Varroatoleranz und Populationsgenetik

  • Warum wusste ich, dass hier keiner Verluste hat und natürlich nur abgibt? Warum gibt es dann die Verlustzahlen, die eher zu niedrig, als zu hoch genannt werden?


    Ein Berufsimker kann sich das nicht leisten.


    Und als Verlust werden vereinte Völker nicht mit gezählt. Das macht man ja vor dem Winter.


    Man mag das Problem verdrängen. Aber ich finde es gut, wenn Ludger und rase mit ihren Mitteln vielleicht ein paar Imker vor Winterverlusten bewahrt haben.

  • Es gibt aus verschiedenen Gründen Situationen in denen man zukauft, sei es Königinnen oder Völker.

    Da sind Verluste unter anderen nur ein Grund.

    Und ja, ich habe sowohl aus diesem als auch aus anderen zugekauft.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Nun ja, gibts nicht, was es nicht geben darf.

    Also alle haben Verluste, auch ich.

    Da ist ein Ableger ohne Kö, dort ein Volk ...

    Doch Winterverlust (von etwa September bis April) habe ich seit 3 Jahren nicht gehabt.

    Auch wenn manche immer noch glauben, ich hätte gar keine Bienen.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • keinimker

    Wenn man mich missverstehen will, kann man das tun. Aber dann liegt der Fehler nicht bei mir.


    Wer nur im kleinen, auf seine Imkerei sieht, der mag keine Verluste sehen. Aber wer seinen Blick erweitert, erkennt, dass die eigene Imkerei, gerade als Hobbyimker mit wenigen Völkern, kaum eine Rolle spielt.

    Man muss verstehen, dass man nicht alleine ist, wenn man Bienen hat. Handeln oder nicht handeln, haben Einfluss auf die Nachbarn.


    Das wurde auch in Donaueschingen schön gesagt. Man kann keine Monstervölker halten, wenn die Nachbarn nicht mitziehen.


    Es ist ein Mannschaftssport, auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen.

  • Liebe ImkerforumsleserInnen,

    durch populationsgenetische Selektion wurden auch für Berufsimkereien Wege in die Behandlungsfreiheit gefunden.

    https://www.tandfonline.com/do…080/00218839.2016.1160709

    Ziel des Feldversuches war die Völkerselektion in Richtung Varroaresistenz, unter Berufsimkereibedingungen. Dies sollte durch Herausbilden eines entsprechenden Genpools erreicht werden. Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine Vielzahl von Genen allein am Hygieneverhalten beteiligt sind.

    In einer langfristig angelegten Versuchsreihe wurden 268 Völker im Jahr 1999 ohne Varroabehandlung getestet. Nach Verlusten von mehr als 2/3 wurden neue Völker gebildet.

    2013 wurden dann 519 behandlugsfreieVölker in Berufsimkereien eingesetzt.

    Es wurde mit Königinnen aus kommerziellen Zuchten in Lagstrothbeuten mit der Methode „Überlebenstest“ gearbeitet. Gestorbene Völker wurden durch Ableger mit Königinnentöchtern der besten Überlebenden ersetzt.

    Gruß vom Harry

  • Hallo Harry, das ist ja interessant.
    Ich kenne eine Imkerei, bei der klappt es nun schon seit 27 Jahren ähnlich, in einem, dies unwissend ignorierenden Umfeld.


    Gruß, Manne

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • So wurde früher die Behandlungsfreiheit angegangen, zu der eine "Anleitung zum züchten einer varroaresistenter Biene" im 2004 verfasst wurde (Eric Oesterlund).


    Heute werden nun Vorgehensweisen in der Praxis geprüft und umgesetzt, bei denen es kaum noch Verluste gibt. Dabei wird nun mehr auf das Verhalten der einzelnen Völker, und deren Genetik geachtet. Die gesammte Populationsgenetik, wird dabei nicht mehr beachtet, da dies zu keiner nachweislichen Stabilität geführt hat.


    VSH, sticht zur Zeit als positives Merkmal hervor. Inwieweit VSH ein rein genetisch bedingtes Verhalten ist, oder noch andere Faktoren daran beteiligt sind, ist noch unklar.


    Aber eben........Wie sieht eine Anleitung zu der Umsetzung in der Praxis denn nun aus?


    Lg Sulz.

  • Ich kenne eine Imkerei, bei der klappt es nun schon seit 27 Jahren ähnlich, in einem, dies unwissend ignorierenden Umfeld

    Manne

    Einige - vielleicht wenige - haben schon von deinen 27 Jahren profitiert. Ich habe viele deiner Informationen (von vor vielen Jahren, aber immer noch hier im Forum nachzulesen) herausgezogen. Neben den in anderen Weltgegenden stattgefundenen Anpassungen von Bien und Milb sind vor allem die Beispiele von dir und Werner für mich Ansporn, die behandlungsfreie Imkerei anzustreben.

  • Wenn man nicht behandelt, bist halt schnell Mal in der Spinner-Ecke. Da muss man dann aber auch drüber stehen und denken:


    Meine Mädels können das!

    :daumen:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Ich kenne eine Imkerei, bei der klappt es nun schon seit 27 Jahren ähnlich, in einem, dies unwissend ignorierenden Umfeld

    Neben den in anderen Weltgegenden stattgefundenen Anpassungen von Bien und Milb sind vor allem die Beispiele von dir und Werner für mich Ansporn, die behandlungsfreie Imkerei anzustreben.

    Guten Abend Harry.


    Na endlich..Wird auch langsam Zeit, dass du dies vielleicht auch mal in der Praxis umsetzen würdest.


    Wie habe ich gelesen: "Id schwätza, schaffa"?.....


    In dem Sinne, wünsche ich dir viel Erfolg bei der Umsetzung in der Praxis....Und willkommen im Club (der Spinner)..Lach.


    Lg Sulz.