• Servus zusammen,


    als erstes möchte ich meine Ausgangssituation erklären.

    Ich Imkerei nun seit 10 Jahren und bin mittlerweile bei ca. 40 Wirtschaftsvölker angelangt.

    Standort meiner Imkerei ist der Landkreis Donau-Ries. Wohnen dort in einem kleinen Dorf mit ca. 200 Einwohner.

    Auch in der Gegend eigentlich nur kleinere Dörfer. Soll heißen ich habe eigentlich keine Laufkundschaft.

    Verkauf des Honigs lief bis jetzt immer über den Großhandel bzw. andere Imker die bei mir zukaufen. Da mir die Vermarktung

    bis jetzt nicht so wichtig erschien, wollte erstmal das Imkerhandwerk beherrschen. Das läuft jetzt soweit:S.

    Wollte jetzt dieses Jahr das Thema Vermarktung angehen. Hier bekomme ich aber irgendwie keinen Fuß auf den Boden||.

    Soll heißen hab mich im Umkreis von ca. 50 km bei verschiedenen Läden, Märkte (Weihnachts-, historische) beworben aber überall

    nur Absagen kassiert. Einzig Biohöfläden und Bioläden fallen mir jetzt noch ein. Bitte keinen Ratschlag ich soll weniger Völker machen.

    Ist es Sinnvoll sich dafür zertifizieren zu lassen?


    Neblige Grüße

    Kneipenterrorist

  • Ob sich die Zertifizierung lohnt, hängt wesentlich von Deiner Betriebsweise und Ausstattung ab. Hast Du Holzbeuten, stellt sich das anders dar, als wenn Du erst Kunststoffbeuten ausstauschen musst.

    Die Zerfizierung ist unter Marketingaspekten meiner Erfahrung nach interessant, weil

    - Du weitere Absatzwege erschließen kannst (Bioläden usf).

    - es das Produkt aus der Sicht bestimmer Kundenkreise aufwertet

    - weil es den Alleinstellungscharakter erhöht (die meisten Imkereien sind halt nicht zertifiziert)


    Natürlich sind Kunden, die Wert auf bio legen, eher in größeren Städten zu finden.


    Bei einer Imkerei Deiner Größe schlagen die Zertifizierungkosten beim Preis kaum zu Buche. Laufende Mehrkosten entstehen vor allem beim Futter. Das macht dann vielleicht 30 bis 40 Cent pro Glas aus. Es spricht also aus Kostensicht wenig gegen die Zertifzierung, wenn Du das Biolabel beim Vertrieb wirklich nutzen kannst.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Bevor Du Zertifikate anstrebst, solltest Du Dich zuerst einmal nach VerpackG registrieren lassen

    Das war jetzt wohl nicht die Frage und es gibt hier auch keine Unterschiede zwischen bio und konventionell.

    Die Kunden werden sich für die Mehrwegzertifizierung nicht interessieren. für die Biozertifizierung schon eher.

    Oder willst Du uns jetzt damit sagen, Zertifkat ist Zertifikat?

    Und gehört das Thema nicht in den anderen Thread?

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Bevor Du Zertifikate anstrebst, solltest Du Dich zuerst einmal nach VerpackG registrieren lassen

    Das war jetzt wohl nicht die Frage und es gibt hier auch keine Unterschiede zwischen bio und konventionell.

    Die Kunden werden sich für die Mehrwegzertifizierung nicht interessieren. für die Biozertifizierung schon eher.

    Oder willst Du uns jetzt damit sagen, Zertifkat ist Zertifikat?

    Und gehört das Thema nicht in den anderen Thread?

    Es war vielleicht nicht die Frage, und hat in der Tat nichts mit Bio oder Konventionell zu tun. Ich finde den Hinweis von ribes in diesem Zusammenhang trotzdem wichtig. Denn wenn der Fragesteller den Honig (so wie beschrieben) selbst vertreiben will, muss er sich darüber tatsächlich zuerst Gedanken machen. Ob er dann Bio oder Konventionell vertreibt, ist erstmal egal.

