Ersetzt Verdampfung Ameisensäure?

  • Dachte ich zuerst auch, aber leider ist das bei Schwärmen vom Mai und anfang Juni ehr nicht der Fall die Brüten leider doch ne ganze Menge Varoen aus. ALV alleine ist da so ne Sache.
    Im September die AS, ist leider nötig geworden da, wir in den letzten Jahren erst im Dezember, teilweise sogar erst im August brutfrei werden.

    ... das kenne ich auch: Frühe Schwärme nicht behandeln, können bereits im Herbst tot sein, weil völlig vermilbt. Aber: Diese Schwärme, solange sie Brut nur im Eistadium haben (also innerhalb der ersten 3 Tage) mit Oxalsäure behandeln, kommen so - ohne weitere Behandlung - bis in den Sommer des nächsten Jahres. [Man kann natürlich auch schon eine Winterbehandlung anstellen.]

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Ich würde gerne mal eure Meinung wissen.

    Verdampfen von Oxalsäure kommt für mich nicht in Frage, da verboten.


    Mein Jahr will ich so machen:

    -Brutrahmen schneiden

    -Nach dem Abschleudern 2 mal 60% Ameisensäure mit Langzeitverdampfer-

    -Im Winter 1x Oxalsäufe träufeln


    Nach und nach möchte ich mit der TBE arbeiten aber im Moment favorisiere ich den genannten Weg.


    Bin gerade verunsichert, da so wie es aussieht ihr alle OX verdampft (klar ist es besser aber verboten und meiner Meinung nach zu gefährlich)

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Was Du hier vorhast, ist das anerkannte Standardprogramm für die Varroabehandlung. Also mach Dir keinen Kopf.


    Es geht natürlich auch anders (ich meine sogar besser). Aber wie so oft kommt es nicht nur darauf an, was man macht, sondern dass man es richtig macht.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Edgrr Bei mir ist das nicht verboten. ;) Gefährlich ist es auch nicht. Man muss halt die Anwenderschutzhinweise beachten. Mit «Brutrahmen» (schneiden) meinst Du den Drohnen-/Baurahmen?


    Dein Weg ist sicher gangbar. Er entspricht in etwa dem üblichen Vorgehen. Zum Varroamanagement im Allgemeinen verweise ich gerne auf die folgende Website: Bienen Schweiz – Varroabekämpfung.


    Ich persönlich arbeite nicht gerne mit Ameisensäure. Ist mir zu scharf. Daher bin ich nach einer Saison umgestiegen auf TBE. Dieses Jahr habe ich sie nach dem folgenden Schema durchgeführt: TBE mit weiselrichtigem Brutsammler. Das könnte man auch vereinfachen, indem man statt zwei Fangwaben Oxalsäure anwendet (sprühen oder dampfen). Lies den ganzen Thread mal aufmerksam durch. Der ist Weltklasse!


    Meiner Ansicht nach ist es denkbar schlecht, einfach Mittelchen ins Volk zu kippen, sei das nun AS oder OS. Besser ist es, nur so viel Säure wie nötig in die Völker zu bringen, weshalb ich definitiv bei der (einen oder anderen Variante der) TBE bleiben werde. Mathias Westerkamp beschreibt in seinem Online-Buch «Einfach Imkern» eine ganz simple Methode: Nach dem Abschleudern schmilzt er alle Brutwaben aller Völker ein; die Völker starten als Quasi-Schwärme neu auf Mittelwänden. Einmal OS anwenden, fertig. Mir ist die Variante von Kleingartendrohn aber sympathischer.


    Vieles ist Geschmackssache bei der Varroabekämpfung, aber als Anfänger sollte man sich für eines von mehreren funktionierenden, etablierten Konzepten entscheiden und dieses dann konsequent, ohne Abänderungen durchziehen.


    Viel Erfolg!

    Tobias

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Ich hasse es auch wenn Leute irgendwas einfach als "verboten" bezeichnen und keine Begründung anbringen können. Nichts ist bei uns einfach "verboten", wenn dann ist ein "Verstoß gegen Gesetz XZY" o.ä. Was ich aber auch nicht mag, ist wenn Leute einfach so das Gegenteil behaupten. "Das heißt aber wohlgemerkt nicht, das es illegal ist oder gar "verboten".", Ja, aber es heißt auch nicht das es NICHT illegal ist. "Es fehlt ja nur die Zulassung also steht es nicht unter Strafe." ist keine logisch-korrekte Begründung.


    Dagegen finden man durchwegs Behauptungen von offiziellen Stellen, wie z.B. LWG Bayern: "Für viele Behandlungsmaßnahmen werden Medikamente benötigt. Für die Verwendung müssen die Stoffe eine arzneimittelrechtliche Zulassung besitzen. Verstöße gegen das Arzneimittelrecht werden zum Teil mit mehrjährigen Freiheitsstrafen bestraft!".

    Leider ohne Verweis auf den entsprechenden Paragraphen. Die Frage ist ob das bei Bienen wirklich Anwendung findet. Kann mir gut vorstellen, dass empfindliche Stafen eher bei z.B. Antibiotika bei Rindern Anwendung findet.

  • Ach herrje, ob verboten, Verstoß gegen.... oder nicht zugelassen usw. man soll es in D nicht machen, Punkt!

    Ich komme aus der Pharmaindustrie und wenn ein Medikament oder eine Anwendung oder ein Gerät keine Zulassung hat, dann ist es einfach verboten das Gerät zu benutzen oder ähnliches.

    Anderst in der Schweiz.


    Wie dem auch sei, ich mach es nicht, da nicht ZUGELASSEN.


    Ich will jetzt nicht stänkern aber die Frage war ne andere und man muss es jetzt nicht auf das eine Wort reduzieren auch wenn es evtl. unglücklich gewählt wurde.

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Es fehlt ja nur die Zulassung also steht es nicht unter Strafe." ist keine logisch-korrekte Begründung.

    Hier muss unterschieden werden zwischen Anwenden und In-Verkehr-Bringen.

    "Pharmakologisch wirksame Stoffe, die (...) nicht im Anhang der Verordnung (EU) Nr. 37/2010 aufgeführt sind, dürfen einem der Lebensmittelgewinnung dienenden Tier nicht verabreicht werden." (§ 59d Arzneimittelgesetz)

    Oxalsäure ist aber im Anhang der Verordnung (EU) Nr. 37/2010 aufgeführt. Deswegen greift die Strafvorschrift des § 95 Arzneimittelgesetz nicht.


    Anders, wenn du OS als Arzneimittel verkaufst.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich komme aus der Pharmaindustrie und wenn ein Medikament oder eine Anwendung oder ein Gerät keine Zulassung hat, dann ist es einfach verboten das Gerät zu benutzen oder ähnliches.

    Ich komme aus der Elektrotechnikindustrie und bei uns ist es ähnlich (z.B. hat die Sicherheitsbeauftragte letzte Woche alle Lötschwämme entfernt wegen so einer "nicht mehr zugelassen" Sache). Da bin ich voll bei dir!


    @alle

    Verstehe auch nicht was am offiziellen Varroa-Konzept so schlimm sein soll. Der LWG empfiehlt es, der Imkerpate benutzt es erfolgreich also sehe ich erstmal keinen Grund davon abzuweichen. Jeder Imker solls so machen wie er meint und ich meine halt, dass ich mich an das Konzept halten möchte.