Winterbehandlung auslassen

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    Es kann funktionieren. Ev. nur an dieser Stelle! Oder auch an anderen Stellen?

    Wer weiß? Ich nicht, andere nicht, einige doch! (...)Es wird ja auch schnell der "Lacher" für die Schadenfreude beworben.

    So wird Schweigen. Verständlich!

    Guter Punkt. 'Vielleicht nur an dieser Stelle' - das wäre doch eine belastbare Erkenntnis! Hier geht's (reproduzierbar), da geht's nicht. Das wäre doch eine wichtige Aussage. Wichtig für die Zucht, die Imker, wichtig für die Zukunft der Bienen. Aber nee. 'Weil es Lacher gibt' - expizit: Schadenfreude. Was für erbärmliche Kreaturen empfinden da Schadenfreude!? Und, wieso ist diese Kränkung durch ein paar Gestörte dem eigene Ego dann wichtiger als die die Imkergemeinschaft und die Gesundheit der Biene im Ganzen!? Das kann man drehen, wie man will, gut riechen tut das nie.


    Ich formuliere es mal andersherum, positiv: wenn man merkt, daß man Bienen hat/kennt/sieht die aus welchem Grund auch immer mit der Milbe klarkommen, dann nimmt man diese Genetik und verteilt die an Leute, die mit diesem Schatz angemessen umgehen. Das kann ein gleichgesinnter Nichtbehandler sein, der versucht diese Biene durch 'friß oder stirb' zu vermehren, oder ein Tüftler wie Luffi, der wenn andere Leute auf dem Sofa chillen 'ne Runde Milben zähl(en läßt). Oder was auch immer. Gibt doch genug Interessierte. Oder ist DAẞ das Problem? Jedenfalls sollte man versuchen, das Risiko eines Totalverlustes zu minimieren (Nachbar hat AFB, Amtsvet kommt mit der Schwefelschnitte zum eigenen Stand, aus die Maus).


    Aber immer erzählen daß es klappt, aber nie irgendwas preiszugeben ist schäbig. Finde ICH.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ...Es wird ja auch schnell der "Lacher" für die Schadenfreude beworben.

    So wird Schweigen. Verständlich!

    So simpel ist es m.E. nicht. Lachen tut vermutlich keiner über fremde Völkerverluste, schon gar nicht werben für Schadenfreude. Wer etwas über die Ausbreitung von Varroa und Bienenkrankheiten weiß, ist eher besorgt, wenn fremde Völker Experimenten unterzogen werden, für die der Versuchsleiter nicht die volle Verantwortung übernimmt (die bekanntlich weit über seine eigenen Kisten oder Boxen o.ä. und deren Inhalt hinausgeht) - ob aus Ignoranz oder fehlender/manchmal sogar ideologisch verbrämter Ablehnung imkerlicher Bildung und Facherkenntnisse/-erfahrungen, kann dahingestellt bleiben. Daß so Mancher meint, diese Verantwortungslosigkeit mit Sarkasmus oder Spott bekämpfen zu können, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Die Gründe für das Schweigen mögen zum guten Teil auch in der grundsätzlich ablehnenden Haltung der fast flächendeckend zwingend geregelten Behandlungspflicht gegen Varroose liegen. Um Mißverständnissen vorzubeugen: Man kann diese Regeln für schlecht ausgeführt halten oder sonstige Bedenken haben, aber ignorieren kann und darf sie ein Imker nicht. Er muß wissen, was er tut, wenn er diese Regeln übertritt und er darf es nicht heimlich tun, sondern in größtmöglicher Offenheit gegenüber seinen Kollegen und nicht zuletzt gegenüber dem, der die Regeln gesetzt hat. Wer sich so verhält, wird nicht verlacht oder mit Schadenfreude überzogen, sondern anerkannt. so jedenfalls ist meine Erfahrung hier.


    p.s.: Damit wir uns richtig verstehen, ein praktisches Beispiel: Leuten, die das Verstellen von milbentragenden Völkern "außerhalb des eigenen Flugkreises" pflegen bzw. propagieren, ist ein gewisses Maß an Verantwortungslosigkeit zu attestieren, wenn sie nicht gleichzeitig beachten/betonen, daß beim Verstellen auch die Flugkreise der Imkernachbarn zu beachten sind - ganz egal, ob diese Leute zur Behandler- oder Nichtbehandlerfraktion gehören.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ribes ()

  • und Manne weiß es nicht und da es ev. nicht Mannes Stand ist weiß es auch der Besitzer nicht so genau.

    Es kann funktionieren. Ev. nur an dieser Stelle! Oder auch an anderen Stellen?

    Wer weiß? Ich nicht, andere nicht, einige doch!

    Eigentlich sind Mannes Beiträge bei mir ausgeblendet, aber wenn er zitiert wird kann man sich dem nicht entziehen. Diese ewige Leier von "auf den Bien hören" oder "der Bien wird's schon richten, wenn man ihn läßt", dazu das Geschimpfe auf Institute. Die letzten Buchveröffentlichungen eines Tautz oder Menzel entkräften diese Vorbehalte.

    Wieso darf dieser ominöse, varroafreie Bienenstand nicht untersucht werden? Ist es die isolierte Lage, die zur Varroatoleranz führt? Ist es Lithium im Oberflächenwasser? Überleben die Wunderbienen auch an anderen Standorten?

    Kein Imker schüttet doch gerne Säure in seine Beuten (siehe doch auch Bienensauna oder VarroaSound), die wenigsten sind in der Lage eine züchterische Selektion langfristig durchzuführen, alle berichten von ihren Bemühungen. Nur die Nichtbehandler ziehen sich zurück: "alles schon gesagt", "werde schon genug angefeindet" oder "kommt persönlich vorbei, dann zeige ich es".

    Schade!

  • Imker2016 schrieb:

    "kommt persönlich vorbei, dann zeige ich es"

    Das wäre immerhin ein Anfang.

    Muss man dann sein Smartphone abgeben und wird man dann mit verbundenen Augen dreimal ums Dorf gefahren, bis zum Bienenstand hinterm Haus?

  • ...oder "kommt persönlich vorbei, dann zeige ich es".

    Schade!

    Wäre ja mal ein Ansatz, wenn Interesse besteht und der Glaube fehlt. Persönliche Gespräche sind besser als Geschriebenes.


    Der Standortfaktor ist sicher neben der Genetik entscheidend. Es dürfte schon ein Unterschied machen, ob stark PSM-belasteter Pollen eingebracht und verfüttert wird oder eher wenig bis gar nicht belasteter. Ebenso spielt eine gute, kontinuierliche Nahrungsversorgung eine Rolle.


    Viele "Varroaschäden" sind am Ende nur die Spitze des Eisberges; darunter verbergen sich womöglich ganz andere Stressoren für Bienenvölker, die übers Jahr eben nicht aufgefallen sind am Ende macht die Milbe nur "den Sack zu". Jeder, der Geschwisterköniginnen an unterschiedlichen Standorten hält, kann die Differenzen beobachten; bisweilen drastisch. Das ist natürlich kein Beweis, nur ein Hinweis...

  • Angenommen, das Erfolge in dieser Richtung in erster Linie auf der Auslese innerhalb der Milbenpopulationen beruhen, ist das über die Zucht der Biene nicht reproduzierbar.

    Zugegeben ein unschöner Gedanke, aber nicht komplett wegzudenken.

  • Angenommen, das Erfolge in dieser Richtung in erster Linie auf der Auslese innerhalb der Milbenpopulationen beruhen, ist das über die Zucht der Biene nicht reproduzierbar.

    Zugegeben ein unschöner Gedanke, aber nicht komplett wegzudenken.

    Diese These würde doch nur standhalten, wenn der Standort sehr isoliert wäre. Ansonsten würde sich die Milbe von gewöhnlichen Völkern bei einer Übergtragung durchsetzen.


    Oder mache ich da einen Denkfehler?

  • Angenommen, das Erfolge in dieser Richtung in erster Linie auf der Auslese innerhalb der Milbenpopulationen beruhen, ist das über die Zucht der Biene nicht reproduzierbar.

    Zugegeben ein unschöner Gedanke, aber nicht komplett wegzudenken.

    Weil der unschön ist, sollte man den Ansatz trotzdem abklären. Dafür müsste man mit diesen Bienen mal woanders hin. Aber dat wollen wir ja nüscht, weil. Das wäre eine wichtige Erkenntnis, ja.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Diese These würde doch nur standhalten,

    Ne These ist nur 'ne These, wenn sie falsifizierbar ist. Wenn sie das nicht ist, isses bloß 'ne Behauptung. Religion funktioniert so, Wissenschaft nicht.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Diese These würde doch nur standhalten,

    Ne These ist nur 'ne These, wenn sie falsifizierbar ist. Wenn sie das nicht ist, isses bloß 'ne Behauptung. Religion funktioniert so, Wissenschaft nicht.

    Ich habe gedacht, wir befinden uns in einem Imker- und keinem Logikforum. Bevor ich jetzt meine wissenschaftliche Mathe-Kenntnisse ausgrabe, bin ich genauer bei meiner Wortwahl.


    Die Aussage, es komme auf eine angepasste Milbenpopulation an, ist im übrigen sehr leicht überprüfbar. Man müsste die Völker nur mit Milben von behandelten Völker impfen und den Winter abwarten.

  • Hallo Zusammen

    Genau dahingehend ist es in der neuesten Ausgabe unserer Bienezeitung zu lesen .

    Eine isolierte Bienenpopulation kann an einem Standort nachweislich resisten sein , werden Völker daraus an einem neuen Standort verfrachtet verlieren sie diese Resistenz .

    Unterschiedliche Milbenstämme und unterschiedliche virulenz der Bakterien und Viren werden dafür verantwortlich gemacht .

    Ob das jedoch bei unserer Bienendichte in Mitteleuropa zutreffen kann - kaum .


    Gruss Markus

    " Wohlstand ist die Summe aller Sünden ." (mw)

  • ...Unterschiedliche Milbenstämme und unterschiedliche Virulenz der Bakterien und Viren werden dafür verantwortlich gemacht .

    Gibt es hier in Mitteleuropa wirklich so viele unterschiedliche Milbenstämme? Dr. Verena Schneider hat ja in ihrer Dissertation die erstaunliche Stabilität des genetischen "Flaschenhalses" seit dem Übersprung der destructor auf die Europäische Honigbiene bzw. die Homogenität des hier vorkommenden Korea-Typs beschrieben.

    https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/1/Schneider_Verena.pdf

    Daß Viren + Bakterien sehr wandlungsfähig sind, ist unbestritten. Das gilt aber immer - ganz gleich, auf welchem Milbenstamm sie leben und ob sie in resistente oder nicht resistente Bienen eingetragen werden. Die Vermehrungszyklen von Bakerien und Viren sind viel kürzer als die von Bienen und erst recht als die Zeiträume, in denen Bienenzüchter die Stabilität bestimmter Merkmale ihrer Zuchtlinie erwarten.

  • Liebe Leute,

    Ich habe über die Jahre hier im Imkerforum schon einiges an Informationen von Nicht-Behandlern gelesen (Manne, Werner, Stefan...). Das Feed-back war immer sehr gemischt (um es mal vorsichtig auszudrücken). Besuche wurden übrigens angeboten und hat es gegeben, wenn ich mich recht entsinne. Aber es gab und gibt hier auch immer ordentlich Gegenwind, so dass ich verstehen kann, wenn die Nicht-Behandler sich zurückhalten.


    Dazu kommt: Nicht-Behandeln ist illegal und wir sind in Deutschland. Wie würdet ihr euch verhalten, wenn ihr erfolgreiche Nicht-Behandler wäret? Vielleicht würdet ihr dann doch eher kommunizieren, dass es der Bekannte des Nachbarn ist, der behandlungsfrei imkert, statt euch selber ... mit dem Kreisveterinäramt ... ihr versteht was ich meine.

    Schwierig.

    Was ich aber ermutigend finde, ist, dass es auch im wissenschaftlichen Bereich Gruppen gibt, die diesen Ansatz vertreten. Letztens hatte ich bei scientific-beekeeping was in der Richtung gelesen. Da findet anscheinend ein Umdenken statt.

    Allen Nicht-Behandlungsansätzen scheint aber gemeinsam zu sein, dass der Erfolg nicht so einfach transportierbar ist. Also nix mit Einweiseln.

    Harry

    der schon mal Besuch vom Finanzamt hatte, weil das einen Tipp bekommen hatte.