Verhältnis der Bienenrassen?

  • Guten Abend!
    Weiß jemand , wie heutzutage ungefähr das Verhältnis der verschiedenen Unterarten zueinander aussieht?
    D.h., wieviel Carnica zu Mellifera zu Ligustica zu Buckfast zu nicht bestimmbaren Landrassen?
    Würde mich doch sehr interessieren.
    Vielen Dank im voraus!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine
    gem. Imkerfreund vom Mai sollen sich die Rassen folgendermaßen aufteilen:
    87,5% Carnica, 7,3% Buckfast, 3,2 unbekannte Mischlinge, 1,5 % unbekannte Herkunft und 0,6% sonstige Rassen.


    Mit freundlichen Grüßen
    Werner Egger

  • Hallo, Werner,
    vielen Dank, hast mir sehr geholfen!
    Ein schlauer Mensch behauptete, der Mellifera-Anteil läge in Deutschland noch weit über 50% und Buckis unter 2%!
    Ich habe eine Kiste Bier dagegen gewettet,
    ich wünschte, ich könnte dir die Hälfte davon rübermailen :smile:))

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Werner,
    sollen die 87,5% (die Genauigkeit ist ja Wahnsinn) reine Carnica sein? Oder nur Carnica-betont? Wenn ich mich so bei meinen Imkernachbarn umschaue, würde ich die Bienen als Landschlag mit Carnica-Einfluß bezeichnen.
    Der Autor im Imkerfreund war wohl ein Carnica-Fan.
    Grüße, Thomas

  • Hallo, Thomas,
    bei mir in der Gegend ist es ähnlich; die Kollegen haben sich vor langer Zeit mal für teuer Geld 1 Reinzuchtkönigin kommen lassen, und dann seit zwanzig oder mehr Jahren davon nachgezogen.
    Fragt man sie, antworten sie im Brustton der Überzeugung, daß sie nur reinrassige Carnica hätten...
    Was dagegen zu sagen, gibt nur Ärger, also lasse ich's.
    Bei der Wette ging es aber um reine Mellifera.
    _________________
    Gruß aus dem Sauerland, Sabi(e)ne


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: sabi(e)ne am 2002-05-31 14:19 ]</font>

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
    ich glaube, die Zahlen lassen wir besser ungeprüft so stehen.
    Wenn man die Firma Mehler fragt, sagt sie garantiert, die Bienen, die sie dir da angedreht hat, seien reinste Buckfast.:smile: :smile:
    Aber die Verhältnisse unter den einzelnen Rassen werden wohl so in etwa stimmen, wobei mir 87 Komma soundsoviel Carnica schon verteufelt hoch vorkommen.
    Grüsse
    M.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Liebe Imkerkollegen,


    die Zahlen aus dem Imkerfeund möchte ich auch sehr stark anzweifeln. Hat man vielleicht den Anteil der im DIB organisierten Imker für die Prozentzahl der Carnica genommen? Der DIB und die Institute propagieren ja meines Wissen nach die Carnicazucht... Man möge mich korregieren falls es nicht so sei.


    In meiner Gegend ist die Buckfastbiene sehr stark vertreten und eher wenige halten reine Carnicas. Nach der Buckfast müßte auch hier die Landrasse den nächsten Platz belegen.


    Vielleicht sollte man hier im Forum mal sowas wie eine Umfrage starten, wer welche "Rasse" hält, das wäre ja sicher auch repräsentativ wenn sich genug Forumsnutzer beteiligen, oder?


    Ich bin Buckfastimker.


    Gruß
    Bernd

  • Liebe Freunde,


    sind wir doch einmal realistisch.
    Wer hält denn (nur) „reine“ Buckfast, Carnica usw. ?
    Selbst die größten Züchter haben einige wenige Völker, die gekört sind bzw. von denen aufgrund der Leistungsdaten nachgezogen wird. Die Wirtschaftsvölker sind doch meist stand- oder allenfalls landbelegstellenbegattet, und das ist gut, richtig und auch wichtig so.
    Warum ?
    Jedermann züchtet seine Bienen so, wie seine Betriebsweise und das Trachtangebot es ihm vorgibt. Ein Kollege aus der Holsteinischen Schweiz, der nach dem Raps keine nennenswerte Tracht mehr hat, kann mit einer Biene, die erst Ende Mai „in die Gänge“ kommt, nischt anfangen. Also selektiert er auf rasche Frühjahrsentwicklung.
    Er wird nach einigen Bienengenerationen eine ihm genehme Biene haben, gelegentlich wird er von einem Rassevolk einkreuzen.
    Jetzt haben die Carnica-Imker in den vergangenen Jahren m.E. den Fehler gemacht, ihre Bienen nur auf Körpermerkmale zu selektieren. Dies war und ist ein Riesenfehler !!!
    Es war halt sehr einfach.
    Mittlerweile haben viele Imker eingesehen, dass die Leistungsdaten wichtig sind, und sonst nichts.
    Wir müssen –auch ihr im Forum- dringend weg von diesem Blockdenken, hier die Carnica, dort die Buckfast oder andere. Wir sind nur noch so wenige Imker, dass wir zusammen arbeiten müssen !!!
    Ich weiß, ein paar Querköppe gibt’s da noch- vor allen Dingen im D.I.B. und auf Seiten der Carnicaimker. Aber deren Zeiten sind vorbei.
    Auf Seiten der meisten Institute hat man die Zeichen der Zeit erkannt und versucht, alle ins Boot zu holen. Auch einige der „ Landesfürsten“ in den Zuchtorganisationen denken schon weiter.
    Ich halte beide: B. und C. und beide passen mir gut in mein Konzept, und von welchen ich nachziehe, entscheide ich aufgrund der Leistungen.
    Ich denke, dieser – ich nenne sie mal „Landrasse“- kann ich vertrauen.


    Josef






    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Josef am 2002-06-01 13:48 ]</font>

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Sabine,
    ich hoffe, dass du deinen Kasten Bier trotz der nachfolgenden Diskussion erhalten hast. Leider ist es etwas zu weit und du must das Bier alleine drinken. :sad:


    Hallo zusammen,
    der Artikel, der sich unter dem Link findet ist genau der gleiche wie im Imkerfreund und hierraus sind auch meine auf das Zehntel genaue Zahlen. (Mathematische Spielereien) Ich gebe allerdings auch allen Kritikern gerne recht, wenn sie die Zahlen anzweifeln. Man muss nur das gewünschte Ergebnis kennen, dann kann man auch die richtigen Leute fragen. Irgend ein großer Kopf soll mal gesagt haben, traue nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast.
    Eine Umfrage im Forum wäre sicherlich interessant, allerdings muss ich einem Vorredner (oder heißt es hier Vorschreiber) :smile: recht geben: Das Rassedenken macht keinen Sinn. Ich selber könnte die Rassen nicht auseinander halten. Ich weiß (glaube) das ich irgendwann mal Carnika gekauft habe. Bei den zwei herrenlosen Schwärme die ich letzte Woche eingesammelt habe muss ich bei der Rasse passen. Ich werde sie in ihrem Verhalten beurteilen und dann weiterpflegen oder auch nicht.
    Mein persönliches Fazit: Mir sind die Rassen wurscht, solange sie genügend Honig bringen und nicht stechen wie die Verrückten.


    mfg
    Werner Egger


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Werner Egger am 2002-06-02 15:48 ]</font>

