Normung von Bienenwachs beim DIN ?

  • p.s. für Ungeduldige: Das Video ab Min. 18 zeigt, wie Fälscher "reines Bienenwachs" herstellen können aus Erdölsyntheseprodukten. Sie können mit ihren Fertigkeiten die Lebensmittel- u.a. Normen (PharmEU usw.) erfüllen und alle dort aufgeführten Tests bestehen, ohne wirkliches Bienenwachs zu verwenden. Deshalb taugen die bisherigen Definitionen von Bienenwachs aus dem Lebensmittelrecht nicht für imkerliche Zwecke, ja nicht einmal die Normen aus dem Arzneimittelrecht und die RAL-GZ 041 schon gar nicht.

  • Und schwierig wird’s erst hinterher!

    Das Wachs, das jetzt / nach in Kraft treten einer Norm in den Beiten ist, kann nichtmehr in Umlauf gebracht werden / darf nichtmehr zu MWs verarbeitet werden. Usw und sofort.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • ... Sie können mit ihren Fertigkeiten die Lebensmittel- u.a. Normen (PharmEU usw.) erfüllen und alle dort aufgeführten Tests bestehen, ohne wirkliches Bienenwachs zu verwenden. Deshalb taugen die bisherigen Definitionen von Bienenwachs aus dem Lebensmittelrecht nicht für imkerliche Zwecke, ja nicht einmal die Normen aus dem Arzneimittelrecht und die RAL-GZ 041 schon gar nicht.

    Dann muss aber keine neue Norm her, sondern neue Tests zur Überprüfung dieser. Die Definition ist immer noch und bleibt auch weiterhin : "... reines von Bienen ausgeschwitztes Wachs ..."


    Gut, mittlerweile gibts da ja die von dir schon erwähnte Musterdatenbank in Neuendorf? und die damit verbundenen Tests. Das Video ist ja von 2017. Jedem Imker steht frei, diese Testmöglichkeiten zu nutzen. Muss er halt mal ein bisschen Geld in die Hand nehmen, um die aktuell grösstmögliche Sicherheit zur Echtheit seines vorhandenen Bienenwachses zu bekommen. Ich werde diesen Winter auch noch meine bescheidenen paar kg testen lassen, getrennt nach Eigenwachs und zugekauftem. Und bei entsprechendem pos. Bescheid werde ich es zum hiesigen lokalen Umarbeiter geben.


    Ist doch das selbe mit Honigverfälschungen (oder Doping im Sport oder, oder, oder), da ist auch ein dauernder Kampf zwischen den Fälschern und den Testern bzw. den Tests dazu. Ein Bekannter von mir kauft im Jahr ca. 300t Honig auf dem Weltmarkt für den Lebensmittelbereich. Der meinte, das sie jede Charge nach dem jeweils neuesten Stand analysieren lassen, anders gehts nicht.


    Dieser Wettkampf zwischen Fälschern und Prüfern wird auch nie aufhören.

    - Democracy Dies in Darkness -

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  • Immerhin gibt's da Chargen, sprich in einem Arbeitsgang hergestellte und / oder abgefüllte definierte Mengen, die voneinander exakt durch Dokumentation abgegrenzt werden können.


    Bei MW für Imker - nix Charge etc.

  • ...meine bescheidenen paar kg testen lassen, getrennt nach Eigenwachs und zugekauftem. Und bei entsprechendem pos. Bescheid werde ich es zum hiesigen lokalen Umarbeiter geben.

    Und woher willst Du wissen, aus welchem Wachs Dein lokaler Umarbeiter die MW für Dich fertigte ohne nochmalige Analyse oder wenigstens eine verdachtsunabhängige Drittkontrolle des gesamten Umarbeitungssystems im Rahmen eines QMS, welches die anderen Wachsabnehmerbranchen mit guten Gründen bereits seit Jahren etabliert haben?


    Dann muss aber keine neue Norm her, sondern neue Tests zur Überprüfung dieser.

    Gut, mittlerweile gibts da ja die von dir schon erwähnte Musterdatenbank in Neuendorf und die damit verbundenen Tests. Das Video ist ja von 2017.

    Der aussagekräftigste Test ist nach wie vor die vollständige GC-Analyse. Das Schnellverfahren in Hohen Neuendorf kann nur grobe Verfälschungen aufdecken (Nachweisgrenze Paraffin bei 2,3 Prozent, für Stearin bei 1,1 Prozent, Fette offenbar gar nicht) und erfordert dann noch eine nachgeschaltete exakte GC-Analyse:

    https://www.bienenjournal.de/f…nstig-untersuchen-lassen/

  • Hallo Leute,

    es geht nicht darum schon eine Lösung zu haben, es geht darum eine Lösung zu erarbeiten!

    Wie ein entsprechender Test aussieht und durchgeführt wird kann ja alles dann mit den Experten erarbeitet werden. Die Frage ist, wer sind die Experten und würden diese mitarbeiten. Ob es eine ISO Norm, CEN Norm oder DIN wird ist zunächst mal egal. Es ist jedoch viel einfacher und schneller zuerst eine Vor-Norm beim DIN in Deutschland zu machen und dies dann bei ist CEN oder ISO einzukippen um auf eine Internationale Ebene zu kommen. Der Tick ist zuerst eine Vor-Norm zu machen und dann schnell eine DIN Norm zu bekommen, ist mal eine DIN Norm vorhanden geht alles viel einfacher.

