• Die urspruengliche Frage war ob sich die Biozertifizierung lohnt.


    Fuer mich lohnt sie sich nicht, weil ich mir langsam einen Kundenkreis mit Einzelhandel und Belieferung von Hoflaeden im engen Umkreis aufgebaut habe. Die meissten Honigendkunden kennen mich selbst und meine Vertrauenswuerdigkeit bestimmt ihre Verkaufsentscheidung. Ich habe mich mal bei Bioland dafuer interessiert und vieles daraus in meine Imkerei uebernommen (Holzzargen, Leinoelanstriche, Naturwabenbau…) aber die Zertifizierung war mir fuer meine Situation zu teuer.


    Bei dir sieht es anders aus. Die meissten deiner Endkunden kennen dich nicht und da kann ein Biolabel schon wichtig sein ob ein Produkt gekauft wird oder nicht. Aber selbst wenn du dich dafuer entscheiden solltest dauert die Umstellung einige Jahre und kostet eventuell viel Geld fuer neue Kaesten, Wachs ….

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Nickname und selbstgewählter Fadentitel deuten auf Kampfstimmung

    Also ribes Kampfstimmung herrscht bei mir eigentlich überhaupt nicht.

    Bin eigentlich ein richtig gemütlicher Bayer😉✌

    Nickname ist auch mein Spitzname unter meinen Freunden und den hab ich mir bei meiner Geburtstagsfeier zum 17. redlich verdient. Darüber lacht heute noch das Dorf was damals passierte.


    WFLP

    Ja meine Beuten sind aus Holz mit einer Biofarbe gestrichen.


    Hab mich heute bei Bioland informiert.

    Wachs und Winterfutter wären laut Ihrer Broschüre noch umzustellen. Die restlichen Anforderungen erfülle ich schon. Kosten würden auch im Rahmen liegen. Werd nächste Woche mal einen Termin bei der für Bioland Imkerei Bayern zuständigen Frau machen.


    Gruß vom harmlosen kneipenterrorist 😉😉😎

  • Nach meiner Erfahrung (nur 4 Jahre) kann u. a. die Herkunft aus dem eigenen Dorf (resp. Stadtteil), bei mir repräsentiert durch ein schönes Foto, bei vielen Kunden wichtig sein. Solche Gläser werden auch gerne mal verschenkt.

    Ich habe den Eindruck, dass Honig von einem ländlichen Stand einen größeren "Vertrauensvorschuss" als Honig aus der Stadt genießt, ob zu recht sei ob der Pestizidbelastung der gern angeflogenen Rapsfelder dahingestellt.

    Vielen Kunden ist die Konsistenz wichtig. Bei deutschstämmigen Honigkunden am beliebtesten ist wohl kremig / gut streichfähig. In anderen Kulturkreisen dürfte das anders sein; so wird in türkischen Läden viel Wabenhonig angeboten (im KLEINGEDRUCKTEN z.B. Honig in der Wabe aus der Türkei, eingelegt in "Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern" oder gar in Glukose-Fruktose-Sirup).

    Wenn Kunden aus einer Schleuderung bzw. einer bestimmten Sorte, bei mir vor allem "Sommertracht mit Linde" gut geschmeckt hat, fragen sie oft immer wieder nach dieser "Sorte".

    Aber: Geschmäcker sind verschieden. Einerseits gibt es Kunden, die gerne einen recht aromatischen Honig wie viele Sommertrachthonige oder spezielle Sorten wie Wald, Edelkastanie oder Löwenzahn mögen und gern neues probieren. Andere Kunden wiederum möchten einen möglichst geschmacksneutralen Honig,; in der Praxis läuft das dann meist auf Frühtracht mit hohem Rapsanteil hinaus. Insofern ist es gut, mehrere "Sorten" anbieten zu können.

    Ich habe den Eindruck, dass im Moment Biosiegel vielen Kunden in unserer Region nicht so wichtig sind. Das könnte sich aber nach meiner Einschätzung schnell ändern, wenn - z. B. initiiert durch Stiftung Warentest oder einen Umweltverband - Pestizide im Honig stärker in den Medien thematisiert werden.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Hab mich heute bei Bioland informiert.

