Varroatoleranz und Populationsgenetik

  • Jein!

    Oder andere Wege gehen!

    Und es wird sehr teuer- Angebot und Nachfrage!!!!

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Und es wird sehr teuer- Angebot und Nachfrage!!!!

    wieso? Mein Leidensdruck ist gleich null. Wenn man anständig behandelt, gibt es kaum Probleme. Wenn der Rest aber nicht mehr Behandeln UND sich den Aufriß Belegstelle sparen will, wird man die Uninteressierten mit den Genen versorgen müssen. Passiert im Flugkreis von Belegstellen jetzt ja auch schon so :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wollte nur sagen, dass wir mit den mehrheitlich durchgeführten Methoden der Varoabekämpfung eher Resistenzen der Varoen erreichen als wir unsere Bienen resistent gegen die Varoa gezüchtet bekommen. Es sei denn wir überlassen es unseren Bienen auf dem Weg der natürlichen Selektion (Evolution ) sich selbst, mit der Folge dass die meisten von uns Totalverluste erleiden! Selbst das Ausschneiden der Drohnenbrut fördert langfristig den Befall der Arbeiterbrut, da diese Varoen einen Fortpflanzungsvorteil erhalten. Alles was wir machen dient zu einem Teil der Entwicklung der Varoarisitens der Bienen und andererseits der Entwicklung von Resistenzen bei den Varoen gegen unsere Behandlungsmethoden. Die Varoen sind hier im Vorteil, wegen der höheren Vermehrungsrate, Erwerbsimkerei bei gleichzeitiger Züchtung varoarisistenter Bienen schließt sich somit aus!

  • Nein!

    Sie sind gegenüber der Biene schwächer differenziert. Wenige genetische Veränderungen führen zu größeren Vorteilen.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Erwerbsimkerei bei gleichzeitiger Züchtung varoarisistenter Bienen schließt sich somit aus!

    Das halte ich für zu kurz gedacht.


    Ich habe hierzu interessante Amortisationsrechnungen eines Berufsimkers gesehen, der von einer Pauschalbehandlung seiner Völker, auf eine Behandlung nach Schadschwellen umgestellt hat. (Behandlung jeweils mit Ameisensäure)


    Er hat dabei Medikamentenkosten (AS ad. us vet.), Zeit für die Behandlung (Stundensatz), Zeit für die Varroabeprobung (Stundensatz) und (bei professioneller Durchführung) gesenktes Risiko für Auswinterungsverluste gegenübergestellt.

    Schon bei Gegenüberstellung der ersten Faktoren (ohne Berücksichtigung der Auswinterungsverluste) stellte sich für ihn heraus, dass er mit schadschwellenorientierter Behandlung (wenn auch nur wenig) günstiger fuhr. Die zusätzlich verringerten Winterverluste, machten das Bild für ihn eindeutig. Grundlage für seine Berechnungen, waren dabei seine eigenen Betriebs-Aufzeichnungen.


    Voraussetzung für den Erfolg einer solchen Vorgehensweise, ist sicherlich eine genaue Beobachtung der Völker. Messung, Aufzeichnug, Auswertung und Berücksichtigung der Befallsdaten.


    Zusätzlich erhielt er durch dieses Behandlungschema natürlich wertvolle Informationen, für die Selektion seiner Bienen. Wodurch sich langfristig sein Aufwand für die medikamentöse Behandlung (Medikamenteneinsatz und Arbeit) noch weiter senkte.


    Ich fand diese akribische Rechnerei mit Stundensätzen, Ermittlung von Arbeitsminuten etc. im ersten Augenblick ein wenig albern, aber letztlich liegt genau hier der Unterschied zwischen einer amateurhaften und einer professionellen Arbeitsweise.


    Festes Behandlungschema nach Kalender und Varroaresistenz-Züchtung sind hingegen schwierig zu vereinbaren. Selbst wenn man sich ausschließlich auf Tests, wie Ausräumverhalten (egal ob allgemeine Hygiene, oder VSH/SMR Daten), oder auch Varroabefall zu einem Behandlungszeitpunkt verlässt, bin ich skeptisch, dass dies auf Dauer trägt. Ohne Belastungstest, durch Einschränkung/Einstellung der Behandlung wird man kaum zum Ziel kommen. Was nicht heisst, dass diese Tests wertlos wären. Gerade VSH/SMR Verhalten scheint ein sehr wertvolles Signal für die Resistenzzucht zu liefern.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo Ludger,

    natürlich habe ich etwas überspitzt Argumentiert. Bin aber der festen Überzeugung dass einzelne gut gemeinte und sicherlich auch wissenschaftlich fundierte Methoden in überschaubaren Zeiträumen das Varoaproblem mindern aber nicht zufriedenstellend durch Erwerbs- und Hobbyimker gelöst werden können. Von Instituten, die nur das Ziel verfolgen varoarisistente erbfeste Linien zu züchten schon. Hier muss alle Kompetenz und Kraft gebündelt werden. Von mir aus auch durch eine Sonderabgabe auf alle gehandelten Importhonige (nicht ganz ernst gemeint). VG Jörg

  • Hallo Georgie,


    das mag ich nicht abschätzen. Hier kommen unterschiedliche Faktoren zum tragen. Man muss die genetische Lotterie im Hinterkopf haben. Obwohl in Deutschland, die meisten Berufsimkerein im internationalen Vergleich relativ klein sind, halten aber etliche von ihnen mehr Völker, als die Institutsimkerein. Damit ist die Chance, wirklich gut geeignete Völker im Bestand zu haben, im Umfeld der Berufsimkereien einfach größer.

    Die Untersuchungsmöglichkeiten, die systematische Überwachung und auch die wissenschaftliche Auswertung der erfassten Daten, kann von den Instituten natürlich besser geleistet werden. Aber auch da wundert sich der Laie, welche Ausrüstungen bei einigen Profis (Berufs, wie "Hobbyimker"), zur Verfügung stehen.


    Ich denke, dass die wirklichen Erfolge am ehesten in Kooperation zu erwarten sind. Und die jüngsten Projekte, die eben diesen gemeinschaftlichen Weg einschlagen, machen mich optimistisch.


    Die für den Agrarbereich sehr spezielle Struktur der Imkerei, dass die überwältigende Mehrheit der "Betriebe" sehr klein ist, (< 10 Völker) in der Kombination mit der speziellen Paarungsbiologie der Honigbiene, führt aber dazu, dass eine Anpassung in der allgemeinen Imkerpraxis tatsächlich auch eine wichtige Säule dieser Bemühungen sein wird.


    Gruß

    Ludger

  • Hallo Ludger, alles in Ehren. Jeder Erwerbsimker (also diejenigen wo der Honig im Vordergrund steht) testet seine Königin und behält sie dann mindestens 1 Jahr. Dann kann er frühestens eine möglich Varoarisistenz erkennen, also im Dritten Jahr davon nachzüchten. Das dauert, abgesehen davon wird ggf. gewandert mit all den damitverbundenen Risiken und Einflüssen (Räuberei im Fluggeggebiet). Da ist wirklich wissenschaftliches Forschen und Auswerten schwierig, eigentlich streng genommen unmöglich. Will da niemanden zu nahe treten, bin was Varoarestins betrifft etwas skeptisch. Bin jedoch weit davon entfernt wissenschaftlich mitzureden, Bienen sind mein Hobby, hier halte ich mich für einen guten Handwerker (Praktiker). Von den den Grundsätzen wissenschaftlicher Forschung im allgemeinen kenne ich gewisse Grundsätze. Deshalb eben kritisch aber mit großem Respekt gegenüber denen die mehr wissen und mehr können. Das was Du mir geschrieben hast hilft mir mehr zu verstehen, danke. VG Jörg

  • Liebe Leute,

    ich habe jetzt noch mal die Gotland-Zahlen angeschaut :

    Start mit 150 Völkern

    Nach 4,5 Jahren ohne Behandlung 7 überlebende

    Nach weiteren 6 behandlungsfreien Jahren 23 Völker.

