Verhältnis der Bienenrassen?

  • Hallo Gerhard,


    die Begriffe Gattung, Art, Rasse, Form und die ganzen Unter... solltest Du Dir nochmals anschauen. Kleine Hilfestellung: "Was sich schart und paart gehört zu einer Art." Im Tierreich sehr leicht anwendbar.
    Homo sapiens ist also eine Art mit etlichen Rassekreisen.
    Zwei Deiner Sätze sind übrigens interessant: "Mit dem Konzept "Ausrottung durch Verdrängunszucht" kann man keine neue Rasse als Rasse einheimisch machen." und daß wir unsere "Artgenossen" verdrängt hätten. Armer Gerhard - Du scheinst heimatlos zu sein, denn Deine Vorfahren haben den Neandertaler durch Verdrängung ausgerottet.
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    seit der "Verdrängung" des Neandertalers ist in der Verdrängung u. Namensgebung der Urwurm drin."sapiens" u. mellifera statt mellifica sind offensichtlich Fehlinterpretationen. In der Natur des Homo krankt es. Ob die Forelle in Slowenien, der Wolf in Äthoipien, die Dunklen Bienen in Deutschland usw.,die Frage nach Heimat u. Armut ist nicht die "Hilfestellung", sondern die Seite für die man sich entscheidet.


    Gruß Gerhard

  • Hallo Imker(innen)!
    Ist dies eigentlich wichtig?
    Heutzutage muss man sich doch Fragen ob es eine Carnica nach Ruttner noch gibt oder eine Buckfastzucht nach Bruder Adam noch erfolgt?
    Für mich ist folgende Statistik wichtig!
    Die Faulbrutfälle in Deutschland nehmen zu!
    Also sind Fehler vorhanden: Die gehaltenen Bienen haben verminderten Putztrieb (man muß das züchterisch Bearbeiten; siehe Dänemark). Die Imker müssen besser ausgebildet werden. Die Insitute und der Gesetzgeber sind nicht in der Lage mittels geigneter Vorgaben den Imker zu unterstützen.
    Dies sind für mich als Imker, Ortsvorstand und Kreisvorsitzender Probleme.
    Und hier wird über die Verteilung von Bienenrassen diskutiert. Na dann weiterhin viel Spaß bei der Vermessung der Flügel, Haarlängen oder "Farbspielen"-Erkennung.
    Dies ist wie mit dem Klopapier! Es muß seinen Zweck erfüllen - dann hat das Papierwerk was geleistet.
    Weiterhin alles Gute.

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Hallo, Klaus,
    die ursprüngliche Frage dieses Topics war eine Bierwette.
    Wir sind uns fast alle einig, daß es letztendlich auf die Leistung ankommt.
    Man muß den Bucki-Züchtern aber zugute halten, daß sie sich nun wirklich nur von der Leistung beeindrucken lassen und nicht von irgendwelchen Körwerten. Und danach ist die Carnica kaum in der Lage, mit den Buckis mitzuhalten.
    Wir haben ein richtig tolles Fjord-Pferd; wenn du dessen Großvater gesehen hättest, wäre er nie zur Zucht zugelassen worden, so wie der aussah. Er hat aber seine nicht äußerlich meßbaren Eigenschaften allen seinen Nachkommen säuberlich vererbt, Sanftmut, Geduld, Intelligenz, auf den Reiter eingehen.
    Allein deshalb ist für mich die Körung nach äußerlichen Merkmalen ein absoluter Irrweg!
    Dasselbe Beispiel kann ich dir für die Zucht von Hütehunden bringen; nach dem Aussehen hätte sich keins dieser Tiere weitervermehren dürfen. Aber sie waren im Umgang mit den Schafen intelligent und lernfähig; die heutige Generation sieht zwar nicht gut aus, ist aber eine absolute Bombe im Umgang mit Schafen.
    Quintessenz: auch nicht direkt meßbare Eigenschaften sollten bei der Zucht berücksichtigt werden, also Schluß mit dem Körsystem!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Klaus,


    es liegt wohl bei jedem selbst, was er für wichtig empfindet. Dir ist die Faulbrut wichtig - schreib doch mal was im zugehörigen Thema, z.B. über das dänische System. Wir bilden uns damit.
    Ich finde es schon wichtig, sich über die Erhaltung verschiedener Bienenpopulationen zu unterhalten. Das ist ein Punkt, wo wir uns an der Erhaltung der Biodiversität beteiligen können. Wohlgemerkt, es geht um die Erhaltung der Diversität und nicht um die Erhaltung von Arten. Arten kommen und gehen - Vielfalt ist wichtig. Wie das im Einzelnen gemacht wird, muß aus der Situation entschieden werden. So finde ich es ganz toll, wenn sich jemand um die Mellifera kümmert und ihr Potential erhält und entwickelt. Hier geht es nicht um Farbenzüchtung, Sabine hat dazu genug gesagt.
    Unsere Umwelt nur aus der Zweckperspektive zu sehen (Dein Klopapier) lehne ich ab. Es wird ein trauriges Leben, wenn Alles und Jedes vom Menschen gestaltet und beherrscht ist. Ohne ein Gegenüber, daß außer ihm existiert, kann der Mensch sich nicht definieren. Entschuldigt bitte, wenn es jetzt zu philosophisch war.
    Thomas

  • Hallo, Thomas,
    selbstverständlich kann ich nicht nur meine Bienen sehen, sondern muß auch auf die Zusammenhänge achten.
    Mir ist sowas wichtig, deswegen hab ich ja die Hornissen auf dem Dachboden, und Hummeln ,Wildbienen, und sonstiges Viehzeug, was nach anderer Leute Maßstab "unwichtig" oder sogar "schädlich" ist.
    Wir füttern z.B. im Winter die Vögel; als Folge davon kommt regelmäßig ein Falke vorbei und holt sich seine Mahlzeit in Form von Spatzen u.ä.
    Soll ich deswegen sauer auf den Falken sein?
    Entweder ich fördere das ganze System oder ich laß es bleiben; sich nur mit einer einzigen Art zu beschäftigen, ist in meinen Augen ziemlich kurzsichtig.
    Ich bin keiner von den dunkelgrünen Körnerpickern, aber ich denke, wenn ich Land oder Tiere "bewirtschafte", habe ich eine Verantwortung übernommen, der ich auch gut nachzukommen habe.
    Und ich sollte mir vorher überlegen, welche Folgen mein Handeln hat.
    Wie im anderen Topic schon gesagt, bin ich der Meinung, daß ich mit der Selektion meiner Drohnenvölker eher meinen Nachbarn weiterhelfe als mir selbst, aber was soll's? Irgendwann werde ich wieder davon profitieren...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen