Varroatoleranz und Populationsgenetik

  • FranzXR , danke für die Infos, bis auf den letzten Absatz. Zum züchten bin ich nicht nur schon etwas alt um die Ergebnisse zu sehen, mir sind vor allem die dazu notwendigen motorischen Fähigkeiten abhanden gekommen. Das handwerkliche Know how habe ich nicht vergessen. Auch habe ich nur Fragen gestellt und nicht „dumm geschwätzt“. Wenn Du meinen Beitrag richtig liest, schlage ich nicht vor die Killerbiene einzuführen, sondern die genetischen Unterschiede welche die Eigenschaft der Varrostesistenz bestimmen zu erforschen und ob es hierzu Erkenntnisse gibt. Das darf doch gestattet sein. VG Jörg

  • Klar sind beliebige Fragen gestattet. Verständlich ist auch der Frust manchmal darüber, weil selbst hier im Forum oft in unterschiedlichen Threads immer wieder die gleichen Fragen durchgekaut werden. Manchmal hat man den Eindruck als wenn jemand etwas fragt, weil er es cool findet, ohne überhaupt darüber nachgedacht zu haben, geschweige den Inhalt alter Threads wahrgenommen hat.

    Sei es wie es sei. Luffi hat zu den DNA Sequenzen schon mal etwas geschrieben. So wie ich mich erinnern kann, ist neben der additiven Eigenschaft in der Vererbung die wesentliche Schwierigkeit bei der Suche der passenden Gene auch der Genort für eine gleiche / ähnliche Eigenschaft immer wieder mal unterschiedlich.

    Das adaptierte man aus DNA Sequenzuntersuchungen von Bienen mit verbürgten Eigenschaften.

    Ich meine seit 2019 beteiligt sich Buckfast Süd an einer Genuntersuchung innerhalb ihres VSH Projektes, weiß allerdings nichts zu Untersuchungsergebnissen oder Zwischenberichten.


    Bisher wurden offiziell immer 3 Arten für varrosensitives Verhalten benannt.

    SMR, Grooming und VSH. Ich selbst konnte auch gelegentlich das einsargen von Brutzellen beobachten bzw habe es als solches gedeutet, da über lange Zeit immer die selben Brutzellen verdeckelt blieben und der Rest schon längst geschlüpft war.

    Darum habe ich irgendwann mal so eine Zelle geöffnet und eine abgestorbene Larve/Biene und Milbe gefunden.

    Kann alles Zufall sein, wenn man jedoch nicht drauf sensilibiert ist dies zu untersuchen wird man es kaum finden. Beim nächsten Mal werde ich solche Zellen mal farblich markieren und die Brutwabe zum späteren Vergleich fotografieren.


    Und gleiches gilt auch für die Selektion von anderen Völkern, wenn man nicht weiß worauf man achten sollte.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Inzwischen sind weitere 15 Jahre ins Land gezogen...

    Guten Abend.


    Dies waren aber sehr interessante, und lehrreiche Jahre.


    Dabei wurde mir klar, dass weder eine Zufallsgenetik, und auch nicht die "Wildvölker", den weiteren Verlauf beeinflussen werden.


    An der Varroatolleranz/resistenz, wird auf verschiedenen Ebenen gearbeitet......Bei der Zucht, könnten wohl viele ihren Beitrag dazu geben.


    Lg Sulz.

  • Na dann mach das doch so und berichte über Deine Fortschritte! (Nicht "theoretisieren" sondern "handeln und berichten"! ;-) :-) )

    .... wenn ich hier ein großes Waldgebiet mit vielen Völkern drin (vor allem auch einigen wilden Völkern) und selber mehrere Hundert Völkern hätte, würde ich das auch machen ..... denn genau so geht klassische Züchtung.

    Wir glauben zu wissen, welche Eigenschaften der Bienen die Milben in Schach halten könnten, bloß inzwischen fehlt mit jeglicher Glaube daran. Ergo: Man sollte die Natur selektieren lassen!

  • Dieses Gesulze ist überflüssig, wo das Imkern seit fast dreißig Jahren, trotz der Varroen, wie vor den Varroen erfolgt und der Durchschnittsertrag aus der Vorvarroazeit gar nicht mehr erwünscht ist.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • ...selber mehrere Hundert Völkern hätte, würde ich das auch machen ..... denn genau so geht klassische Züchtung.

    Man kann sich auch in Zuchtgruppen zusammenschließen, dann muss nicht jeder hunderte von Völkern haben. Aber eine Gruppen zu gründen und zu koordinieren ist ja mit Arbeit verbunden... - da ist es schon praktischer zu "theoretisieren" und von anderen verlangen das sie die Mittel aufbringen und die Arbeit tun... - eine andere Alternative wäre sich einer "Varroatoleranzzuchtgruppe" anzuschließen und mitzuarbeiten, solche Gruppen gibt es in der Zwischenzeit schon.... ;-) - so einer Gruppe habe ich mich angeschlossen :-) ...

    Wir glauben zu wissen, welche Eigenschaften der Bienen die Milben in Schach halten könnten, bloß inzwischen fehlt mit jeglicher Glaube daran.

    "Glauben heißt nichts wissen", in den letzten 20-30 Jahren wurden schon vieles diskutiert und das allermeiste wieder verworfen weil es nicht funktioniert hat, aber in der Zwischenzeit gibt es 2-4 Dinge wo sich der Verdacht zu erhärten scheint, also ich bin nicht so pessimistisch ;-)

    Man sollte die Natur selektieren lassen!

    So haben die Imker in Deutschland angefangen als die Varroa kam und, was soll ich sagen, es hat offensichtlich in Deutschland nicht funktioniert....

  • Na dann mach das doch so und berichte über Deine Fortschritte! (Nicht "theoretisieren" sondern "handeln und berichten"! ;-) :-) )

    .... wenn ich hier ein großes Waldgebiet mit vielen Völkern drin (vor allem auch einigen wilden Völkern) und selber mehrere Hundert Völkern hätte, würde ich das auch machen .....

    Guten Abend wald&wiese .


    Die 14 "nicht Behandler", wo ich nun kennengelernt habe, haben bei wenigen Völkern die Behandlung ausgesetzt, und aus den überlebenden wieder vermehrt. Wildvölker, waren dabei aber keine beteiligt.


    Dies kann in gewisser Weise, als "natürliche Selektion" bezeichnet werden, und war damals wohl auch die einzige bekannte Vorgehensweise.

    Wie sich nun in den letzten paar Jahren herausgestellt hat, kann diese Vorgehensweise mit Zucht und Selektion verbessert, bzw, die Verluste verringert werden.


    Könntest du mir nun erklären, warum du dazu hunderte von Bienenvölkern, und einen Wald mit Wildvölkern benötigst?


    Lg Sulz.

  • und der Durchschnittsertrag aus der Vorvarroazeit gar nicht mehr erwünscht ist.

    Diese Aussage, trifft sogar zu.

    Denn vor der Varroa, war ich noch Erwerbsimker, und auf den Honigertrag angewiesen.

    Heute lebe ich von der Landwirtschaft, und halte die Bienen zum Hobby.

    Die Honigernte, ist dabei eigentlich auch nur eine Mehrarbeit, und Arbeit, habe ich in der Landwirtschaft eigentlich genug.............ABER!!!!


    Offenbar bin ich dir mit meinem Beitrag auf die Füsse, oder in dein Gehege getrampelt......Ansonsten, hättest du diesen Beitrag nicht geschrieben.


    Ein "Zack", hätte aber gereicht.


    Lg Sulz.

  • Es ist doch völlig egal, auf welchem Weg das Ziel varroafester Bienen erreicht wird.


    Von den Zuchterfolgen ist mir noch nicht bekannt geworden, dass Zuchtpopulationen dauerhaft ohne Behandlung auskommen – oder hab ich da was verpasst? Dagegen gibt es NichtbehandlerInnen und Regionen in denen nicht behandelt wird.


    Z.B. hat Manne sein Vorgehen und seine Erfahrungen über Jahre hier im Forum (immer noch nachlesbar) mit uns geteilt. Danke dafür! Dass er heute manchmal etwas kryptisch daher kommt, kann ich irgendwie nachvollziehen.


    Warum sich Erfolge nicht „transportieren“ lassen? Eine Möglichkeit könnte sein, dass für das erfolgreiche Überleben in einer Region der Drohnenmix überwiegend aus varroafesten Herkünften kommen müsste.

  • Und der Zukauf von Königinnen ist auch Import!

    Es werden nicht nur positive Erbanlagen eingekauft.

    ... und welche Damenlinie bleibt am Standort, die vorhandene oder die gekaufte ...

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)