Einzarger oder Mehrzarger ?

  • Nehmt mir das nicht übel. Ich arbeite mit Dadant und DNM.


    Es hängt von der Betriebsweise ab, was besser ist.

    Ich habe mich damals vom Strom der Berufsimker mitreißen lassen und habe Dadant gekauft.

    Aber von DNM konnte ich mich nicht lösen.... verkaufen? Dafür eindeutig zu schade.


    Daher immer beide Betriebsweisen nebeneinander gefahren. DNM 1.0 bringt mehr Honig, größere Völker und die Wabenhygiene ist einfacher. Und der einzige zusätzliche Gang ist nach dem letzten Abschleudern eine Zarge wieder aufsetzen.

    Es sind mal 2-8 kg mehr Honig pro Ernte, die mir DNM mehr bringt.

    Und mein Berufsimker wollte es nicht glauben. Ich imkere mit Dadant verkehrt. Also hat er mein Imkern mit Dadant überwacht.

    Schön, wenn man mit einer besonderen Betriebsweise auf DNM, Dadant noch überflügeln kann. 😆 Doch hängt das nur mit der Betriebsweise zusammen. Würde ich normal auf 1.0 DNM imkern, wäre es so, wie hier beschrieben.

  • Das mit den Honig kann ich bestätigen. Was aber auch daran liegen dürfte, dann man gründlicher abernten kann.

    Dass die Völker größer sind, kann ich (im Vergleich zu 1,5 DNM und einigen wenigen Völker, die ich bisher auf 12er Dadant hatte) nicht bestätigen. Eher im Gegenteil.


    Ich rate meinen Neulingen zu 12er 1.0 DNM mit einem Brutraum, nicht zuletzt, weil DNM hier bei uns weit verbreitet ist.

    Dann haben sie alle Optionen (1,5 DNM und drei verschiedene Honigzargenmaße oder sogar eine Flachzargenbetriebsweise), aber beim Einstieg keine Probleme mit dem zweiten Brutraum und dem Schieden, was eine gewisse Erfahrung voraussetzt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • ... du hast ja nicht nur einen HR pro Volk, sondern mindestens zwei.

    Hallo,


    werden denn die weiteren HR nach dem ersten auf diesen aufgesetzt (so lese ich es bei Koller) oder unter den ersten und damit immer direkt auf das ASG gesetzt, um die Annahme zu errleichtern (so lese ich es anderer Stelle hier im IF)?

    Danke euch!

    Axel

  • Hallo

    Nehmt mir das nicht übel. Ich arbeite mit Dadant und DNM.

    Es hängt von der Betriebsweise ab, was besser ist.

    ...

    Daher immer beide Betriebsweisen nebeneinander gefahren. DNM 1.0 bringt mehr Honig, größere Völker und die Wabenhygiene ist einfacher. Und der einzige zusätzliche Gang ist nach dem letzten Abschleudern eine Zarge wieder aufsetzen.

    Warum sollten wir ..., hier haben sich durch DNM-Imkerei seit über 50 Jahren soviel Material und Technik angesammelt...

    Kannst du bitte mal in einer Tabelle zeigen, was du wann in deinen Betriebsweisen für DNM und Dadant machst? Nur das 1.0 DNM sagt noch nicht viel aus.

    Gruß Fred

  • Es gibt einen weiteren Vorteil der einzargigen Betriebsweise. Dieser mag für die meisten Imker nicht der entscheidende Faktor sein, aber wenn wenig Lagerplatz zur Verfügung steht oder Zeit/Geld für Anschaffungen knapp ist mag dies im Einzelfall auch eine Rolle spielen.


    Bei mir hat ein eher ökonomischer 'Zwang' dazu geführt, dass ich von zweizargiger Betriebsweise (Zander) auf einzargig umgestellt habe. Hatte in einem Jahr recht viele Ableger gebildet und doppelt so viele Völker eingewintert als in den Vorjahren (12 statt 6). Und über den Winter versäumt, Material entsprechend nachzukaufen/bauen, so dass ich knapp dran war mit Zargen. Zudem war mein Lagerraum damals auch sehr begrenzt, weswegen ich auch nicht zu viele Zargen im WInter einlagern wollte bzw. konnte. Da die folgende Saison dann geprägt war von Renovierungs- und Sanierungsarbeiten nach einem Wohnungskauf habe ich auch nicht die Zeit gehabt die ich gern gehabt hätte um im Frühjahr neue Zargen zu besorgen. Ich streiche sie normalerweise mehrfach bevor sie auf die Völker kommen und hab die Erfahrung gemacht, wenn ich sie erstmal ungestrichen auf den Völkern hab dauert es ewig bis ich sie ausgetauscht und gestrichen habe. Bin in dieser Hinsicht leider manchmal etwas unorganisiert, zudem ist das streichen dann auch plötzlich nicht mehr so wichtig wenn erstmal alles summt und brummt.


    Daher blieben die Völker dann auf einem BR, wodurch dann einige Zargen weniger benötigt wurden und ich auch mit dem vorhandenen Material durch die Saison kam. Da die einzargige Betriebsweise mir dann auch aus den bereits diskutierten Gründen gefiel bleib ich dabei.

  • ...werden denn die weiteren HR nach dem ersten auf diesen aufgesetzt...

    Bei mir kommt eine Halbzarge(1.HR) über das Absperrgitter, die bleibt da und wird nicht angetastet, damit das virtuelle Brutnest nicht zerstört wird!

    Für mich sind diese beiden Zargen eine Einheit und bilden den Brutraum!


    Weiterhin setze ich alle folgenden HR oben drauf. Wobei ich denke, dass man bestimmt auch untersetzen kann, aber niemals unter den 1.HR!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Bei mir kommt eine Ganzzarge(1.HR) über das Absperrgitter, die bleibt da und wird in der Mitte (4Waben) nicht angetastet, damit das virtuelle Brutnest nicht zerstört wird! Die äußeren 2 Randwaben sind aber meist randvoll mit Honig und können bei durchgehender Tracht auch geerntet werden. Die jeweils 3. Wabe wandert an den Rand und in den 2+2 Lücken kommen Mittelwände zum ausbauen hin, also auch erst mal Luft und Arbeit über dem Brutnest statt einer Honigkappe!


    Für mich sind diese beiden Zargen eine Einheit und bilden den Brutraum!


    Weiterhin setze ich alle folgenden 1-2 HR oben drauf, aber niemals unter den 1.HR!


    Ich brauche keine zusätzlichen 1/2 Honigräume und vor allem nicht noch ein zweites Rähmchenmaß. Auch schwere Honigräume muß man nicht anheben, wenn man die Waben einzeln entnimmt, abfegt, und in eine verschließbare Box umhängt. Da passen dann 7-8 Waben rein und lassen sich sehr gut tragen.

  • Danke dir!

    Ich (Depp) hatte das mit dem viruellen Brutnest vergessen. Und das mit dem Pollen stimmt natürlich auch, danke rase .

    Klar müssen die weiteren HR dann auf den ersten!

    VG Axel

  • Welche Funktion erfüllt das virtuelle Brutnest bzw. konkreter gefragt: welche Einschränkung bedeutet es für den Bien eurer Erfahrung nach, wenn es entnommen wird? Letztlich sind es ja "nur" leere Zellen mit variierenden Mengen an Pollen die durch eine Leerzarge mit ggf. ausgebauten Mittelwänden (abzgl. des Pollens natürlich) ja wieder hergesteltl werden.


    Ich habe in der Vergangenheit Ganzzargen als 1. HR genutzt und diese vollständig abgeernet, also auch inklusive des virtuellen Brutnestes. Dort war in der Regel nur wenig Pollen, dieser wude meist in Pollenbrettern am Brutnestrand eingelagert. Da so Pollen in den Völkern blieb und der (bei mir) wenige Pollen im virt. BN mich beim schleudern nicht störte habe ich mir hierzu wenig Gedanken gemacht und nach Abnahme des HR einfach wieder eine neue Leerzarge aufgesetzt. Ich konnte dabei keine negativen Folgen ausmachen, da ich aber keine Vergleichsgruppen mit belassenem virt. BN geführt habe ist es aber gut möglich, dass ich solche Effekte gar nicht sehen konnte.


    Die Betriebsweise mit der Halb- oder Flachzarge von Susanna finde ich sehr gut und charmant, da so vermutlich auch immer genügend Futter im Volk bleibt (oder wird dort auch in Randwaben nichts eingelagert?). Bevor ich nun aber zig Flachzargen anschaffe werde ich mich hierzu aber weiter schlau machen. Danke euch :)

  • Moin,


    nachdem ich im letzten Jahr in den Honigräumen sehr viel Pollen hatte, und somit am Ende richtig viel Wachs, aber kaum Honigwaben, habe ich dieses Jahr mit halben Honigräumen den Anfang gemacht.


    Dieses Jahr gab es natürlich praktisch keinen Pollen in den Honigräumen, es ist alles in der Segeberger Brutraumzarge geblieben. Ungeachtet dessen werde ich nächstes Jahr wieder mit einem halben Honigraum starten, da ich ansonsten sicher wieder alle Honigwaben dank Pollen einschmelzen kann ;)


    Beste Grüße


    Peter

  • bienenfred Ich bin da nicht so frisch drin, wie du eine Tabelle haben möchtest.

    Ein paar Eckdaten für DNM mit einem Brutraum gebe icb, aber vergib mir, wenn ich nicht meine Betriebsweise hier Preis gebe. Dafür habe ich viel Arbeit reingesteckt und auch einiges versemmelt.


    DNM alle 9 Tage Durchsicht, 2-6 Ableger geplant aus einem Volk zu entfernen, im Schnitt ein bis zweimal komplett frische Waben. Nachteil: keine Schwärme.


    Dadant (im Grunde nach Gerdes) alle 7 Tagen Durchsicht, meist Schied bei 6-7 Waben im Verlauf. Schwarmneigung von Ende April bis zum Juli, manchmal August möglich. Auch hier 2-4 Ableger, die größeren Waben reduzieren hier die Menge, aber das scheint nur so. Problem für mich, Waben bleiben im Durchschnitt 2-3 Jahre im Volk. Das würde ich gerne noch ändern und überlege, ob ich nicht nach der letzten Ernte einfach immer einen Kunstschwarm mache.


    Ich bin Hobbyist und bin gerne am Stand. Doch bei Dadant muss ich immer mehr schauen und habe dann auch öfter mal einen Schwarm. Da ist DNM einfach entspannter. Aber das sag ich, weil ich einfach die Schwarmkontrolle bei Dadant nicht mag und immer wieder eine Zelle übersehe. Vielleicht hat da noch jemand einen Rat?