    Wachs und Winterfutter wären laut Ihrer Broschüre noch umzustellen. Die restlichen Anforderungen erfülle ich schon. Kosten würden auch im Rahmen liegen. Werd nächste Woche mal einen Termin bei der für Bioland Imkerei Bayern zuständigen Frau machen

    Sondiere trotzdem erst Deine Absatzmöglichkeiten für Bioland-Honig.

    Die goldenen Zeiten sind dort seit zwei-drei Jahren auch vorbei.

    Während es vor zehn Jahren noch einen riesigen Mangel gab, gibt es jetzt durch Betriebsvergrößerungen und sehr viele Umsteller bereits Überhänge an Bioland-Honig und sinkende Preise.

    (Wachs umstellen, kann im Moment bei 40 Völkern deutlich über 1000 Euro Kosten. Zucker ist im Moment bei 1,60/kg. Also rechne alles gut durch und gegen...)

  • Hallo zusammen,

    mich würde als Anfänger interessieren wie sich der Absatz über das Jahr verteilt. Wir Imkern mit 6 Wirtschaftsvölkern und verkaufen den Honig nur an der Haustüre. In diesem Jahr haben wir in der direkten Umgebung (unserer Siedlung) mit Flyern auf uns aufmerksam gemacht. Wir haben nun schon gut 75% verkauft und damit sorge viele Kunden enttäuschen zu müssen wenn wir in 2 Monaten keinen Honig mehr haben. Was habt ihr für Erfahrungen zu dem Absatz über das Jahr.

    Danke und Gruß

    Markus

  • Genau so passiert's. Weil dann noch ein paar Völker mehr (damit die nicht traurig wieder gehen), dann kommen noch mehr Leute, dann wieder mehr Völker. Dann kannst'te demnächst 'nen Vortrag machen in D'eschingen 😂

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wir haben nun schon gut 75% verkauft und damit sorge viele Kunden enttäuschen zu müssen wenn wir in 2 Monaten keinen Honig mehr haben. Was habt ihr für Erfahrungen zu dem Absatz über das Jahr.

    Danke und Gruß

    Markus

    Da werdet ihr wohl wie so viele andere, vor allem auch berufliche Imker, NACH kaufen müssen. Ist ne gängige Praxis im Imkermarkt und ich kann bestätigen, dass das reibungslos funktioniert. Dem Hartmut sei Dank!

    Jedenfalls erspart mir der Imkermarkt das Vermarktungsproblem. Bin noch voll berufstätig, stehe nicht gern auf Märkten rum, habe Haus, Garten, Frau, Bienen zu versorgen und bald sogar noch Enkel :) Da sollte man Prioritäten setzen.

  • Heb' Dir ein paar Eimer auf!

    Weißt Du schon, ob es in 2019 Waldhonig geben wird?

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Richtig, das hatte ich genau so vor. Wenn ich zusätzlich noch Blütenhonig über Strasse verkaufe, dürfte mir der Waldhonig (200kg = 400 Gläser) sicher über 2020 reichen.

    Wir haben hier noch viele alte Imkerleins und ich daher keinen großen Anteil am Markt.

  • Moin Markus wBienen!

    mich würde als Anfänger interessieren wie sich der Absatz über das Jahr verteilt.

    Aaaalso, ich kann aus meiner bescheidenen Erfahrung (ohne weiterführend aktives Marketing, Märkte, Verkauf im Lebensmittelhandel und ohne Abgabe an den Großhandel) berichten, dass der Absatz über`s Jahr und vor allem auch über die Jahre saisonal extrem schwankt. Sprich in einem Jahr geht wider den vorherigen Erwartungen und Erfahrungen unerwartet viel Honig im Frühsommer wenn die neue Ernte da ist, dann geht mal einige Jahre richtig was im Vorweihnachtsgeschäft, dann ist plötzlich der (m. E. zu erwartende) Herbst- und Erkältungssaisonverkauf erheblich.

    Wenn man natürlich gezielt Märkte beschickt oder auch den (Einzel-)Handel, dann sieht`s sicherlich anders und ggfs. auch plan- und vorhersehbarer aus.


    Wir haben nun schon gut 75% verkauft und damit sorge viele Kunden enttäuschen zu müssen wenn wir in 2 Monaten keinen Honig mehr haben.

    Das klingt ziemlich optimal. Ein bißchen was auf Lager ist immer gut und meiner Erfahrung nach schadet auch phasenweise auftretende Nicht-Verfügbarkeit eines Produktes nicht dem langfristigen Absatz.

    Wer deinen Honig wirklich will, der kommt wieder. Da hilft`s natürlich den unbefriedigten Kunden einen groben Zeitrahmen mit auf den Weg zu geben ab wann sich ein neuerlicher Besuch lohnt. Bei mir ist das "Wenn der Raps nächstes Jahr abgeblüht ist.". Klappt.


    Schöne Grüße, ruhig Blut und viel Erfolg!

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Wer deinen Honig wirklich will, der kommt wieder.

    Aber er bekommt (einfach) Gelegenheit Vergleiche zu anderen Honigen zu ziehen. Will er danach deinen Honig wirklich noch wirklich? Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Wenn ich gut und zuverlässig bedient werde, schaue ich mich nicht (ernsthaft) um.


    Bei mir wechselt die saisonale Nachfrage auch stark. Allerdings eher von Jahr zu Jahr, als von Monat zu Monat. Wenn überhaupt eine Regel, dann etwas mehr direkt nach der Ernte, weil frisch und vor Wintereinbruch wegen Erkältungsgefahr.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Das klingt ziemlich optimal. Ein bißchen was auf Lager ist immer gut und meiner Erfahrung nach schadet auch phasenweise auftretende Nicht-Verfügbarkeit eines Produktes nicht dem langfristigen Absatz.


    Wer deinen Honig wirklich will, der kommt wieder. Da hilft`s natürlich den unbefriedigten Kunden einen groben Zeitrahmen mit auf den Weg zu geben ab wann sich ein neuerlicher Besuch lohnt. Bei mir ist das "Wenn der Raps nächstes Jahr abgeblüht ist.". Klappt.

    Wer als Kunde weg ist, findet einen anderen netten Imker. Und solange der liefern kann, bleiben die da auch. Die sind ja nicht alle schlechter. Ich kann von Trachlücken nur dringend abraten. Klingt super, ja, aber der Kunde ist ein seltsames Tier.....

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hello again!

    er (der Kunde, Anm. des Patricks :wink:) bekommt (einfach) Gelegenheit Vergleiche zu anderen Honigen zu ziehen.

    Richtig. In doppelter Hinsicht.

    Ich scheue ihn nicht, den Vergleich. Denn: Ich bin ein netter, serviceorientierter Mensch (und Imker! :cool:), habe durchweg guten (verarbeiteten) Honig, ansprechende, individuelle Etiketten und spreche ggfs. auftretende, auch kritische Themen (Engpässe, PSM, etc.) offen an bzw. verstecke mich auch im Gespräch nicht davor. Und wenn kunde dann doch woanders hingeht / kauft - bitte gerne.


    Will er danach deinen Honig wirklich noch wirklich?

    Wenn nicht, lässt er`s sein. Ich bin in der mir bewussten luxuriösen Situation meinen Kunden nicht hinterherlaufen zu müssen. Was ich im Übrigen auch nicht will.


    Andere Mütter haben auch schöne Töchter.

    Gott sei Dank! :cool:

    Mitbewerberschaft belebt das Geschäft.


    Wenn ich gut und zuverlässig bedient werde, schaue ich mich nicht (ernsthaft) um.

    Ich mich schon. Mehr oder weniger ernsthaft, okay, aber ich schaue mich IMMER um.

    Wer als Kunde weg ist, findet einen anderen netten Imker.

    Gott sei Dank zum 2.!

    Drum verweise ich meine Kunden aktuell auch an meine imkerliche Azubeene. Ich kann (es mir leisten zu) gönnen. Und wenn, dann ihr. :wink:

    Und solange der liefern kann, bleiben die da auch. Die sind ja nicht alle schlechter.

    Das kann / wird so sein.

    Auf keinen Fall! Es gibt glücklicherweise immer mehr (gute) Imker.


    Klingt super, ja, aber der Kunde ist ein seltsames Tier.....

    Da schreibste was! :lol:


    Schöne Grüße

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!