Anweisung zur Tötung seuchenkranker Bienenvölker vom Verwaltungsgericht bestätigt.

  • Da haben Imker und Vet einfach nicht miteinander ordentlich geredet und das ganze ist eskaliert. Ich hatte selbst schon AFB auf dem Stand. Außerdem habe ich Bienenstände in 2 Landkreisen und damit mit 2 verschiedenen Veterinärämter im gleichen Zeitraum zu tun. Es waren auch zweierlei Vorgänge zur Sanierung. Beim einen Stand durfte sich der BSV nach seinem Gutdünken austoben und die Sperre tatsächlich ein Trachtjahr aufrecht erhalten und im anderen Landkreiswanderte ich nach Sanierung unter Aufsicht von 2 Veterinären Anfang Juli in die Waldtracht. Feststellung AFB am 2.April. Die Sanierung unter der Schirmherrschaft des Vet erfolgte über das Kunstschwarm verfahren. Brutwaben verbrennen, reife Honigwaben schleudern und Volk in neuer (anderer) Beute auf Mittelwände. Innerhalb von 5 Tagen waren die 10 MW im Brutraum (Akazientracht) ausgebaut. Bei nachfolgender FKP nach 6 und 8 Wochen war der Stand freigegeben.

    Es liegt doch im Interesse des Imkers dass sein Stand als saniert freigegeben wird.

  • Bei allem was ich hier lese ist immer noch nicht klar, ob die Streichholzprobe positiv war oder nicht, darauf kommt es an. War sie positiv, ist die Tötung berechtigt. War es nur die positive Beprobung dann ist die Tötung nicht berechtigt.

    Die 2 zuerst abgetöteten Völker waren klinisch und im Labor positiv....darüber debattiert auch keiner. Im Prozess ging es um 8 weitere Völker am Stand. Diese hatten keine Klinik und waren im Labor negativ. Tw. Sogar 2x getestet. Vulgo gesund. Dennoch mussten sie abgeschwefelt werden.


    M.

  • fritz49 : Diese Bemerkung geht völlig am konkreten Fall vorbei:

    a) Den Imker triftt hier der Vorwurf unzureichender Kommunikation keineswegs, im Gegenteil: Der hat alles Erdenkliche versucht...

    b) Ganz objektiv betrachtet, war für die gerichtliche Auseinandersetzung jetzt im Dezember genügend Zeit, den Sofortvollzug der ganz offensichtlich sachwidrigen Tötungsauflage nachweislich sporenfreier, gesunder Völker aufzuhalten. Dort lagen die objektiven Interessen des Imkers und seiner Bienen, nicht in der baldigen Standfreigabe noch im Dezember, nachdem dort die verordnete Friedhofsruhe eingetreten war!

    Abgesehen davon, daß es auf besagtem Stand nun nach Vollzug der Tötungsanordnung keine einzige Biene (weder kranke, noch gesunde) mehr gibt: Der Sperrbezirk kann ohnehin nicht mit gutem Gewissen aufgehoben werden, solange nicht alle Bienenstände darin auf Sporen untersucht wurden bzw. der wahre Infektionsherd gefunden und ausgemerzt ist. Dem Vernehmen nach ist mit diesen nach BienSeuchVO unverzüglich amtlich zu beginnenden Arbeiten noch nicht einmal angefangen worden. Der Bremser ist in diesem Falle ganz objektiv nicht der Imker!

  • Was willst gegen die Entscheidung des Vet mmachen? Er sitzt am längeren Hebel, da hast keine Chance. Er erhebt den Anspruch ( Kraft seines Amtes) zu entscheiden wie das weitere Vorgehen ist und das Gericht ist ihm gefolgt. Gibt es in Berlin keinen BSV ? Warum hat der Imker die 2 klinisch erkrankte Völker selbst beseitigt und nicht mit Hilfe des BSV ?

    Die meisten hier im Forum, auch ich, wissen nur was hier verbreitet wird. Ich glaube nicht dass einer der Schreiber beim Gespräch zwischen Imker und Vet dabei waren. Alles nur hörensagen bzw was der Imker von sich gibt. Wenn es im Spätsommer/herbst klinische anzeichen auf AFB gibt ist die Sache schon etwas älter oder sehe ich das falsch?

    Warum wird im Spätsommer bzw Herbst eine FKP gezogen?

    In BW (in meiner Ecke) ist es üblich im Frühjahr die Bienen zu untersuchen um die "Seuchenfreiheitsbescheinigung" kurz Seuchenzeugnis durch den BSV zu erstellen.

  • Wenn es im Spätsommer/herbst klinische anzeichen auf AFB gibt ist die Sache schon etwas älter

    Die Infektion kann sich v.a. in einem warmen Spätherbst wie diesem mit entsprechendem Brutgeschäft sehr schnell ausbreiten (2,5 Mrd. Stäbchen/Brutzelle!).

    Warum wird im Spätsommer bzw Herbst eine FKP gezogen?

    Z.B. für das DeBiMo.


    Warum hat der Imker die 2 klinisch erkrankte Völker selbst beseitigt

    Weil der AVet ihn persönlich mündlich so angewiesen und das Betreten des Standes durch weitere Personen strikt verboten hatte.

  • .... Gibt es in Berlin keinen BSV ? Warum hat der Imker die 2 klinisch erkrankte Völker selbst beseitigt und nicht mit Hilfe des BSV ?

    Genau hier liegt doch das Problem. Wir haben eine unglaublich hohe Imkerdichte und Berlin hat es wieder mal verpennt, entsprechende Strukturen zu schaffen. Es gibt aber mittlerweile Bemühungen, dies zu etablieren. Wenn aber der Vet. wie ein Elefant im Porzellanladen durch die Imkerschaft trampelt, ist die Bereitschaft naturgemäß eher gering.

  • Moin, moin,


    Faulbrut im Kontaktbereich dieses Standes ist sicher schon länger. Völker, die ein klinisches, sterbendes oder gestorbenes Volk abräumen, schleppen sich den Krankheitsstatus in die Beute.


    Die Quelle muss man suchen, nicht die Standnachbarn der kranken Völker schwefeln. Sanierung geht, wenn alle Völker im Bereich erfasst werden, siehe den Link von Reiner in #138.


    Die Argumentation für die Seuchenhygienische Einheit ist der Imker und sein Werkzeug, und das rechtfertigt, bei negativ beprobten Futterkränzen allenfalls eine Wiederholung der Probe im Frühjahr. Und, zwingend, da man über den Zeitpunkt der Infektion nichts weiß, die Sanierung der Honigräume und Absperrgitter.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Sag mal: Lest ihr euch die Sachen durch, bevor ihr hier irgendetwas schreibt?

    Wie Melanie geschrieben hat, geht es nicht um die beiden Völker, die positiv getestet wurden (und auch schon klinisch waren).

    Es geht um die 8 Völker, die unauffällig waren und im Labor negativ getestet wurden.

    Hier hat meiner Meinung ein übervorsichtiger, auf alle Fälle unwissender, AmtsVet eine Entscheidung getroffen, dies nur mündlich mitgeteilt und auf Vollzug gedrängt.

    Ich würde mich auch nicht hinstellen und die Tötung von 8 Völkern, die keinen positiven Befund haben, einfach so hinnehmen.

    Zumal der Herd ggf. noch nicht gefunden ist.

    Ich weiß auch nicht, was beim Abschwefeln der beiden Völker zusammen mit einem BSV anders gewesen wäre. Das Gericht hat ja noch nicht einmal die Seite des Imkers angehört, bevor die Anordnung des AmtVets durchgewunken wurde.

    Aber als AmtVet sollte ich doch erst einmal wissen, was in meinem Bezirk los ist, bevor ich losrenne und Tötungen von Völkern anordne. Monitoring betreiben. Den Herd suchen. Sonst bricht der ganze Wahnsinn wieder von vorne aus.

    Und sorry, ne, den gewissenhaften Imker, der eine FKP nimmt und das Ergebnis mitteilt, auch noch dafür zu bestrafen, dass er gewissenhaft gehandelt hat, ist echt fies und tut der Sache überhaupt nicht gut.

    Wie viele Imker überlegen sich jetzt, ob sie überhaupt FKP nehmen, wenn mit solchen Maßnahmen gedroht wird?

    Was ist mit einem Stand, der 100m weiter ist? Ist der nicht betroffen? Wo wird hier die Grenze gezogen? 2m neben einem befallenen Volk? 5m? 10m? 100m? Genau, Flugradius.
    Was ist mit den anderen Völkern dieses Imkers, die an anderen Ständen stehen? Sind die nicht ggf. auch mit dem gleichen Werkzeug bearbeitet worden? Werden die auch zur Tötung freigegeben, obwohl sie negativ getestet wurden?

    Wie schon geschrieben, wird mit so einem Verfahren ein Präzedenzfall geschaffen, der weder dem Imker noch den AmtVets hilft, Herr über die Seuche zu werden.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool: