Fallzahlen der Milben

  • Hallo @all,

    beim Lesen dutzender Berichte über diese leidigen Parasiten stellt sich bei mir immer wieder eine Frage, welche für mich nicht ganz logisch ist.

    Ihr schreibt es fallen 1 Milbe am Tag, egal, 10 in der Woche usw. … soweit ist mir das klar.

    In dann verhältnismäßig wenigen Fäden liest man mal: in einem starken oder auch schwachen Volk fallen so oder so viele Milben. Es kommen auch von den erfahrenen Usern die helfen nie die Frage wie groß das Volk ist.


    Ist es denn nicht relevant wie groß ein Volk ist?? Es müsste doch nach meiner Logik ein riesen unterschied machen ob bei 2 oder bei 6 vollen Wabengassen 5 Milben abfallen …

    Klar, dann kommt im selben Zug noch dazu ob ich dies 2 Zander keine Ahnung zwei Dadant Wabengassen ist weil entsprechend mehr oder weniger Bienen in den Gassenplatz haben.

    Wenn 2 Milben von 20.000 Bienen abfallen müsste der Anteil deutlich grösser sein als wenn diese 2 von 80.000 Bienen abfallen …


    Danke vorab für die Aufklärung …


    LG :daumen:

  • Die Befallsschwelle wird für die Überwinterung bei max. 5% Milben/Bienen im Volk angegeben. Je nach Varroa-Konzept des Folgejahres (ob Varroareduzierung bereits in der Aufschwungphase bis 22.6.) wird eine geringe Überschreitung (dann Drohnenschnitt oder TBE mit FangW und sanierter Rückvereinigung bspw. nach Dr. Radtke o.ä. Reduziermaßnahmen) als tolerabel angesehen.

    Die Totenfallrate 0,5 Milben/Tag ist davon abgeleitet und geht von einer durchschnittlichen Volksgröße aus und soll eine leichter zu handhabende Faustformel für "faule Imker" bieten.

  • Top Erklärung ribes . Stell dir vor, es gäbe Tabellen in denen du diese Werte findest, aufgeschlüsselt nach Bienen und Rähmchenmaß. Das würde eine Sicherheit vorgaukeln, die es so nicht gibt und wahrscheinlich würden zig Völker unbehandelt eingehen weil eine imaginäre Schadschwelle nicht überschritten wurde.


    Also noch mehr als es jetzt schon tun, weil der Imker meint, er müsse erst ab x Milben behandeln und es fallen ja erst x-1 und die Bienen sehen ja auch alle noch ganz glücklich aus.

  • Hi, ja, Danke für die Antwort.


    Es geht mir nicht darum nicht behandeln zu müssen.


    Es ging mir bei der Frage rein darum, warum man immer den selben Umrechnungsfaktor her nimmt obwohl eben in einem großen Volk im Verhältnis mit mehr abfallenden Milben weniger auf die "einzelne" Biene sind als umgerechnet bei Kleinen mit "weniger" abfallenden ...


    Danke und LG

  • Das kommt daher, damit man überhaupt etwas als "sogenannte Vergleichsgröße" hat, unabhängig von der Sinnhaftigkeit dieses Wertes.

    Denn die Worte viel , wenig, kaum klassifizieren nun mal überhaupt nichts.


    Liebe Grüße Bernd

  • Hallo,


    nach der verlinkten Information ist der Umrechnungsfaktor in der weitgehend brutfreien Zeit 500.


    http://www.bienenkunde.rlp.de/C1256EA7002BE0CB/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief%202018_25.pdf

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • 500 ist nicht der Umrechnungsfaktor, sondern die angenommene Anzahl der im Wintervolk verbliebenen Restmilben.

    500 Restmilben auf 10.000 Bienen = 5%. Auf 5.000 Bienen wären das bereits 10%, also zuviel.

    Außerdem mag sich der Imker einmal ausrechnen, wieviel Milben dann zur Sommersonnenwende im Bienenvolk sind, wenn man den Erfahrungwert zugrunde legt, daß sich die Milbenzahl zumindest ab März bzw. starkem Bruteinschlag etwa alle 3 Wochen verdoppelt.

  • 500 ist der Umrechnungsfaktor von der Milbenfallzahl / Tag (natürlicher Milbenfall) zur Milbenzahl im Volk. Bei weitgehend brutfreien Völkern.

    Beispiel: 1 Milbe in 2 Tagen = 0,5 Milben pro Tag

    0,5 x500 = 250 Milben im Volk


    Das Verhältnis von Milben zu Bienen (die Befallsrate) ist eine andere Baustelle.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Außerdem mag sich der Imker einmal ausrechnen, wieviel Milben dann zur Sommersonnenwende im Bienenvolk sind, wenn man den Erfahrungwert zugrunde legt, daß sich die Milbenzahl zumindest ab März bzw. starkem Bruteinschlag etwa alle 3 Wochen verdoppelt.

    Falls man es sich nicht ausrechnen möchte, kann man es gut in der Milbensimulation von die-honigmacher sehen: Fight the Mite - Schlag die Milbe


    Zusätzlich zu dieser interaktiven Simulation, gibt es auf der Seite auch vorgefertigte Animationen, z.B. zur Wirksamkeit der Behandlung oder zum Vermehrungszyklen der Varroamilbe.


    Simulation haben natürlich immer ihre Grenzen und sind nur so gut wie die Daten auf denen sie beruhen. Die Webseite ist aber vom DIB gefördert und macht einen guten Eindruck. Sieht für mich schlüssig aus.