-Behandlung von der Außentemperatur, usw.). Ich denke auch die Zahlen taugen nicht zum Vergleich der einzelnen Behandlungsarten. Der Vergleich steht auch nicht im Ausgangsposting aber sogar erfahrene Imker vergeichen diese Zahlen sofort.


    Ich staune, dass ein Schwarm 80% der Milben mitnehmen soll. Ich dachte, wenn der Schwarm auszieht gibt es noch verdeckelte Brut. In diesen Zellen und auf den im Volk bleibenden Bienen würde ich mehr als 20% Milben erwarten.

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Hallo Soapp,


    vielen Dank für die informative Übersicht. Was die Kritik an den Nachkommastellen angeht: einfach ignorieren. Was hättest Du denn sonst tun sollen? Eigenmächtig die Zahlen abändern?


    Wenn Du Quellen nennen könntest, wäre das super, damit man die Übersicht in den Diskussionen besser einbringen kann, da man den Kontext und vor allem die Autoren der Studien kennt.


    Ein gutes 2019

    Ralf

  • Ich halte so Listen aus verschiedenen Gründen für brandgefährlich:


    Zum eine sind sie natürlich sehr übersichtlich, durch Komplexitätsreduktion, leider fallen dem aber auch alle Faktoren zum Opfer, die maßgeblich über Erfolg oder Mißerfolg der Methode entscheiden. Die einzelnen Positionen wirken zudem völlig an den Haaren herbeigezogen. Jemand, der mit der Materie vertraut ist, sieht das. Anfänger eher nicht. Und da ergibt sich aus einer Liste schnell eine Handlungsempfehlung, warum sollte jemand eine Methode A wählen, die nur 92,8794% wirkt, wenn es alternativ auch B gibt, die zu 93,887% Erfolg verspricht? Abgesehen davon, das A 100.000 fach bewährt ist und bei B das Ergebnis bei drei Völkern in einen experimentellen Umfeld erreicht werden konnte....


    Der Faden ist Kindergeburtstag, ohne irgendwelchen Erkenntnisgewinn, aber mit viel Potential für Unglück. Ich finde sogar, man sollte den Löschen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Der Faden ist Kindergeburtstag, ohne irgendwelchen Erkenntnisgewinn, aber mit viel Potential für Unglück. Ich finde sogar, man sollte den Löschen.

    Hallo Ralf,

    ganz so dramatisch sehe ich das nicht. Wenn man in den Vordergrund stellt, wie ähnlich die einzelnen Wirksamkeiten sind, kann man sich auf die Randbedingungen, sprich Einsatzbereiche und Nebenwirkungen konzentrieren.


    Wenn er mir die bereits erbrachte Recherche Arbeit zur Verfügung stellt, würde ich mir die verscheidenen Quellen anschauen und versuchen eine Liste (mit Kommentaren) aufzustellen. (Klar, kann ich mich auch nicht ganz von persönlichen Vorlieben frei machen.)


    Aber grundsätzlich taucht in der Liste, die eine oder andere Zahl auf, die ich spannend finde. Wenn z.B. die Unterschiede in der Wirksamkeit der Träufelung, sich bei Restbrut und komplett brutfrei, wirklich nur so marginal unterscheiden, dann kann man mit guten Gewissen einem Anfänger raten, die Winterbehandlung nach Termin zu machen. (Und den Brutstatus zu ignorieren)


    Auch wenn wir insgesamt weniger behandeln wollen, kann es nicht schaden, "den Werkzeugkasten" zu kennen. Und wenn sich die Wirksamkeiten tatsächlich nur so wenig voneinander unterscheiden, dann werden die Randbedingungen s.o. umso wichtiger.


    Und zuletzt - man kann mit solchen Simulatoren, wie dem von Randy Olliver, tatsächlich eine ganze Menge lernen. Ich finde es schon ok, wenn jemand "Was wäre Wenn Spiele" im Simulator macht und dafür keine Völker riskiert. (Auch hier sind konservativ gesetzte Zahlen hilfreich) Ich hoffe nur, dass bei uns niemand zum Schluss kommt: Amitraz im März ist aber eine tolle Sache!


    Gruß
    Ludger

  • Ich staune, dass ein Schwarm 80% der Milben mitnehmen soll. Ich dachte, wenn der Schwarm auszieht gibt es noch verdeckelte Brut. In diesen Zellen und auf den im Volk bleibenden Bienen würde ich mehr als 20% Milben erwarten.

    Meine Beobachtung ist auch umgekehrt: ein Schwarm bringt einerseits Milben mit, die sich aufgrund einer Bauphase und neue Brutnestanlage erst mal nicht vermehren können. Die verbleibende Brut enthält ausreichend Milben, denen gute Reproduktionsbedingungen trotz Brutpause der neuen Königin geboten werden: phoretische Phase kann ungestört für die geschlüpften Milbennachkommen genutzt werden, um dann das neu angelegte Brutnest für eine optimale Vermehrung zu nutzen. Es sei denn, der Imker greift zum richtigen Zeitpunkt ein und verzichtet auf den Honig aus diesem Volk.


    Aber das sind Details...

  • Der Schwarm nimmt nicht 80% der Milben mit, sondern wird sie durch Verlassen der Brut los. Das Restvolk legt mit auslaufender Brut über die Zeit der Reifung & Begattung der Jungweisel und bis zur Neuverdeckelung der Brut eine Vermehrungspause ein....

    Der Ableger nimmt mit der Annahme von 80% der Milben in der Brut einen Anteil der Last vom Volk weg- zB 2 von 7 Brutwaben ....

    Mit dem Vorhandensein von Brut wird die hohe Wirksamkeit jeder Einzelbehandlung zunichte gemacht. Es wird nur der Anstieg der Populationsentwicklung der Milben gedämpft.

    Letztendlich dreht es sich bei den hochwirksamen 1x -Aktionen immer um Brut.

    Die Langzeitbehandlungen auf Verdunstungsbasis schlagen u.a. wegen der Wetterabhängigkeit immer wieder fehl- es gibt optimale Bereiche- außerhalb gibt es dann zwischen Null und 101% Wirkung =Bien&Milben tot.


    Guido Eich- Einer seiner Vorträge heißt "Betriebsweise ist Imkern mit System" und in jedem Vortrag kommt "Wenn die Bienen nicht schwärmen (sollen oder dürfen), müssen es die Waben !"

    ...


    Gruß Fred

    auf ein gesundes Neues Jahr für uns und unsere Bienen