Anweisung zur Tötung seuchenkranker Bienenvölker vom Verwaltungsgericht bestätigt.

  • war nur Sporen positiv oder Ausbruch der AFB ? Wenn Ausbruch-. warum kein Sperrgebiet?! In dem dann weiter untersucht wird. Als nächste Stufe schleppen Nachbarimker oder Mitimker vom Stand ihre Völker irgendwo hin. Dann freuen sich dich nächsten Imker.

    Der Stand ist eine Seucheneinheit- was nicht an Völkern und Material saniert wird, wird verbrannt!

    Beim Sanieren wird kein Unterschied gemacht über den Sporenbefall oder andere Zickereien!

    Beim nächsten Vogelgrippefall sortiert der Veterinär die gesunden von 10000 Hühnern aus?

  • Moin Fred,


    da gibt es deutliche Unterschiede in der Virulenz.


    Und wenn die beprobt und negativ sind und keine Symptome aufweisen, sind die gesund. Das hat mit Zickerei nix zu tun; und nein! Das Konzept Seucheneinheit ist, auf einen Stand bezogen, gelegentlich Unsinn, und hier scheint es so zu sein.


    Wenn man die Seuche in den Griff kriegen will, soll man nicht aus Sturheit den Leuten die Bienen abtöten, die sich mit ihrem Verdacht melden.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin, moin!


    Und es funktioniert. Bei unserem Faulbrutfall hier wurden die klinischen Völker abgeschwefelt und verbrannt, wie auch die Honigraumwaben und die Beuten, die gesunden nachbeprobt und seit 7 Jahren ist, bei jährlicher Futterkranzprobe, alles in Ordnung.

    Es gab hier eine Imkerei, die hatte auf allen 3 Ständen Klinik in den Völkern, und der Kollege hat es nicht gemerkt. Auch nicht, als im Sommer Völker nach heftigem Flug eingingen. Die heftig fliegenden waren meine, die da Reste verwerten wollten und sich damit die Seuche holten. 2 von 7, damals. Eine Weitere Imkerei, da wanderte der Imker schnell noch vor der Bekanntgabe aus dem Sperrgebiet raus. Der hatte sie auch, und so wurde das Gebiet noch größer, und da kann von Zickerei gesprochen werden und von Zuverlässigkeitsmängeln.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • war nur Sporen positiv oder Ausbruch der AFB ? Wenn Ausbruch-. warum kein Sperrgebiet?! In dem dann weiter untersucht wird. Als nächste Stufe schleppen Nachbarimker oder Mitimker vom Stand ihre Völker irgendwo hin. Dann freuen sich dich nächsten Imker.

    Der Stand ist eine Seucheneinheit- was nicht an Völkern und Material saniert wird, wird verbrannt!

    Beim Sanieren wird kein Unterschied gemacht über den Sporenbefall oder andere Zickereien!

    Beim nächsten Vogelgrippefall sortiert der Veterinär die gesunden von 10000 Hühnern aus?


    Sperrgebiet ist ja in dem Fall eingerichtet worden aber im Ggs. zu einem Massenstall, in dem ein paar Tausend Hühner im freien Kontakt zueinander rumlaufen kann man einzelne Bienenvölker sehr gut einzeln beproben und befunden. Zudem stecken sich die Hühner wohl einfacher untereinander an als Honigbienen, die in der Regel Wert darauf legen, dass fremde Bienen eben nicht reinkommen.


    Und nur weil sich kein Hühnerbaron diese "Zickerei" erlaubt hat, heisst das ja nun auch lange nicht, dass es bei einer Tierseuche generell das richtige Vorgehen ist, alles zu Keulen - gerade bei der Vogelgrippe ist das Verfahren mehr als Irrsinn, da die Hinweise ziemlich deutlich sind, dass es eher die Geflügelindustrie selbst ist, die die Krankheit über Geflügeltransporte verbreitet und dass sich eher die Wildvögel daran anstecken als vice versa....also denkbar schlechtes Beispiel....


