interessante Milbenzahlen nach Behandlung

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    Hallo liebe Forenmitglieder,
    heute habe ich wieder eine Frage bezüglich Milbenbefall. Ich imkere im ersten Jahr, nutze Dadantbeuten und habe mich für Buckfastbienen entschieden. Zur Zeit habe ich 6 Völker.
    Im Sommer habe ich eine totale Brutentnahme durchgeführt und danach mit Milchsäure und Oxalsäure behandelt. Bis Ende September lag ich weit unter der Schadschwelle. Wie bei vielen anderen Imkern stieg der Milbenbefall danach deutlich an und ich habe mit einer Oxalsäurebehandlung reagiert. Danach fielen bei einigen Völkern durchaus 200 Milben in 48 Stunden.
    Da die Völker allesamt noch in Brut waren und ich bei dem ungünstigen Wetter nicht zu sehr eingreifen wollte, habe ich mich für das Verdampfen von Oxalsäure für die weitere Blockbehandlung entschieden. Auch beim ersten Bedampfen fielen nochmals bis 150 Milben in 48 Stunden. Inzwischen bietet sich aber ein anderes Bild. In 3 Völkern hatte ich schon im Oktober keinen Milbenfall mehr nach der Behandlung zu verzeichnen. Bei den anderen 3 Völkern ist der "normale" Totenfall schwierig zu ermitteln - mal fällt in 3 Tagen 1 Milbe, mal fallen 3 Stück in 4 Tagen. Auf die Woche gerechnet also selten eine Milbe pro Tag.
    Nach der Bedampfung fallen in den ersten 48 Stunden zwischen 2 und 5 Milben - also nicht mehr, als beim "normalen" Totenfall der Milben(4 Wochen nach der letzten Bedampfung). Wie ist das möglich, müsste die Zahl der toten Milben nach der Bedampfung nicht wesentlich höher sein? Oder, wenn nur 5 Stück nach der Behandlung fallen, dürften doch nicht ebenso 5 Stück normal in der Woche fallen?
    Für mich ein Rätsel. Und da immer noch Milben fallen, gehe ich von einem kleinen Brutnest aus - oder erwischt man nie alle Milben?(Dagegen sprechen ja die 3 milbenfreien Völker)
    Wirkt die Bedampfung evtl. nicht so zuverlässig? Ich habe bei 7°C bedampft, die Bienen saßen schön locker in den Wabengassen.
    Würdet Ihr in diesem Jahr nochmals behandeln oder sind die Milbenzahlen so gering, dass Ihr den Bienen die wohlverdiente Ruhe gönnen würdet?
    Fragen über Fragen - für ein paar Hinweise wäre ich sehr dankbar.
    Beste Grüße
    Meapas

  • Hallo Meapas,


    alle Milben erwischst Du tatsächlich nie. Und selbst wenn: nächstes Frühjahr wären sie wieder da. Es ist auch gar nicht der Sinn der Winterbehandlung alle zu erwischen. Der Sinn ist vielmehr den Befall unter eine akzeptable Schwelle zu drücken.


    An einzelnen Tagen fallen mal mehr mal weniger Milben ab. Wenn Du zu dieser Jahreszeit den nat. Milbenfall beurteilen willst, wähle besser längere Zeiträume: z.B. 3 Wochen.


    Deine Milbenfallzahlen finde ich jedenfalls nicht beunruhigend. Ich würde nichts mehr unternehmen.

  • Meapas

    Im Spätsommer und Herbst (nach der Varroabehandlung) überwache ich die Völker anhand des natürlichen Milbentotenfalls. Bei normal starken Völkern toleriere ich einen Milbentotenfall bis zu 10/Tag, bei kleinen Völkern bis zu 5/Tag. Bedeutet: Ich lasse diese Völker in Ruhe! Der Milbenfall geht in Oktober/November ganz von selbst zurück. Nur wenn der Milbenfall diese Grenzen deutlich übersteigt, greife ich ein.

    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph,


    da bin ich gerade ein bissle beruhigt wenn ich deinen Text lese.

    Habe gerade etwas schwitzige Hände, da ich 5 Milben am Tag im Volk habe.


    Ich persönlich finde es ziemlich viel.

    Mein Imkerpate sagt auch: "alles easy"

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Das hast du falsch verstanden. Jetzt muss in jedem Fall behandelt werden, wenn mehr als 0,5 Milben/Tag fallen. Wir haben bekanntlich Dezember, nicht November.

    Gruß Ralph

  • ok, jetzt verstanden ;)

    Meine Bienen sind alle aus der Brut, somit können sich die Milben auch nicht mehr vermehren, da sie sich ja ausschließlich in der Brut vermehren, richtig?

    Dann heißt es, sauber werden bevor meine Dame wieder in Brut geht.


    Danke

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Vielen Dank Ralph,
    inzwischen bin ich auch beruhigt. Nach der letzten Behandlung hatte ich maximal 7 gefallene Milben nach 48 Stunden, danach fiel nix mehr. Alles gut und Winterruhe. Ich bin trotzdem froh, schon im Oktober und November auf einen geringen, normalen Milbenfall reagiert zu haben. Als Neuling wurde mir da immer von überflüssigen Behandlungen abgeraten und alles wäre kein Problem. Die gleichen Imker haben jetzt schon immense Verluste und bereits kahlgeflogene Völker. Nach der hastig durchgeführten Träufelung fallen tausende Milben! Als Erklärung höre ich jetzt, dass sei in manchen Jahren eben so und hätte nichts mit der Behandlung zu tun - eben Pech gehabt, nächstes Jahr werden mehr Ableger gemacht und dann wird es schon klappen. Das ist eben nicht! meine Imkerei und meine Auffassung von einer ordentlichen Bienenhaltung. :)
    Beste Grüße
    Meapas

  • Edgrr ,
    also ich habe erstmal versucht, die Milbenzahlen genauer zu ermitteln. Tatsächlich erwies sich die Methode mit der untergeschobenen Windel als durchaus brauchbar, die Puderzuckermethode fand ich besser und habe mich dann für die Methode mit dem Schüttelbecher entschieden.
    Bis Mitte/Ende September lag ich weit unter der Schadschwelle. Davor hatte ich eine TBE durchgeführt und die geschlüpften Bienen aus dem Sammelableger 1x mit Milchsäure und 1x mit Oxalsäure behandelt(gesprüht). Die brutfreien Völker habe ich ebenfalls mit OX besprüht. Der Milbenfall war danach wirklich gering. Anfang Oktober änderte sich die Situation schlagartig - die Milbenzahl nahm sprunghaft zu. Ich fragte einige Imker um Rat und die rieten mir von einer Behandlung ab, alles normal, bis zur Winterträufelung wäre nichts zu unternehmen.
    Obwohl es kaum noch Nektar gab, trugen meine Bienen ordentlich ein- ich musste sogar Futterwaben entnehmen - meine Vermutung ist, dass bereits schwache Völker in der Nachbarschaft ausgeraubt wurden und von dort auch die Milben kamen. Tatsächlich gab es dann auch einen direkten Zusammenhang zwischen Milbenlast und der Menge des eingetragenen Futters.
    Alle Völker waren noch in Brut, also kam nur eine Blockbehandlung in Frage. Ich entschied mich für Oxalsäure, beim ersten Mal habe ich noch gesprüht, bei den folgenden 3 Behandlungen habe ich sublimiert. Nach der ersten und zweiten Behandlung fielen im Schnitt zwischen 100 und 200 Milben in 48 Stunden. Bei der dritten Behandlung Ende November hatte ich dann schon einige Völker ohne Milbenfall nach der Behandlung und inzwischen bin ich mit den Ergebnissen zufrieden. Werde aber wachsam bleiben. Ab 7° Grad sind meine Bienen unterwegs und was mir hier vom Milbenbefall verschiedener Völker berichtet wird, beruhigt mich keinesfalls...

  • Nochmal ein Seiteneinstieg zum Thema TBE. Macht ihr das eigentlich jährlich oder alle 2 Jahre?

    Im Prinzip jedes Jahr, u.U, Ausnahme z.B. bei Völkern, die im Frühjahr wegen Weisellosigkeit kurze Zeit brutfrei waren.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Es kommt auf das Gesamtkonzept an. Ich unterziehe alle Wirtschaftsvölker der jährlichen TBE. Ableger kommen demzufolge im Folgejahr zur TBE, im Erstellungsjahr ist TBE bei meinen Ablegern auch gar nicht nötig.