    Also nach 11 Jahren ca. 1/6 der Startpopulation

    (Und in der Hochrechnung dann vermutlich ca. 15 Jahre, bis die ursprüngliche Zahl wieder erreicht ist)

    Gruß vom Harry (der auch dann glücklich ist, wenn die Koexistenz von Milb und Bien auf anderem Wege erreicht wird)

  • Und es wird sehr teuer- Angebot und Nachfrage!!!!

    wieso? Mein Leidensdruck ist gleich null. Wenn man anständig behandelt, gibt es kaum Probleme. ... :)

    Die Frage ist, wie man "anständig" definiert.

    Meine Anforderungen an ein Behandlungskonzept bzgl. Anstand und Leidensdruck:

    1. Eindeutig konform mit der deutschen Rechtslage (also für mich leider noch keine OS-Verdampfung; bitte nicht die Rechtslage hier diskutieren außer es gäbe aus den letzten Wochen definitiv neues)

    2. Keine Gefahr von Rückständen der Produkte in Honig bzw. Anreicherung in Wachs (das schließt für mich insbes. Perizin und Amitraz aus, Bayvarol und Thymol sind diesbezüglich wohl "grenzwertig")

    3. Möglichst keine Resistenzentwicklung (diese Gefahr sehe ich insbes. bei Amitraz und Bayvarol)

    4. Höchstens geringe Schädigung der Bienen; insbes. höchstens in Ausnahmefällen Königinnenverluste (Gefahr sehe ich insbes. bei AS sowie Träufeln, evtl. auch Sprühen, von OS)

    5. Guter Wirkungsgrad (nach meinen Erfahrungen und solchen aus dem Forum zumindest bei TBE bei Wirtschaftsvölkern und bei einmaliger Anwendung von MS bei Ablegern nicht garantiert)

    6. Vertretbarer Arbeits-/Zeitaufwand (bei der von mir gelegentlich eingesetzten MS-Blockbehandlung wohl für Profis zu hoch, auch bei TBE beträchtlich).

    7. Geringe Witterungsabhängigkeit (leider bei den meisten Verfahren, außer TBE, evtl. MS und sythetischen Produkten, nicht gegeben)

    Fazit: Ich sehe für mich persönlich derzeit kein Verfahren, das mir eine anständige Behandlung ohne Leidensdruck ermöglicht.
    Ich hoffe kurzfristig auf eine Zulassung der OS-Verdampfung und mittelfristig auf einen Erfolg der Züchtungsbemühungen)

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

    Einmal editiert, zuletzt von DerBergische ()

  • Jein!

    Oder andere Wege gehen!

    Und es wird sehr teuer- Angebot und Nachfrage!!!!

    Mir ging es um die Preise für die Bienen oder Käniginnen, die man dann bezahlen muss wenn man wieder bei Null anfangen will.

    Große Nachfrage / kleines Angebot!

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Warum sollte es keine Bienen mehr geben? Und im Umkreis von Belegstellen sind deren Königinnen günstig, oder umsonst. Wenn alles Belegstelle sein soll (Standbegattung) wird es ähnlich laufen. Das Machgefälle ist nämlich deutlich andersherum.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Die Frage ist, wie man "anständig" definiert.

    Meine Anforderungen an ein Behandlungskonzept bzgl. Anstand und Leidensdruck:

    Im Juli 'ne TBE mit OS sprühen (nicht MS), und im Winter träufeln. Wenn Du moralisch zum Verdampfen zu weit weg von der Grenze wohnst.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife