Anweisung zur Tötung seuchenkranker Bienenvölker vom Verwaltungsgericht bestätigt.

  • ...schon darum gefeilscht werden musste, die gebührenfreien Proben anteilig über die Fläche zu verteilen,...nachgedacht, diese Monitoringproben rotierend durchs Vereinsrevier zu vergeben, damit nicht immer dieselben Imker das Angebot nutzen, bzw. sich nicht andere regelmäßig zurückhalten.

    Genau so hat es bei uns auch angefangen. Mittlerweile nimmt die Zahl der Imker zu, die völlig freiwillig und ohne weitere Verwendungsabsicht (Wanderzeugnis, Handelsuntersuchung) FKP nehmen und die Daten in das Monitoring einspeisen lassen. So betrachtet, hat ein hier ausgestelltes Gesundheitszeugnis ganz andere epidemiologische Aussagekraft als eines aus Nicht-Monitoringgebieten. Und unser VetA nimmt zwar die Vorschläge der Vereine für die Untersuchungen an bzw. bittet ausdrücklich darum, aber die Entscheidung trifft der AVet, wer beprobt wird (in Abstimmung mit den BSV). Das ist hier auch völlig i.O. so.

  • und schaden wird es auch niemandem, wenn die Linie von Guido Eich konsequent praktiziert wird.

    Das ist der Punkt: wenn

    In Berlin-Pankow werden es sich Imker jetzt gut überlegen müssen, ob, wann und wie sie in Zukunft Futterkranzproben einschicken.

    Schade, dass das bei euch so kaputtgeregelt und -verwaltet wird. Damit werden auch die Bemühungen von Guido Eich bei Sanierungen und das Vertrauen in ihn und seine Arbeit zerstört. Ich wünsche euch da um Berlin herum, dass sich das nochmal zum Guten ändert. Aber so ist das:
    Ein Guter reißt zehn Schlechte mühsam nicht raus, aber ein Schlechter reißt zehn Gute spielend rein...


    Gruß Andreas

  • Es ist leider auch im Land Brandenburg so, dass nur abgetötet wird. Ich würde ja gerne beproben lassen, aber ich habe ehrlich gesagt Sorge, dass bei irgendeinem Volk Sporen gefunden werden und dann der gesamte Stand abgetötet wird.

    Gruß Ralph

  • Ich würde ja gerne beproben lassen, aber ich habe ehrlich gesagt Sorge, dass bei irgendeinem Volk Sporen gefunden werden und dann der gesamte Stand abgetötet wird.

    Da hätte es dein Schwager natürlich besser, der zwar keine Bienen hat, aber hin und wieder Honigproben zur Untersuchung einschickt, um sicher zu sein, dass die sauber sind, weil er seine Kinder erwischt hat, wie sie auf der Terrasse damit Bienen fütterten. Oder aus wissenschaftlicher Neugier, weil er einen Artikel gelesen hat. Oder so ähnlich...



    Vielleicht könnte man die Petition auf Brandenburg ausweiten? Die Forderung, sich bei der Faulbrutbekämpfung an der Bienenseuchen-VO und an der Leitlinie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zu orientieren ist ja nun nicht sooo vermessen, sollte man meinen...


    Grüße,

    Robert

  • Wir Imker müssen uns einmal in die Situation des VetA hineinversetzen und mit diesem Hintergrund eine Veränderung durch Kooperation versuchen zu erarbeiten. Wir haben hier über die Jahre auf beiden Seiten Schritte des Auf-einander-Zugehens geübt und sind mittlerweile ganz zufrieden miteinander. Am einfachsten läßt sich das anbahnen, wenn keine akute Krisenlage herrscht.

    Wir haben hier gute Erfahrungen damit gemacht, das VetA 1 x jährlich zu einem Vortrag einzuladen. Abgesehen vom gegenseitigen Kennenlernen veranlaßt man den Vortragenden dazu, sich zum Thema einzuarbeiten und vorzubereiten. Er weiß dann i.d.R. selber mehr als vorher...

    Sehr dankbar hat das VetA auch unseren Vorschlag angenommen, die Daten aus freiwilligen FKP (auch die für Wander- und Handelszeugnisse) für ein Monitoring zu verwenden. Auch die jährliche Gesprächsrunde zur Festlegung der Bienenstände, die zum Monitoring vorgesehen werden, hat zur Vertrauensbildung beigetragen - man hört dabei immer die Argumente der anderen Seite und wägt mit den eigenen ab, ein Gewinn für beide Seiten.

    Aber so etwas muß wachsen oder besser: erarbeitet werden. Es entsteht nicht von allein oder weil jeder der Beteiligten für sich glaubt, vernünftig zu sein und nur das Beste zu wollen oder zu tun.

  • Besteht grundsätzlich die Möglichkeit, das bestimmte Behandlungsmittel die Anfälligkeit der Bienen für Krankheiten wie zB. Faulbrut verstärken?

    Ich denke dabei mal an Säuren, die die Haut der Bienen angreifen, verletzen und somit ein Einfallstor für Bakterien und Viren öffnen könnten oder im Allgemeinen das Immunsystem der Bienen schwächen.

  • Wir haben hier über die Jahre auf beiden Seiten Schritte des Auf-einander-Zugehens geübt und sind mittlerweile ganz zufrieden miteinander. Am einfachsten läßt sich das anbahnen, wenn keine akute Krisenlage herrscht.

    Wir haben hier gute Erfahrungen damit gemacht, das VetA 1 x jährlich zu einem Vortrag einzuladen. Abgesehen vom gegenseitigen Kennenlernen veranlaßt man den Vortragenden dazu, sich zum Thema einzuarbeiten und vorzubereiten. Er weiß dann i.d.R. selber mehr als vorher...

    Schöne Theorie, aber die Praxis in Berlin ist hässlich. Jeder Bezirk hat sein eigenes Veterinäramt, und Bezirke sind nunmal kleiner als Landkreise. Also alle paar Kilometer jemand anders zuständig. Und innerhalb der Veterinärämter wechselt das Personal auch öfter mal. Ich habe schon mit ca. fünf Veterinärämtern zu tun gehabt, mit etwa zehn verschiedenen Veterinären.


    Es gibt ja Veranstaltungen, und die Veterinäre sind auch eingeladen. Aber soweit ich weiß kommen normalerweise nur zwei oder drei. Es gab sogar Veranstaltungen, extra für die Amtsveterinäre, zusammen mit Imkern. Auch dort war meiner Erinnerung nach kaum die Hälfte der Ämter vertreten, und wahrscheinlich nichtmal ein Fünftel der Veterinäre.


    Eine Amtsveterinärin hat mir mal vor ein paar Jahren erzählt, dass sie zwei Drittel ihrer Zeit mit dem Schreiben von Berichten und ausfüllen von Formularen verbringt, die es fünf Jahre vorher noch gar nicht gab. Die Bürokratie erstickt nicht nur uns, sondern sogar die Amtspersonen.


    Ein guter Teil ihrer Arbeit hier besteht wohl inzwischen in Maßnahmen, die Hunde betreffen. Kampfhundeverordnung, Maulkorbpflicht. Möglicherweise gewöhnen sich manche Veterinäre da eine gewisse Herangehensweise an, die nicht unbedingt angemessen ist auf dem Gebiet der Imkerei...


    Und es gelangen halt manchmal auch Personen in das Amt, die charakterlich eigentlich weniger geeignet sind. Das Problem ist, dass dafür keine Kontrollmaßnahmen vorgesehen sind.



    Grüße,

    Robert

  • Besteht grundsätzlich die Möglichkeit, das bestimmte Behandlungsmittel die Anfälligkeit der Bienen für Krankheiten wie zB. Faulbrut verstärken?

    Genau diese Frage habe ich am Berliner Imkertag im Oktober nach dem Vortrag von Frau Prof. Genersch gestellt. Soweit ich weiß habe ich gefragt, ob es irgendwelche Hinweise darauf gibt, dass Varroabehandlungsmittel irgendeinen Einfluss, positiv oder negativ, auf die Faulbrut haben könnten.


    Sie hat es verneint.


    Ich weiß aber nicht, ob sie die Frage wirklich richtig verstanden hatte. Frau Genersch zeigt oft eher wenig Geduld mit Imkern. Und einer der nachfolgenden Dozenten hat später auf eine Art und Weise Bezug auf meine Frage genommen, dass ich den Eindruck bekam, dass er die Frage missverstanden hatte.


    Ich denke dabei mal an Säuren, die die Haut der Bienen angreifen, verletzen und somit ein Einfallstor für Bakterien und Viren öffnen könnten oder im Allgemeinen das Immunsystem der Bienen schwächen.

    Bei AFB sind ja normalerweise eh nur Larven in den ersten zwei Tagen ihres Lebens empfänglich. Aber ich frage mich halt auch, ob denn zehn Tage lang Ameisensäuredämpfe in der Beute nicht irgendeinen Einfluss auf das Auskeimverhalten der Faulbrutsporen haben können, sei es nun hemmend oder fördernd. Oder auf die Erkennung von befallenen Larven durch die Pflegebienen.


    Ein Großteil des Immunsystems von Honigbienen besteht doch darin, dass erkrankte Larven oder auch Bienen aus dem Stock befördert werden oder selber rausfliegen. Schwer vorstellbar, dass die Langzeitbehandlung mit Ameisensäure oder auch mit Thymol gar keinen Einfluss haben soll.


    Grüße,

    Robert