Varroatoleranz und Populationsgenetik

  • und wovon geht er aus?

    Vor Varroa Zeit?

    Vor Umweltvergiftungs Zeit?

    Vor Klimaveränderungszeit?

    Vor Monokulturzeit?

    Vor Vor Vor........

    Glaubt Tautz wirklich selber alles was er so sagt? Mir erscheint das sehr oberflächlich...langt ja offenbar:cry:

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


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  • Glaubt Tautz wirklich selber alles was er so sagt? Mir erscheint das sehr oberflächlich...

    Für mich ist ein ganz anderer Teil des Interviews die Schlüsselpassage.

    Zitat

    Wie viele wild lebende Honigbienen-Völker gibt es in Deutschland wohl im Vergleich zu Imker-Honigbienen?

    Tautz: Im Deutschland werden etwa eine Million Bienenvölker von Imkern gehalten, den Bestand an wildlebenden Bienenvölkern kann man nur schätzten. Zieht man die Anzahl natürlicher Nisthöhlen in Betracht, könnten hier etwa 80.000 Bienenvölker wild leben. Das sind europaweit nur zwei Prozent aller Bienenvölker. Das scheint auf den ersten Blick eine vernachlässigbare Anzahl zu sein. Dabei unterschätzt man aber zwei absolut relevante Aspekte: Eine solche Population bietet eine ausreichende Basis für die Arbeit der natürlichen Selektion - und die Bestäubungsleistung ist in Ergänzung zu allen anderen Bestäuberinsekten hinreichend angesichts der weit verbreiteten artenarmen Wirtschaftswälder.

    Die Hypothese von Tauzt könnte man im Klartext auch so formulieren: Es gibt genügend wild lebende Völker, die Honigbiene könnte jederzeit zum Wildtier ernannt werden, wenn die Nutztierhaltung in Europa abgeschafft wird. - Die Bestäubung wäre dennoch gesichert.

  • ... Die Hypothese von Tauzt könnte man im Klartext auch so formulieren: Es gibt genügend wild lebende Völker, die Honigbiene könnte jederzeit zum Wildtier ernannt werden, wenn die Nutztierhaltung in Europa abgeschafft wird. - Die Bestäubung wäre dennoch gesichert.

    oder:

    Gerade wegen der vielen Probleme in der Toleranzzucht scheint es überlegenswert zu sein, sich verantwortungsvoll mit dem permanenten Überlebenstest zu beschäftigen. Er ist alternativlos, auch vor dem Hintergrund, dass er neben seinen Risiken eben auch die Chance eröffnet, Biens sich wieder zu vollwertigen Biens entwickeln zu lassen, was ganz nebenbei die weitgehende Merzung etwaiger Fehler der Zucht und Züchtelei am Organismus Bien und in der betreffenden Population beinhalten würde.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Und ewig vergessen die Wesensgemäßen, dass Habitat ungleich Beute ist und die Biene in einer aufgeräumten Kulturlandschaft leben muss, die eben - Überraschung - gar nicht mehr so ist wie früher, als die Biene, von menschlicher Knechtschaft nicht betroffen, wild und frei lebte.


    Mir ist da auch immer ein bisschen zu viel „früher war alles besser“ Romantik dabei...

  • Und ewig vergessen die Wesensgemäßen, dass Habitat ungleich Beute ist und die Biene in einer aufgeräumten Kulturlandschaft leben muss, die eben - Überraschung - gar nicht mehr so ist wie früher, als die Biene, von menschlicher Knechtschaft nicht betroffen, wild und frei lebte.


    Mir ist da auch immer ein bisschen zu viel „früher war alles besser“ Romantik dabei...

    Und wer vergisst das? Wer sind die "Wesensgemäßen"? Wer weiß nicht, dass die Kulturlandschaft sich verändert hat? Mancher spricht auch von Natur! Wo ist sie denn geblieben? Und wer spricht von Knechtschaft?

    Und früher war kaum etwas besser. Zuerst, es war anders. Sicher gibt es eine ganze Reihe von Tatsachen, die die Situation des Lebens nicht einfacher oder gar besser machen. Das betrifft aber nicht nur die Bienen. Es betrifft genauso ausgeprägt die Menschen. Sie wollen es aber nicht wahrhaben obwohl sie alle Möglichkeiten des Denkens und Erkennens besitzen, um das in aller Klarheit darzustellen.

    Wie sagte einer? Alle denken nur an sich, nur ich denke an mich!

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Es gibt genügend wild lebende Völker,

    meines Erachtens nach in hohem Maße durchgebrannte Schwärme.

    Jedes Jahr , immer wieder.

    Würde nix mehr nachkommen, es gäbe keine Nachkommen (dank Milben...etc), zumindest nicht annähernd ausreichend um die dringend benötigte Bestäubungsleistung zu erbringen.

    die Honigbiene könnte jederzeit zum Wildtier ernannt werden

    auch hier... Die Bienen sind immer noch Wildtiere (werden das auch bleiben), wir bieten ihnen lediglich ein Zuhause, und wenden Gefahren ab (nötige Pflege), die in der Lage sind nicht nur einzelne Kisten, sonders auch ganze Landstriche (fast?) Bienenleer zu machen.

    Insekten haben in diesen Zeiten schwere Zeiten, und noch schwerere Zeiten vor sich, es wird nich besser!

    Die von Menschen gemachten unnatürliche Nachteile, die für Insekten sicher verheerend sind, nehmen bereits in rasender Potenz zu. Jeder kann ja muss es erkennen. Natürliche Populationen können diesem Tempo nicht mehr standhalten, nötige Anpassungen dauern viele viele Generationen, der Traum das Bienen das alleine hin bekommen, muss als solcher erkannt werden! Die können nicht von alleine hinterher.

    Ich bin überzeugt, das nur Zucht, also die Versammlung UND Erhalt, bester Eigenschaften in der Population die nötige Widerstandskraft verbessert/erhält und vielleicht ein Überleben (bestimmt nur in Obhut) möglich macht.

    Darwin dauert viel zu lange!

    "Wir"müssen die Bienen für die Zukunft stählen.

    Ob die Züchter schnell genug sind wird sich zeigen, ich hoffe es.....

    Arznei und Betriebsweisen werden irgendwann mehr und mehr versagen, (wir sehen das schon) die Milbe wird immer aggressiver....

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  • So wie ich WFLP verstehe, befürchtet er aber, dass der Scharm ein fremder Schwarm ist.

    Nein, der Abstand, den die gefundenen Völker in dem Untersuchungsgebiet zu den Bienenständen in der Umgebung haben, deutet darauf hin, dass es mehrere Generationen gibt, die unbetreut überlebt haben (also Schwärme aus geschwärmten Völkern).

    Ich habe mir von einem Kollegen aus meinem Verein berichten lassen, dass ein paar alte Imker, die er kennt, auf ähnliche Weise "behandlungsfrei" arbeiten: Die Überwinterungsraten liegen regelmäßig bei unter 50%. Aus dem, was überlebt, wird mit Schwärmen und Ablegern nachgezogen. Das ist eben auch ein Variante des behandungsfreien Imkers: ein fortwährendes Siechtum der Völker.

    Seeley berichtet ja aus dem Arnot Forrest auch, dass nur ein sehr kleiner Teil der jungen Völker den ersten Winter überlebt. Für den Erhalt der Population mag das ausreichen. Imkern stelle ich mir aber anders vor.

    Das passt zu einer Sache an die ich mich dunkel aus meiner Kindheit erinnere.

    Mein Vater hatte in seinen letzten Imkerjahren 5 Hinterbehandlungsbeuten und ich meine mich zu erinnern, dass ihm nach den Wintern meist nur 2 Völker oder auch weniger verblieben... und sich erfahrene befreundete Imker im Frühjahr sogar mit Bienen aushelfen mussten.


    Im Nachhinein vermute ich, dass dies die Jahre nach Auftreten der Varroa noch ohne funktionierendes Behandlungskonzept waren...

  • ich habe gehört

    deutet darauf....

    ich vermute

    usw.

    Fakten zählen!

    Fakt ist:

    Bis auf ganz ganz wenige geht alles was kontinuirlich beobachtet (werden kann) und NICHT spezieller Resistenz-Zucht entsprungen ist, ohne Pflege!! oft im 1en und 2en sicher im 3en Jahr ein.

    egal ob Wesens...... (konfessioneller) oder mit ......

    Immer noch, sogar vermehrt.

    für mich ein Holzweg

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  • Alle Bienen der Art Apis mellifera sind Teil eines großen gemeinsamen Genpools. Dauerhaft getrennt, würden sich einzelne Populationen auseinander entwickeln und neue Arten bilden.


    Die Genetik gezüchteter Exemplare strebt - sobald die Anpaarungen außerhalb der Belegstellensituation erfolgen - im Austausch mit dem Populations-Genpool immer wieder zu den artgemäßen Mittelwerten. So verstehe zumindest ich die Aussage von Tautz, von der „Rückkehr zum alten Zustand“ im Interview.


    Der gemeinsame Genpool setzt sich bei uns zusammen, aus den bei Imkern eingesetzte Zuchtlinien, aus den bei anderen Imkern genetisch nicht bearbeiteten Völkern und eben auch aus den Völkern, die in Baumhöhlen leben.

  • zumindest ich die Aussage von Tautz, von der „Rückkehrzum alten Zustand“

    wegen!


    den bei anderen Imkern genetisch nichtbearbeiteten Völkern

    sehr zum Nachteil!

    aus Gründen;(

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  • ???


    Keine Ahnung was Du aus meinem Post herausgelesen hast... es war doch kein Aufruf zur behandlungsfreien Bienenhaltung... wohl eher das Gegenteil... Ich möchte nicht jeden Winter einen Totalverlust befürchten müssen...


    Oder wolltest Du mir damit mitteilen, doch einfach den Mund zu halten wenn man keine wissenschaftlichen Inhalte beisteuern kann?

  • aus den bei anderen Imkern genetisch nicht bearbeiteten Völkern und eben auch aus den Völkern, die in Baumhöhlen leben.

    Dazu müßten die Imker aus dem Flugkreis der Nachbarn. Seh ich nicht. Und was die Schwärme in den zwei Jahren genetisch beitragen, die aus Imkerhand in Baumhöhlen ziehen um da im nächsten Jahr zu verrecken, muß mir auch noch jemand erklären.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife