Einzarger oder Mehrzarger ?

  • ich bin selber Einzargenimker (Dadant Blatt)

    Also für mich gilt: Einzargige Betriebsweise = 1 Brutraum Normalzarge (Zander, DNM o.ä.) anstatt Zweizargig = 2 BR Normalzarge. Bei Dadant Blatt hast du eine Grossraumzarge, bist also Grossraumimker. Da stellt sich einem nie die Frage ob 1 BR oder 2 BR.

  • Bei 40 Völkern ist die totale Brutentnahme für mich kein Thema... ist vom Material- und Arbeitsaufwand nicht drin:huh:.



    Also für mich gilt: Einzargige Betriebsweise = 1 Brutraum Normalzarge (Zander, DNM o.ä.) anstatt Zweizargig = 2 BR Normalzarge. Bei Dadant Blatt hast du eine Grossraumzarge, bist also Grossraumimker. Da stellt sich einem nie die Frage ob 1 BR oder 2 BR.

    Martin, ich stelle mir nicht die Frage ob ich 1 oder 2 BR-Imker bin... mit Dadant Blatt arbeite ich natürlich nur mit 1 BR. Viel mehr wollte ich wissen wie ihr die Wabenerneuerung (MW-Gabe) in diesem 1 Brutraum praktiziert.

  • Hallo Honigkopf!

    Willkommen im Forum! (Toll wäre eine kurze Vorstellung und Ausfüllung des Profils;-)

    -> dann hätte ich mir ggf. auch den ganzen Text gespart, wenn du deine 40 Völker vorher erwähnt hättest, aber nun gut, jetzt steht der Text.....

    Ich gebe dir in gewisser Weise Recht: Mit Großraumwaben (Dadant, Zadant, DN1,5, etc) die Wabenhygiene ordentlich hinzubekommen ist mir am Anfang auch recht schwer gefallen.

    Vor allem neigt man im Herbst dazu, den BR durch die Einfütterung nach hinten mit neuen Waben zu füllen, welche im Frühjahr meist auch wieder entnommen werden da sie nicht zum Brutnest gehören (wer mit Schied richtig arbeitet, sollte im Frühjahr seine Wabenanzahl auf das Volk abstimmen, damit sich das Volk besser entwickelt).

    Gerdes versucht, wenn frischen Waben ab dem Frühjahr hinzukommen, die frischen/neuen Waben an zweiter Stelle zum Flugloch (bei Warmbau) bzw. zur Seitenwand (bei Kaltbau) zu stecken, um so nach und nach die alten Waben nach hinten zu schieben, damit man spätestens im nächsten Frühjahr die alten Waben rausbekommt.

    Klappt bei mir nicht immer (vielleicht bin ich da auch nicht konsequent genug, vor allem, wenn ich ein Volk mal schröpfe).

    Melanie berichtet in ihrem Buch über Großraumbeuten, dass sie zum Winter hin nicht hinten sondern nach vorne erweitert, sprich, das Futter vorne gelagert wird, das Brutnest nach hinten rutscht und sich die Bienen über den Zehrweg dem Futter hinterher über den Winter langsam nach vorne arbeiten. Klappt auch recht gut, allerdings auch nicht immer so zwingend. Mir ist bei der Vorgehensweise immer ein wenig mulmig, weil das Volk somit die Vorräte vorne hat, wo alle schneller rankommen (zumindest beim Warmbau).

    Die Methode, die swissmix anspricht, ist wahrscheinlich die einfachste, allerdings auch die Material-aufwändigste: Komplette Brutentnahme direkt nach dem letzten Schleudern (bzw. zum Schleudern hin), Volk mit komplett neuen MW bestücken (Leerwaben wären toll), dünn füttern, gegen Varroa im Brutfreien Zustand behandeln und langsam bis zum Winter hin auffüttern. Fertig!

    Alle Brutwaben in einem Brutsammler zusammen stellen, entweder mit neuer Kö oder ein Volk zum Brutsammler machen (ggf. auch komplett ohne Kö und Brut nur auslaufen lassen). Das Brutsammler-Volk nimmt auch gleich die ganzen Varroen der anderen Völker bei sich auf (hier besonders gut die Varroa-Behandlung durchführen). Gibt auch Anleitungen, wie man solche Völker mit Fangwaben quasi ohne Behandlung Milbenfrei bekommt, ist aber für Fortgeschrittene würde ich sagen;-)

    Das Volk nach Auslaufen der Brut über ASG auch komplett auf frische Waben setzen, und schon hat man auf einem Stand komplett die Waben getauscht.

    Ich hoffe, die Kurzanleitung war jetzt nicht zu kurz, sonst die Suche nach TBE bemühen;-)

    Viel Spaß mit den Bienen!

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo Hamburger-Jung!

    Danke für deine Ausführungen!

    Ich wollte mich mal herantasten aber wir sind bereits dort angelangt wo mir der Schuh drückt.

    Die Vorgangsweise von Gerdes, die MWe blockweise an die 2./3. Position zu geben, bewirkt, dass der neue Wabenbau in der Winterphase von der Bienentraube eher gemieden wird bzw. das Volk in der Regel auf dem alten Wabenbau vorlieb nimmt. Das führt wiederum dazu dass die erste Brut auf dem alten Waben angelegt wird und somit diese Waben nicht so leicht aus dem Verkehr zu ziehen sind.

    Hast du Erfahrungen hinsichtlich der Gabe von MWen nach der letzten Schleuderung (Mitte Juli). Wenn ich richtig liege ist es Binder, welcher die Gabe von MWen im BR erst nach der Honigernte empfiehlt. Ich imkere in Gebirgslagen und kann mir nie und nimmer vorstellen, dass ein Volk mit Brut und allem, welches also nicht gezwungen ist MWe auszubauen, so spät noch zufriedenstellend MWe ausbaut.

    Abgesehen vom immensen Aufwand stehe ich der TBE sehr skeptisch gegenüber. In Gunstlagen und bei gutem Pollenangebot mag es ja funktionieren aber nicht in höheren Lagen. Schließlich will ich ja,

    dass meine Völker den Winter auch überstehen und nicht ihre ganze Energie bereits vorher verpuffen!

  • Der Aufwand bei TBE mag auf den ersten, flüchtigen Blick immens erscheinen, ist es aber nicht - v.a. wenn man die damit ersparte Arbeit (Varroabehandlung incl. -verlaufskontrolle und nicht zuletzt Wabenerneuerung) mit einrechnet.

    Den richtigen Zeitpunkt zu wählen, bleibt selbstverständlich dem Imker und seinen diagnostischen Fähigkeiten überlassen - ist also keineswegs nur in "Gunstlagen" möglich. Dr. Radtke hat die TBE bereits als Student (v.a. zur Schwarmvorbeugung bei längerer Ortsabwesenheit in der Prüfungszeit) betrieben und seine Diplomarbeit, sowie seine Dissertation dazu geschrieben. Statt Einbußen erzielt er noch heute mit TBE sogar Ertragszuwächse. Es ist also wirklich eine Frage des Zeitpunktes und der Betriebsweise.

    https://d-nb.info/1025135512/34

  • 40 Völker sind im Juli 200 Waben, davon gehen 30-40 sofort in den Schmelzer, der Rest gibt je nach Belastung 10-15 Brutscheunen/Ableger. So what?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Honigkopf : Wann Schleuderst du ab? Ich mach das immer Ende Juli, Anfang August, dann ist bei mir die Tracht durch. Somit habe ich noch gut Zeit, um gegen Varroa zu behandeln und Aufzufüttern.

    Solange du nach der Honigernte die Bienen dünn fütterst, dürfte es eigentlich keine Probleme geben und die Bienen sollten die Waben bzw. MW zum Ende der Fütterung auch ausgebaut haben.

    Wenn die Bienen auf einem Schlag viel Futter bekommen, dann lagern sie das Futter ein und bauen eher ungerne.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Bei 40 Völkern ist die totale Brutentnahme für mich kein Thema... ist vom Material- und Arbeitsaufwand nicht drin:huh:.

    Guck dir mal das Apinaut System an, damit kann man den Vorgang gut beschleunigen. Einige Königinnen reagieren auch gut auf Abfangkäfige, dafür brauchst du aber eine Altkönigin die eh abgedrückt wird. oder aber klassisch mit Flügelschnitt. Aus Imkersicht machen die drei Methoden in abfallender Reihenfolge weniger Arbeit bzw. das ganze Bequemer.

  • Wozu die Königin suchen? Abklopfen, MW, Futter, nach ein paar Tagen Dampf oder Sprühen... Ist doch fix gemacht. Material brauchst Du eh für die Ableger, die Du aus den Brutscheunen bildest. Echte Raketenwissenschaft. Überzählige Ableger verkauft man im Frühjahr an die Spezialisten.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wozu die Königin suchen? Abklopfen, MW, Futter, nach ein paar Tagen Dampf oder Sprühen... Ist doch fix gemacht. Material brauchst Du eh für die Ableger, die Du aus den Brutscheunen bildest. Echte Raketenwissenschaft. Überzählige Ableger verkauft man im Frühjahr an die Spezialisten.

    Weils schwer wird Umzuweiseln wenn die Altkönigin drinnen bleibt. Wenn man die drinnen lässt, dann reicht es natürlich die Waben alle in die Beute zurückzufegen.

  • Oh je, noch was für Youtube Imker...

    An sich ein interessanter Film, aber schaut euch mal bei Minute 18-20 den Kopfstand an, den 2-Zargen Imker (hier sogar zu zweit!) veranstalten, =O um mit der Segeberger eine Schwarmkontrolle durchzuführen, und die ist da sicher auch nötig, und dann Zellen brechen, wie schön das es auch anders geht!

    Ergonomisches Arbeiten pur!

    Kein Wunder, das die BG gleich ab 25 Völkern die Hand aufmacht, wenn sogar ein Institut die Durchsichten in dieser Form macht. So haben fix beide "Rücken", weil der dieser bei dem 25. Volk auf ist!


    Herzlichen Glückwunsch für dieses Video!! ;)


    Nur beim Ansehen bekommt man schmerzen, was wiederum gut ist, weil es abschreckt! So bitte nicht machen!!!

    👍👍

  • Weils schwer wird Umzuweiseln wenn die Altkönigin drinnen bleibt. Wenn man die drinnen lässt, dann reicht es natürlich die Waben alle in die Beute zurückzufegen.

    Umweiseln kannst Du auch bequem vier Wochen später. Dann siehst Du auch perfekt am neuen Brutnest, ob es nötig ist.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife