Anweisung zur Tötung seuchenkranker Bienenvölker vom Verwaltungsgericht bestätigt.

  • Nur interessehalber, wie kann man im Winter sanieren?

    Moin, moin,


    es ist suboptimal, aber man kann auch im Winter Kunstschwärme kehren und nach Kellerhaft bei Temperaturen um die 10 Grad auf Plastewaben oder saubere HR-Waben setzen und mit Futterteigpaketen über den Winter bringen. Bienen sterben erst, wenn es gar nicht anders geht. Zu klein dürfen die nicht sein. Deswegen wird man wohl aus 8 drei oder vier machen.

    Ich gebe gerne zu: Schön ist anders.

    Ich hatte mal amtliche Proben Ende November, und da fragte ich dann nach den möglichen Konsequenzen.

    Man kann jedoch auch, und besser, auf das Frühjahr warten. Dann geht es besser, und man kann offenen KS machen.


    Die beiden Möglichkeiten brauchte es zum Glück nicht.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Bei aller Liebe zu den Bienen, ich würde mich hier auch für einen Neuanfang entscheiden. Wer garantiert, das nicht im Frühjahr die Seuche in einem anderen Volk ausbricht und vor allem wenn die Krankheit sichtbar zu erkennen war, dann finde ich die Entscheidung richtig. Sollten die Befunde aber nur im Labor festgestellt worden sein, dann sähe ich das auch anders und wäre auch gegen eine Abschwefelung. Weil ein Experte zum Imkertag in Niesky wortwörtlich gesagt hat: "wenn man will findet man in jedem Bienenvolk Faulbrutsporen".

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Moin, Reinhard,


    nein, genau anders herum.


    Eine negative Futterkranzprobe belegt, dass das Volk gesund ist und keine Sporen drin sind. Ist sie positiv, wird man gegen die Anordnung nichts machen können. Ob man es so kann, wird die zweite Instanz zeigen.


    Anstecken tun die sich beim Räubern oder wenn sie ein Erbe feiern, eventuell auch, wenn Deckelwachs kranker Völker verfüttert wird. Oder belasteter Honig.


    Gruß Clas


    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Alles richtig mit der Futterkranzprobe aber meisten ist doch das Fertigfutter, aber lassen wir das. Wisst ihr wo es bei uns, immer wieder zum Ausbruch von Faulbrut kommt, dort wo es Krankenhäuser gibt und zum Frühstück so kleine Honigbecherchen verabreicht werden, die Bienen zugänglich im Müll landen. Aber jetzt höre ich auf sonst wird es zu kompliziert.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Oh Drobi,

    Du redest mal wieder ein Blech, daß es einen graust.

    Sorry

    Aber diese Kinderkacke kannst Du deiner Oma erzählen.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Moin Reinhard,


    es gibt nicht einen belegten Fall, wo Honigreste aus Müllcontainern oder Altglasbehältern als Quelle eines Faulbrutausbruches nachgewiesen wurde.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Zusammen,

    es ist mir klar, dass mein Vorschlag einer Vorgehensweise in dem beschriebenen Faulbrutfall nicht auf ungeteilte Gegenliebe stößt.

    Aber genau diese, aus meiner Sicht zögerlichen Vorgehensweise, die vom AmtsVet anders vorgesehen ist führt, dann zu Aussagen wie:

    „Sperrbezirke hatte Berlin in diesem Jahr wirklich genug.“ (Zitat Hausecke #5)


    Auch gestatte ich mir den Hinweis, dass sein Verhalten aus meiner Sicht genau nicht verantwortungsvoll gegenüber seinen Tieren bzw. den Imker-Kollegen in der Nachbarschaft ist.

    Das Argument der Tierethik in diesem Zusammenhang passt nun wirklich nicht.


    Bevor ich aber spekuliere wie und wann die AFB-Erkrankung bzw. nicht Sporen-Belastung der Völker erfolgte höre ich hier auf.

    Ich hoffe, dass der AFB-Herd, sofern es einen weiteren gibt, gefunden wird.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • ...wo es bei uns immer wieder zum Ausbruch von Faulbrut kommt, dort wo es Krankenhäuser gibt und zum Frühstück so kleine Honigbecherchen verabreicht werden, die Bienen zugänglich im Müll landen.

    Allein die Ortsnähe bezeichnet nicht den Ursachenzusammenhang. Kennst Du in diesen Fällen (oder nur in einem einzigen) einen Nachweis des kausalen Zusammenhangs zwischen den Honigresten in den Frühstückshonig-Verpackungen und Faulbrutausbrüchen? Er wäre leicht zu führen mit den genanalytischen Methoden, die Hohen Neuendorf anbietet.

  • Nun ja, das Abtöten von Bienenvölkern, die nach bestem Wissen und Gewissen gesund sind, empfinde ich tierethisch schon bedenklich. Tatsächlich gibt es sogar die juristische Fragestellung ob man sich nicht tischutzrechtlich angreifbar macht, wenn man gesunde Bienenvölker nur rein auf einen Verdacht hin abtötet.

    Aber genau diese Abwägung hat offenbar noch nie jemand juristisch klären lassen.


    Man darf gespannt auf den Ausgang des Verfahrens sein...


    M.
    P.S.: Welche Anzahl von Sperrbezirken ist denn "angemessen", welche "zu viel" ? Ich glaube, in Berlin haben wir viel mehr an AFB als gemeinhin bekannt eben weil es kein Monitoring gibt und keine ausreichende Zahl an subventionierten Proben... da wird das Keulen der Stände von ein paar ehrlichen und gesetzeskonform handelnden Imkern nichts ändern!

  • ...juristische Fragestellung ob man sich nicht tierschutzrechtlich angreifbar macht, wenn man gesunde Bienenvölker nur rein auf einen Verdacht hin abtötet.

    Die Tierschutzregeln zum Töten enden bei Lebewesen, die mehr als 4 Beine haben - sagen salopp die Biologiestudenten aus ihren Versuchspraktika. Unser Tierschutzrecht ist tatsächlich veraltet und die Erkenntnisse der Neurobiologie bei Insekten, besonders Honigbienen sind noch lange nicht eingearbeitet.

    Das tierschutzrechtliche Argument ist daher m.E. juristisch ganz dünnes Eis...

  • p.s.: Selbst wenn man das Berufungsgericht davon überzeugen könnte, den Bien insgesamt zu betrachten (die Tötungsverfügung tut das ja ebenfalls), der in gewissem Sinne ja von der Wissenschaft heute als Superorganismus mit Säugetiereigenschaften eingestuft wird: Zum "Wirbeltier" in § 4 TierSchG wäre es trotzdem noch ein weiter Weg.

    https://www.gesetze-im-interne…erschg/BJNR012770972.html

  • Moin, moin,


    in der Konsequenz und zu Ende gedacht, würde dieses Keulen gesunder Völker ja eine Abtötung im ganzen Sperrgebiet bedeuten, und das will ja wohl keiner...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Berlin braucht dringend ein Monitoring für die AFB. Glaubt doch nicht, dass die ganzen Balkonimker und Einvolkbienenstreichler ihre Völker alle anmelden, geschweige denn sich teure Beprobungen leisten. In diesem Sinne hoffe ich auf eine Umsetzung der vorgestellten Berliner Bienenstrategie.