Anweisung zur Tötung seuchenkranker Bienenvölker vom Verwaltungsgericht bestätigt.

  • Das Amtsgericht hat in Berlin die Anweisung zum töten von 10 Bienenvölkern bestätigt.

    Es ist nicht zu erkennen, warum der Imker nur zwei Völker abgeschwefelt hat und vor dem Amtsgericht Widerspruch eingelegt hat.

    Wollte er die verbliebenen acht Völker sanieren?

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Moin, moin,


    Verwaltungsgericht, nicht Amtsgericht.

    Nun kann ich ja nicht wissen, wie der Stand aussieht, welches Maß an Zuverlässigkeit dem Imker zuzutrauen ist, aber wenn die anderen 8 Völker sporenfrei befundet sind, liegt die zu tilgende Quelle woanders. Nach der wäre dann zu suchen. Dringend.


    Natürlich kann man sanieren. Sogar auch jetzt, besser aber im Frühjahr. Werden dann wohl nur 4 überbleiben. Und man muss das Material, das mit den kranken Völkern in Kontakt war, sanieren.


    Wenn die im Artikel zitierte Auffassung des Amtsvet. korrekt wiedergegeben ist, zeugt sie weder von Sachverstand, noch sind solche Maßnahmen gegen die Bienen zuverlässiger Imker zielführend bei der Seuchenbekämpfung.


    Wie gesagt: Ich kenne die Vorgeschichte nicht, aber so liest es sich widersinnig. Und es wird nicht mit Zuverlässigkeitsmängeln argumentiert.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • ...Natürlich kann man sanieren. Sogar auch jetzt, besser aber im Frühjahr. Werden dann wohl nur 4 überbleiben. Und man muss das Material, das mit den kranken Völkern in Kontakt war, sanieren.


    Gruß Clas

    Nur interessehalber, wie kann man im Winter sanieren?

  • Kurze Info: Die Sache ist im Ggs. zur Darstellung noch nicht entschieden - es geht in die 2. Instanz...

    Die anderen acht Völker sind sowohl klinisch unauffällig als auch in der FKP negativ (tw. 2x untersucht) - hier geht es um die Grundsatzfrage, ob Bienenvölker nur deshalb abgetötet werden sollen, weil sie das Pech hatten, 20 cm neben einem erkrankten Volk zu stehen. Und wie hoch die Gefahr der Infektionsverbreitung im Winter ist...


    Der Amtstierarzt erteilte ausschließlich mündliche Anweisungen und untersagte es dem Imker, einen fachlichen Beistand/Zeugen bei seinen Besuchen dabei zu haben.


    M.

  • Wie will man im Winter ordnungsgemäß sanieren?

    Kunstscharm in Kiste mehrere Tage als Kunstscharm in Kiste, danach in eine leere neue oder gereinigte Beute auf Mittelwände oder Anfangsstreifen einschlagen und mit Futter versorgen. Wie soll das funktionieren?

    Auch hier gilt jetzt, besser jetzt eine trauriges Ende und ein sauberer Neuanfang kommenden Frühjahr oder Frühsommer.

    Ein verantwortungsbewusster Imker hätte genau so gehandelt und nicht noch ein Gericht bemüht.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Moin Eisvogel,


    man kann. Sagte mir jedenfalls der Kieler Veterinär. Guido Eich meinte das auch, schlug aber vor, die fluglose Zeit zu nutzen, um den Sperrbezirk zu beproben und den Herd zu finden. Sanieren könne man dann besser im Frühjahr einschließlich des Herdes. Den man hoffentlich bis dahin gefunden hat.


    M. W. sind die Völker jedoch nicht belastet, sporenfrei. Dann geht es um das Honigraummaterial. Und natürlich um das Material der beiden klinischen Völker. Das kann man jetzt bereinigen. Die Bienen sollte man im Frühjahr nochmals beproben, aber wenn sie sporenfrei sind, sehe ich keinen Grund, die zu schwefeln.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Wie will man im Winter ordnungsgemäß sanieren?

    Kunstscharm in Kiste mehrere Tage als Kunstscharm in Kiste, danach in eine leere neue oder gereinigte Beute auf Mittelwände oder Anfangsstreifen einschlagen und mit Futter versorgen. Wie soll das funktionieren?

    Auch hier gilt jetzt, besser jetzt eine trauriges Ende und ein sauberer Neuanfang kommenden Frühjahr oder Frühsommer.

    Ein verantwortungsbewusster Imker hätte genau so gehandelt und nicht noch ein Gericht bemüht.

    Gruß Eisvogel

    Nochmal zum Mitmeißeln: Die erkrankten und FKP-positiven Völker wurden umgehend abgetötet. Es geht um die Frage, ob symptomfreie und FKP-negative (vulgo: gesunde) Völker abgetötet werden müssen nur weil sie in der Nähe von erkrankten Völkern stehen.

    Gerade in Berlin, wo sich manche Imker einen Stand teilen oder praktisch Rücken an Rücken imkern, ist das eine wichtige Frage.

    Es ist auch aus tierethischer Sicht eine wichtige Frage.


    Der Imker übernimmt Verantwortung und zwar über seine Bienen hinaus! Das verdient Unterstützung und Anerkennung!


    M.

  • Moin nochmal,


    es geht ja nicht um die klinisch kranken, die ja schon geschwefelt sind, sondern um die steile These, der Stand müsse als seuchenhygienische Einheit aufgefasst werden, obwohl die verbleibenden 8 Völker nicht krank sind und eine Ansteckung jetzt auch nicht mehr in Frage kommt. Das ist eine Sichtweise, die nur ohne Einzelvolkfutterkranzproben einen Anhauch von Sinn hätte. Oder hatte.


    Da kann man anders verfahren. Und wenn man der Seuche zuleibe will, muss man das.


    Die beschriebene Situation zeigt klassisch die Ansteckung durch Räuberei oder Erbschaft. Die Quelle muss man finden. Die liegt nicht in der jetzt betroffenen Imkerei, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Der Bienenstand wird von der BienSeuchVO als seuchenhygienische Einheit vermutet. Im vorliegenden Falle ist diese Vermutung offenbar durch die Ergebnisse der klinischen Prüfung und der FKP widerlegt worden. Wenn andere Übertragungswege am Bienenstand (etwa durch FuW-Umhängen o.a.) ausgeschlossen werden können, kann und muß man die gesunden Völker separat betrachten und vom Vernichtungsbescheid ausnehmen (pflichtgemäßes Ermessen des AmtsVet).

    Eine Nachbeprobung des Standes ist ja nach erfolgter AFB-Bekämpfung ohnehin vorzunehmen.