bedampft (Winterbehandlung) und jetzt?

  • Schillbee  

    Der Threadersteller fragte


    Zitat

    Wie lange nach der Bedampfung fallen denn die Milben? Also ab wie vielen Tagen danach kann man wieder von einem natürlichen Milbenfall ausgehen?

    Daher mein Beitrag. Das Paper aus 2000 kenne ich; es hat nur keine taggenaue Auflösung und genau das ist eigentlich das Interessante. Und hier gibt es ja nun viele die mit diesen Techniken hantieren und die wollte ich einfach nur mal anstupsen.... ich wollte mir nur deshalb einfach keinen eigenen Verdampfer kaufen.


    Die lange Persistenz ist kein "Problem" aber offenbar vielen nicht bekannt. Warum hier gerade bei den Verdampfungs-Winterbehandlungen munter Mehrfachbehandlungen beschrieben werden, verstehe ich da nicht. Ich war jedenfalls sehr überrascht wie lange der Abfall der Milben anhält! Milchsäure ist dagegen nach 24 Stunden wirkungslos.


    M.

  • Und hier gibt es ja nun viele die mit diesen Techniken hantieren und die wollte ich einfach nur mal anstupsen

    Ich würde deiner Aufforderung total gerne nachkommen, aber es scheitert vermutlich an der praktischen Umsetzung: Das doofe "Arbeiten für den Lebensunterhalt" verhindert, noch bei Tageslicht an den Stand zu kommen und zu zählen.

    Aber vielleicht raffe ich mich mal auf, und mache das mit Stirnlampe. Interessant wäre es allemal!

  • Moin,

    Finde es eh befremdlich, wie oft da munter bedampft wird obwohl das Zeugs noch wochenlang im Beuteninneren nachweisbar ist. Der Sinn erschliesst sich mir gerade bei einer Winterbehandlung einfach nicht.


    Hoffe ja mal, ein Verdampfer macht das auch mal so akribisch und zählt täglich aus...werde mal rumhorchen ob ich da nicht jemand aus dem Dunstkreis der imkerlichen Bekanntschaft motivieren kann. Das wäre einfach mal sehr erhellend...

    Überall da, wo Kondenswasser sich rumtreibt liegt im WInter keine feine Oxalsäure in der Beute rum.

    Ansonsten: Täglich zählen schaffe ich nicht. Eine wochenlange Wirkung sehe ich nicht.
    pasted-from-clipboard.png

    (Gelb markiert: Oxalsäure)

  • Wozu Milbenzählen? Oft wird doch schon behandelt, damit man dem neuen "Hobby" Milbenzählen frönen kann. Was hat uns bzw. den Bienen die ganze ausufernde Behandlerei gebracht? Vom Drohnenbrutschneiden bis 86%er AS im Herbst, von der Sprühbehandlung während brutfreier Zeit bis hin zur Restentmilbung haben wir vergessen, anfällige Völker auszulesen!

    Ich wollte es auch nicht glauben aber Tatsache ist, dass ein hoher Prozentsatz der Völker, trotz gründlicher, vorangegangener Restentmilbung im Vorwinter, im Juli bereits anfangen Varroa-/Virenschäden zu zeigen. Also praktisch haben diese Völker kaum eine Chance bis zur nächsten Entmilbung durchzuhalten sowie den Winter zu überleben. Da müssen wir gegensteuern und nicht sichere und bienenschonende Behandlungsverfahren zum X-ten Male hinterfragen.

    Was bringt unseren Bienen das Papier mit der täglich gefallenen Milbenzahl?

  • Was bringt unseren Bienen das Papier mit der täglich gefallenen Milbenzahl?

    - eine Datenbasis, die sicherer und breiter ist als Vermutungen

    - Einblick in die Populationsdynamik von Bien und Milben

    - sachliche Grundlage für imkerliche Entscheidungen statt Immer-schon-so-Maßnahmen

  • Hier die versprochenen Zählergebnisse :

    25.11. OX subl., nach dem verkrüppelte Bienen auftauchten.

    26.11. nach 12 h 276 gefallene Milben

    27.11. 185 (24h)

    28.11. 154

    29.11. 87 (1,0g Ox sub.)

    30.11. nach 12h 176

    1.12. 114 (24h)

    2.12. 83

    3.12. 69

    4.12. 37

    5.12. 28

    Bei der Winterbehandlung Ende der Woche werde ich dieses Volk noch mal mit behandeln. ( OX Sub. )

    Vielleicht hätte ich auch ein Kreuz dran machen können....

    Im Frühjahr bin ich schlauer.

  • ingrid :

    Wendet man auf diese Fallzahlen die Faustformel von Kleingartendrohn an, ergibt sich theoretisch eine Restmilbenzahl von:


    N2 = 1.318 Milben noch im Volk, also eindeutig zuviel (Ergebnis kann durch Restbrut verfälscht sein).

    (Milbenabfall nach 2. Behandlung) zum Quadrat: 257.049

    geteilt durch (Milbenabfall nach 1. Behandlung minus Milbenabfall nach 2. Behandlung): 702 - 507 = 195


    Wenn also nach 1 x OX zur Restentmilbung weniger als 800 Milben fallen sollten (wovon angesichts der in #24 gezeigten Tendenz auszugehen ist), wäre noch ein zweiter Restentmilbungsschritt nachzuschalten und ggf. eine Neuberechnung vorzunehmen - diesmal ggf. ohne Restbrutfehler.

    Unabhängig davon: Der Schweizer Tiergesundheitsdienst empfiehlt bei einem behandlungsbedingten Totenfall von über 500 Milben einen zweiten Nachbehandlungsschritt zur Restentmilbung (selbstverständlich nur bei wiederholbaren Behandlungen, nicht beim Träufeln).


    Unabhängig von alldem wäre zu empfehlen, ein solch stark vermilbtes Volk in der kommenden Saison schon früh mit Varroa-dämpfenden Maßnahmen zu begleiten (Drohnenbrutschnitt oder TBE + 1 FangW + sanierter Rückvereinigung nach Dr. Radtke o.ä.).

  • Ja, sollte es im Frühjahr wider Erwarten noch da sein, dann werde ich es im Auge behalten und begleitend Massnahmen ergreifen.

    Was mir auffiel: vor der Sublimation am 25.11. hatte ich ja verkrüppelte Bienen gesehen, jedoch kaum Varroen im Spätsommer. Eine trügerische Sicherheit.

    Die Bienen waren auch sehr unruhig, haben jedoch nicht viel länger gebrütet, als die anderen Völker.

    Totenfall gab es nicht überdimensional viel.

    Vorgestern war es hier verhältnismässig mild und ich habe durch die Folie geschaut, das sassen sie ruhig und in einer Traube, etwas Flug war auch zu sehen.

    Ich werde weiter beobachten, behandeln und hoffen.

  • Hier wurde wohl am 26.11. und am 29.11. bedampft. Das wäre wohl wie eine einzelne Behandlung zu werten. Gezählt werden muss 14 Tage nach der Behandlung. Falls man jeden Tag zählen möchte, dann eben 14 Tage lang. Bisher sind 1209 Milben gefallen. Leider ist nicht vermerkt, ob auch helle Milben dabei sind.

    Aber ich rechne selbst im brutfreien Zustand mit einer Wirksamkeit von höchstens 90%. Daher verbleiben mindestens 121 Milben im Volk - zuviel. Eine zweite Behandlung wird benötigt.

    Meine Empfehlung: Jetzt mal 14 Tage nach dem 29.11. abwarten, dann zählen und zu den 1209 Milben hinzu addieren. Das ergibt die Zahl Z1 für die Formel.

    Dann 1x behandeln, wieder14 Tage abwarten, dann zählen, das ergibt die Zahl Z2. Dann rechnen.

    Gruß Ralph


    Gruß Ralph