    Siehe auch: https://www.nabu.de/imperia/md…luenza-and-wild-birds.pdf


    M.

  • Zudem stecken sich die Hühner wohl einfacher untereinander an als Honigbienen, die in der Regel Wert darauf legen, dass fremde Bienen eben nicht reinkommen.

    ...zumal in dieser Jahreszeit bei fehlendem Flugwetter eine Ansteckungsgefahr erst recht auszuschließen ist.

    Wie bereits gesagt: Die befundeten Mithäftlinge sind ja nicht nur frei von klinischen Krankheitszeichen, sondern sogar sporenfrei! Das Todesurteil gegen sie also nachweislich sachlich ungerechtfertigt - sofern nicht FuW umgehängt wurden, die nicht beprobt sind oder andere Zeichen für Unzuverlässigkeit des Imkers festgestellt sind.

    Das VetAmt sollte seine Aktionskraft eher in die Aufklärung des Seuchenherdes stecken und diesen ausmerzen, statt nachweislich kerngesunde Völker ohne Ansteckungsgefahr töten zu lassen oder vor Gericht sachwidrig zu streiten. Ersteres ist freilich aufwändiger und Erfolge sind - wenn überhaupt - viel später abrechen- bzw. verkündbar. Aber je mehr Zeit darüber geht und im nächsten Frühjahr das Drama erneut um sich greift, um so schwierige wird die Eindämmung der Seuche und um so mehr muß sich das VetA dann unangenehme Fragen stellen lassen.

    So gesehen, wäre es besser für alle Beteiligten, wenn sich die Berliner Landesregierung schon jetzt mit Vernunft einschalten würde. Ansonsten würden die begrüßenswerten Bekenntnisse zu den Bienen zu bloßen Lippenbekenntnissen verkommen. Da nützt dann auch kein Image-Bienenvolk auf dem Regierungsdach oder in sonst öffentlich wirksamer Fotoserie mehr...

  • Hallo Melanie,

    erst einmal meinen großen Dank dafür, dass durch die von Dir eingebrachten Fakten hier nicht nur zu Spekulationen kommt.


    Zu den folgenden Zitaten:

    ...

    Ich glaube, in Berlin haben wir viel mehr an AFB als gemeinhin bekannt eben weil es kein Monitoring gibt und keine ausreichende Zahl an subventionierten Proben... da wird das Keulen der Stände von ein paar ehrlichen und gesetzeskonform handelnden Imkern nichts ändern!

    Berlin braucht dringend ein Monitoring für die AFB. Glaubt doch nicht, dass die ganzen Balkonimker und Einvolkbienenstreichler ihre Völker alle anmelden, geschweige denn sich teure Beprobungen leisten.

    ...

    Diese Problem der nicht angemeldeten Imker kann man nicht ignorieren, aber das Vorgehen sollte sich nicht nach denen richten, die sich nicht an die bestehenden Regeln halten.

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • ribes Gibt es wirklich sporenfreie Völker?

    Ja, Frau Dr. Genersch hat beim Berliner Imkertag das noch mal ausdrücklich betont. FKPs sind wirklich durchgehend negativ...manchmal eben nur nicht und ganz selten ergibt dann die Nachkontrolle durch den Vet wieder ein negatives Ergebnis. Es sei eben wirklich nicht die Regel, den Erreger zu finden; deshalb lehnt sie ja auch Angaben zu Sporenlasten ab (was ja nun Guido Eich wieder sehr sinnvoll findet).

    Leider blieb sie nicht zum anschließenden Vortrag von Guido Eich, der die von ihr immer als Beleg für die nicht-funktionierende Sanierung herangezogene Publikation von Fries et al., Vet. Microbiol. (2006) etwas anders interpretiert...


    M.

  • wunderlicher Beschluss, der § 9 der BienenseuchenVO anders als ich ihn bisher verstehe, anwendet.

    In dem Beschluss soll es heißen:

    "...Maßnahmen zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut müssten stets das ganze Volk und den damit im Zusammenhang stehenden Bienenstand des Imkers umfassen, sofern diese – wie hier – eine epidemiologische Einheit bildeten. Sei die Amerikanische Faulbrut in einem Volk amtlich festgestellt, gälten alle Völker des Bienenstandes im Hinblick auf die Bekämpfungsmaßnahmen als seuchenkrank. Da die "Bienenwohnungen" (Beuten) hier in einem Abstand von nur etwa 10 bis 20 Zentimetern stünden, sei eine Übertragung des Erregers nicht nur möglich, sondern sogar sehr wahrscheinlich. Die Maßnahme sei auch verhältnismäßig, weil es kein milderes Mittel zur Bekämpfung der Gefahr gebe.

    ..."

    Ich verstehe den 9 so, dass befallene Völker abzuschwefeln oder zu sanieren sind - das kann der Vet entscheiden. Die nicht befallenen Völker des Standes sind nachzuuntersuchen und ist da nichts zu finden, ist nichts abzuschwefeln oder zu sanieren. Für die Entscheidung und die Annahme, auch nicht befallene Völker eines Standes seien seuchenkrank, gibt es mE keine "gesetzliche"/rechtliche Grundlage.


    Ich würde dem Betroffenen raten, schnell nochmals weitere 8 Futterkranzproben zu ziehenund untersuchen zu lassen.

  • Positiv und negative Proben ;)

    Ich habe auch bei Prof Genersch 2014 am LIB den Kurs Bienenkrankheiten und später mit Guido Eich die BSV-Ausbildung in MV gemacht.

    Die Ignoranz von Imkern und Inkonsequenz von Veterinären brachte Neubrandenburger Imkern ein Sperrgebiet von über 1 Jahr und mehrfachen Sanierungsaufwand ohne eine Förderung, weil einige zu klein waren (Mindestförderzuschuß für neue Beuten). Abgetötete Völker werden von der TSK ersetzt. Für Sanierungen wird nicht bezahlt.

    Letztendlich macht die TBE bzw Verkunstschwarmung am Saisonende bei Wanderimkern einen Sinn, nach dem sie mit starken Völkern Flächenmonitoring und aus zusammenbrechenden Völker bei Trachtende Milben/AFB in die Winterquartiere bringen.

  • Die Völker wurden inzwischen zwei Mal per Futterkranzprobe untersucht und acht davon 2x negativ.

    Der Witz war ja auch: Beim ersten Besuch aufgrund einer positiven Sammelprobe aus der Hälfte der Völker wurde ein einziges symptomatisches Volk gefunden und der Vet sagte damals, dass er die Abtötung aller Völker anordnen würde wenn sich über die FKP ein 2. Positives Volk finden würde. Einzelproben lieferten dann tatsächlich ein 2. Positives Volk dass dann auch bei der 2. Durchsicht symptomatisch war. Wäre das nicht der Fall gewesen, wäre die Anordnung gar nicht gekommen obwohl sich am Abstand der Völker untereinander gar nichts geändert hat.


    Die Argumentation gegenüber dem Gericht ist daher schwer nach zu vollziehen...ab wie vielen kranken Völkern ist denn die Übertragung auf die anderen wahrscheinlich? Wie viele Zentimeter zwischen kranken/gesunden Völkern wäre noch tolerabel?


    M.

  • Da wir in diesem Jahr auch betroffen waren und sich hier merkwürdige Vorgehen und Ergebnisse zeigten. Habe ich mich mit der Futterkranzprobe mit dem Labor auseinandergesetzt.

    Es war hier ein Kontrollbereich nach positiver FKP ausgerufen worden und alle bekannten Imker wurden darin beprobt. Ich stand mitten drin und um mich herum hatten es 6 Nachbarn, einer mit Ausbruch. Ich war aber gegen alle Theorie negativ.

    Daher verlasst euch nicht zusehen auf eine Futterkranzprobe.

    Es wird irgendwo am Futterkranzprobe etwas Futter entnommen, je nachdem wann und wo ist der Futterkranzprobe sehr stark oder wie bei mir direkt nach der Ernte noch nicht aufgefüttert, sehr gering (1 Brutraum DNM, da ist nicht viel Platz für den FK).

    Die Bienen haben ihren eigenen Plan für die Einlagerung von Futter und die Vorgabe, die FKP auf einer Wabe mit noch offener Brut zunehmen, garantiert nicht, dass es genau dort zum einlagern von Sporen kam, nur dass die Bienen, dass Futter dort schnell verfüttern. Wenn man dort also Sporen findet, wird eine Erkrankung wahrscheinlicher. Heisst aber nicht, dass nicht irgendwo anders Sporen im Volk sind.


    Dann Probe im Labor rall0r hat es bereits erwähnt, dAss der Faulbrut Erreger langsam wächst und wir haben viele normale Keime im Volk, die schneller wachsen und den Erreger überwuchern.

    Deswegen wird von der ersten Agarplatte alle verdächtigen Kolonien nach drei Tagen neu auf Agarplatte aufgebracht und dies nochmal wiederholt, so dass nach dreimal der Erreger differenziert und bestimmt werden kann. Somit dauert die Beurteilung mindestens 9 Tage je nach Zeitplan des Labors länger, wenn sie nur an bestimmten Tagen die Proben ansetzen, um die Arbeit zu minimieren. Bei negativen Proben wird noch länger geschaut, ob wirklich nichts verdächtiges gewachsen ist.

    Doch ist hier auch keine Sicherheit, die Probe wird zuanfang in Wasser gelöst und zentrifugiert, wegen dem mitgenommen Wachs, davon werden nur eine geringe Menge verwendet. Also war mir klar, dass mein negatives Ergebnis Zufall war. Das die Menge an Sporen nicht ausreichte. Da aber mehr als 6 Völker am Stand waren, waren es effektiv zwei Sammelproben.

    Bei dem Ausbruch wurde erst 4 Wochen gewartet und dann der gesamte Stand getötet. Der Imker hätte gerne sofort gehandelt, durfte aber nicht.

  • Oha.


    Die Faulbrutsporen sind hitzebeständig, die vielen anderen Keime nicht, weshalb man die Proben erhitzt. In der Regel keimt da dann nur Faulbrut, wenn sie da ist. Problematisch sind da Proben mit viel Pollen.

    Aus einer kranken Bienenlarve werden um die 2,5 Milliarden Sporen. Die treten also in aller Regel nicht im Singular auf. UV-Licht, also Sonnenschein, halten sie nicht lange aus. Sie sind also nicht freischwebend im Gebiet eine Gefahr, sondern beim Beräubern zusammenbrechender, klinisch kranker Völker. Da sind sie dann massiv drin. Anders, als bei Varroen, sind da nicht einzelne im Haarkleid ein Problem, sondern viele im Futter und im Wabenwerk, das die Räuber zerlegen. Räubernde Völker tun das auch nicht als mal eine einzelne Biene, die da zufällig vorbeikommt, und denkt, sie könne mal was mitnehmen. Das ist für die dann Volltracht und kommt kiloweise rein. Teile des aktuellen Futterstromes gehen durch das Brutnest und über den Futterkranz. Daher findet man dort mit größter Wahrscheinlichkeit Sporen, wenn welche da sind.

    Man kann die AFB mit Antibiotica unterdrücken, und in einigen Ländern dieser Welt wird das gemacht. Das hält die Völker am Leben, lässt sie jedoch nicht vollständig gesunden. Infolgedessen gibt es in den Honigen von dort ebenfalls Sporen, und wenn die verfüttert werden, findet man die auch, und die Völker erkranken.

    Dein negatives Ergebnis war nicht Zufall, sondern Glück, indem Deine Bienen offenbar keine Sporen eingetragen hatten.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...