Winterbehandlung auslassen

  • Hallo, ich habe dieses Jahr ein Volk, dessen Varroafall sehr niedrig ist. In den letzten 7 Tagen fielen 0 Milben, in der Woche davor 2. Das Volk ist ein Brutsammler, den ich im Sommer im Zuge der TBE erstellt habe. Ich habe ihn brutfrei mit Oxalsäure gesprüht (im Juli) und später 2Mal mit As-Schwammtuch behandelt (Ende August), da noch zu viele Milben fielen. Da das ja doch ein recht krasses Säurebad war, frage ich mich, ob ich den Bienen die Winterbehandlung ersparen kann?


    Vielen Dank und Grüße!

  • Ich kann nur mit meiner Erfahrung dienen, dass sich Nachlässigkeiten oft rächen. Es ist gut, dass nur wenig fallen. Doch ist die Windel bei niedrigen Varroazahlen sehr unzuverlässig. Und jede Milbe, die jetzt im Volk ist, schädigt Bienen direkt. Der Schaden ist grösser, als wenn die Milbe in der Brut wäre. Für das Volk wiegt es schwerer Bienen zu verlieren, als ein paar Brutzellen.

    Und jetzt im Anfang des Winters sind die Völker noch am stärksten und vertragen eine Behandlung am besten.

    Im Januar beginnt bei einigen bereits wieder das Brutgeschäft und damit vermehrt sich wieder die Milbe.

    Du hast also nur ein kurzes Zeitfenster um dein Volk effektiv zu behandeln.

    Doch ist es deine Entscheidung. Viel Erfolg

  • Man muss aber auch bedenken, dass jede Behandlung die Lebensdauer der Winterbienen verkürzt und behandelte Völker im Frühjahr etwas schwächer auswintern könnten (im Vergleich zu nicht behandelten Völkern, wenn der Milbenbefall unter dem Grenzwert liegt). Ich behandle nur Völker, die mehr als 1 Milbe/Tag verlieren.

    Und generell sollte man auch die Volksstärke miteinbeziehen: starke Völker verkraften einen "höheren" Befall als kleine.

  • Hallo Honey Bee,

    auch bei mir war es so, dass ich in zwei Völkern kaum bzw. keinen Milbenfall hatte, dieser jedoch dann plötzlich, aus welchem Grund auch immer, wieder einsetzte. Ein Auslassen der Winterbehandlung kommt daher für mich nicht in Frage.

  • Hallo Imkerfreunde

    Ich habe ja vor 3 Tagen die OS-Träufelung durchgeführt und war gerade den Milbenfall kontrollieren. Es waren kaum frische Milben gefallen, also muss meine OS-Verdampfung großen Erfolg gehabt haben. Anders als vergangenes Jahr hatte ich bei der Träufelung reichlich Milbenfall, so das ich froh war sie durchgeführt zu haben. Ich werde das noch weiter beobachten, aber ich habe das Gefühl das ich die Träufelung dieses Jahr hätte wegfallen lassen können.

    Fazit für mich: Bei einer wirkungsreichen Blockbehandlung mit OS-Dampf aller 5 Tage, 5-6 Mal im Oktober, dann könnte die Winterbehandlung eingespart werden. Aber 100% sicher kann man sich wohl nie sein.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,

    Meine Völker hatten im Sommer einen geringen natürlichen Milbenfall (nie über 1 Milbe/Tag).

    Im August habe ich nur 3x alle 5 Tage OX sublimiert. In den folgenden zwei Wochen fielen zwischen 40 und 120 Milben.

    Mitte November habe ich einmal OX sublimiert. Ergebnis: Zwischen 12 und 120 Milben.

    D.h. eshätte bei einigen Völkern die Behandlung unterbleiben können.

    Ich werde auf das Frühjahr warten müssen. Und die Entwicklung beobachten.

    Gruß

    Harald

  • Nee nee, mein lieber Kruppi, so kontraproduktiv ist meine Träufelung nicht gewesen, das ist meine Sicherheit und die der Bienen. Ich habe schon die Erfahrung gemacht das Verdampfung zum Jahresende auch den Tod von Völkern bedeuten kann. In meinem Fall hatte ich 2009 am 26.12. OS verdampft und darauf hin sind ständig Bienen abgeflogen aus den Völkern, bis nur ein Völkchen übrig war. Es kann sein das damals meine Verdampferei nicht richtig funktioniert hatte, ich schrieb auch davon im Forum. Dieses Jahr sieht es bei meinen Bienen durchweg sehr gut aus.8o

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • R. Büchler hat 2017 in Donaueschingen dazu einen Vortrag gehalten und das "Deutschen Bienenjournal! 1/2018 Seite 13. hat die Argumentation aufgegriffen.

    Die Argumentation ist vernünftig:

    Zitat "Was die Bienen nicht umwirft, macht sie stärker: Ein Plädoyer für mehr Milben in den Völkern - und gegen den pauschalen Einsatz von Varroamedikamenten im Winter."

    Wir sollten von der Natur lernen und nicht überängstlich sein!

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Lieber Drobi,

    Das war nicht der Dampf, das war die Spätwirkung der Milbe namens Viren, die sind noch in den Bienen wenn die Milben schon lange wech sind. Dagegen hilft nur eine möglichst frühe Behandlung also schon Anfang Mitte Juli bei starkem Milbenbefall und weiter strenge Überwachung bis Ende September.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!