Bienenvolk fehlt?

  • Das ist jetzt nicht das, was Aufschlüsse liefern könnte, weil fast nur Pollen und verdeckeltes Futter zu sehen sind.

    Immerhin wäre auffällig (wenn das Foto nicht Kopf steht), dass an einer Stelle Pollen unterhalb des ehemaligen Brutnestes eingelagert wurde (das kann ein Hinweis auf einen Varroaschaden sein). Leider ist das Bild zu klein, um zu erkennen, ob da etwas in den leeren Zellen ist.

    Gibt es keine verdeckelte Brut? Wie stark war das Volk, also Du es bekommen hast?


    Wenn das, was da teilweise zu sehen ist, das ehemalige Brutnest ist, ist das kein Varroschaden. Da brütet das Volk verzweifelt gegen den Zusammenbruch an; man hat verdeckelte Brut und erkennt an den Zellrändern, dass Maden/Puppen ausgeräumt wurden. Davon ist nichts zu sehen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von WFLP ()

  • Moin Schwabe!

    Magst du noch mal in Kurzform berichten, wie die Völker konkret das Jahr behandelt wurden.

    Wenn ich es richtig verstehe, habt ihr die Völker im Oktober übernommen. Oder habt ihr die Völker das Jahr über betreut?

    Wann habt habt ihr das erste Mal gegen Varroa behandelt? August?

    Das, sprich nach dem Abschleudern, wäre ein guter, erster Zeitpunkt für eine Behandlung.

    Wie habt ihr behandelt?

    Oder waren das Ableger? Dieses Jahr erstellt?
    Wie stark erstellt? Vielleicht war das auch das schwächste, was nicht mehr aus dem Quark gekommen ist. Wie Wolfgang schon geschrieben hat, eigentlich vom Bild her kein typischer Varroa-Schaden.

    War zur letzten Kontrolle (Oktober) die Kö noch fleißig am legen?

    Vielleicht war das Volk auch da schon weisellos…

    Du hast geschrieben "vor einigen Wochen haben wir gegen Varroa behandelt". Wann? Ende November? Anfang Dezember?

    Was habt ihr da konkret gemacht? Träufelbehandlung? Das wäre ggf. zu früh gewesen.

    50ml für eine Träufelbehandlung ist zu viel, es sei denn, es ist ein richtig großes und starkes Volk.

    Die Menge an Oxalsäure-Zuckerlösung hängt vor allem von der Menge an besetzten Wabengassen ab.

    Ich hab leider nicht mehr die Formel im Kopf, hab mir bei DN1,5 nur aufgeschrieben: 50ml bei 7-8 besetzen Wabengassen, 40ml bei 5-6 besetzten Wabengassen und bei kleineren Völkern sogar nur 30ml 3,5%ige-Oxalsäure in 1:1 Zuckerlösung.

    Klär mal bitte, was ihr da konkret gemacht habt. Und wann....

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Für mich sieht das nach keinem Varroaschaden aus, ich würde hier behaupten, das keine Königin im Volk war. Bei Varroaschaden würde man noch ein paar Brutzellen sehen, eben das typische Bild.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Leider ist das Ganze so Glaskugel leserei.

    Bitte den Ausdruck zu entschuldigen.

    Für mich sieht es wie ein Varroaschaden aus, der aber nicht vollkommen klassisch verlaufen ist. Normalerweise müssten noch wie beschrieben verdeckelte Zellen an Brut zu sehen sein. Allerdings habe ich eine Bekannte in der Schwäbischen Alb wohnen. Dort war es sehr früh mal sehr kalt. Dann würde es wieder passen.

    Die Völker wären dann schon aus der Brut gewesen. Danach ist auch dort wieder wärmer geworden.

    Genau der Umstand schließt aber auch eine Überdosierung der Oxalsäure aus.

    Es wäre der.Totenfall in der Beute dann höher.

    An den hätte, wäre, wenn erkennt man wie undefiniert die Aussagen sind.


    Ich wünsche dir viel Erfolg mit der Imkerei. Leider passieren solche Dinge immer wieder. Nicht aufgeben.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Hallo zusammen,

    Danke für eure fleißigen antworten. Leider bin ich erst morgen wieder daheim und werde versuchen, das Jahr zu rekonstruieren.

    Vorab: wir haben im Januar beim Imkerverein mit einem Kurs begonnen. Sobald es dann Frühling war, wurden vom Verein Völker beschafft und über das Jahr vom Verein und uns betreut. Wir würden hier an die Hand genommen, was grundsätzlich auch ganz gut ist. Leider herrschen im Verein Unterschiede bei der Lehrmeinung vor. Daher werde ich eure Fragen auch morgen nur bedingt beantworten können, da ich selbst vieles nicht weiß.

    Bis morgen und schönen Abend!

  • Leider passieren solche Dinge immer wieder.

    Aber das war doch die Frage: Was ist hier passiert!?

    Deine fatalistisches Fazit bringt keinen Anfänger weiter.

    Man lernt aus toten Völkern manchmal mehr als aus lebenden.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Das ist der Grund warum ich jedem das Stockbuch nahe lege.

    Mittlerweile trage ich akribisch alles darin ein.Damit steigt die Aussagekraft ungemein. Leider kommen immer wieder Fälle vor, die eben nicht erklärbar sind, auch wenn sie selten sind.

    Ich habe letztens bei You Tube bei Experiment Imkern mal die Vorstellung gefunden, doch mal eben diese Daten in einer Datenbank zu sammeln. Ich fand eben diesen Ansatz sehr intteressant. Die Daten liegen ja bei vielen vor.

    Ich bin davon überzeugt, dass es da zu einigen Überraschungen kommen wird.

    Ferner bleibt immer die Frage offen, war es die Varroa direkt oder hatten andere Faktoren in Verbindung mit der Varroa den Zusammenbruch des Volkes verursacht.

    Futtermangel, Varroa, Räuberei, Viren, Flugbienenverluste etc in Kombinationen setzen eben eine tödliche Spirale in Bewegung. Am Ende war es dann die Varroa.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Moin,

    So einen Fall hatte ich auch - mit einer „Brutscheune“.

    Klar waren da jede Menge Milben drin. Gebildet war das Volk aus ca 24 Brutwaben aus verschiedenen Völkern zwecks Milbenvernichtung.

    Behandelt wurde alle 3...4 Tage mit Ameisensäure-Schwammtuch.

    Das ganze sah bis Anfang Oktober sehr gut aus. Dann habe ich auf einen Raum eingeengt. Futterabnahme normal - Flug auch. Keine Stummelflügel oder Krabbler.


    Mitte Oktober war keine Bewegung am Flugloch mehr - die Nachschau ergab ein ähnliches Bild: jede Menge Futter und seehr viel Phaceliapollen. Die waren bis zum Schluss recht stark, denn die Phacelia fing hier erst im Oktober an und war ca drei Kilometer entfernt.

    Ob die wirklich alle plötzlich ausgezogen sind, weiß ich nicht. Drei andere Sammelbrutableger mit äahnlicher Geschichte sind immer noch da.


    Manchmal lernt man eben, nur was, weiß ich noch nicht.


    Grüße Ralf

  • Interessant! Da war keine Brut oder umgebaute leere Zellen mittig im Brutnest (Buckelbrut) ?? Oder irgendwelche Reste von Weiselzellen?

    Im Oktober sollte das Wintervolk eigentlich fertig sein. Wäre ich jetzt auch ratlos.

    Ich muss gestehen, so spät im Jahr hatte ich, zumindest mir bewusst, noch kein weiselloses Volk. Ob die dann komplett ausziehen und auf ein anderes Volk oder den Nachbarn fliegen, wer weiß?! Ansonsten vielleicht CCD. Varroa scheint mir dagegen (wenn wirklich ohne Brut) unwahrscheinlich.

  • Ich kann auch nur jedem raten, die Daten in eine Stockkarte o.ä. zu verwalten.

    Ich nehme hierfür z.B. eine Excel-Liste, wo ich versuche, sowohl die Änderungen, die ich selber durchführe, einzutragen, als auch die Dinge, die mir auffallen, bzw. was die Bienen gemacht haben (hinterm Schied gebaut, MW hinzu, MW ausgebaut, etc.)

    So kann man auch den Überblick behalten, wo welche Waben hingewandert sind, wenn ein Volk geschröpft und ein Volk verstärkt wurde, oder wie und wann behandelt wurde, etc.

    Hier mal ein Auszug:


    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Moin,

    Die Liste hätte mir nix genutzt - ich schreibe Wesentliches mit Bleistift (der läuft bei Hitze nicht aus und schreibt auch bei Kälte) auf Karteikarte.

    In diesem Falle war ich drei Tage nicht da und es war passiert. Es war Futter und Pollen in großer Menge aber keine Restbrut.

    Die Räuberei zum Ausräumen der Vorräte hatte aber noch nicht eingesetzt.

    Grüße Ralf

  • Hallo zusammen ,

    um einmal eine Parallele zu Schwabe12345 leerer Beute herzustellen ,

    habe ich auf YouTube - ein Video gefunden , mit dem kleinen aber wesendlichen Unterschied , das im Video noch ein Brutnest vorhanden ist . Die Fehlerdiagnose im Video sehe ich als falsch an , da tippe ich doch eher auf

    Varroaschaden . Bei Schwabe`s Fall hänge ich mich an Drobi ( # 18 ) .



    Grüße,

    Bertram

  • Die Ursache für das Sterben des Volkes beschreibt der Imker im Video ja selber. Er hat wahrscheinlich 2-3 Brutwaben entnommen um ein anderes Volk zu verstärken. Der Rest des Volkes hat sich beim einlagern des Winterfutters abgearbeitet, die Brut konnte nicht mehr gewärmt werden und somit war das Schicksal des Volkes besiegelt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)