5 Völker einfach leer

  • Zum Thema TBE bei Ablegern. Die kann man durchaus machen, wenn die Völker 2 Monate durchbrüten konnten. Leider muss man bei einem hohen Varroabefall von einem grossen Schaden der Brut ausgehen. Wenn der Ableger also genug Masse hat, kann man besser die TBE machen, als zu warten. Der Schaden durch die Varroa geschieht über die Zeit. Daher lieber einmal sauber behandelt, so dass die Bienen eine Chance haben, gesunde Winterbienen zuziehen. Je länger man wartet, desto weniger gesunde Bienen, desto schwieriger die Situation für das Volk.


    Nur weil noch keiner geklagt hat, die armen Berufsimker. Nur gut, dass wir nicht in Amerika sind. Die klagen bei jedem Mist.

  • Man liest doch oft, Ableger bei Erstellung behandelt -> keine Behandlung im Herbst notwendig.

    ... man liest es, trotzdem ist es i.d.R. nicht richtig! Es wird leider viel Blödsinn geschrieben .....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Anekdote zum Thema "Ableger und TBE":

    Ich habe Mitte Mai einen 3 Wabenableger geschenkt bekommen, bei dessen erster Durchsicht mir DWV Bienen und ansitzende Milben aufgefallen sind.

    Da habe ich dann überlegt, ob ich die gleich abschwefle oder mir das jetzt anschaue, was man machen kann.

    Also das Volk auf einen eigenen Stand gebracht, nachziehen lassen und bei Brutfreiheit mit OSX besprüht.

    Da ist reichlich gefallen und die neue Königin ist Anfang Juni anständig in Eilage gegangen.

    Im Juli dann durch Zufall eine Biene dabei beobachtet, wie sie eine DWV Biene aus dem Stock geschmissen hat. Super, vielleicht doch abschwefeln?

    Stattdessen habe ich die drei ursprünglichen, schwarzen, mittlerweile großflächig verdeckelten Brutwaben entnommen und entsorgt und durch MW ersetzt. Lediglich eine frisch ausgebaute MW mit verdeckelter Brut blieb zurück.

    Also gefüttert und bis ca. Mitte August gewartet, und ohne viel Prüfung einen Nassenheider reingehangen (zu hohe Temperaturen? Ach was!).

    Da ist auch noch was runter gekommen, aber die Königin hat nur kurz einen Brutstop eingelegt.


    Was mich überraschte: Das Volk hat alles sofort ausgebaut, die Kö' hat alles bestiftet und Ende September war die Kiste gut gefüllt, Futter wurde brav abgenommen und jetzt sind die immer noch da und hocken gelangweilt in ihrer Traube. CO2 Test und Windel zeigten Ende September nichts Auffälliges, DWV Bienen oder ansitzende Milben waren keine mehr zu finden.


    Vom Charakter her ist das Volk ziemlich, ähh.. "vital", und es propolisiert als wenn's kein Morgen gäbe.

    Jetzt bin ich gespannt, ob die es über den Winter schaffen und wie dann ggf. die Frühjahrsentwicklung aussieht.

  • Was mich überraschte: Das Volk hat alles sofort ausgebaut, die Kö' hat alles bestiftet und Ende September war die Kiste gut gefüllt, Futter wurde brav abgenommen und jetzt sind die immer noch da und hocken gelangweilt in ihrer Traube. (...)

    Jetzt bin ich gespannt, ob die es über den Winter schaffen und wie dann ggf. die Frühjahrsentwicklung aussieht.

    Da ist nix verwunderliches dran an der Geschichte. So sind Bienen. Das war gut gehandelt und die Pflicht. Kür wäre mit ohne AS und mit 'ner anständigen Königin, da wäre es noch deutlich besser gelaufen, da ist noch Luft nach oben :)


    Und warum bist Du gespannt ob die über den Winter kommen? Klar kommen die. Alle Bienen, die jetzt noch leben kommen über den Winter, außer sie verhungern. Schöne Geschichte, danke für's Teilen!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Da ist nix verwunderliches dran an der Geschichte. So sind Bienen. Das war gut gehandelt und die Pflicht. Kür wäre mit ohne AS und mit 'ner anständigen Königin, da wäre es noch deutlich besser gelaufen, da ist noch Luft nach oben :)

    Hallo Ralf,

    was wäre denn die bessere Lösung gewesen, statt der AS-Behandlung im August?

    Dank vorab!

    Axel

  • Absteigend: Im brutfreien Zustand mit OS 3% sprühen, mit OS bedampfen, 2-3x mit MS sprühen, Juni-Juli Streifen reinhängen. TBE Anfang Juli, aber alle Brut raus und s.o. Fertig. Dünn und regelmäßig im Intervall füttern.


    Junge, ganz besonders gute junge Königinnen sind dann außerordentlich leistungsfähig. Das zu unterstützen macht viel Freude und wenig Arbeit.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Da ist nix verwunderliches dran an der Geschichte. So sind Bienen.

    Ich dachte, wenn ich da schon die Milben auf den Bienen rumtanzen sehe und Krüppelbienen zu finden sind, dann ist das Fundament so weit kaputt, dass man darauf nix mehr aufbauen kann.


    Und dann waren vielleicht anderthalb Brutsätze geschlüpft und dann habe ich da reingegrätscht und 3/4 der Brut geklaut.

    Jetzt dachte ich, dass die zu wenig Mannschaft zurück behalten, um zu bauen, zu sammeln, zu pflegen, und so niemals vernünftige Winterbienen aufziehen würden.

    Bei jedem Besuch dachte ich: "Jetzt sind'se tot!" - aber nee, die kamen ziemlich schnell wieder in Fahrt und haben mir was gehustet.


    Und weil ich so skeptisch war, wäre ich nie auf die Idee gekommen, da eine gute Königin reinzustecken :-)

  • … womit deutlich wird, dass man sich kümmern muss und selten etwas von alleine gut läuft. Wenn die Ausfälle sichtbar werden, ist Not und entsprechend zu handeln, falls überhaupt noch etwas geht.


    So wie jedes Jahr, auch in diesem Herbst die Geschichten von "plötzlich leer".


    Habe auch so einen Kandidaten - trotz TBE und OSX im Juli Milben und reduziert Bienenmasse. Blockbehandelt im September und jetzt kleine Bienenmasse auf 4 Wabengassen (zu 20 - 35 %).


    Da kann man momentan nur ein Schied ranschieben, die Winterbehandlung vorziehen und die Futtersituation im Auge behalten. Und im FJ dann natürlich umweiseln; denn es hat ja etwas mit dem genetischen Ursprung zu tun...


  • Klar kommen die. Alle Bienen, die jetzt noch leben kommen über den Winter, außer sie verhungern. Schöne Geschichte, danke für's Teilen!

    Das macht Mut, Danke:)

    Nicht dass meine äusserst bescheidene bisherige Erfahrung irgendein Gewicht hätte, aber ich kann das mit einer kleinen Anekdote ergänzen, an die ich immer denken muss, wenn ich hier von «starken Völkern», «Raketen» etc. lese: Mein erstes Volk besetzte im ersten Winter gerade so fünf Zanderwaben. Daneben stand ein Ableger, dessen Tod sich im Juli angekündigt und im Oktober/November verwirklicht hatte. Eintrag des übermütigen Jungimkers in der Stockkarte nach einem kurzen Blick ins Volk an einem sonnigen, warmen Tag Ende Januar: «Starkes Volk; besetzt fünf Waben» :D Das Volk ist gut durch die Saison gekommen. ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • ...

    Klar kommen die. Alle Bienen, die jetzt noch leben kommen über den Winter, außer sie verhungern.

    Der Satz - so ich ihn richtig verstanden habe - mag auf RallOr's Volk/Situation zutreffen, gilt aber nach meinen Erfahrungen nicht so allgemein. Es ist nichts ungewöhnliches, dass Völker mit hoher Varroabelastung oder evtl. auch bei Königinverlust sich im Spätherbst "kahlfliegen", bis nur noch wenige hundert Bienen übrig bleiben, die dann nicht mehr in der Lage sind, bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt die notwendige Temperatur zum Überleben geschweige denn zum Brüten zu halten. Am letzten Wochenende habe ich gerade ein solches, in diesem Fall weiselloses, Völkchen mit etwa 100 Bienen durch Abkehren vor der Nachbaarbeute aufgelöst.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.