Varroatoleranz und Populationsgenetik

  • Können wir überhaupt die einen von den anderen Völker trennen?

    Deshalb Populationen, dh. eine größere Anzahl von Völkern die in genetischem Austausch miteinander steht, also einen gemeinsamen Gepool teilt. An den Rändern gibt es natürlich Austausch mit Nachbarvölkern. Die Völker sollten (in Form möglichst vieler Stände) über die Fläche verteilt sein. Dann gibt es vielleicht im Zentrum Völker, die überwiegend Austausch untereinander haben.

    Die Idee von Werner, sich zusammenzutun, würde die Aussichten verbessern.


    Für mich will ich erst mal schauen, was die Praxis der nächsten Jahre ergibt, bevor ich meine Nachbar-Imker möglicherweise in die Irre führe. Einige davon haben bei mir gelernt - die sind behandlungstechnisch möglicherweise sowieso ähnlich drauf.


    Die Forums-Nichtbehandler haben übrigens ganz viel über ihre Betriebsweise hier ins Forum geschrieben. Einfach mal die Beiträge von Manne, Werner und Sulz lesen!


    Gruß vom Harry

  • Harry im Forum ist seit nun mehr 20 Jahren soviel Wissen vergraben, da kann man monatelang verschiedene Threads über Behandeln oder nicht, VSH, SMR, VSB, kleine Zellen, chemiefrei imkern, Lusby, Österlund, Jungels, Guth und vieles andere lesen.

    Ist sicher eine Menge Mühe dabei das zu lesen, aufzuarbeiten, umzudenken und dann auch etwas zu tun oder zu lassen, aus welchen Gründen man sich auch immer scheut.

    @BienenEde

    Eine andere Sache ist es in ätzender Art und Weise sein Harm über etwas oder alles zu verstreuen und sich dann zu wundern, warum man so abweisend oder ätzend angegriffen wird. Naja das macht es jetzt nicht besser, aber diese Art Lebensüberdruß hilft niemanden. Klar Nerven auch die ewig optimistischen irgendwann mal, doch ist dies lebensfreundlicher und sympathischer unabhängig vom Wahrheitsgehalt einer Meinung, zumindest für mich.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Weil es passt, ich da viel Arbeit reingesteckt habe, es ein Diskussionsbeitrag sein soll, mache ich hier wieder mal schamlos Clickbaiting für meine Webseite:

    https://stadtrandhonig.de/2020…rauchen-wir-ein-umdenken/


    Sehr lang(-atmig), aber es ging nicht anders.

    Danke für den wirklich guten Beitrag. Er ist keineswegs zu langatmig und auch für Genetik (Fast-)Ahnungslose wie mich sehr gut verständlich. Böte sich super für Vorträge in Vereinen an.:thumbup:

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Und was ist mit BOND und/oder SOFTBOND ala John Kefuss? Besonders SOFTBOND scheint mir für Ängstliche mit vielen Völkern oder, wenn sich Kleinimker zusammenschließen könnten, um die sicheren Verluste auszugleichen, ein gangbarer Weg.

    John Kefuss - Vortrag

    SOFTBOND, ist meiner Meinung, und Erfahrung nach, sicher ein guter Weg.


    Heute bin ich der Meinung, dass eben der Weg von luffi und Co, der "Königsweg" ist. Nicht jeder, hat eine Zuchtgruppe gleich um die Ecke.

    Und da gibt es halt nicht viel anderes, als abzuwarten, oder einen anderen Weg zu gehen.


    Aber auch HARDBOND, kann ein Ansatz sein.......Dazu reichen 1-3 Völker. Ein Weg, der sich auch schon mit "ein paar" Völkern bewährt hat. Hilfreich ist es dabei, wenn auch noch genügend Völker mit Behandlung daneben geführt werden, welche den "unbehandelten" das überleben sichern.


    Viele Wege führen nach Rom.


    lg Sulz.

  • Guten Abend Werner.


    Da bin ich deiner Meinung.


    Wie ich schon in gewisser Weise geschrieben habe:


    Es geht eben nicht um das WIE!!!!........Sondern doch eher um das WANN, mit dem Weg in das "ohne" begonnen wird........Der Rest, ergibt sich schon fast von selber. (zumindest für alle, wo auch gewillt sind zu lernen)


    lg Sulz.

  • Aber auch HARDBOND, kann ein Ansatz sein.......Dazu reichen 1-3 Völker. Ein Weg, der sich auch schon mit "ein paar" Völkern bewährt hat. Hilfreich ist es dabei, wenn auch noch genügend Völker mit Behandlung daneben geführt werden, welche den "unbehandelten" das überleben sichern.

    Grundsätzlich richtig aber:

    Wegen der Milbe muss man kein Volk sterben lassen!


    Softbond in Verbindung mit gezielter Zucht ist da meiner Meinung nach eher der Weg. Und das auch für Imker mit 3-4 Völker. Zuchtgruppen findest du mittlerweile quer verteilt in fast allen Regionen in Deutschland. Engmaschige Kontrollen und wer aus dem Raster fällt wird behandelt, von der Vermehrung ausgeschlossen und im nächsten Jahr umgeweiselt. Schritt für Schritt. Die Natur ist da natürlich viel unbarmherziger... Aber im November leere Kisten abräumen und putzen muss man sich nicht antun.


    Gruß Chris

  • Hallo,

    BOND wie Softbond, haben in meinen Augen einige Probleme.


    a) Steckt man in einer Gegend mit hoher Bienendichte, so hat man kaum Chancen den eigenen Zuchtfortschritt stabil weiterzuführen, da man über die Drohnen aus der Umgebung immer einen hohen Einfluss unselektierter Genetik hat. Man rennt gegen Windmühlen, der sowieso schon von vielen anfänglichen Fehlschlägen begleitete Weg, wird immer länger und steiniger. Der Einzige Ausweg hier wäre. für kontrollierte Anpaarung zu sorgen, um eine Chance auf Erfolg zu haben. Steckt man in einer Gegend mit hoher Bienendichte, ist auch das Problem, dass die eigenen Völker zum Infektionsherd für Nachbarvölker werden, tatsächlich gegeben. Ob gerechtfertigt oder nicht, die Angst des Nachbarn ist kein guter Verbündeter.


    b) Sorgt man, um das Drohnenproblem aus a) zu umgehen, durch Mondscheinbegattung, oder instrumentelle Besamung für kontrollierte Anpaarungen, so steigt automatisch das Inzuchtrisiko und dies umso schneller, je kleiner die Zuchtpopulation (Völkerzahl) ist. Man ist also alleine aus diesem Grund gezwungen, mit vielen Völkern zu arbeiten. Wenn man mit vielen Völkern arbeiten mag und kann, so kann man unter Umständen auch wieder durch Verdrängung die "Drohnenhoheit" zurückgewinnen. In diesem Fall, sollte man sich Josef Kollers ROOTS Projekt ansehen.


    c) Befindet man sich hingegen in einer Inselsitutation (genetisch betrachtet) und betreibt eine echte BOND Auslese, besteht eine andere "Gefahr". Nämlich die, dass sich die eigentlichen Krankheitserreger, die Viren, schneller an diese neue Situation anpassen, als die Bienen eine effektive Maßnahme gegen die Milbe aufbauen können. Eine Situtaion in der der Wirt (das gesamte Volk, nicht nur die Königin) stirbt, wenn der Krankheitserreger zu "virulent" ist, selektiert in hohem Maße auf weniger tödliche Krankheiten. Die Viren als eigentlliche Krankheitserreger, passen sich sehr schnell an neue Situationen an - schneller als Biene oder gar Milbe. Dies ist, so lange man in der Inselsituation bleibt nicht unbedingt schlimm. Leider sind solche Bienen-Populationen aber nicht im eigentlichen Sinn (Milben-)resistent, sondern haben lediglich das Glück, dass sie keinen ernsthaften Viruserkrankungen ausgesetzt sind. Bekommen solche Völker Kontakt zu den ansonsten verbreiteten virulenteren Virenstämmen, brechen sie wieder zusammen, genau wie zu Beginn der "Zuchtbemühungen" auch.


    Alles in Allem dürfte es für die meisten von uns interessanter sein, sich an bestehende Züchtergruppen anzuschließen. Durch die Kooperation erhält man leichteren Zugang zu kontrollierter Anpaarung, kann auf Fortschritte von Kollegen zurückgreifen und umgeht durch die Gesamtzahl der gehaltenen Bienenvölker auch das Problem allzu schnell in Inzuchtprobleme zu rennen.


    Gruß
    Ludger

  • Alles in Allem dürfte es für die meisten von uns interessanter sein, sich an bestehende Züchtergruppen anzuschließen. Durch die Kooperation erhält man leichteren Zugang zu kontrollierter Anpaarung, kann auf Fortschritte von Kollegen zurückgreifen und umgeht durch die Gesamtzahl der gehaltenen Bienenvölker auch das Problem allzu schnell in Inzuchtprobleme zu rennen.

    Weiterhin wird die Zuchtpopulation der Gruppe größer und unter Umständen auch breiter wenn 10 Imker mit je 5-10 Völker dazustoßen.


    Gruß Chris

  • Randy Oliver verschenkt schlupfreife Zellen an seine gesamten Nachbarimker, um seine gewünschte Genetik im Umkreis zu haben.

    Das funktioniert wohl ganz gut. Ihn kostet es Cents, insofern hat es nur Vorteile für ihn, auf lange Sicht.


    Ich denke mal, wenn man VSH Genetik in die Breite drücken will, gibt es vielleicht keinen effektiveren Weg.

  • Randy Oliver verschenkt schlupfreife Zellen an seine gesamten Nachbarimker, um seine gewünschte Genetik im Umkreis zu haben.

    Das funktioniert wohl ganz gut. Ihn kostet es Cents, insofern hat es nur Vorteile für ihn, auf lange Sicht.


    Ich denke mal, wenn man VSH Genetik in die Breite drücken will, gibt es vielleicht keinen effektiveren Weg.

    habe ich auch schon laut 'drüber nachgedacht. Aber der Zweifel an der Qualität des eigenen Materials ... man will ja auch niemanden enttäuschen. (Und man möchte das dann ja auch die nächsten Jahre noch weitermachen können)


    Gruß
    Ludger

  • Genau ab da brauchts Leute wie Luffi, die sich den Ar.... aufreißen und wissen was sie tun und wie sie führen.

    Es gibt sie, aber es langt leider eben nicht nur opportun dabei zu sein......


    Es könnte auch sein das Werners Bienen besser mit Viren zurecht kommen:), weil sie nicht so verweichlicht sind, mach ma schön weiter!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione