• Entgegen meiner Vermutung ist der Honig nicht im Glas zu 100% auskristallisiert. Er ist immer noch minimal flüssig. (...)

    Nächstes Jahr werde ich den Sommerhonig 1-2 Tage länger rühren.

    Kürzer rühren, nicht länger. Ein Teil der Kristallisation muß noch im Glas passieren. Wenn Du länger rührst, wird es Schleim und nie mehr fest.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Oder so wie Du es gemacht hast und danach im Glas ins Kühlhaus für +/-14 Tage.


    Ich mache es aber noch anders. Ich verkaufe Honige, die nicht gerne fest werden, einfach flüssig. Da gibt es auch einen Markt für.

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  • Ich verkaufe Honige, die nicht gerne fest werden, einfach flüssig. Da gibt es auch einen Markt für.

    Flüssig war, zumindest im Bayerischen Wald lange die einzige vom Kunden akzeptierte Honigsorte. Als Spät bzw. Waldtrachtimker hatten wir gar keine anderen Honige. Wenn es mal Sommerhonig gab hat mein Vater den an die Ableger verfüttert.

    Erst in neuerer Zeit ernten wir auch Frühtracht die anfänglich niemand wollte weil im Glas hart und sandig. Imker meiner Generation haben sich dann des Rührens angenommen, die älteren eher nicht.

    Wenn bei uns die Waldtracht ausgefallen ist gab es auch mal gar nichts.

    Über die Bienen die wir damals hatten möchte ich gar nicht nachdenken.

    (Dunkel fast schwarz, im Frühjahr kleine Völker und immer aggressiv)


    Momentan sieht es so aus als nähern wir uns wieder der guten alten Zeit an. Keine Frühtracht und Waldtracht wechselhaft bis ausgefallen.



    (Die besseren Bienen unterscheiden sich natürlich von damals. Auch ohne jedes Jahr nachzukaufen lohnt sich die Zuchtarbeit einzelner für alle, so dass mittlerweile auch Standbegattung bei uns geht. Hier kann man zur Heike auch mal Danke sagen.) Danke Heike :)



    Gruß Max

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt)

  • Hallo Zusammen,


    vor einiger Zeit habe ich in diesen Faden eine Frage zum Thema Rührwerk gestellt. Ich habe verschiedene Ratschläge dazu erhalten, für diese verschiedenen Ratschläge bin ich allen sehr dankbar. Über dieser Ratschläge habe ich sehr nachgedacht und auch Informationen außerhalb des Forums eingeholt. Zum Beispiel habe ich verschiedene Hersteller auch direkt kontaktiert.

    Schließlich habe ich mich für ein 100 kg Rührfass mit Bodenheizung von Fritz entschieden. Ich habe im August zum ersten Mal mit diesem Rührwerk Honig gerührt. Von dem Ergebnis bin ich wirklich begeistert der Honig ist feinsteif geworden und es sind keine Kristalle auf der Zunge zu spüren. Auch lässt er sich wunderbar streichen und im Glas läuft er nicht zusammen. Alles so wie es sein sollte. Auch meine Kunden sind begeistert von diesen Honig.

    Besonders gut finde ich die Rührschnecke, da ich als kleiner Imker dadurch die Möglichkeit habe sehr flexibel das Rührwerk zu befüllen. Diesmal war es zwar ganz voll aber ich werde auch kleine Chargen rühren.

    Mir war es wichtig, hier meine begrenzten Erfahrungen mitzuteilen, damit sich Imker, die sich auch für ein Rührwerk interessieren ein umfassendes Bild machen können. Ich weiß, dass meine Erfahrungen sehr begrenzt sind in diesen Punkt. Diese sollen aber auch für andere Imker nur ein Puzzleteil auf den Weg der Entscheidungsfindung sein. Allen, die noch kein Rührwerk habe rate ich auch die anderen Meinungen zum Thema Rührwerk zu lesen auch gerade die, die andere Erfahrungen gemacht haben als ich, damit sie sich ein umfassendes Bild machen können und so für sich eine gute Entscheidung treffen können.

    Allen, die mich beraten haben, noch einmal herzlichen Dank.

  • Meine Beweggründe pro CFM Rührwerk sind folgende gewesen:


    1. Die große Flexibilität bei der Befullung des Rührwerks durch die Rührschnecke. Ich habe manchmal große und kleine Chargen.

    2. Ich finde die Verarbeitung des Rührwerks ist sehr gut.

    3. Der Motor des Rührwerks ist sehr stark. Auf diesen Punkt hat mich ein befreundeter hingewiesen und es machte für mich sinn, dass dies beim Rühren von festen Honigen sinnvoll ist.


    Daniel! ich hoffe diese Auflistung hat dir weitergeholfen.

  • Siegerland hat einen Motor mit Thermoschutz. Finde ich besser als über Motorschutzschalter. Mit Siegerland kann man auch verschiedene Mengen rühren.

    Was denkst Du, warum ich das Siegerland noch habe, das Fritz nach Umbau auf Rührarm, mein großes 300 WET vom Keller stand Pate, an einen Kollegen verkauft habe. Verkauf mit Schnecke kam für mich nicht in Frage. Reicht, wenn die mich nicht überzeugt hat.

    Keller hat früher auch mal eine Schnecke verbaut. Warum hat der wohl damit aufgehört?

    Zu Punkt 2: Warum ist das untere Lager im Winkelgetriebe nicht verkleidet, oder aus Edelstahl. Rostbröckchen im Honig fand ich nicht so gut.


    Gruss

    Ulrich

  • Muss mal Werbung für beemax machen.


    Wer ein Rührwerk kaufen möchte, besorge sich vorher ein Glas Honig von beemax. Den (Honig) genüsslich auf der Zunge verlaufen lassen. Danach braucht es keine Diskussion. Das Fritzgerät kann das jedenfalls nicht.


    Gruss

    Ulrich

  • Ich glaube bei 'so richtig feinsteifer Honig' ist es sehr ähnlich wie mit 'richtig starke Völker' - da gibt es viele Mißverständnisse; das muß man tatsächlich selber sehen. Gerade wenn man sich immer innerhalb der eigenen Filterblase vergleicht, liefert ein Blick über den Tellerrand oftmals verblüffende Erkenntnisse. Mir auch!

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  • Und ich wiederum gewinne den Eindruck, dass immer mehr Imker hier glauben, dass das Rührwerk für den "perfekten, feiknsteifen" Honig verantwortlich sei...Die Hersteller und Imkerbedarfshändler wird es freuen.


    Meiner Meinung nach nimmt einem das Rührwerk aber nur die Arbeit ab, ermöglicht die Verarbeitung großer Honigmengen gleichzeitig und spart einem Zeit, weil man nicht selber rühren muss, kann aber nix besser als der Imker selbst.


    Denn die Zutaten für einen "perfekten" Honig sind allgemein bekannt und lassen sich selbstverständlich auch manuell problemlos zu einem perfekten Honig verrühren. Wer es mit der Hand nicht hinbekommen hat, hat es vorher nicht verstanden und einfach nur falsch gemacht.


    Hat so jemand jetzt ein Rührwerk und bekommt es plötzlich hin, dann nur, weil er durch das Rühren mit dem Rührwerk streng nach Anleitung dazu gezwungen wurde, es endlich mal richtig zu machen, aber nicht, weil das Rührwerk als Heiliger Gral das Mysterium Honigrühren lüftet.


    Und auch die Erntemenge ist keinesfalls das einzige Kriterium für ein Rührwerk. Auch mit 1-2 Tonnen pro Jahr kann man problemlos alles manuell machen, solange man diese Menge bequem über das Jahrverteilt aufbereiten und nicht alles auf einmal erledigen will. Ich habe das z.B. länger so gemacht und rühre auch heute noch viel mit der Hand, etwa bei kleinen Chargen bestimmter Honigsorten, wo es sich nicht lohnt, den großen Pott anzuwerfen. Reinigen ist nämlich auch Arbeit!

  • Den Vorteil beim Rührwerk sehe ich darin, dass das rührt so oft und so lange ich möchte. Auch wenn ich schlafe, bei der Arbeit bin, Familie oder Freunde meine Anwesenheit erfordern ... die größte Gefahr sehe ich darin, dass der Honig zu fest im Rührwerk ist. Den Weg dahin stelle ich mir "einfacher" vor als bisher. Wenn ich denn dann mal eins habe werd ich es wissen. Zur Not kriegt man das Ding auch wieder verkauft, wollte ich aber bisher beim Melitherm und Deckelwachsschmelzer auch nicht. Ja, gut für den Fachhandel, ich hab aber auch Freude dran.

  • Und ich wiederum gewinne den Eindruck, dass immer mehr Imker hier glauben, dass das Rührwerk für den "perfekten, feiknsteifen" Honig verantwortlich sei...

    Quark. Verantwortlich für perfekten Honig sind die Rührintervalle. Wenn Du Bock hast, alle paar Stunden zu rühren, dann ist das doch völlig okay! Ich penne nachts gerne durch und auch tagsüber hab ich auch ohne zu rühren genug zu tun. Zumal man das auch gerne mal vergißt. Ich zumindest. Aber der Gerät schläft nie.

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