Varroatoleranz und Populationsgenetik

  • So wie ich WFLP verstehe, befürchtet er aber, dass der Scharm ein fremder Schwarm ist. Also irgendwo bei einem Imker in der Nachbarschaft (relativ varroafrei, weil gut gegen Varroa behandelt) aus- und im Reservat wieder einzieht. Einmal bewohnte Nester ziehen Bienen nahezu magisch an.

    Das könnte man nicht als überlebende Population bezeichnen.

    Die verlinkte Veröffentlichung behauptet genau das: dass es keine Schwärme von Imkern aus der Nachbarschaft sind. Bitte schau doch mal selber rein!

    Gruß vom Harry

  • ja Kiki, es wird vermutet das crosing over die Milben verändern "kann", das zu prüfen "wäre" doch ma eine wichtige Aufgabe. Wenn dem so ist, sind Einflüsse in alle Richtungen zu bedenken, Milben könnten also böser oder sanfter werden. Gezielte gewollte Milbenzucht ist mir allerdings nicht bekannt.


    Allerdings, bei Bienen stellt crossing over auch einen denkbaren Einfluß dar, und es ist möglich danach zu suchen und zu Züchten, bzw wird intensiv getan. (Bewusst oder unbewusst)

    Fest steht, alle 12 Tage kann die Anzahl Milben verdoppelt werden.

    Dabei sind grosse Unterschiede in den Völkern an den Ständen feststellbar, ( bei gleichen Start und Halte Bedingungen) durch Auswahl und sorgfältige Anpaarung............

    DAS ist eben sehr sehr schwer, Mehrfachpaarung und Pathogenese sind Fluch und Glück gleichermassen.

    Positives wird mehr und mehr in unseren Bienen angereichert, dabei gibts Fort u Rückschritte, so wie nicht nur ich es feststelle, aber eben mehr Fortschritte.

    Es wird.......

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • So wie ich WFLP verstehe, befürchtet er aber, dass der Scharm ein fremder Schwarm ist.

    Nein, der Abstand, den die gefundenen Völker in dem Untersuchungsgebiet zu den Bienenständen in der Umgebung haben, deutet darauf hin, dass es mehrere Generationen gibt, die unbetreut überlebt haben (also Schwärme aus geschwärmten Völkern).

    Ich habe mir von einem Kollegen aus meinem Verein berichten lassen, dass ein paar alte Imker, die er kennt, auf ähnliche Weise "behandlungsfrei" arbeiten: Die Überwinterungsraten liegen regelmäßig bei unter 50%. Aus dem, was überlebt, wird mit Schwärmen und Ablegern nachgezogen. Das ist eben auch ein Variante des behandungsfreien Imkers: ein fortwährendes Siechtum der Völker.

    Seeley berichtet ja aus dem Arnot Forrest auch, dass nur ein sehr kleiner Teil der jungen Völker den ersten Winter überlebt. Für den Erhalt der Population mag das ausreichen. Imkern stelle ich mir aber anders vor.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Wenn schwärmen die Lösung ist, könnte man das ja vielleicht kontrolliert nachempfinden. Am besten nach der Honigernte ...

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • rall0r fancy ist es nur, wenn Denglisch: total brood entnäim. 8)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • manchmal wollen sie auch Standort und Imker loswerden,

    den letzten Nachschwarm in ca 8m Höhe, der trotz mehrerer Versuche mit dem Schwarmfangrohr weiter zog, verschwand nach mehr als 1,5km über Acker, Dorfsee im nächsten Schloßpark bzw Wald.

    Ein Trostpflaster war dann ein anderer Vorschwarm, der nebenbei in 2m Höhe abgepflückt werden konnte , und die Erkenntnis, das der nächste Imker erst in über 2km Entfernung ist.


    Nach der Honigernte...?

    Eher schon vorher, wenn sie noch voll in der Tracht sind und nicht in der Depression - keine Tracht mehr, Honiglager ausgeräubert und auch noch die gesamte Kinderstube inkl Pollen weg, nur noch leere Mittelwände....

  • Die Überwinterungsraten liegen regelmäßig bei unter 50%.

    ...

    Für den Erhalt der Population mag das ausreichen. Imkern stelle ich mir aber anders vor.

    Ja, das ist bestenfalls Bienenhaltung... - wollen ja einige auch nur; kein Honig.;)


    Eine Population, die jährlich zur Hälfte zugrunde geht, kämpft ums Überleben und wird wohl kaum überschüssige Energie für Honigvorräte aufbringen.


    Diese Konzeption kann bestenfalls für eine vorübergehende Zeit der Anpassung an die Verhältnisse akzeptabel sein; als dauerhafte Betriebsweise ist es m.E. eher Quälerei für Bien und Halter.