Honig Sorten mischen

  • Kruppi, ich denke das Honig sich wie eine Art Emulsion verhält (Mischung verschiedenster Bestandteile, die nicht in Lösung gehen). Wenn man sehr flüssige Honige mit sehr kristallinen mischen würde, verbinden sich beide nicht miteinander sondern existieren nebeneinander.


    Durch eine hohe Konsistenz der Gesamtmasse kann man die Entmischung länger aufhalten, aber nicht ganz verhindern. Das ist dann natürlich wieder eine Frage der Temperatur, denn bei geringer Viskosität (höhere Temperatur) entmischt sich diese Emulsion und die Flüssigkeiten schichten sich dann entsprechend ihrer Dichte.

    Je unterschiedlicher die Honige in ihrer Struktur sind die man vermischt, um so schneller trennen sie sich auch wieder.

    Beim Honig gibt es durch das Kristallisieren jedoch noch eine andere konsistenzverändernde Komponente.

    Honige mit ähnlicher Viskosität und Kristallisationsverhalten, kann man somit besser vermischen.


    Allerdings ist das Thema noch komplexer durch die verschiedenen Zucker, die Kristallisation in gesättigen Lösungen, physikalische Wirkprinzipien wie Adhäsion, Kristallgrößen und Hohlraumdurchdringung unterschiedlich dichter Stoffe mit Kapillarwirkungen etc pp.


    Liebe Grüße Bernd

  • Impfen würde ich nicht als mischen im obigen Sinne bezeichnen.

    Dabei werden Kristallisationskeime in die noch wenig kristalline Struktur eingebracht.

    Ich bin der Meinung, das mit der zeitlichen Länge des Wachstums die Größe des Kristalls bestimmt wird. Kristalle erwachsen eigentlich nur in einer (über)/(ge)sättigten Lösung. Wenn die Lösung nahe am Kipppunkt zur Kristallisation ist, sind verschiedene Größen wir Temperatur und Konzentration (Wassergehalt) entscheidet in welcher Geschwindigkeit die Kristallisation voranschreitet. Gibt man Kristallisationskeime (andere Kristalle, Schmutzpartikel) hinzu, wachsen daraus sehr schnell neue größere Kristalle. Darum sollte man nach dem Impfen auch rühren, damit die Kristallisationskeime schnell verteilt werden. Dies beschleunigt den ganzen Prozess darüber hinaus auch noch, den durch das weitere Rühren werden die nun wachsenden Kristallstrukturen wieder geteilt und stehen weiter als neue Kristallisationskeime zur Verfügung.


    Es gibt da auch Versuche, wo man in eine Flüssigkeit ein Steinchen wirft und zack ist sie gefroren.


    Liebe Grüße Bernd

  • Kruppi, ich denke das Honig sich wie eine Art Emulsion verhält (Mischung verschiedenster Bestandteile, die nicht in Lösung gehen).

    Jetzt muss ich mal schlaumeiern: fest/flüssig-Mischungen sind Suspensionen. Emulsion ist flüssig / flüssig, z. B. Öl in Wasser oder umgekehrt.


    Eine Suspension behält ihre Konsistenz um so länger, je ähnlicher die Dichte von Feststoff und Flüssigkeit ist. Je kleiner die Kristalle und je geringer der Wassergehalt des flüssigen Honiganteils, um so stabiler ist die Suspension.


    Zur Ausgangsfrage von Kruppi - habe auch schon Frühtrachtmix mit Linde (flüssig) gemischt und schön cremig gerührt, weil Kunden einen intensiven Lindengeschmack nicht alle leiden mögen. Da trennt sich nix und ist auch bis Weihnachten verkauft...