Varroatoleranz und Populationsgenetik

  • Und der Zukauf von Königinnen ist auch Import!

    Es werden nicht nur positive Erbanlagen eingekauft.

    ... und welche Damenlinie bleibt am Standort, die vorhandene oder die gekaufte ...

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Har Importe sind nicht egal.


    Wer sich die Zahlen mal zu Gemüte führen mag.

    DIB sagt, 1Million Völker zirka in Deutschland, Verluste je nach Gebiet letztes Jahr bis zu 30 Prozent. Durchschnitt 13-17 Prozent. Macht 130 000 -170 000 Völker, die den Winter nicht überstehen.

    Es zeigt sich nur leicht steigende Völkerzahlen, obwohl fleissig Völker importiert werden.


    Wenn wir Importe von Völker nicht wollen, dann müssten wir Hobbyimker so gut sein, dass der Winterverlust mit den eigenen Völkern abgedeckt wird. Aber das klappt nicht richtig. Obwohl viele Berufsimker in Deutschland auch Völker verkaufen, schaffen sie es nicht, den Markt zu decken. Bzw. Wirtschaftlich lohnt es sich auch nicht, nur Völker zu produzieren. Da sind Völker zu günstig.


    Wenn wir also keine Importe mehr zulassen.... Königinnen, Kunstschwärme und Co.. dann müssten wir mit dem Leben, was hier an Völkern durch den Winter gebracht wird. Das würde die Preise für Völker innerhalb der nächsten Jahre ansteigen lassen. Da immer wieder Varroajahre auftreten.


    Der Berufsimker würde einen anderen Stand bekommen und andere Preise bekommen.


    Der Züchter hingegen würde vor anderen Problemen stehen. Er muss dann mit den Königinnen der Linien ziehen, die hier in Deutschland vorhanden sind. Was genetisch schon schwierig ist, da immer der Run auf das beste Material erfolgt und man so genetisch eng zusammenrückt.


    Problem ist bei steigenden Preisen, dass Imker nach Verlusten aufgeben. Man wird einen Schwarzmarkt aufbauen. Imker werden noch mehr sich mit alternativen Behandlungsmethoden befassen.


    Es hört sich verrückt an, aber da es zu keiner Toleranz kommen wird. Brauchen wir Importe von Bienenvölkern um unseren Stand zu stabilisieren. Ohne Importe wird es sogar für die Berufsimker schwierig die Verluste auszugleichen.


    Der Knackpunkt ist das Können des Hobbyimkers und da stehen wir leider nicht so gut da.

  • Ich weiß nicht wie es diesen Winter läuft, aber in den vergangenen dreien war kein Ausgleich nötig.

    Es ist nicht zwingend, dass mit vsh-/smr-Bienen, ob aus Zuchtanstrengungen oder zufälligen Konstellationen, eine Überwinterung zu 100 % gelingt. Umgekehrt müssen Bienenvölker ohne diese Eigenschsaften nicht zu 25 - 30 % im Winter verlustig gehen. Da gibt es ausreichend Möglichkeiten, die man kennen muss und zeitgerecht einsetzen kann.


    Ohne mich da auszunehmen, dürften die Verluste überwiegend auf Zeit-, Wissens- oder Selbstdisziplinmangel zurückgehen; man könnte es auch Kapazitätsmangel nennen.


    Insofern wäre das erste Ziel für jeden Imker (generisches Maskulinum!), verlustfrei über den Winter zu kommen.

    Der Knackpunkt ist das Können des Hobbyimkers und da stehen wir leider nicht so gut da.

    Ja, damit fängt es an - das Hobby ernst nehmen, diesem Kapazität (Wissen, Zeit, sich kümmern) einräumen.