Propolis als Wundverschluss beim Baumschnitt

  • Hallo in die Runde,


    ich bin auf der Suche nach einem Rezept, um ein Wundverschlussmittel für Bäume auf Propolisbasis selber herzustellen.

    Gibt es hier in der Runde jemanden der so etwas schon mal ausprobiert hat, damit ich bei meinen Versuchen nicht bei Null anfangen muss?


    Meine Idee wäre gewesen Propolis in Alkohol ( Vorlauf unseres Birnenbrandes) zu lösen und das ganze dann mit etwas Wachs und Öl zu einer Paste zu rühren, die man dann auf die Schnittwunden der Bäume auftragen kann. In der Hoffnung, dass die keimtötende Wirkung des Propolis auch hier hilft.


    Viele Grüße

    Meike

  • Es muss ja nicht hauptsächlich süß schmecken.

    Soll ja das Ganze nur etwas besser streichfähig machen.

    Oder einfach den bewährten Baumwachs kaufen. Der wird auch gerne von bestimmten Wildbienen als Nestverschluss benutzt.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Also gegen den Birnenrost hilft das bestimmt nicht. Könnte mir gut vorstellen das Bienen so ein Propolisgemisch, wie immer es geartet sein möge, abtragen. Käufliches Baumwachs ist wohl hier die beste Lösung.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Meine Idee wäre gewesen Propolis in Alkohol ( Vorlauf unseres Birnenbrandes) zu lösen und das ganze dann mit etwas Wachs und Öl zu einer Paste zu rühren, die man dann auf die Schnittwunden der Bäume auftragen kann.

    Was Du mit Deiner Mischung nicht erreichen dürftest m.E. ist eine zäh-elastische Masse, die

    dauerhaft den gegebenen Witterungseinflüssen standhält. Z.B. auch den ganzen Zugkräften, die

    auf einen lebendigen Baum einwirken, der ja kein statisches Objekt ist. Auch die käuflichen

    Baumwachse haben dieses Problem ( eigene Erfahrung). Aus gärtnerischer Sicht und Erfahrung kann ich diesem Artikel hier zustimmen :

    https://www.mein-schoener-gart…lussmittel-sinnvoll-33251

  • Nachtrag :

    Es kommt schon gar nicht, oder jedenfalls sehr viel geringer, zu befürchteten Wundinfektionen beim

    Baumschnitt wenn man folgendes beachtet : mit scharfem Werkzeug schneiden ( keine Rißwunden !),

    möglichst einen Schrägschnitt ausführen, sodass Regen jederzeit von der Wunde ablaufen kann, denn

    auf der Schnittwunde stehendes Wasser bewirkt / fördert die Pilzinfektion.

  • Nachtrag :

    Es kommt schon gar nicht, oder jedenfalls sehr viel geringer, zu befürchteten Wundinfektionen beim

    Baumschnitt wenn man folgendes beachtet : mit scharfem Werkzeug schneiden ( keine Rißwunden !),

    möglichst einen Schrägschnitt ausführen, sodass Regen jederzeit von der Wunde ablaufen kann, denn

    auf der Schnittwunde stehendes Wasser bewirkt / fördert die Pilzinfektion.

    Und zur richtigen Zeit schneiden, heißt z.B. Steinobst bist spätestens August, damit die Wunde noch eine Chance hat, bis zum Winter zu "Verheilen".

    Man sagt nicht umsont, Kirschen werden mit der Säge geerntet:)

  • Und mindestes ein, zwei Zentimeter Abstand vom Stamm lassen. Der Baum hat auch Wundheilung, und das Totholz, das dort die Funktion der Rinde übernehmen muss, braucht Platz. Das funktioniert besser, wenn dieser Propfen nicht im Stamm gebildet werden muss.

  • Hallo in die Runde


    Vielen Dank an Alle die helfen wollten. Wir haben durchaus Erfahrung im Schneiden von Bäumen, da wir mehrere Streuobstwiesen pflegen und jeden Winter über 30 Bäume schneiden. Es ging mir nur darum ob schon jemand ausprobiert hat die keimhemmende Wirkung von Propolis in solch einem Mittel zu nutzen.

    Die gängigen käuflichen Wundverschlussmittel beinhalten in der Regel Pestizide die ich gerne vermeiden möchte, zumal die Zutaten die ich im Kopf habe alle zur Verfügung stehen.


    @beeginners mind: Danke für den Link. Wie in dem Artikel steht wird beim Winterschnitt von Äpfel und Birne durchaus noch Wundverschluss eingesetzt. Ich möchte die Wunden auch nicht zukleistern sondern nur dünn versiegeln damit sie bis zu Wachstumszeit geschützt sind. Die Wunden sind auch selten größer als 5 cm, da wir regelmäßig schneiden. Mir schwebt eher eine pastöse Masse vor die man dann mit einer Zahnbürste auftragen kann.


    Für alle die sich für Baumschnitt interessieren habe ich noch einen Buchtipp.

    " Naturgemäße Kronenpflege am Obsthochstamm" von der KOB-Bavendorf


    Viele Grüße

    Meike

  • Die keimhemmende Wirkung erscheint mir nach den Beobachtungen an meinen Bäumen eher zweitrangig zu sein, da die Eigenheilung auch bei halbwegs korrektem Schnitt wirklich gut funktioniert. Einen Teil davon übernimmt der Baumharz, der seinerseits auch wieder Bestandteil in der Propolismasse ist. Insektenbefall und -fraß durch Ameisen, Kellerassen oder andere Gartenbewohner (auch Vögel!) erscheint mir durch die gängigen Wundheilmittel besser vermieden werden zu können.


    Noch ein Detail zum Schnitt: die Schnittfächen am Übergang Stirnschnitt/Umfang entgraten/anfasen, damit die nachwachsende Rinde und der sich beim Wachstum ausdehnende Stamm/Ast die Schnittfläche besser um- oder überwachsen kann, bzw. damit die Wundränder mit der Zeit glatt verheilen. Nicht entgratete Schnitte reissen ein und können sich mit der Zeit bis tief in den Hauptstamm fortsetzen... Manche Schnitte braucht man auch gar nicht verarzten, aber auch darüber streiten sich auch die Gelehrten. Manche sagen erst ab D 30mm, andere sagen glätten und entgraten reicht...


    Gruß Andreas

  • Propolis wär mir dafür zu wertvoll. Den gleichen Effekt hast Du wahrscheinlich, wenn Du direkt Baumharz sammelst. In Fichtenschonungen kann man das oft in grösseren Mengen als Brocken abkratzen. Dann warm machen und irgendas für die Streichfähigkeit beimischen, wie Bienenwachs und Olivenöl. Damit bekommt man auch eine prima antibiotische Creme für Hautverletzungen.

    Gruss, Jan