  • Hallo Sabine


    versteh mich nicht falsch, wenn ich behaupte deine Antwort ist genau die Falsche.
    Falsch deshalb, weil du dich durch dein Bekenntnis zur Haltung einer bestimmten Bienenart aus der Masse der Imker ausschließt und eine Sonderrolle einnimmst.
    Jede soziale Gruppierung wird von der Masse mißtrauisch beäugt und von Haus aus mal als gefährlich abgestempelt, sie bringt ja vielleicht die eigenen Ordnung durcheinander. (Das Schema gilt in allen Bereichen der Gesellschaft) Diese Überlegungen sind allerdings so tiefgreifend, dass es darüber komplette Studiengänge gibt. Also machen wir hir einen Punkt.
    Ich versuche es mal einfacher auszudrücken: Wir sind alle Imker, wir halten unterschiedliche Rassen und jeder hält die Rasse, die ihm besser liegt, falls er sie überhaupt eindeutig zuordnen kann (Ich kanns nicht).
    Ich komme aus der Landwirtschaft mit den größeren Tieren, den Kühen. Solche Rassendiskussionen habe ich da nie erlebt. Es hat zwar jeder die Vorzüge der von ihm hauptsächlich gehaltenen Rasse hervorgehoben und gelobt, es wurde aber keiner ob seiner Rasse in irgendeine Ecke gedrängt.
    Wir könnten dieses Thema auch auf Autos übertragen: Jeder hält die von ihm gefahrene Marke für die Beste. Was ist allerdings die beste: die Schnellste, die Sparsamste, die Deutsche, der Italiener, die Roten usw.


    Ich hoffe das ganze wahr nicht ganz so wirr, aber irgendwie nervt die Rassendiskussion.


    Volle Honigtöpfe und wenig Stiche wünscht allen


    Werner Egger

  • Hallo Sabi(e)ne, hallo Werner,


    es tut mir in der Seele weh, aber ich muss dem Werner in allen Punkten Recht geben. Weh, weil ich sehe, dass eine Imkerin dabei ist, sich in eine Sache zu verrennen, deren endgültige Konsequenz sie noch nicht abschätzen kann.
    Sabine, wenn ich dein imkerliches „Curriculum vitae“ noch richtig im Kopf habe, hast Du vor einem oder zwei Jahren die Bienen für dich entdeckt und mit der „obersauerländer Landrasse“ gearbeitet.
    Zu Recht unzufrieden, hast Du dich nach Alternativen umgesehen und dich dann für eine bestimmte Rasse entschieden. Damit gingst Du zu deinen Kollegen und sagtest: „Ich habe sie, die beste Biene“, anstatt zu sagen, „...die ich kenne...“ oder „...die ich je hatte...“
    Wahrscheinlich wäre jede Biene besser gewesen als das, was du da vorher hattest.
    So hast du aber genau das getan, was du den Carnica-Imkern immer vorwirfst, du hast dich einem „Lager“ zugeordnet und bist da jetzt drin. Und mit jedem Mal, wo du wieder eine heftige Diskussion führst (und gewinnst, denn du hast ja Feuer in dir und bist ungeheuer belesen), zementierst du das Ganze noch zusätzlich.
    Doch denk mal weiter:
    Ein – zwei oder drei Jahre imkerst du zufrieden mit deinen Buckis, danach wird die Leistung nachlassen, du musst umweiseln. Standbegattung erübrigt sich, die Mischung, die dabei herauskommt, kannst du nicht einschätzen.
    Eigene Zucht: für deine imkerlichen Verhältnisse viel zu aufwändig.
    Also kaufst du mal wieder neue Königinnen; d.h. du bleibst weiter abhängig von anderen Leuten und ich sehe deinen Mann schon wieder schimpfen. Wenn das der Weg für dich ist, und das weißt nur du, dann ok. Aber dann versuche nicht, die anderen Imker in dein Boot zu ziehen, mach dein Ding und fertig.
    Eine Alternative wäre, mit deinem Material auf die anderen zuzugehen und zu versuchen, die Qualität aller zu verbessern. Das dauert zwar länger, aber es wäre eine tolle gemeinschaftliche Sache und wie ihr die Biene nachher nennt, ist doch sch...egal.
    Zukunft für die Imkerei gibt es nur zusammen; das sollten wir vom „Bien“ gelernt haben.
    Sabine, ich möchte dich damit nicht persönlich angreifen, es wäre sehr schade, eine so engagierte und willensstarke Persönlichkeit in unseren Kreisen zu verlieren, aber ich bin mir sicher, in ein paar Jahren denkst du ähnlich.


    Gruß
    Josef

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-