  • Leute, gibt es hier nicht einen Thread, wo Ihr beim Thema bleiben könnt?

    Heh Wolfgang, in der Fragestellung ging es nicht allein nur um die Zertifizierung, sondern um Vermarktung.

    Aber definitiv nicht um das Pfandsystem!

    Ich habe auch nicht den Anspruch erhohen, die Frage umfassend zu beantworten. Immerhin betrifft meine Antwort wenigstens einen Teil der Frage!

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Nickname und selbstgewählter Fadentitel deuten auf Kampfstimmung bei der Jagd um Marktanteile. Da genügt nicht nur der feste Vorsatz und eine breite Brust. Ein Minimum an Vorbereitung auf die Auseinandersetzungen sind m.E. erforderlich, ich konnte nicht mit ansehen, wie sich jemand nichtsahnend in die Bajonette stürzt. Weitere Anleitungen zum Kampf werde ich nicht geben, das werden die Kollegen dem Kneipenterroristen im Verdrängungskampf schon beibringen...

  • Um Mißverständnissen vorzubeugen: Man muß nicht zwingend die Kollegen als Konkurrenten auffassen und mit ihnen kämpfen wollen - das ist angesichts des Marktanteils deutscher Honige von nur 20% m.E. sogar kontraproduktiv.

    Der Gegenentwurf: Imker können sich auf unterschiedlichste Art zusammenschließen und ihre Interessen bündeln. Ein Beispiel dafür hat WFLP umgesetzt: Erzeugergemeinschaft.

  • Ich habe auch schon manchmal überlegt, Bioimker zu werden.

    Aber um den Aufwand reinzuholen, müsste ich vergrößern - und ich möchte eigentlich Hobbyimker bleiben.

    Mit meinem Vater zusammen hatten wir zum Ende der DDR 120 Völker - ich weiß so ungefähr, was das bedeutet. Nur jetzt werde ich selbst schon 60… da reichen meine 20 + Ableger.

    Der Verkauf ist gar nicht das Problem, wenn der Honig gut und günstig ist, und viele Leute kennt, wird man schon was los. Meine Frau und ich verkaufen unter der Hand und ab Hof so 10…15 Zentner ohne große Werbung.

    Wenn wirklich mal mehr Honig da ist, geht der an den Großhandel. Auf den Markt musste ich mich jedenfalls noch nicht stellen.

    Es hat aber auch einige Zeit gedauert, bis es soweit kam.

    Grüße Ralf

  • ...Der Verkauf ist gar nicht das Problem, wenn der Honig gut und günstig ist,

    Ein Bio-Imkerkollege sagt dazu immer: Der Preis, den Du für deinen Honig verlangen kannst, wird bestimmt durch den Aufwand, den Du bereit bist, ins Marketing zu stecken.

  • ...Der Verkauf ist gar nicht das Problem, wenn der Honig gut und günstig ist,

    Ein Bio-Imkerkollege sagt dazu immer: Der Preis, den Du für deinen Honig verlangen kannst, wird bestimmt durch den Aufwand, den Du bereit bist, ins Marketing zu stecken.

    Genau so ist es! Nicht nur beim Honig. ;)

  • Ach,
    In diversen Folien zum Honigmarketing findet sich der Hinweis "Honig ist kein preiselastisches Produkt".

    Der Verkauf ist gar nicht das Problem, wenn der Honig gut und günstig ist, und viele Leute kennt, wird man schon was los.

    Ein im Vergleich billiger Honig wird vom Kunden genauso betrachtet - Qualität hat ihren Preis, wenn jemand seinen Honig verschleudert dann kann es mit der Güte des Honigs nicht weit her sein.

    Abgesehen davon kannst Du den Preiskampf gegen die Billiganbieter nicht gewinnen. Also begib dich auch nicht in deren Boxring.

  • Da bin ich ganz bei Ralf-2, so ein Verkaufssystem aufzubauen braucht seine Zeit und dann vergrößert sich der Kundenkreis von ganz allein. Die Qualität muss natürlich stimmen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)