    Wenn man eine DIN Norm macht muss man bei CEN eine Anfrage stellen und wenn andere Länder schon was tun muss man diese mit ins Boot nehmen, das macht die Sache sehr zäh und auch teuer weil die Meetings dann natürlich weltweit stattfinden.

    Es ist also nicht gerade die beste Idee einen ISO Norm Arbeitskreis zu bilden, scheint eher politisch motoviert zu sein. Um den Vorsitz kann sich jedes Land bewerben, nur leider ist es so das oft wenig Interesse besteht so eine Norm zu übernehmen. Dazu braucht man dann Mitarbeiter die Geld kosten und die sind wie überall knapp. Normalerweise sollte sich der DIB oder eine ähnliche Institution darum bewerben, nur dort fehlt es vermutlich auch an dem passenden Mitarbeiter und an der Erfahrung.

  • ...viel einfacher und schneller, zuerst eine Vor-Norm beim DIN in Deutschland zu machen und dies dann bei ist CEN oder ISO einzukippen, um auf eine Internationale Ebene zu kommen. Der Trick ist, zuerst eine Vor-Norm zu machen und dann schnell eine DIN Norm zu bekommen. Ist mal eine DIN Norm vorhanden, geht alles viel einfacher.

    Wenn man eine DIN Norm macht muss man bei CEN eine Anfrage stellen und wenn andere Länder schon was tun, muss man diese mit ins Boot nehmen. Das macht die Sache sehr zäh und auch teuer, weil die Meetings dann natürlich weltweit stattfinden.

    Es ist also nicht gerade die beste Idee einen ISO Norm Arbeitskreis zu bilden, scheint eher politisch motoviert zu sein.

    Die ISO-Bestrebungen gibt es ja nun bereits unter chinesischem Vorsitz. Für eine DIN müßte man die also konsultieren. Hat es da überhaupt noch Sinn bzw. genügend Zeit, sich um eine deutsche Vor-Norm (DIN) zu bemühen?

  • Und woher willst Du wissen, aus welchem Wachs Dein lokaler Umarbeiter die MW für Dich fertigte ohne nochmalige Analyse oder ....

    Man Mag es kaum glauben, aber ich habe ein gewisses Grundvertrauen in die Ehrlichkeit meiner Mitmenschen. Es soll ja unter denen auch Nichtbetrüger geben.

    Bei dem lokalen Umarbeiter wird dieses Vertrauen dadurch gestützt, das die Chefin selber imkert, ich ihre kleine Anlage im Keller schon anschauen durfte (und wahrscheinlich sogar dabei sein dürfte, wenn ich Zeit hätte und wöllte) und Sie die Tochter eines hiesigen langjährigen und geachtetem BSV ist, der mir selber auch schon mit Rat zur Seite stand.

    Klar sind das keine Garantien, das ich MW aus meinem Wachs bekomme, aber einem QMS muss ich auch Vertrauen und Papier ist bekanntlich geduldig


    Grüsse, Robert

  • Das QMS besteht nicht nur aus Papier, sondern zunächst einmal aus größtmöglicher Transparenz und aus von beiden Seiten vereinbarten Einsichtsrechten in betriebliche Interna, aus der Übereinkunft zur fälschungssicheren Dokumentation der bekannten 3 Säulen, Kontrolle durch unabhängige Dritte usw. Es ist ungleich schwieriger und aufwändiger, ein vernünftiges QMS zu überlisten als persönliches Vertrauen zu enttäuschen. Von Letzterem kann Dir Mc Fly genug erzählen, der den Goldimker einmal zu seinen Freunden zählte.
    Fälschungen unter QMS sind in jedem Falle auch strafrechtlich viel härter sanktioniert als private Vertrauensbrüche.

    Und schließlich: Nur eine kleine Minderheit von deutschen Imkern wird wirklich tragfähige persönliche Vertrauensbeziehungen zu Umarbeitern pflegen (können). Die überwiegende Mehrheit ist auf das abstrakte, kommerzielle Kundenverhältnis angewiesen, welches sich eben verläßlich nur mit einem QMS absichern läßt - weshalb es in den anderen Wachsabnehmerbranchen auch selbstverständlich praktiziert wird - sogar für die Kerzenindustrie, die ja weit mehr als die Hälfte des Bienenrohwachses beansprucht. Es ist doch ein Faktum, daß die Umarbeiter für den größten Teil ihres Umsatzes ohnehin QMS-Standards einhalten müssen - nur für den geringen Umsatzanteil des imkerlichen Bedarfes nicht. Solange die Umarbeiter an diesem Punkt mauern und das schwarze Loch hüten wie ihren Augapfel, müssen wir Imker und unsere Bienen damit rechnen, daß da Dinge hineingekippt werden, die nicht hineingehören. Da ist m.E. zumindest gesundes Mißtrauen angebracht, wie die regelmäßige Wiederholung von Wachsskandalen in der Praxis genügend bewiesen hat. Eines ist beim letzten Wachsskandal allerdings eine neue Qualität: Wir haben es offensichtlich nicht mehr nur mit privaten Betrügereien zu tun, sondern von systematischen, volkswirtschaftlich gesteuerten Fälschungen, wie die Qualität der Fälschungen und die Abweisung der Rücksendung von gefälschtem Wachs vom Hamburger Hafen beweist (Verweigerung der Retour wegen nicht erteilter Wiedereinfuhrgenehmigung des Herkunftsstaates).