Ersetzt Verdampfung Ameisensäure?

  • Vielen Dank für die Antworten,

    wie sehen dann bei euch diese Blockverdampfungen über das Jahr verteilt aus?

    Lieber Rase, auch ich muss eingestehen, dass ich wahrscheinlich zuviel behandle und mir die Angst vor der Varroamilbe schon fast, aber Gott sei Dank noch nicht ganz, den Schlaf raubt. Vielleicht sollte ich auch eher einen kühlen Kopf bewahren.

  • Ich sprühe OS, aber das dürfte ähnlich sein. Mein Vorgehen dieses Jahr:

    Kein Drohnenschnitt, Ende Juli eine TBE, brutfreier Teil einmal mit OS besprüht, ausgelaufene Brutscheune (am selben Stand) ein- bis zweimal mit OS besprüht. In der brufreien Phase im November alle mit OS besprüht, Milben gezählt, die drei von 25, die nach gut zwei Wochen noch mehr als knapp eine Milbe pro Tag fallen ließen, nochmal besprüht. Eines ist vielleicht noch ein drittes Mal dran, das wird im Frühjahr aufgelöst. Alle anderen sind inzwischen unter 0,5 Milben pro Tag, auch wenn nach dem Sprühen 400 Milben in der ersten Woche gefallen sind.

    Alles gut, den Rest können die alleine.

  • Blockbehandlungen mache ich nur dann, wenn aus irgendeinem Grund, typischerweise durch eigene Fehler, die Hauptbehandlung in Juli/August nicht ausreichend gewirkt hat. Also nur im Ausnahmefall.

    Ansonsten gibt es bei mir nur eine einmalige Behandlung mit OS + Fangwabe im Sommer nach Brutfreimachung und die Winterbehandlung mit OS.

    Gruß Ralph

  • Auf die Gefahr hin jetzt als Ketzer zu gelten, ja Voramanagement ist heute einer der größten Teile des Imkerns geworden, meiner Erfahrung nach ist aber der wichtigste Teil hierbei die Verwendung die Festlegung einer eindeutigen Strategie und diese dann auch Durchzuziehen.


    Mehrfaches bedampfen ist definitiv eine Möglichkeit, aber wie bekannt auch Problematisch, da man die Wirksamkeit nicht genau beziffern kann (es sei den man ist Brutfrei).


    Ich für meinen Teil bin jetzt dazu übergegangen alle Völker nach einem Jahr aufzulösen und als Flugling umzuweiseln. Keine Brutableger mehr, sondern nur noch Kunstschwärme.


    Brutfrei wird alles mit OS eingesprüht und im Jahr 0, bekommen alle Kunstschwärme von vor Juli ein Schwammtuch mit AS (Feuchtes Schwammtuch um die Königinnen zu entlasten). Da hat man dann etwa 45% AS. Das reicht um die Phoretischen Milben fallen zu lassen. Danach wird 1x mit ALV behandelt.
    Im September dann AS im Nassenheider eine halbe Füllung. Das reicht.
    Vorziehen würde ich allerdings die Combi von OS in Glycerin im Papiertuch. Gibt bessere Ergebnisse und den Völkern geht es besser. Kann man aber leider nur bei Völkern machen die nicht für die Honigproduktion eingesetzt werden.


    Im ersten Jahr werden die Völker dann aufgelöst und die Brutwaben auf ein Altvolk über ASG aufgesetzt (aus 6 mach ein). Die Brutscheunen werden dann mit AS behandelt und die Überschüssigen Bienen zu Kunstschwärmen verarbeitet. Die im Weiselrichtigen Volk verbleibenden Brutwaben kann man nur noch Einschmelzen.

  • Mehrfaches bedampfen ist definitiv eine Möglichkeit, aber wie bekannt auch Problematisch, da man die Wirksamkeit nicht genau beziffern kann (es sei den man ist Brutfrei).

    Was ist "genau beziffern"?

    Wenn's um Größenordnungen geht, ist es nachvollziehbar, sprich nahe am theoretischen Modell:


    OXS-Sublimation (7 * 3 Tg. = 21 Tg.).

    Ich würde erwarten - anfangs relativ geringer Milbenfall, gefolgt von schwankendem stärkerem Fall und am Ende wieder weniger.


    In der Weise kann man es beobachten - mit den üblichen Schwankungen, versteht sich. Und die Nachkontrolle nach 3 - 4 Wochen per 6 Tg. Schublade bringt dann auch passende Fallzahlen.

  • Die Wirksamkeit der Blockbehandlung hängt von Brutumfang ab. Wenn sehr viel Brut vorhanden ist, finden die Altmilben nach dem Schlupf sehr schnell wieder eine Zelle, in der sie sich die Füße waschen können. Die Wirksamkein wird dann sehr gering sein.

    Wenn wenig Brut vorhanden ist, müssen die Altmilben lange warten, bis sie eine geeignete Zelle finden. Da wird eine Blockbehandlung gut wirksam sein.

    Die Jungmilben werden in jedem Fall erwischt, da sie nicht sofort in eine Zelle gehen können. Die Blockbehandlung wird deshalb recht zuverlässig einen weiteren Anstieg der Milbenpopulation verhindern - aber das ist ja nicht das Ziel.

    Gruß Ralph

  • Brutfrei wird alles mit OS eingesprüht und im Jahr 0, bekommen alle Kunstschwärme von vor Juli ein Schwammtuch mit AS (Feuchtes Schwammtuch um die Königinnen zu entlasten). Da hat man dann etwa 45% AS. Das reicht um die Phoretischen Milben fallen zu lassen. Danach wird 1x mit ALV behandelt.

    Im September dann AS im Nassenheider eine halbe Füllung. Das reicht.

    Mit Verlaub, aber für mich klingt das nach massiver Überbehandlung.

    Kunstschwärme mit Oxalsäure behandeln, das sollte reichen. Da brauchts keine AS mehr.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • TBE, Brutscheune und Fangwabe sind für mich alles noch böhmische Dörfer. Gibt es dazu Literatur, Artikel, links etc., die ihr empfehlen könnt? Ist eine Fangwabe mit einem Baurahmen gleichzusetzen? TBE ist totale Brutentnahme?! Brutscheune ist mir total unbekannt. Aber jetzt ist ja Zeit sich fortzubilden. Irgendwann hoffe auch ich, den für mich richtigen Weg zu finden.

  • Hallo Pepeto,

    Es.gibt hier eine Tread "Die wichtigsten Fachbücher".

    Der hat mir gut gefallen und dort wurden Klasse Bücher vorgeschlagen.

    Viel Erfolg

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Mit Verlaub, aber für mich klingt das nach massiver Überbehandlung.

    Kunstschwärme mit Oxalsäure behandeln, das sollte reichen. Da brauchts keine AS mehr.

    Dachte ich zuerst auch, aber leider ist das bei Schwärmen vom Mai und anfang Juni ehr nicht der Fall die Brüten leider doch ne ganze Menge Varoen aus. ALV alleine ist da so ne Sache.
    Im September die AS, ist leider nötig geworden da, wir in den letzten Jahren erst im Dezember, teilweise sogar erst im August brutfrei werden.

    Manchmal lächelt einen da schon fast das Apitraz an.

  • Dachte ich zuerst auch, aber leider ist das bei Schwärmen vom Mai und anfang Juni ehr nicht der Fall die Brüten leider doch ne ganze Menge Varoen aus. ALV alleine ist da so ne Sache.
    Im September die AS, ist leider nötig geworden da, wir in den letzten Jahren erst im Dezember, teilweise sogar erst im August brutfrei werden.

    TBE im Juli. Gibt's direkt noch 'nen Ableger frei Haus. Vielleicht nicht einen je Schwarm/Ableger, aber jede Wabe mehr trägt dazu bei. Oder Streifen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Pepeto,

    Bei religiösen Ansichten kann man nur verlieren.

    Ich gebe dir den undogmatischen Rat. Lese ein paar gute Bücher.

    Lege dir einen Schreibblock daneben und entwerfe für dich persönlich eine Konzept, wie du mit den Bienen durch das Jahr gehen willst.
    Wir haben mittlerweile etliche Möglichkeiten, die Varroa in den Griff zu bekommen.

    Meiner Meinung nach gehen die meisten Imker immer noch mit Ameisensäure als Sommerbehandlung und Oxalsäure nach der Träufelmethode als Winterbehandlung gut in das neue Jahr.

    Das ist zwar auch meiner Meinung nach nicht die beste Methode, aber sicherlich eine der einfachsten.
    Zu deiner Frage: Ja man die Ameisensäure durch verdampfen ersetzen. Ob das sinnvoll ist, muss jeder für sich entscheiden!!!!

    Für mich wäre der Aufwand viel zu hoch. Ameisensäure ist dagegen ein ziemlich hartes Mittel und somit nicht schonend für die Bienen. Neben der Betriebsweise spielt dann das Wetter noch eine große Rolle. In diesem Jahr bei den hohen Temperaturen war Ameisensäure bestimmt nicht die beste Wahl. Dennoch hat die Ameisensäure behandlung dieses Jahr gezeigt, dass eine zweite Behandlung mit Ameisensäure nicht notwendig war. Warum die Bienen ein zweites mal Stress aussetzen, wenn es nicht notwendig ist. Durch die warmen Temperaturen in diesen Herbst haben sich die Varroen wiederrum stark vermehren können. Jetzt haben wir die Möglichkeit durch eine Methode mit Oxalsäure mehrfach behandeln zu können und nicht wie bei der Träufelmethode nur an einen einzigen Zeitpunkt behandeln zu können.

    Warum ich so weit ausgeholt habe. Das Konzept entbindet.den Imker nicht davon, seinen Verstand einzusetzen und sich an der Situation anzupassen.
    Ein behandeln um des Konzeptes willen ist falsch, da jeder Eingriff in das Volk eine massive Störung bedeuted. Auch braucht nicht behandelt werden bis die auch die allerletzte Milbe gefallen ist.
    Für mich ist allerdings der blanke Horror, Bienenvölker an der Varroa sterben zu sehen.

    Ich hoffe jetzt brauchen nicht so viele ihr Nitrospray. ;)

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.