Varroatoleranz und Populationsgenetik

  • wirken nach meinem letzten Kenntnisstand über die feuchten Haftlappen der Milbe, während die Biene durch ihren Chitinpanzer geschützt ist.

    Deine den Milben zugeordneten 'feuchten Haftlappen', haben die Bienen auch. Der Unterschied liegt darin, dass die Bienen diese 'verschließen' können. Dies erfolgt durch und mit dem ZUgreifen ihrer vorderen Haltekralle.

    Diese Haftlappen sind (ähnlich) aufgebaut wie jene Haftlappen andere Tiere, welche auf sehr glatten Flächen wie z.B. Glas senkrechrecht hochkrabbeln können.
    Jonas

  • Der Mensch hat keine Resistenz gegen Pistolenkugeln entwickelt und auch nicht gegen das Auflösen in einem Schwefelsäurefass, wieso sollte die Varroa gegen AS, OS, MS resistent werden? Diese TAMs wirken nach meinem letzten Kenntnisstand über die feuchten Haftlappen der Milbe, während die Biene durch ihren Chitinpanzer geschützt ist.

    Bitte daraus nicht schlussfolgern, dass ich ein Freund der Keulenmethode bin, aber im Zusammenhang mit org. Säuren kann ich keine Möglichkeit der Resistenz bei der Varroa sehen.

    Dass der Vergleich mit Kanonenkugeln und Schwefelsäurebad nicht nur hinkt, sondern eher beinamputiert ist, sollte auch dir klar sein.


    Die Anwendung von Ameisensäure ist ein schmaler Grat; zum Einen möglichst viele Varroamilben zu töten und zum Anderen Bienen möglichst wenig zu schädigen. Kleine Verschiebungen dieses Gefüges (Anpassung bezüglich des Verhaltens oder des Körperbaus) könnten eine Behandlung erschweren oder unmöglich machen. Beispiele solcher Anpassungen aus der Wunderwelt Natur, die man zuvor unmöglich gehalten hat, gibt es einige.


    Grüße vom Apidät

  • Ludger,

    dieses verflixte Englisch! Und die Untertitel ergeben nur mit Mühe Sinn.

    Echt schade!

    Aber trotz dem, mal Ehrlich, entweder kennen alle Harbo und was er sagt, oder es besteht kein Interesse spitz zu bekommen was er macht;(

    Hier dürfte eigentlich für rund 2std keine Post mehr zu sehen sein.... wenn geschaut und gehört würde!

    Statt dessen geht der geliebte Zank (darum?) ungebrochen weiter......

    Schaut euch bitte den Harbo an, es gibt was zu lernen!

    Wenn ihr nach Harris sucht werdet ihr auch fündig!

    Was bringt mehr? Streiten wie es geht oder lernen wie andere es gemacht und Erfolg haben?

    Wäre ein schöner Vorsatz fürs Neue Jahr;)

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Schaut euch bitte den Harbo an, es gibt was zu lernen!

    Ich bin gerade bei der Hälfte angelangt.


    Einer der Knallersätze bisher: "Arista hat in 4 Jahren das geschafft, wofür wir 15 Jahre gebraucht haben - und sie haben das Inzuchtproblem nicht, weil die Buckfast-Züchter schon vor Jahrzehnten dagegen Mechanismen entwickelt haben"


    Diese verfluchten Buckfastzüchter! ;-)


    Danke Ludger Merkens !

  • Das ist auch Interessant, steht alles drin, was man wissen sollte:

    Aus dem Institut für Agrar- und

    der Naturwissenschaftlichen Fakultät III

    der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg


    Einfluss der Brutentnahme bei der Honigbiene

    Apis mellifera auf die Leistung der Völker und ihre Parasitierung mit Varroa destructor


    Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades doctor agriculturarum (Dr. agr)


    (hab die Verlinkungen nicht hinbekommen)

    Googeln!


    VG Jörg

  • Dass der Vergleich mit Kanonenkugeln und Schwefelsäurebad nicht nur hinkt, sondern eher beinamputiert ist, sollte auch dir klar sein.

    Speziell deinen Einwand zur AS kann ich voll verstehen. Aber in einem Thread in dem es um einen langen Weg der Biene zur Varroatoleranz geht wird wieder mal die Keule gegen TAM-Behandler geschwungen, als ob die Varroa mit ihrem inzestösen Verhalten schneller eine Resistenz gegen Säure entwickeln kann. Das die Säuren immer noch und unvermindert wirken steht wohl nicht zur Frage. Die Milbe kann gegen so eine massive Verätzung keine Resistenz entwickeln und das ist die Analogie zum Pistolenschuss/Säurebad. In einem anderen Thread hat jemand 40x OS bedampft ohne letale Folgen für den Bien.

  • Bitte noch nicht zumachen!

    Populationen sind was anderes als einzelne Königinnen. Und Populationsgenetik ist was anderes als die Genetik einer Königin oder eines Drohn.

    Es fällt doch auf, dass es weltweit Regionen gibt, in denen Apis mellifera resistent gegen Varroa destruktor ist. Und dass diese genetische Befindlichkeit bisher nicht in Reinzuchtlinien reproduzierbar ist.

    Multifaktorielles Geschehen geht mit großer Komplexität einher, die kausal nur sehr schwer nachzuvollziehen ist. Deshalb ist die Natur bei der Eigenschaft "Überleben" immer noch die bessere Züchterin.

    Jedenfalls sieht es so aus, dass die resistenten Populationen, wenn sie sich erst einmal herausgebildet haben, auch ohne (und vielleicht gerade ohne) menschliches Zutun resistent bleiben. Wahrscheinlich um den Preis eines gewissen Prozentsatzes an Varroa-Verlusten.

    Gruß vom Harry

  • Dass Varroa gegen Säuren resistent würde, ist nicht die einzige Möglichkeit, die mit den Säurebehandlungen einhergeht. Für wahrscheinlicher halte ich, dass sich als Reaktion auf den dann nicht vorhandenen Selektionsdruck die Abwehrmechanismen des Bien "einschlafen" und die Reproduktion des Milb eher nach oben geht. Das sieht dann so aus, als würde Varroa resistent werden, weil immer mehr Säure benötigt wird.

  • Davon sind wir ja weit entfernt. Alle europäischen Apis-Arten kennen diesen Selektionsdruck doch erst 40 Jahre und ein Null-Milbenvolk wird es nie(?) wieder geben.

    Missverständnis?


    Die Milbe wurde 1978 in D eingeschleppt und seitdem wird behandelt. Es gab also keinen nennenswerten Selektionsdruck. Fast überall.


    Außer auf Gotland, einigen anderen Inseln und Regionen und in Südafrika wo aus unterschiedlichsten Gründen nicht behandelt wurde. Dort haben sich dann die Resistenzen herausgebildet.


    Apis mellifera - es handelt sich in allen Weltgegenden um die gleiche Art.


    Gruß vom Harry

  • Es ist zwar nicht nachvollziehbar, was wäre wenn?

    Ich sehe es aber so. Sicher ein Weg, der viel von einer Katastrophe gehabt hätte. Heute hätten wir das aber hinter uns. Aushalten hätten es die Imker müssen. Das ist keine Frage.

    Es wird keine milbenfreien Völker geben, aber Bienen, die mit der Milbe (gut) leben können. Und zwar alle!

    Dann gibts auch das Problem mit den falschen Genen nicht mehr, die dann immerwieder die Resistenzgene verfälschen.

    Können wir überhaupt die einen von den anderen Völker trennen?

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Ihr glaubt doch nicht, dass sofort alle Imker, die betroffen waren, behandelt haben und überall gleich die Varroa war 1978?

    Damals war zunächst das Veterinäramt für eine Behandlung zuständig. Und ja es wurden nur die Völker gesehen, wo man die Milben auf der Windel fand und ja, es wurden Völker deswegen auch abgeschwefelt....weil es sich damals um eine Tierseuche gehandelt hat. Da wollte man diese ausrotten. Erst im Verlauf nahmen die Bieneninstitute Einfluss und so wurde viel versucht.

    Allerdings nie flächendeckend, da Imker immer schon an Resistenz glaubten. Lest ruhig die alten Imkerzeitschriften..... Alle waren eher für nicht behandeln, bis die Welle der Ausbreitung über sie kam. Man muss die Milbe erleben, bevor man glaubt, dass sie die Völker tötet. So kam es zu grossen Verlusten in der Anfangszeit.

    Leider konnte weder das Veterinäramt noch die Bieneninstitute die Imker zu einem einheitlichen Weg überzeugen und so stehen wir noch genauso da, wie damals.

    Das wird uns auch mit dem Abschwefeln blühen, wenn der Beutekäfer kommt..... Leider ist der Ablauf immer gleich.


    Oh, ja es würde eine gute bis sehr gute Chance geben, Völker milbenfrei zu bekommen. Fragt mal die Berufsimker dazu.