Ersetzt Verdampfung Ameisensäure?

  • Liebe Imkerinnen und Imker,

    da anscheinend viele Imker Blockbehandlungen mit Oxalsäuredampf durchführen, würde ich gerne wissen, ob dann eine Behandlung bzw. Behandlungen mit Ameisensäure hinfällig wären oder ob diese trotzdem noch durchgeführt werden müssen?

    Vielen Dank für eure Antworten,

    Peter

  • Wozu noch AS wenn Du schon das wirksamste Mittel mit OXS einsetzt ? Entscheidend ist m.E. die Verteilung und damit die Applikationsform, die in nachstehender Reihenfolge immer besser wirkt:


    Einmaliges Träufeln < Sprühen < Verdampfung (Sublimation).


    Für letzteres gibt's noch unterschiedlich effiziente Applikatoren, die verschiedene Zeiten pro Volk benötigen. Aus meiner Sicht ist die aktive Verteilung des OXS-Staubs über Minuten im Volk die beste Methode.


    Ich nutze seit Jahren keine AS mehr.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Moin Peter,
    nach wirklich schrecklichen Erfahrungen mit der Anwendung von Ameisensäure behandle ich auf chemischem Wege, ausschließlich mit der Sublimierung von Oxalsäure mit dem Oxamaten.

    Dennoch nutze ich andere mechanische Methoden wie Drohnenbrut schneiden und Totale Brutentnahme mittels Brutscheunen zur Varroabekämpfung.

    Bislang sehe ich keine Notwendigkeit, andere Präparate neben der Oxalsäureverdampfung an meinen Bienen zu verwenden. Weil es einfach so funktioniert.

    Gruß
    Bernhard

  • ..... Oxalsäuredampf durchführen, würde ich gerne wissen, ob dann eine Behandlung bzw. Behandlungen mit Ameisensäure hinfällig wären ...

    Entweder oder.... beide Behandlungen sind zuviel der Behandlung. Denn "viel hilft nicht viel".

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Hallo Peter, das ist eine zutiefst religiöse Frage :)


    Bedampfen mit Brut (im Block) ist eine Möglichkeit, aber leider nicht sehr effektiv. Der Vorteil der OS kommt da leider kaum zum Tragen, deswegen artet das dann gerne aus in elendige Orgien mit x-mal dampfen und dann zur Sicherheit noch fünf Mal hinterher. Eine TBE mit 1x sprühen/bedampfen des brutfreien Teils im Sommer und 1x bedampfen im brutfreien Zustand im Dezember sind zielführender. Die Völker vertragen das Dampfen zwar deutlich besser als AS, aber das entbindet nicht von einer klugen Betriebsweise.


    Die Entwicklung hier empfinde ich als abenteuerlich, immer mehr, immer öfter, und überhaupt ist Imkern nur noch Varroamanagement. Man muß da aufpassen, jeder soll sich frei nach seinem Gusto seinen Fetisch aussuchen können, aber mit ein wenig Einsatz sollte Varroa kein Thema mehr sein müssen, was so einen Stellenwert innerhalb der Imkerei rechtfertigt.


    Beste Grüße und viel Erfolg,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Kunstschwärme oder TBE + 1x Bedampfen finde ich auch am besten. Leider reicht nicht immer das Material.

    Dr Radtke hat die Konzentration von AS erhöht-statt 2 nun 3ml/Wabe- warum?- Ziel ist durch Schädigung von Eiern/Maden eine Brutpause zu erzeugen.

    2 (-3x) AS mit Schwammtuch im Wochenabstand danach kann 2x Bedampfen hat sich für Völker ohne TBE als wirksam gezeigt. Bis jetzt hatte ich keine Weiselverluste, aber immer genug Begattungskästen und Ableger in Reserve, um bei Bedarf im September um zu weiseln bzw zu vereinigen.

  • Wie lange ist da die künstliche Brutpause, dass das das Volk weniger belastet als eine TBE?

    Wie nennt man eine Entnahme aller _verdeckelter_ Brut, was ja für die Bedampfung der wesentliche Teil sein sollte?

  • Mach's halt rechtzeitig und bau Ableger aus den Brutwaben. Raketenwissenschaft isses nicht, auch wenn einige so tun. Und mit der Beutenwandstärke hat es auch nix zu tun ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife