Varroatoleranz und Populationsgenetik

  • keinimker bevor man sich mit solchen Polemiken und abstrusen Behauptungen aus dem Fenster lehnt, sollte man sich vielleicht die Mühe machen und sich über sein Gegenüber schlau zu machen.

    Weiter ist es von Vorteil sich nochmal die geografischen Befindlichkeiten genau anzusehen, den der ehemalige Bezirk Cottbus hat nix mit dem Bundesland Berlin Brandenburg zu tun. Sie decken sich nicht und er ist auch keine Teilmenge davon.

    Alles was du da außer einer geografischen Region hereininterpretierst ist frei erfunden.

    Damit ist das Thema für mich erledigt und ich bitte darum bei weiterem Klärungsbedarf das per PN weiter zu behandeln.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Wer führt denn in der Praxis die Nichtbehandlung der Völker durch? Kirchhain meines Wissens nach behandelt auch:/

  • Guten Morgen.

    Eine zuverlässige Feststellung von Varroatoleranz ist derzeit nur die Überlebensfeststellung an Völkern, die langfristig nicht behandelt wurden und nicht behandelt werden.

    Mir sind einige Standorte bekannt, wo es bei dem Versuch nicht zu Behandeln, keine überlebenden Völker mehr gab. (Die Dunkelziffer, schätze ich als recht hoch ein)


    Für all diese Standorte, wo keine Varroatoleranz festgestellt wurde, bleibt dann wohl nur noch das Behandeln der Völker gegen die Milbe übrig.


    Ich erachte es aber als wünschenswert, auch für diese Standorte eine Lösung zum erreichen einer Varroatoleranz zu finden.


    Lg Sulz.

  • Wer führt denn in der Praxis die Nichtbehandlung der Völker durch?

    An der Fischermühle, wurde z.B erst kürzlich wieder ein solcher Versuch gemacht.


    Lg Sulz.

    5 Jahre in folge ohne Behandlung der Zuchtvölker. Aufgrund des hohen Varroadrucks von außen durch Zusammenbrechende Völker bleiben nur sehr wenige Königinnen für die Nachzucht erhalten. Die Finanzielle Seite mal außen vor, wer kann sich das erlauben?

  • Wer führt denn in der Praxis die Nichtbehandlung der Völker durch? Kirchhain meines Wissens nach behandelt auch:/

    Hallo,

    die Frage ist schwierig. Es werden sich sehr wenige dazu öffentlich äußern.

    Es ist fast so wie in der aktuellen Situtation allgemein und öffentlich zu fragen: Wer trägt keine Maske?


    Gruß

    Werner

  • Sicher Werner, doch ist es nicht mehr so schlimm wie vor 5 Jahren als Behandlungsfanatiker die Stände von Nichtbehandlern abbrennen wollten, bzw gleich mal pauschal den Vet oder wen auch immer auf ein hetzen oder verklagen wollten.

    Teilweise durch Outings und dem Bekanntwerden, welchen Aufwand sich diese Leute machen, ist mehr Toleranz und Anerkennung für diese Arbeit erwachsen. Nicht zu behandeln heißt ja auch nicht grundsätzlich nichts Nichts machen.


    So gesehen behandle ich (chemisch) seit Jahren nicht, bei den Völkern die aussichtsreich sich erwehren könnten, mit immer wieder wechselndem Erfolg.

    Das heiß nicht, das ich alles was ich habe, nicht chemisch behandle oder eine Nichtbehandlung evt nicht abbrechen würde.

    Auch eine TBE ist eine (biologische) Behandlung, wenn sie denn ausreichen würde.


    Darum meine ich sollte man in chemische und nicht chemische Behandlung differenzieren.

    Jemand der nicht chemisch behandelt, die Völker sich gut erwehren und sie dann laufen lässt, muss mit keiner Art und Weise zu einer Behandlung gezwungen werden.

    Sofern der Befall zu hoch wird und die Völker das nicht mehr allein schaffen, dann eine TBE eingeleitet wird, reicht das für mich als Behandlung und die Völker können nicht mehr als behandlungsfrei eingestuft werden.


    Das ist aber nicht mein persönliches Endziel.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Wer führt denn in der Praxis die Nichtbehandlung der Völker durch? Kirchhain meines Wissens nach behandelt auch:/

    Ich kann zu Kirchhain in dieser Hinsicht nichts sagen, aber ich habe dieses Jahr die ersten zwei Zuchtvölker, die ich auch auf Wirtschaftsmaß komplett unbehandelt führe. Unbehandelt heisst Völkerführung entsprechend eines Prüfvolks, also keinerlei Schröpfung, keine Verstärkung, aber auch keine Medikamente*, keine TBE, kein Drohnenbrutschneiden und kein Bannwabenverfahren.


    Aus dem Konzept der Behandlung nach Schadschwellen ergibt sich direkt, dass dies (bei entsprechender Überwachung des Milbenbefalls) möglich ist. Eine Krankheit muss nur behandelt werden, wenn Behandlungsbedarf vorliegt. Ist eine solch offizielle Schadschelle nicht erreicht, kann auch noch kein Behandlungsbedarf vorliegen. Der Behandlungspflicht ist dann in meinen Augen dadurch genüge getan, dass eine entsprechende dichtmaschige Überwachung des Befalls vorgenommen wird. (Eine alleinige Beobachtung der Windel akzeptierte ich für diesen Zweck nicht.)


    Eben weil entsprechende Behandlungskonzept "nach Schadschwellen" in Kirchhain veröffentlicht wurden, gehe ich davon aus, dass auch dort Völker im Bestand sind, die keinerlei Behandlung benötigen, oder zumindest mit medikamentenfreien Behandlungen wie TBE oder Bannwabenverfahren auskommen.


    Was ich nach wie vor kritisch sehe, ist eine pauschale, unüberwachte Nichtbehandlung. Massiv vermehren und im Frühjahr schauen was übrig ist, wäre mir bei meiner Siedlungsdichte hier in der Gegend zu radikal. Wenn die Völker aber überwacht sind und die Milbenzahlen die vorgenannten Schadschwellen nicht überschreiten, gehe ich davon aus, dass auch für die Nachbarvölker (oder die Völker meiner Nachbarn) kein Risiko besteht. Sollte ich hingegen einen ausreichenden Schutzradius habe (ideal wäre eine Situation vergleichbar mit einer Landbelegstelle), wachsen natürlich auch hier meine Möglichkeiten. (Hab ich aber nicht)


    Wenn hingegen einzelne Völker, oder auch einzelne Stände keiner Behandlung bedürfen, müssen diese auch nicht behandelt werden. Warum auch? Habe ich keine solchen Völker, die unbehandelt bleiben können, kann die Selektion z.B. über den (Erst-)Überschreitungstermin der Schadschwelle erfolgen. Völker die (bei ansonsten vergleichbarer Volksstärke) im September die Schwelle erreichen, sind vermutlich besser für die Nachzucht geeignet, als Völker die im Juli diese Schwelle überschreiten.


    Mit meiner Frage nach Betriebsweisen-Elementen waren dann tatsächlich auch Betriebsweisenelemente gemeint. Nicht Behandlungsmethoden die letztlich auf Brutentnahmen hinauslaufen - wie Drohnenbrutschneiden, Brutentname, künstlicher Brutstop durch Käfigen der Königin etc. sondern tatsächlich Elemente wie Sulz oder wasgau immen sie genannt haben. Anpassung des Brutraums, Vermeiden von Notphasen, evtl. Tausch der Königin, Vermeidung von zu viel Hitze und zu viel Feuchtigkeit in der Aufstellung. Hier wäre ich interessiert, ob es noch (neue) Ideen gibt, die nicht seit mindestens 5 Jahren (naja eher 150 Jahren) diskutiert werden. Aber sammelt mal...


