5 Völker einfach leer

  • Guten Abend zusammen.


    Ich habe dieses Jahr leider zum zweiten Mal einen Komplettverlust (noch nicht ganz).


    Letztes Jahr habe ich im Herbst nach dem Behandeln Völker einfach verloren (Beuten einfach leer, Futter war ausreichend da) un den Rest hat mit im Winter ein Waschbär aus der Beute geplündert.


    Darauf hin habe ich dieses Jahr zusammen mit meiner Nachbarin, welche auf imkert neue Ableger gekauft - super schöne und starke Völker - Sie hat aus drei Ablegern sogar 40 Kilo ernten können. Ich habe einen starken Ableger gekauft und mich nur auf die Vermehrung konzentriert.

    Das war möglich, da die Ableger an Ihrem Heimatort einen dermaßen guten Frühjahr in den Obstwiesen hatten, dass alle aus Ihren Zargen quollen.


    Ende des Sommers hatte ich zwei Zweizarger mit großen Brutnestern, 8-9 Wabengassen besetzt sowie vier Einzarger, zwei davon mit 7-8 Wabengassen, schönem Brutnest und zwei etwas schwächere mit 3 Wabengassen voller Bienen - da ich aus einem der großen Futterwaben entnehmen musste als ich diese geholt habe, waren die wenigen ausgebauten Waben bei den kleinen nichts was mir Sorgen machte - 4 Waben waren ausgebaut und eingefüttert und ich wollte noch ein-zwei Futterwaben einhängen.


    Behandlung habe ich Ende August, Anfang September mit AS60 gemacht, wie gewönlich - hatte vorher keinen großen Milbenfall oder aufsitzende Milben bemerkt, daher war das eher eine Routine (Ich mache meine Behandlung immer einmal, auch wenn kein Milbenfall sichtbar ist).


    Vor zwei Wochen habe ich dann Abends noch einmal zwei Eimer mit 4 Litern Apiinvert in die beiden Schwachen gestellt, da bei uns milde Temperaturen bis 19 Grad gemeldet waren - alle Völker waren wirklich aktiv und gut beisammen.


    Heute wollte ich schnell die Eimer herausnehmen und die Leerzargen abnehmen, damit der Winter kommen kann (ja war spät, aber ich wollte versuchen Ihnen noch was mitzugeben)


    Der Ableger auf zwei Zargen: leer. Einfach leer. Vielleicht 100 tote Bienen auf dem Gitter, ca 20-30 Bienen in der Zarge, die den Rest aus den Waben schlecken...

    Einer der Einzarger: Ebenfalls einfach leer.


    Der Dritte hat noch seine 3 Gassen voller Bienen.


    Zuhause mal "angeklopft" (einer der Zweizarger und einer der starken Einzarger stehen im Garten) - selben Bild. Einfach komplett leer. Ich hatte vor 3 Wochen noch geschaut und alles war voller Bienen.


    Nachdem ich meiner Nachbarin berichtet habe die schockierende Nachricht: Bei Ihr siehts genau so aus. ALLES leer. Meine drei erstgenannten und Ihre Völker stehen zusammen am Acker - letztes Wochenende war ich dort zum schauen - Flugbetrieb ohne Ende - ich dachte alles ist gut.


    Ich kann mir keinen Reim drauf machen - das hatte ich noch nie - ein Volk im Herbst verloren, einige Winterverluste ok - aber das waren jetzt 8 Völker die innerhalb zwei Wochen einfach leer sind.


    Spritzen Bauern vielleicht im spätesten Herbst irgendwas, das Schuld sein könnte? Wir hatten ja dieses Jahr immerhin Flugwetter bis Mitte November.


    Ich habe Fragezeichen überm Kopf.


    Bin für jede Anregung/jeden Tipp dankbar.


    Gruß,


    Patrick

  • Ja

    Die Bauern sind Schuld

    Die spritzen Ende Oktober das neue Mittel: "Beute leer"

    Aber nicht überall, nur punktuell.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Darauf hin habe ich dieses Jahr zusammen mit meiner Nachbarin, welche auf imkert neue Ableger gekauft - super schöne und starke Völker - Sie hat aus drei Ablegern sogar 40 Kilo ernten können. Ich habe einen starken Ableger gekauft und mich nur auf die Vermehrung konzentriert

    Ich gehe mal davon aus, dass du überwinterte Jungvölker aus dem Vorjahr meinst, oder tatsächlich Ableger im Mai? Aus denen nochmal zu vermehren und auf Einwinterungsstärke zu bringen wäre schon sehr sportlich. Hast du deine gebildeten Ableger brutfrei behandelt?

    Behandlung habe ich Ende August, Anfang September mit AS60 gemacht, wie gewönlich - hatte vorher keinen großen Milbenfall oder aufsitzende Milben bemerkt, daher war das eher eine Routine (Ich mache meine Behandlung immer einmal, auch wenn kein Milbenfall sichtbar ist).

    Was heißt "wie gewöhnlich"? Schwammtuch, wenn ja wie oft, Langzeitverdunster? Was ist denn gefallen an Milben? Letztes Jahr war das Gewöhnliche ja auch nicht unbedingt von Erfolg gekrönt.

    Letztes Jahr habe ich im Herbst nach dem Behandeln Völker einfach verloren (Beuten einfach leer, Futter war ausreichend da)

    Letztes Jahr hätte schon ein Alarmsignal sein müssen, denn irgendetwas scheint deinen Völkern immer wieder zu passieren, da gilt es Fehlerursachen zu suchen.

    Der Ableger auf zwei Zargen: leer. Einfach leer. Vielleicht 100 tote Bienen auf dem Gitter, ca 20-30 Bienen in der Zarge, die den Rest aus den Waben schlecken...

    Einer der Einzarger: Ebenfalls einfach leer.

    Einfach leer spricht erstmal für einen Varroaschaden. Sieh dir die ehemaligen Brutwaben mal genauer an, insbesondere mal mit einem Blick nach schräg oben. Wenn da an der Zelldecke weiße Punkte sind, dann ist das Varroakot. So ähnlich wie hier.
    Öffne ggf. auch mal noch einige restliche Brutzellen und suche nach Milben. Wenn du Varroen und Kot findest, dann ist es auch ein Varroaschaden.

    Der Dritte hat noch seine 3 Gassen voller Bienen.

    3 Gassen ist natürlich kaum überwinterungsfähig. Hier wurde zu spät/zu schwach gebildet.

    Zuhause mal "angeklopft" (einer der Zweizarger und einer der starken Einzarger stehen im Garten) - selben Bild. Einfach komplett leer. Ich hatte vor 3 Wochen noch geschaut und alles war voller Bienen.

    Alles voller Bienen kann schnell täuschen. Öffnet man den Deckel und 1000 Bienen verteilen sich zwischen den Oberträgern, so sieht der Blick von oben toll aus und man freut sich an einer vollen Kiste, obwohl kaum noch Bienen da sind. Vielleicht haben sie auch die letzte Gelegenheit zum abfliegen genutzt.

    Ich kann mir keinen Reim drauf machen - das hatte ich noch nie -

    Doch hattest du. Letztes Jahr bei deinem Totalverlust.

    Das man mal ein Volk verliert kann passieren, aber zwei Totalverluste hintereinander müssen nicht sein.

    Kopf hoch, lernen und nächstes mal anders, besser, machen. Wenn es zum dritten Totalverlust kommt, Beuten verkaufen.

  • Keine Winterbienen. Varroabehandlung im Sommer war nix. Was ich komisch finde, wenn man so krass vermehrt, sollte es eigentlich trotzdem reichen. Hat's aber offensichtlich nicht.


    Wie sehen die Waben aus? Futterkranz Reste vom Brutnest mit verdeckelter Brut, kaum Bienen?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Vielleicht hättest Du mal die Varroabehandlung mit AS mal lieber lassen sollen, bei der Vermehrungsrate!


    Darauf hin habe ich dieses Jahr zusammen mit meiner Nachbarin, welche auf imkert neue Ableger gekauft - super schöne und starke Völker - Sie hat aus drei Ablegern sogar 40 Kilo ernten können. Ich habe einen starken Ableger gekauft und mich nur auf die Vermehrung konzentriert.

    Dann! Ende Oktober fütterst Du?? Vor 2 Wochen? Jeweils 4 Liter in schwache Völker? Das sind Dinge, die ich definitiv anders gemacht hätte.

    Natürlich kann man Chemie vom Bauern nicht ausschließen.

    Hier gibt es mehrere mögliche Ursachen, die u. U. beim Zusammenspiel für das CCD Schadbild gesorgt haben.


    -Königinnen aus schwachen Ablegern gezogen (?)

    -mangelhafte Pflege (?)

    -unnötige Varroa- (Langzeit-) behandlung (?)

    -Zu spätes Auffüttern

    -Schaden durch Agrochemie


    Eine fast vergessene Folge dieser kombiniert wirkenden Ursachen ist die Nosema.

    Weil es im Herbst ist hatte hier vermutlich die Cerana die Oberhand.

  • Hier gibt es mehrere mögliche Ursachen, die u. U. beim Zusammenspiel für das CCD Schadbild gesorgt haben.

    (...)

    Eine fast vergessene Folge dieser kombiniert wirkenden Ursachen ist die Nosema. Weil es im Herbst ist hatte hier vermutlich die Cerana die Oberhand.

    CCD Schadbild? Nosema? Was Du alles erkennst, dieses Internet ist wirklich großartig! ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Beim Computer sagt man Operatorfehler.

    Versteh ich das richtig? Du hast aus einem Ableger von heuer nochmal zwei Ableger gemacht?

    Ja?

    Wie hast du diese erstellt?

    Hast du dann sofort Varroabehandlung gemacht?

    Wenn du die Fragen beantwortest, können wir dir wahrscheinlich auch die Ursache sagen, ich denke ich weis es schon.

  • Jetzt ma Halblang!

    Ich mach Ableger vom Ableger dann von den Ablegern, Ableger !

    Und alles gut bei richtiger Pflege, Punkt

    Das ist ist dass Übel, die Richtige Pflege!

    Lieber Patrik,

    Nimm deine Nachbarin an die Hand, und lernt dann gemeinsam bei einem ders kann, Imkern!

    Zuerst mein Rat: wenn du mit Säuren etc. nicht umgehen kannst, nimm den Bienen zur liebe Streifen.

    Im Juli rein damit, und anfang Oktober raus damit, du wirst sehen, dir geht keins an Varroa kaputt!

    So, jetzt können die Schönimker wieder losschreien.... und demnächst Freds wie Diesen anfangen.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

  • rase was soll das jetzt?

    Erstmal habe ich von möglichen Ursachen geschrieben, dazu noch Fragezeichen verwendet. Alles andere betreffs Nosema kannst Du selbst googeln, vielleicht lernst auch Du noch was.

    Aber nein, Du grätscht ja lieber.:evil:

  • Hallo zusammen.


    Ich beantworte mal die Fragen nacheinander - verzeiht mir, dass ich nicht alles zitiere.


    1. die Beuten sind jetzt leer - bis auf die Hand voll toter Bienen auf dem Gitter und einiger träger Wespen.

    2. Michael ich sage nicht, die Bauern sind Schuld. Ich frage nur, ob es ggf. irgend etwas gibt, was die Landwirte JETZT ausbringen, was den Bienen schadet und normal nicht mehr relevant ist, da kein Flugwetter mehr herrscht.

    3. Ja, verzeiht mir - ich meine überwinterte Jungvölker, welche sich wunderbar entwickelt hatten.

    4. Ich behandle für gewöhnlich mit dem Nassenheider Horizontal, exakt nach Vorgabemenge für LZ.

    5. Es sind ca. 2 Milben pro Tag gefallen - nicht die Welt, wenn ich richtig liege.

    5.1 Meine Nachbarin hat Thymovar verwendet.

    6. Die Ableger die ich gebildet habe (aus den Jungvölkern) wurde alle bei in der Brutfreiheit mit MS behandelt. Auch da Milbenfall ~1,5-2 Milben.

    7. Der Totalverlust letztes Jahr ging zu 50% auf Kosten den Waschbärs. Das is für mich nicht das gleiche wie dieses Jahr.

    8. Verluste im Herbst letztes wie dieses Jahr sind seltsam - ich schließe einen Fehler meinerseits nicht aus, daher frage ich ja. Wobei die Jahre davor keine gravierenden Unterschiede da waren und bis auf Winterverliste von 1-2 kleinen Völkern alles ok war.



    Meine Ableger erstelle ich immer aus 3-4 Brutwaben, einigen Futterwagen und Mittelwänden, sobald die Brut ausgelaufen ist gibts Milchsäure zur Behandlung und ca. 2-3 Wochen NACH theoretischer erster Eiablage geh ich zum Zeichnen ran.


    Die Waben schau ich mir Morgen noch mal an und prüfe auf den Varroahinweis - konnte leider nicht Abräumen, hatte keine Spanngurte mit, da ich nicht darauf eingestellt war. Habe nur die Fluglöcher verschlossen.


    Hoffe ich habe alle Fragen erwischt.