Weisellos- vereinen oder warten?

  • Warum Franz? Geht bei mir seit zehn Jahren prima. Darfst halt nicht nur ein einzelnes Kasterl nehmen, musst schon a weng aufstocken.

    Ja, mit zwei/drei Zusatzzargen (Erweiterungszargen) drauf, in Gruppen aufgestellt - da bin ich bei Dir! ;-) :-)


    Ich hatte honigbanane so verstanden das sie, jetzt im Winter, "EIN Apidea" erhalten hat, (ohne Zusatzzargen) und das würde bei mir nicht überleben... - ich bin NICHT davon ausgegangen das Sie das Material zum großen erweitern hat, geschweige denn Zusatzzargen mit gefüllten Futterwaben hat... - Aber Du hast recht, ich hätte diese Annahme erwähnen müssen ;-) ...

  • Normalerweise ist eine legende Kö. für die Bienen (bei Dir im Apidea) weitaus attraktiver als eine nicht vorhandene/mglw. unbegattete/jedenfalls derzeit nicht legende. Außerdem hat die neue Kö. nicht nur ein Brutnest (nicht auseinanderreißen!), sondern einen funktionierenden und sie schützenden Bienenstaat, noch dazu mit persönlicher Leibgarde. Die dürfte m.E. aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gefährdet sein, wenn man sie in ihrem gewohnten Brutnest zum Zielvolk dazuhängt. Solange es die Außentemperaturen noch erlauben, würde ich das kurz, schnell und schmerzlos erledigen und nicht lange mich in Selbstzweifeln quälen.

    Was ist die Alternative? Abwarten bis zum Frühjahr oder bis zu den für Januar erwarteten Kalttemperaturen? Das würde ich hier nicht tun.

    http://www.langfristwetter.com/langfristprognose.html


    Mein Imkerpate hat mir versucht beizubringen: Erst nachdenken, dann imkerlich handeln. Er hatte die Angewohnheit, mich vor dem Öffnen einer Beute zuerst theoretisch abzufragen: Welche Zustände könnten rein hypothetisch zu sehen sein und wie wäre jeweils darauf zu reagieren? Erst wenn alle Möglichkeiten, auch die unwahrscheinlichen, hinreichend besprochen worden und die Vorbereitungen für alle daraus ableitbaren Handlungsmöglichkeiten getroffen waren, durfte ich an die Bienen heran. Er wollte mich vor unvorbereiteten Überraschungen und nicht genügend überlegten ad hoc-Entscheidungen bei geöffneter Beute bewahren. Manchmal erwische ich mich heute noch, wie ich gegen seine Grundsätze verstoße und gelobe mir dann selbst Besserung...

    Gestern den Gitterboden gereinigt. Auf dem Boden: die Königin. Tot.

    Heute das Volk durchgesehen.

    Keine Brut. Aber eine kleine Königin. Ohne Hofstaat auf einer Futter Wabe unterwegs. Sicher unbegattet. Ich dachte mir, noch 1 Woche zu warten, wenn bis dahin keine Brut, mit einem anderen Volk vereinigen.

    Da haben sie offensichtlich doch einer unbegatteten Königin den Vorzug gegeben gegenüber einer in Eilage befindlichen.

    So ein Mist!!

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Ich hatte einmal ein Kaffeetassenvolk (Ruhr) mit einem anderen Volk vereinigt, das ich für weisellos gehalten hatte. Ergebnis: Am Folgetag lag eine unbegattete Königin vorm Flugloch, die aus dem Kaffeetassenvolk war die neue Regentin.

    Ich würde nicht warten sondern vereinigen.

    Gruß Ralph

  • Und die vermutlich unbegattete vorher abdrücken, meinst du sicher. Ist es definitiv so, dass jetzt Brut vorhanden sein muss? Ich hab noch nie so früh in ein Volk geschaut, aber hier war es nötig und außerdem 15° volle Sonne.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Ist es definitiv so, dass jetzt Brut vorhanden sein muss?

    Das kann man pauschal nicht sagen, je nach Standort.

    Bei Euch müsste es doch schon eine Weile recht mild sein, da würde ich sogar vereinzelt verdeckelte Brut vermuten. Daran könntest Du gut erkennen, ob die Dame begattet ist.

    Wenn Du zum Begutachten die beiden dicht besetzen Waben ziehst, eventuell nicht ganz raus, kannst Du bestimmt die Brut beurteilen.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Ja, hab ich gemacht heute. Da ist nichts. Die Kö lief auf einer Futterwabe herum. Und ja, bei uns ist es schon eine Weile mild. Und dann hab ich noch ganz kurz ein Volk geöffnet, weil es einen deutlich höheren Futterverbrauch hatte, die hatten bereits auf 2 Waben Brut, aber nur Stifte. Verdeckelt war da noch nichts.

    Ich denke, Kleingartendrohn hat recht. ich werde morgen vereinigen.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Ich schließe mich da FranzXR an.

    Heute habe ich auch meine Beuten zum ersten mal aufgemacht und die Brutmengen scheinen ziemlich unterschiedlich (soweit ich das beurteilen konnte, ohne das mögliche Brutnest auseinander zu nehmen). Bei einem Volk bin ich dabei offensichtlich eine Wabe zu weit gekommen und da war sogar gar keine Brut drin, aber die gezeichnete Königin mit Hofstaat auf der Wabe.

    Solange die sonst unauffällig sind, würde ich einfach noch warten. Auch nach geputzen und vorbereiten Zellen würde ich noch nicht suchen, um möglichst wenig zu stören. Wenn du dann vereinigen musst, hast du in der Zeit nicht viel verloren, aber mit Aktionismus verlierst du sicher eine Königin.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Das Volk trägt jetzt auch endlich Pollen ein.

    Auf der Windel eines anderen Volkes habe ich vor 3 Wochen schon Stifte gefunden.


    Letztendlich hatte ich ja ursprünglich auch gedacht, noch zu warten, und das mache ich jetzt auch noch ein bisschen. Ich verliere ja nichts.

    Werde berichten.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Da das Wetter ja schlecht werden soll, habe ich die Gelegenheit genutzt, bei 20° und voller Sonne die Zentralwabe zu ziehen.

    Und siehe da : Stifte. Hofstaat.

    Alles gut. :)


    Das mich jetzt aber ständig verfolgende Rätsel heißt : warum ein Volk, das seine Königin selber abgemurkst hat und schon Monate vorher erfolgreich still umgeweiselt hatte, bei Tod der Alten tagelang heult, als hätte es kein Oberhaupt.....


    Weiß das jemand?

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Freut mich das zu lesen. Manchmal sind die Zeichen widersprüchlich, aber gerade da ist es wichtig besonnen zu handeln, wenn es keinen Zeitdruck gibt.

    Wie gut, dass du die Geduld hattest - sonst hättest du vollkommen unnötig ein Volk geopfert.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)