    Gruß
    Ludger


    * AS, OS, MS, Thymol sind hier genauso gemeint, wie Amitraz, Coumaphos, Flumethrin, Kampher oder Kamillentee. Nicht gemeint sind echte Futterstoffe, wie Zucker, Honig, Wasser, Pollen, evtl. Pollenersatz.

  • Ich behandele meine Zuchtvölker seit 5 Jahren nicht. Gemäß Rücksprache mit Büchler wird in Kirchhain behandelt und es wird nicht komplett Behandlungsfrei getestet. Darum habe ich weiter oben schon geschrieben, das die Völker aus der Umgebung eine entscheidene Rolle spielen, bei den Überlebensständen. :u_idea_bulb02:

  • Sicher Werner, doch ist es nicht mehr so schlimm wie vor 5 Jahren als Behandlungsfanatiker die Stände von Nichtbehandlern abbrennen wollten, bzw gleich mal pauschal den Vet oder wen auch immer auf ein hetzen oder verklagen wollten.

    Aber es hinterlässt Narben und man wird vorsichtig.


    Grüße

    Werner

  • Sicher Werner, doch ist es nicht mehr so schlimm wie vor 5 Jahren als Behandlungsfanatiker die Stände von Nichtbehandlern abbrennen wollten, bzw gleich mal pauschal den Vet oder wen auch immer auf ein hetzen oder verklagen wollten.

    Aber es hinterlässt Narben und man wird vorsichtig.


    Grüße

    Werner

    Guten Abend Werner.


    Dank den Veröffentlichungen von Martin Dettli, ist in der Schweiz mehr "Toleranz" vorhanden.

    Ich habe aber generell kaum etwas von diesen "Anfeindungen" gegen die nicht Behandler mitbekommen, geschweige denn etwas davon selber erlebt.


    Lg Sulz.

  • Vor Jahren gab es bei mir in der Gegend einen Imkermeister, der aktiv bei der agt mitgemacht hatte. Ich half ihm einen abgelegenen und isolierten Überlebensstand einzurichten. Ich selbst war der Imker mit dem mit 2 km am nächsten gelegenen Bienenstand.

    In der Gegend gab es dann viele Winterverluste. Ratet Mal wer daran Schuld war?

    :confused:

    Der Imkermeister, der den Überlebensversuch schon im September wegen einer über der Schadschwelle liegenden Milbenbelastung abgebrochen hatte.

    :wink:

    Ich persönlich hätte keinerlei außergewöhnliche Milbenbelastung und es überwinterten ausnahmslos ALLE meine Völker ohne Verluste.

    Upps, ich hatte ein weiselloses Volk...

    :lol:


    Den Ruf als "Milbenimkermeister" hatte er ab da weg. War ja einfacher auf andere zu zeigen, als zuzugehen, dass man selbst versagte...

    :eek:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Guten Abend Ludger.

    Was ich nach wie vor kritisch sehe, ist eine pauschale, unüberwachte Nichtbehandlung. Massiv vermehren und im Frühjahr schauen was übrig ist,

    Diese Variante, betrachte ich nicht als Sinnvoll. Da sterben zuviele Völker, was ein schlechtes Licht auf die Arbeit zu der Behandlungsfreiheit wirft.

    Hier wäre ich interessiert, ob es noch (neue) Ideen gibt, die nicht seit mindestens 5 Jahren (naja eher 150 Jahren) diskutiert werden. Aber sammelt mal.

    Von meiner Seite her, kenne ich da keine weiteren Elemente, welche zu einer Vorgehensweisen mit befallsorientierten Behandlung passen würden.


    Bei mir kann der Befallsdruck, in den Völkern zuweilen auch mal recht hoch ansteigen. Erst dann muss ich eventuell weitere "Elemente" zum Schutz des Volkes anwenden.


    Lg Sulz.

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