Winterbehandlung auslassen

  • ...Nicht-Behandeln ist illegal und wir sind in Deutschland.

    Das ist unzutreffend. Mir ist nicht eine einzige aktuelle Allgemeinverfügung zur Behandlungspflicht bekannt, die keine Ausnahmeregelung für Resistenzversuche enthält. Ohne eine solche Ausnahmeregelung wäre sie vermutlich sogar rechtswidrig, was man amtlicherseits in den Anfangsjahren dieser Verfügungen wohl sehr schnell eingesehen hat. Der diese Ausnahme Begehrende muß seine Ausnahme nur offen kommunizieren, resp. amtlich genehmigen lassen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

  • Hallo Har und ribes !


    Ich habe mir meine Behandlungsfreiheit vom Amtsveterinär genehmigen lassen.

    Im Prinzip könnte man ja aber auch sagen:

    Es ist ja eine dem Varroamilbenbefall angepasste Behandlungsstrategie.

    Das darf man nicht vergessen bzw. verwechseln mit Imkern, die wirklich überhaupt nicht behandeln. So gesehen unterscheidet sich die in unserem VSB (Varroamite Surviving Bee) - Projekt die Vorgehensweise von anderen radikaleren Ansätzen.

    Wenn ma es genau nimmt, hätte ich deswege auch gar keine Ausnahmegenehmigung gebraucht, weil ich Völker über 3% in der Regel behnadle.

    Außer es handelt sich um einen konkreten Überlebenstest.

    Und dafür braucht man diese Genehmigung wieder...


    Auf jedem Fall sollte man mit seinem Amtsveterinär deswegen sprechen.

    Wir haben das zusammen intensiv erörtert.

    Und er weiß ja auch dass ich selbst die bayerische BSV-Prüfung habe, aber nicht bestellt bin - Bienenfachwart reicht erst mal. Und der Amtsveterinär weiß natürlich auch, dass mein Züchterkollege selbst ein BSV ist, der ihn bei seiner Tätigkeit ehrenamtlich unterstützt.

    Sicherlich wäre unter diesen Voraussetzungen eine extra Ausnahmegenehmigung nicht unbedingt erforderlich gewesen.


    Aber unter dem Gesichtspunkt der Öffentlichkeitsarbeit ist eine offizielle Genehmigung obligatorisch.


    Und ich denke alleine schon deswegen, das man sich outen muss als Nichtbehandler oder ganz wenig Behandler gibt es schon eine gewisse Hemmschwelle. Ich kann es nachvollziehen.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Mit unserem AVet kann man auch reden. Aber darum geht es ja gerade nicht, sondern um Regeln, die für alle gelten und um so manche Überheblichkeit von Zeitgenossen, die meinen, über diesen Regeln stehen zu können oder zu dürfen. Besonders delikat wird das dann, wenn für einen solchen Standpunkt auch noch die vermeintlich hehren Ziele herhalten müssen.

    Das hat m.E. auch nix mit Öffentlichkeitsarbeit oder psychologisch begründeten Hemmschwellen zu tun. Es sind und bleiben einfach Regeln. Vom Vertrauen auf Einhaltung bzw. Durchsetzung dieser Regeln durch unsere Kollegen und übrigen Mitmenschen leben wir schließlich alle.

  • Aber immer erzählen, daß es klappt, aber nie irgendwas preiszugeben ist schäbig. Finde ICH.

    Ja! Etwas konkretes habe ich bisher nicht gelesen.

    Man könnte ja auchmal eine PN senden? Sicher gibt es Netzwerke der "Glückskinder" und "Fummler".

    Nur, der Kreis MUSS größer werden. Einfach einem "interssierten" Imker diese Bienen überlassen ist nicht der Weg, den ich sehe.

    Ich wünsche jedem, der schon Erfolge hat und zunehmend weniger gegen die Milbe behandeln muss, weiterhin das nötige Händchen, damit er auf seinem Weg vorankommt.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Sorry,

    Wenn ich Bienen hätte, die ich seit 10 Jahren nicht behandeln bräuchte, würde ich sie auf keinem Fall Luffi zur Verfügung stellen.

    Er hatte ja seinen Spass. <X

    Dass Bienen keine Behandlung bedürfen, kann die unterschiedlichsten Gründe haben.

    Es hat sich immer wieder gezeigt, dass diese Bienen weder eine Varroatoleranz noch eine Resistenz haben.

    Der Kommentar hier zeichnet aber eine vollkommen andere Situation.

    Völker die aufgrund des Befalls keine Winterbehandlung benötigen, brauchen diese auch nicht. Warum die Bienen mit Behandlungen belasten, die nicht nötig sind!

    Das wiederrum erfordert ein sehr enges Netz an Kontrollen. Das bedeutet viel Arbeit und Einsatz.

    Das ganze Konzept muss darauf abgestimmt sein.

    Bei Irrtum muss man dan im Folgejahr zur Unzeit behandeln, dh man verliert den Honigertrag.

    Macht man das nicht, überschwemmt man die Nachbarschaft mit Milben.

    Das würde dann gewöhnlich nicht lange dauern, bis es Ärger mit dem Nachbarimker gibt.

    Die Absprache mit dem VET ist da der einzig richtige Schritt.

    Damit kommt man auch anderen netten Kollegen zuvor.

    Auch wenn ich mit dem Landesverband und anderen netten Kollegen nichts mehr zu tun haben will, gibt es sinnvolle Regularien, an die man sich besser hält/ halten sollte.

  • Macht man das nicht, überschwemmt man die Nachbarschaft mit Milben.

    ...und wieweit fliegen die Bienen, die aus niedergehenden Völkern ausziehen und dabei Milben mitnehmen?

    Sind diese stark geschwächt oder sind es die, die noch überleben wollen?

    Genügt ihnen der eigene Stand oder fliegen diese Bienen mehrere Kilometer weit?

    Was ist mit Nachbarschaft gemeint - die benachbarten Völker am Stand oder die Nachbarimker und deren Ständen.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Macht man das nicht, überschwemmt man die Nachbarschaft mit Milben.

    ... ist das wirklich so? Oder ist das nur so eine gängige Erklärung ohne dass es wirklich mal systematisch untersucht wurde? .... ich habe das mal vor mehr als 10 Jahren gemacht..... und konnte keine irgendwie verstärkte Milben-Re-Invasion feststellen. Allerdings: An einem Stand, also direkt in allernächster Nähe, da gibts schon bei Zusammenbruch von Völkern mehr Milben in den Nachbarvölkern.


    Axo: Ich glaube inzwischen nur noch Ergebnisse, die ich selber "nachgekocht" habe..... Erfahrung macht klug.

  • Da habe ich eine Kollegin, die jetzt aus dem staunen nicht mehr rauskommt.

    Die hatte eben diesen Fall.

    Ein Nachbarimker hatte etliche Völker in der Nähe. Als dieser aufgrund eines schweren Unfalls nicht zu seinen Bienen kam, hatte sie das Problem, das trotz Behandlung die Varroafallzahlen immer wieder stiegen.

    Die Völker des Nachbarimkers kollabierten nach und nach. Die Milben bei ihren Völkern erlebten immer wieder einen sprunhagten Anstieg. Der.Spuk war.erst.vorbei, als die übrig gebliebenen Nachbarvölker behandelt wurden.

    Wer das gesehen hat, stellt sich diese Frage nicht mehr.

    Das ist auch der Grund warum hier von einer Behandlungspflicht gesprochen wird.

    Man muss nicht alles selber kochen, um zu wissen ob es schmeckt.

    Ansonsten gebe ich dir Recht. Ich glaube auch nicht alles was ja so sicher scheint.

  • Dies sprach der "Freie Imker" und war fortan unfrei.

  • Das ist das schöne. Ich kann Kontakt zu Imkern pflegen, ohne auf Ehremamt und Verein Rücksicht nehmen zu müssen.

    Echt Klasse, wenn man den Leuten mit der Besten Bienenzucht und dem einzig wahren Konzept nicht mehr zuhören muss.


    Beides gibt es nicht.

  • Gibt aber genug Leute. Mehr als genug. Und knapp vorbei ist auch daneben.


    Meine Bienen holen sich aktiv die Milben. Gut ist, man muß weniger Füttern.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Es sind und bleiben einfach Regeln. Vom Vertrauen auf Einhaltung bzw. Durchsetzung dieser Regeln durch unsere Kollegen und übrigen Mitmenschen leben wir schließlich alle.

    Moment mal, wir leben alle in einem Staat wo das Machtmonopol zur Durchsetzung von Regeln beim Staat liegt, alles andere wäre Selbstjustiz und ist strafbar! Also liebe "Kollegen und Mitmenschen", lasst die Finger von fremden Bienenvölkern oder anderen Imkern...


    (Die Möglichkeit eine Ausnahmegenehmigung von dieser "Regel" erhalten zu können ist auch eine "Regel"!)

  • Es sind und bleiben einfach Regeln. Vom Vertrauen auf Einhaltung bzw. Durchsetzung dieser Regeln durch unsere Kollegen und übrigen Mitmenschen leben wir schließlich alle.

    Moment mal, wir leben alle in einem Staat wo das Machtmonopol zur Durchsetzung von Regeln beim Staat liegt, alles andere wäre Selbstjustiz und ist strafbar! Also liebe "Kollegen und Mitmenschen", lasst die Finger von fremden Bienenvölkern oder anderen Imkern...


    (Die Möglichkeit eine Ausnahmegenehmigung von dieser "Regel" erhalten zu können ist auch eine "Regel"!)

    Niemand hat hier dazu aufgerufen Finger an andere Bienenvölker zu legen.

    Du bist der Kollege und Mitmensch, du sollst die Regeln bei deinen Bienenvölkern durchsetzen.

    4 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive